{"id":29880,"date":"2026-03-06T20:42:11","date_gmt":"2026-03-06T20:42:11","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/29880\/"},"modified":"2026-03-06T20:42:11","modified_gmt":"2026-03-06T20:42:11","slug":"palaeontologie-schreibt-ein-krokodil-europas-geschichte-um","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/29880\/","title":{"rendered":"Pal\u00e4ontologie: Schreibt ein Krokodil Europas Geschichte um?"},"content":{"rendered":"<p>Pal\u00e4ontologie: Schreibt ein Krokodil Europas Geschichte um? &#8211; Spektrum der Wissenschaft<a id=\"top\" class=\"jump-to-content\" href=\"#main\" title=\"Direkt zum Inhalt\">Direkt zum Inhalt<\/a>Pal\u00e4ontologie: Schreibt ein Krokodil Europas Geschichte um?<\/p>\n<p>Wie lange war Europa mit Gondwana verbunden? Ein neuer Fossilienfund aus Ungarn deutet an, dass beide Kontinente doch schon fr\u00fch getrennt waren.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" alt=\"Eine k\u00fcnstlerische Darstellung eines Krokodils, die den Kopf des Tieres in Seitenansicht zeigt. Die detaillierte Malerei hebt die Textur der Haut und die Musterung hervor, w\u00e4hrend der Hintergrund in verschiedenen Gr\u00fcnt\u00f6nen gehalten ist, was eine nat\u00fcrliche Umgebung suggeriert. Das Bild vermittelt einen Eindruck von Ruhe und Wildnis.\" class=\"full\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/newsimage418901.jpg\" title=\"Eine k\u00fcnstlerische Darstellung eines Krokodils, die den Kopf des Tieres in Seitenansicht zeigt. Die detaillierte Malerei hebt die Textur der Haut und die Musterung hervor, w\u00e4hrend der Hintergrund in verschiedenen Gr\u00fcnt\u00f6nen gehalten ist, was eine nat\u00fcrliche Umgebung suggeriert. Das Bild vermittelt einen Eindruck von Ruhe und Wildnis.\"\/><\/p>\n<p> \u00a9 M\u00e1rton Zsoldos (Ausschnitt) <\/p>\n<p> Illustration des landlebenden Krokodils Doratodon carcharidens , das einst in Europa lebte. <\/p>\n<p>Vor 200\u00a0Millionen Jahren brach der <a href=\"https:\/\/www.spektrum.de\/news\/einigkeit-im-fall-pangaea\/349871\" rel=\"noopener nofollow\" target=\"_blank\">Superkontinent Pang\u00e4a<\/a> endg\u00fcltig auseinander und\u00a0das n\u00f6rdliche Laurasia mit Europa, Nordamerika und Asien ging eigene Wege vom S\u00fcdkontinent Gondwana, das unter anderem S\u00fcdamerika, Afrika und Australien umfasste. Einige Fossilien deuteten jedoch an, dass Europa und Afrika doch etwas l\u00e4nger zusammenhingen, als es die geologische Geschichte eigentlich erlaubte: Die europ\u00e4ische Fauna h\u00e4tte sich demnach noch \u00fcber eine gewisse Zeit nicht\u00a0nur mit der Tierwelt Nordamerikas, sondern auch mit der von Afrika und S\u00fcdamerika gemeinsam entwickelt. Ein in Ungarn entdecktes Fossil mehrt nun allerdings Zweifel an dieser gemeinsamen Periode, <a href=\"https:\/\/www.nature.com\/articles\/s41598-025-28504-6\" rel=\"noopener nofollow\" target=\"_blank\">schreiben Wissenschaftler um M\u00e1t\u00e9 Szegsz\u00e1rdi von der Universit\u00e4t ELTE E\u00f6tv\u00f6s Lor\u00e1nd in Budapest<\/a>: Das landlebende Krokodil Doratodon carcharidens sei nicht n\u00e4her verwandt mit \u00e4hnlichen Arten auf anderen Kontinenten, sondern Ergebnis sogenannter <a href=\"https:\/\/www.spektrum.de\/lexikon\/biologie\/konvergenz\/36950\" rel=\"noopener nofollow\" target=\"_blank\">konvergenter Evolution<\/a>. <\/p>\n<p>Bislang galt Doratodon carcharidens als wichtigster Beleg f\u00fcr die Landbr\u00fccke zwischen Afrika und Europa: Merkmale wie sein langer Sch\u00e4del und die klingenartigen gezackten Z\u00e4hne kennt man aus dieser Zeit nur von afrikanischen und s\u00fcdamerikanischen Krokodilarten. Deshalb gingen Pal\u00e4ontologen davon aus, dass der europ\u00e4ische Vertreter \u00fcber den Landweg aus S\u00fcden eingewandert ist. Bis zum neuen Fund in Ungarn konnte man jedoch nur Z\u00e4hne und unvollst\u00e4ndige Kiefer des Tieres aus Europa untersuchen. Nach einem 2018 gemachten Fund von Doratodon-\u00dcberresten aus der ungarischen Fundst\u00e4tte Ihark\u00fat entdeckte die Arbeitsgruppe in 85\u00a0Millionen Jahre alten, kreidezeitlichen Felsen weitere \u00dcberreste des Tiers: Der Oberkiefer mit Z\u00e4hnen passte perfekt zum vorherigen Teilsch\u00e4del: Es handelte sich also um dasselbe Tier, dessen Gesamtl\u00e4nge etwa 1,5\u00a0Meter betrug, das einen dinosaurierartigen Kopf aufwies und sich vermutlich auf langen Beinen bewegte.<\/p>\n<p>Eine genauere Analyse der Anatomie sowie der Verwandtschaftsverh\u00e4ltnisse \u00fcberraschte Szegsz\u00e1rdi und Co. dann aber. Statt eng mit den Krokodilen des S\u00fcdkontinents verwandt zu sein, geh\u00f6rte Doratodon carcharidens zu einer Gruppe von Krokodilen aus Nordamerika und Asien, die eher unserem heutigen Bild eines Krokodils entsprechen, <a href=\"https:\/\/nachrichten.idw-online.de\/2026\/03\/05\/was-ein-landlebendes-krokodil-ueber-die-geografie-europas-zur-zeit-der-dinosaurier-verraet?groupcolor=4\" rel=\"noopener nofollow\" target=\"_blank\">schreiben die Wissenschaftler<\/a>. Doratodon carcharidens hat also unabh\u00e4ngig von den anderen Arten \u00e4hnliche Anpassungen an seine Umwelt entwickelt.<\/p>\n<p>\u00bbBei der erneuten Untersuchung anderer europ\u00e4ischer Arten aus dieser Zeit\u00a0\u2013 darunter Dinosaurier\u00a0\u2013, die als afrikanische Einwanderer angesehen wurden, stellten wir fest, dass auch ihre Abstammung neu betrachtet werden muss. Diese Tiere k\u00f6nnen wir als \u00dcberlebende einer einst weitverbreiteten Abstammungslinie aus der Zeit Pang\u00e4as interpretieren. Das ist wahrscheinlicher, als dass sie als Neuank\u00f6mmlinge die Landmassen vom S\u00fcden aus in Richtung Europa \u00fcberquerten\u00ab, fasst der an der Studie beteiligte M\u00e1rton Rabi von der Universit\u00e4t T\u00fcbingen zusammen.<\/p>\n<p>Ausgehend von ihrer Studie schlie\u00dfen sich die Wissenschaftler der These an, dass sich Europa und der Rest Laurasiens schon im Jura vor 180\u00a0Millionen Jahren endg\u00fcltig von Gondwana getrennt hatten.\u00bbDoratodon\u00a0hat sozusagen die pr\u00e4historische Karte Europas neu gezeichnet\u00ab, so\u00a0Rabi. <\/p>\n<p>Diesen Artikel empfehlen:<\/p>\n<p> ist Chefredakteur bei Spektrum der Wissenschaft. <\/p>\n<p>Digitalausgaben Printausgaben Topseller Bundles<\/p>\n<p> Szegsz\u00e1rdi, M. et al., Scientific Reports 10.1038\/s41598\u2013025\u201328504\u20136, 2026 <\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" alt=\"\" height=\"1\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/53e4c0225bf0441d956761f2642accce.gif\" width=\"1\"\/><\/p>\n<p>Bitte erlauben Sie Javascript, um die volle Funktionalit\u00e4t von Spektrum.de zu erhalten.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Pal\u00e4ontologie: Schreibt ein Krokodil Europas Geschichte um? &#8211; Spektrum der WissenschaftDirekt zum InhaltPal\u00e4ontologie: Schreibt ein Krokodil Europas Geschichte&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":29881,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[3],"tags":[7300,14066,76,75,74,14069,14067,14070,14064,14065,14068,2572],"class_list":{"0":"post-29880","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-europa","8":"tag-biologie","9":"tag-doratodon-carcharidens","10":"tag-eu","11":"tag-europa","12":"tag-europe","13":"tag-fossilien","14":"tag-gondwana","15":"tag-konvergente-evolution","16":"tag-krokodile","17":"tag-palaeontologie","18":"tag-pangaea","19":"tag-plattentektonik"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@at\/116184176683769873","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/29880","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=29880"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/29880\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/media\/29881"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=29880"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=29880"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=29880"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}