{"id":299765,"date":"2026-07-28T12:28:10","date_gmt":"2026-07-28T12:28:10","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/299765\/"},"modified":"2026-07-28T12:28:10","modified_gmt":"2026-07-28T12:28:10","slug":"weg-von-russischem-gas-europa-baut-neue-energieachse-im-mittelmeer-auf","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/299765\/","title":{"rendered":"Weg von russischem Gas: Europa baut neue Energieachse im Mittelmeer auf"},"content":{"rendered":"<p>Eni baut seine Aktivit\u00e4ten im <a href=\"https:\/\/de.euronews.com\/tag\/gas\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Gasmarkt<\/a> des \u00f6stlichen Mittelmeers aus und treibt das Projekt Cronos vor Zypern voran. Zugleich festigt Algerien seine Position als wichtigster Gaslieferant Italiens. Beide Entwicklungen zeigen, wie sich Europas Energieversorgung seit dem Einbruch russischer Lieferungen ver\u00e4ndert hat: Der Mittelmeerraum gewinnt als strategische Achse f\u00fcr den Kontinent an Bedeutung.<\/p>\n<p>          <img decoding=\"async\" class=\"c-ad__placeholder__logo\" src=\"https:\/\/static.euronews.com\/website\/images\/logos\/logo-euronews-stacked-outlined-72x72-grey-9.svg\" width=\"72\" height=\"72\" alt=\"\" loading=\"lazy\"\/><br \/>\n          WERBUNG<\/p>\n<p>          <img decoding=\"async\" class=\"c-ad__placeholder__logo\" src=\"https:\/\/static.euronews.com\/website\/images\/logos\/logo-euronews-stacked-outlined-72x72-grey-9.svg\" width=\"72\" height=\"72\" alt=\"\" loading=\"lazy\"\/><br \/>\n          WERBUNG<\/p>\n<p>Eni entwickelt Gasfeld Cronos vor Zypern<\/p>\n<p>Eni und TotalEnergies haben die endg\u00fcltige Investitionsentscheidung f\u00fcr die Erschlie\u00dfung des Gasfeldes Cronos getroffen. Das Feld liegt im Block 6 vor der K\u00fcste Zyperns, an dem beide Unternehmen jeweils mit 50 Prozent beteiligt sind.<\/p>\n<p>Es handelt sich um die erste Erdgasentwicklung in der Geschichte Zyperns. Die ersten Lieferungen des Inselstaats sollen 2028 auf den Markt kommen.<\/p>\n<p>Cronos wurde 2022 entdeckt. Bewertungsbohrungen, die 2024 abgeschlossen wurden, best\u00e4tigten das Potenzial des Feldes. Es liegt in tiefem Wasser, rund 185 Kilometer vor der S\u00fcdwestk\u00fcste Zyperns, und enth\u00e4lt nach Unternehmensangaben mehr als drei Billionen Kubikfu\u00df Gas.<\/p>\n<p>Geplant sind vier Unterwasserbohrungen mit einer t\u00e4glichen F\u00f6rderkapazit\u00e4t von rund 500 Millionen Kubikfu\u00df. Das entspricht etwa 2,8 Millionen Tonnen Fl\u00fcssigerdgas pro Jahr.<\/p>\n<p>\u00dcber \u00c4gypten nach Europa<\/p>\n<p>Cronos soll vor allem von vorhandener Infrastruktur profitieren. Das Gas wird \u00fcber eine Unterwasserleitung von Zypern nach \u00c4gypten transportiert und dort \u00fcber Anlagen des von Eni betriebenen Gasfeldes Zohr weiterverarbeitet.<\/p>\n<p>Anschlie\u00dfend soll es das Verfl\u00fcssigungsterminal Damietta erreichen. Dort wird es zu LNG verarbeitet und auf internationale M\u00e4rkte exportiert, insbesondere nach Europa.<\/p>\n<p>Die Nutzung bestehender Anlagen soll die Umsetzung beschleunigen, Kosten senken und die Umweltbelastung im Vergleich zum Aufbau einer vollst\u00e4ndig neuen Lieferkette begrenzen. Eni und TotalEnergies ordnen Cronos in ihre Strategie ein, Projekte mit \u00fcberschaubaren Kosten und geringer Emissionsintensit\u00e4t zu entwickeln.<\/p>\n<p>Seit einem Abkommen zwischen Zypern und \u00c4gypten vom Februar 2025 wurden nach Angaben der Unternehmen die wesentlichen kommerziellen und vertraglichen Vereinbarungen getroffen. Sie regeln unter anderem die Nutzung der Zohr-Offshore-Infrastruktur, den Gastransit durch \u00c4gypten, die Verfl\u00fcssigung in Damietta und den Verkauf des LNG auf internationalen M\u00e4rkten.<\/p>\n<p>Eni-Chef Claudio Descalzi bezeichnete Cronos als \u201ceinen beschleunigten und greifbaren Schritt\u201d auf Zyperns Weg zum europ\u00e4ischen Gasproduzenten und -exporteur. Das Projekt k\u00f6nne zum Aufbau eines regionalen Gashubs im \u00f6stlichen Mittelmeer beitragen.<\/p>\n<p>F\u00fcr TotalEnergies ist Cronos ein weiterer Baustein beim Ausbau des LNG-Portfolios, das der Konzern bis 2030 auf rund 60 Millionen Tonnen j\u00e4hrlich steigern will. Eni wiederum st\u00e4rkt mit dem Projekt seine Position im \u00f6stlichen Mittelmeer, die vor allem auf seiner Pr\u00e4senz in \u00c4gypten und dem Zohr-Feld beruht.<\/p>\n<p>Algerien bleibt Italiens wichtigster Lieferant<\/p>\n<p>W\u00e4hrend Italien auf die k\u00fcnftige Gasf\u00f6rderung Zyperns blickt, bleibt Algerien vorerst sein mit Abstand wichtigster Lieferant. Algeriens Pr\u00e4sident Abdelmadjid Tebboune bekr\u00e4ftigte, Italien sei der gr\u00f6\u00dfte europ\u00e4ische Abnehmer algerischen Gases &#8211; noch vor Spanien und Frankreich.<\/p>\n<p>Ohne konkrete Mengen zu nennen, unterstrich Tebboune die Bedeutung des Energiesektors f\u00fcr Algeriens Wirtschafts- und Au\u00dfenpolitik. Seine \u00c4u\u00dferungen folgten auf ein Telefonat mit Italiens Ministerpr\u00e4sidentin Giorgia Meloni.<\/p>\n<p>Beide Regierungschefs bekr\u00e4ftigten den Willen, die strategische Partnerschaft ihrer L\u00e4nder in den Bereichen Energie, Industrie und Wirtschaft weiter auszubauen. Auch Projekte des sogenannten Mattei-Plans f\u00fcr Afrika kamen zur Sprache, darunter das Exzellenzzentrum \u201cEnrico Mattei\u201d in Sidi Bel Abb\u00e8s, das Ausbildung und Innovation in der Landwirtschaft f\u00f6rdern soll.<\/p>\n<p>Italien auf der neuen Mittelmeer-Gasachse<\/p>\n<p>Die Entwicklungen in Algerien und Zypern stehen f\u00fcr eine breitere Neuordnung der europ\u00e4ischen Gasversorgung. Algerien sichert Italiens Versorgung \u00fcber die TransMed-Pipeline und LNG-Lieferungen. Zypern bereitet sich mit Cronos zugleich darauf vor, erstmals selbst Gas zu exportieren.<\/p>\n<p>Italien kann damit auf ein zunehmend vielf\u00e4ltiges Netz von Lieferwegen entlang der s\u00fcdlichen Mittelmeerachse setzen. Das Land will seine Abh\u00e4ngigkeit von einzelnen Lieferanten und geopolitisch besonders unsicheren Routen verringern. Zugleich st\u00e4rkt es seinen Anspruch, sich als Energieplattform zwischen Nordafrika, dem \u00f6stlichen Mittelmeer und Europa zu etablieren.<\/p>\n<p>Cronos ist damit mehr als ein neues Gasfeld. Das Projekt wird zu einem Baustein einer ver\u00e4nderten europ\u00e4ischen Energiegeografie, in der Zypern, \u00c4gypten, Algerien und Italien enger \u00fcber Gasrouten verbunden werden.<\/p>\n<p>Woher Italiens Gas kommt<\/p>\n<p>Italien importiert rund 95 Prozent seines Gasbedarfs. Nach dem weitgehenden Ende der Abh\u00e4ngigkeit von russischem Gas hat das Land seine Bezugsquellen deutlich diversifiziert.<\/p>\n<p>Algerien ist heute der wichtigste Lieferant und deckt \u00fcber die TransMed-Pipeline rund 36 Prozent der italienischen Gasimporte ab. Es folgen Aserbaidschan mit rund 16 Prozent \u00fcber die Transadriatische Pipeline TAP, LNG aus den USA sowie Lieferungen aus Nordeuropa, insbesondere aus Norwegen und den Niederlanden. Weitere wichtige Partner sind Katar und Libyen.<\/p>\n<p>Pipelinegas aus Algerien und Aserbaidschan ist in der Regel g\u00fcnstiger als LNG, da Kosten f\u00fcr Verfl\u00fcssigung, Seetransport und Wiederverdampfung entfallen. Fl\u00fcssigerdgas aus den USA, Katar oder anderen Exportl\u00e4ndern ist meist teurer und reagiert st\u00e4rker auf geopolitische Spannungen sowie Risiken auf den Schifffahrtswegen.<\/p>\n<p>Italien setzt deshalb auf eine Mischung aus vergleichsweise stabilen Pipeline-Lieferungen und LNG. Das soll die Versorgung absichern, ohne das Land erneut von einem einzelnen Lieferanten abh\u00e4ngig zu machen. Die j\u00fcngsten Spannungen an der Stra\u00dfe von Hormus haben zudem gezeigt, wie anf\u00e4llig LNG aus der Golfregion f\u00fcr Preisschwankungen und logistische Risiken ist. Das erh\u00f6ht die strategische Bedeutung der Mittelmeerrouten zus\u00e4tzlich.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Eni baut seine Aktivit\u00e4ten im Gasmarkt des \u00f6stlichen Mittelmeers aus und treibt das Projekt Cronos vor Zypern voran.&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":299766,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":"","_share_on_mastodon":"0"},"categories":[14],"tags":[46,42,95,90,89,3067,1012,91,94,44,93,92,10008],"class_list":["post-299765","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","category-unternehmen-maerkte","tag-at","tag-austria","tag-business","tag-companies","tag-companies-markets","tag-gas","tag-italien","tag-markets","tag-maerkte","tag-oesterreich","tag-unternehmen","tag-unternehmen-maerkte","tag-zypern"],"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@at\/116997607540826594","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/299765","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=299765"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/299765\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/media\/299766"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=299765"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=299765"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=299765"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}