{"id":300262,"date":"2026-07-28T17:16:21","date_gmt":"2026-07-28T17:16:21","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/300262\/"},"modified":"2026-07-28T17:16:21","modified_gmt":"2026-07-28T17:16:21","slug":"totschnig-trinkwassergipfel-stellt-weichen-fuer-langfristig-sichere-trinkwasserversorgung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/300262\/","title":{"rendered":"Totschnig: Trinkwassergipfel stellt Weichen f\u00fcr langfristig sichere Trinkwasserversorgung"},"content":{"rendered":"<p>Die anhaltende Trockenheit, regional niedrige Grundwasserst\u00e4nde und l\u00e4ngere Hitzeperioden stellen die Wasserwirtschaft vor gro\u00dfe Herausforderungen. Das erste Halbjahr 2026 war das zweittrockenste seit Beginn der Messungen. In Nieder\u00f6sterreich, Ober\u00f6sterreich und Salzburg war es sogar so trocken wie nie zuvor. Gleichzeitig versch\u00e4rfen h\u00f6here Temperaturen und eine st\u00e4rkere Verdunstung die Auswirkungen der Trockenheit zus\u00e4tzlich. H\u00e4lt diese Entwicklung an, k\u00f6nnte 2026 als neues Rekord-D\u00fcrrejahr in die Geschichte eingehen. Auf Einladung von Umweltminister Norbert Totschnig kamen deshalb Tirols Landeshauptmann-Stellvertreter Josef Geisler, Salzburgs Landesrat Maximilian Aigner, Vertreterinnen und Vertreter der Bundesl\u00e4nder sowie Expertinnen und Experten des BMLUK zum Trinkwassergipfel 2026 zusammen. Im Mittelpunkt standen die aktuelle hydrologische Situation, die Erfahrungen der Bundesl\u00e4nder, die Umsetzung des 2023 beschlossenen Trinkwassersicherungsplans sowie die n\u00e4chsten gemeinsamen Schritte f\u00fcr eine langfristig sichere Trinkwasserversorgung.<\/p>\n<p>Umweltminister Norbert Totschnig: \u201eDie vergangenen Monate haben deutlich gezeigt, wie stark der Klimawandel unseren Wasserhaushalt ver\u00e4ndert. Regional niedrige Grundwasserst\u00e4nde und lange Trockenphasen machen deutlich, wie wichtig eine vorausschauende Planung ist. \u00d6sterreich verf\u00fcgt weiterhin \u00fcber eine fl\u00e4chendeckende, sichere und qualitativ hochwertige Trinkwasserversorgung. Damit das auch in Zukunft so bleibt, arbeiten Bund, L\u00e4nder, Gemeinden und Wasserversorger eng zusammen. Mit dem Trinkwassersicherungsplan haben wir daf\u00fcr einen gemeinsamen strategischen Rahmen geschaffen. Wir investieren konsequent in eine moderne Wasserinfrastruktur, verbessern unsere Datengrundlagen, st\u00e4rken die Wasserresilienz und f\u00f6rdern einen sorgsamen Umgang mit Wasser. So schaffen wir die Voraussetzungen daf\u00fcr, dass sich die Menschen in \u00d6sterreich auch k\u00fcnftig auf sauberes Trinkwasser verlassen k\u00f6nnen.&#8220;<\/p>\n<p>Seit 2023 wurden vom BMLUK mehr als 7.000 Projekte der Siedlungswasserwirtschaft unterst\u00fctzt, darunter \u00fcber 3.000 Projekte zur Trinkwasserversorgung. Insgesamt wurden rund 1,5 Milliarden Euro in die Trinkwasserversorgung investiert, davon 233 Mio. Euro durch das BMLUK. Damit konnten unter anderem mehr als 1.500 Kilometer Wasserleitungen neu errichtet, \u00fcber 1.400 Kilometer saniert sowie rund 370 Brunnen und Quellen und mehr als 94.000 Kubikmeter Speichervolumen geschaffen werden. <\/p>\n<p>Einigkeit bestand auch dar\u00fcber, dass die Herausforderungen regional unterschiedlich sind und deshalb regionale L\u00f6sungen sowie eine enge Zusammenarbeit aller Beteiligten erfordern. <\/p>\n<p>Tirols LHStv Josef Geisler dankt Bundesminister Norbert Totschnig f\u00fcr die Initiativen zur langfristigen Sicherung der Trinkwasserversorgung: \u201eWasser ist unsere wichtigste Lebensgrundlage und wir tun gut daran, gemeinsam Vorsorge zu treffen. Tirol profitiert von seinen nat\u00fcrlichen Voraussetzungen, der alpinen Topographie und den ausreichenden Jahresniederschl\u00e4gen. 90 Prozent unseres Trinkwassers kommen aus Quellen. Aber auch wir m\u00fcssen uns zukunfts- und klimafit aufstellen. Deshalb haben wir spezifisch f\u00fcr Tirol ein Trinkwasservorsorgekonzept erarbeitet. Dieses zeigt die Handlungsfelder klar auf: Fortsetzung der gemeinde\u00fcbergreifenden Zusammenarbeit f\u00fcr eine krisensicheren Trinkwasserversorgung auch bei Engp\u00e4ssen und Bedarfsspitzen, konsequenter Schutz und Sicherung der Wasserressourcen, bewusster und sparsamer Umgang mit Wasser sowie laufende Optimierung wasserwirtschaftlicher Datengrundlagen.\u201c <\/p>\n<p>Landesrat Maximilian Aigner: \u201eTrinkwasserversorgung ist Daseinsvorsorge und eine Gemeinschaftsaufgabe. Salzburg ist mit seinen 649 eigenst\u00e4ndigen Wasserversorgern stark und regional gut aufgestellt. Damit das auch in Zeiten von Trockenheit und Klimawandel so bleibt, setzen wir auf Vorsorge, Bewusstseinsbildung und verl\u00e4ssliche Daten. Moderne Prognoseinstrumente wie das Trockenheitstool und die regelm\u00e4\u00dfigen Langzeitprognosen helfen unseren Wasserversorgern, Entwicklungen fr\u00fchzeitig zu erkennen und rechtzeitig zu handeln. Zugleich ist klar: Der sorgsame Umgang mit unserem Lebenselixier Wasser beginnt bereits bei den Kleinsten \u2013 etwa mit der Aktion TrinkWasser!Schule. Damit schaffen wir schon fr\u00fch Bewusstsein daf\u00fcr, welchen Wert sauberes Trinkwasser hat und warum jeder Einzelne einen Beitrag zum verantwortungsvollen Umgang mit Wasser leisten kann. Denn Wasser zu sch\u00fctzen hei\u00dft, Verantwortung f\u00fcr die kommenden Generationen zu \u00fcbernehmen.\u201c<\/p>\n<p>Trinkwassersicherungsplan wird konsequent weiterentwickelt<br \/>Derzeit liegen rund 90 Prozent der Messstellen auf niedrigem bis sehr niedrigem Niveau. Gleichzeitig erschweren hohe Temperaturen und eine steigende Verdunstung die nachhaltige Erholung der Grundwasserk\u00f6rper.<\/p>\n<p>Auch wenn \u00d6sterreich weiterhin \u00fcber eine sichere Trinkwasserversorgung verf\u00fcgt, zeigt die aktuelle Situation, wie wichtig Vorsorge und eine enge Zusammenarbeit sind. Der Trinkwassersicherungsplan, den das BMLUK 2023 gemeinsam mit den Bundesl\u00e4ndern erarbeitet hat, bildet daf\u00fcr die strategische Grundlage.<\/p>\n<p>Beim heutigen Trinkwassergipfel wurde Bilanz \u00fcber die bisher umgesetzten Ma\u00dfnahmen gezogen und vereinbart, den Plan auf Basis neuer wissenschaftlicher Erkenntnisse und praktischer Erfahrungen konsequent weiterzuentwickeln. Schwerpunkte bleiben der Ausbau der Datengrundlagen, Investitionen in eine klimaresiliente Trinkwasserinfrastruktur, Forschung und Innovation, Bewusstseinsbildung sowie die laufende Evaluierung der Ma\u00dfnahmen.<\/p>\n<p>Bundesl\u00e4nder berichten \u00fcber aktuelle Entwicklungen<br \/>Im Rahmen des Trinkwassergipfels pr\u00e4sentierten Tirols Landeshauptmann-Stellvertreter Josef Geisler und Salzburgs Landesrat Maximilian Aigner aktuelle Ma\u00dfnahmen ihrer Bundesl\u00e4nder zur Anpassung an die Folgen des Klimawandels. <br \/>Tirol stellte sein neues Trinkwasservorsorgekonzept vor, dass den langfristigen Schutz der Wasserressourcen und die Sicherung der Trinkwasserversorgung bis 2050 in den Mittelpunkt stellt. Salzburg berichtete \u00fcber den Ausbau des D\u00fcrre- und Grundwassermonitorings sowie \u00fcber neue Prognoseinstrumente und Kommunikationsma\u00dfnahmen, die eine fr\u00fchzeitige Einsch\u00e4tzung regionaler Entwicklungen erm\u00f6glichen.<br \/>Erg\u00e4nzt wurden die L\u00e4nderberichte durch Praxisbeispiele von Johann Wiedner, Obmann des Steirischen Wasserversorgungsverbandes, Raimund Paschinger, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer der EVN Wasser, sowie B\u00fcrgermeister Werner Haberl aus der steirischen Gemeinde Gaishorn am See. Sie berichteten \u00fcber ihre Erfahrungen mit der anhaltenden Trockenheit, regionale Herausforderungen und konkrete Ma\u00dfnahmen zur langfristigen Sicherung der Trinkwasserversorgung.<\/p>\n<p>\u00d6sterreich setzt auf Vorsorge und Investitionen<br \/>Um die Trinkwasserversorgung langfristig abzusichern, setzt das BMLUK gemeinsam mit den Bundesl\u00e4ndern auf ein umfassendes Ma\u00dfnahmenpaket.<br \/>Eine wichtige wissenschaftliche Grundlage daf\u00fcr liefert die laufende Studie \u201eWasser im Klimawandel&#8220;, die die Auswirkungen des Klimawandels auf den \u00f6sterreichischen Wasserhaushalt untersucht. Die Erkenntnisse flie\u00dfen in den Trinkwassersicherungsplan, den Nationalen Gew\u00e4sserbewirtschaftungsplan und die Nationale Wasserstrategie ein.<br \/>Mit dem \u00f6sterreichweiten Wasserentnahmeregister werden k\u00fcnftig wasserwirtschaftlich relevante Wasserentnahmen digital erfasst. Dadurch k\u00f6nnen regionale Entwicklungen fr\u00fchzeitig erkannt und Wasserressourcen noch gezielter bewirtschaftet werden. Der Entwurf f\u00fcr die entsprechende Verordnung wurde heute an die Koalitionspartner \u00fcbermittelt.<\/p>\n<p>Gleichzeitig investiert das BMLUK in die St\u00e4rkung der Wasserresilienz. Dazu geh\u00f6rt die Modernisierung der Trinkwasserinfrastruktur sowie die Revitalisierung von Fl\u00fcssen und Auen. Diese Ma\u00dfnahmen f\u00f6rdern die Grundwasserneubildung, st\u00e4rken nat\u00fcrliche Wasserspeicher und leisten gleichzeitig einen wichtigen Beitrag zur Umsetzung der EU-Wiederherstellungsverordnung.<\/p>\n<p>Erg\u00e4nzend setzt das BMLUK auf Bewusstseinsbildung. \u00dcber die Plattformen gen blue, Wasseraktiv und die aktuelle Wassersparkampagne wird zu einem verantwortungsvollen Umgang mit Trinkwasser aufgerufen. Bereits einfache Ma\u00dfnahmen, wie z.B. Regenwasser f\u00fcr die Gartenbew\u00e4sserung zu nutzen, kurz zu duschen oder den Wasserhahn beim Z\u00e4hneputzen abzudrehen, helfen insbesondere w\u00e4hrend Hitzeperioden, Spitzenverbr\u00e4uche zu reduzieren und die Versorgung langfristig abzusichern.<\/p>\n<p>Mit 250 Mio. Euro bis 2028 setzt das BMLUK einen klaren Schwerpunkt auf die Siedlungswasserwirtschaft und Investitionen in eine klimafitte Trinkwasserinfrastruktur. Laut Regierungsprogramm soll diese Finanzierung auch im Rahmen der n\u00e4chsten Finanzausgleichsverhandlungen \u00fcber 2028 hinaus abgesichert werden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Die anhaltende Trockenheit, regional niedrige Grundwasserst\u00e4nde und l\u00e4ngere Hitzeperioden stellen die Wasserwirtschaft vor gro\u00dfe Herausforderungen. 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