{"id":301060,"date":"2026-07-29T05:06:11","date_gmt":"2026-07-29T05:06:11","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/301060\/"},"modified":"2026-07-29T05:06:11","modified_gmt":"2026-07-29T05:06:11","slug":"masih-alinejad-ueber-islamisten-europa-ist-zum-jagdgebiet-fuer-terroristen-geworden","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/301060\/","title":{"rendered":"Masih Alinejad \u00fcber Islamisten: &#8222;Europa ist zum Jagdgebiet f\u00fcr Terroristen geworden&#8220;"},"content":{"rendered":"<p>Euronews: Dieses Wochenende ist ein Islamist mit einem Fahrzeug in eine Menschengruppe gefahren. Eine Person wurde get\u00f6tet, 31 weitere teils lebensgef\u00e4hrlich verletzt. Was denken Sie \u00fcber den Anschlag?<\/p>\n<p>          <img decoding=\"async\" class=\"c-ad__placeholder__logo\" src=\"https:\/\/static.euronews.com\/website\/images\/logos\/logo-euronews-stacked-outlined-72x72-grey-9.svg\" width=\"72\" height=\"72\" alt=\"\" loading=\"lazy\"\/><br \/>\n          WERBUNG<\/p>\n<p>          <img decoding=\"async\" class=\"c-ad__placeholder__logo\" src=\"https:\/\/static.euronews.com\/website\/images\/logos\/logo-euronews-stacked-outlined-72x72-grey-9.svg\" width=\"72\" height=\"72\" alt=\"\" loading=\"lazy\"\/><br \/>\n          WERBUNG<\/p>\n<p>Alinejad: Es ist f\u00fcr mich als \u00dcberlebende eines islamistischen Terroranschlags zutiefst ersch\u00fctternd. Zu sehen, dass Islamisten inzwischen auch hier im Herzen Europas, in Berlin, so leicht die Freiheit angreifen k\u00f6nnen. Denn das ist die Realit\u00e4t, der wir uns stellen m\u00fcssen, wenn wir den Islamismus nicht bek\u00e4mpfen. Wenn wir ihn gew\u00e4hren lassen, kann sich dieser Krebs ausbreiten und letztlich Freiheit und Demokratie \u00fcberall zerst\u00f6ren.<\/p>\n<p>F\u00fcr mich ist es kaum zu ertragen, dass einige westliche Politiker noch immer z\u00f6gern, das Problem beim Namen zu nennen. Zun\u00e4chst einmal sollten sie klar von islamistischem Terrorismus sprechen. [&#8230;] Die Frau, die hier im Herzen Europas get\u00f6tet wurde, starb, weil sie Freiheit feierte. Das sollte f\u00fcr Europa ein Alarmzeichen und ein Weckruf sein, seine Schw\u00e4che im Umgang mit islamistischem Terrorismus zu \u00fcberwinden.<\/p>\n<p>Euronews: Der mutma\u00dfliche islamistische Terrorist Abdul B. ist in Deutschland aufgewachsen und hat sich in den vergangenen Jahren radikalisiert. Was glauben Sie, bringt Menschen dazu, sich zu radikalisieren?<\/p>\n<p>Alinejad: Politische Korrektheit. Ich selbst habe drei Attentatsversuche \u00fcberlebt. Die Attent\u00e4ter wurden von der Islamischen Republik beauftragt, mich vor meinem Haus in Brooklyn zu ermorden. Sie sollten mich auch an der Fairfield University t\u00f6ten, wo ich einen Vortrag halten wollte. Und hier in Berlin stehe ich rund um die Uhr unter Polizeischutz. Warum?<\/p>\n<p>Weil Islamisten nicht ausgegrenzt werden \u2013 stattdessen werden oft wir zum Schweigen gebracht, von manchen Organisationen und Politikern. Warum? Weil sie glauben, dass wir Islamfeindlichkeit f\u00f6rdern w\u00fcrden, wenn wir \u00fcber die systematische Gewalt des Islamismus sprechen. [&#8230;] Wenn Sie diejenigen zum Schweigen bringen, die davor warnen, dann schaffen Sie ein Vakuum. Islamisten nutzen die Zeit, um junge Menschen zu beeinflussen, sie zu indoktrinieren und zu radikalisieren.<\/p>\n<p>Nicht jeder Krieg wird mit Waffen, Gewehren oder Atomwaffen gef\u00fchrt. Es gibt auch einen Krieg der Narrative. Die Islamische Republik und andere islamistische Kr\u00e4fte versuchen, junge Menschen in westlichen L\u00e4ndern zu radikalisieren und zu ihren K\u00e4mpfern zu machen \u2013 oft sogar Minderj\u00e4hrige. Warum? Weil sie wissen, dass sie die Freiheiten westlicher Demokratien, ihre Gesetze, ihre Kultur und ihre Toleranz nutzen k\u00f6nnen, um ihre Ideologie und ihren Terror zu verbreiten. [&#8230;] Man kann nicht einfach \u201eFree Palestine\u201c sagen, ohne Pal\u00e4stina auch vom Islamismus befreien zu wollen.<\/p>\n<p>Euronews: Wie schaffen es Aktivisten wie Sie, trotz Bedrohungen weiterhin so laut und sichtbar zu bleiben?<\/p>\n<p>Alinejad: Diktatoren verfolgen mich auf amerikanischem Boden \u2013 nicht nur, weil sie mich zum Schweigen bringen wollen. Sie greifen damit auch die nationale Sicherheit der Vereinigten Staaten und die Meinungsfreiheit an.<\/p>\n<p>Wenn ich mich einsch\u00fcchtern lie\u00dfe, w\u00fcrde ich ihnen das Signal senden, dass ihre Einsch\u00fcchterung funktioniert \u2013 und dass sie auch andere Dissidenten bedrohen oder t\u00f6ten k\u00f6nnen. Deshalb ist meine Strategie, stark zu bleiben. Denn Freiheit kann nicht von allein bestehen. Freiheit braucht Menschen, die f\u00fcr sie k\u00e4mpfen und sie sch\u00fctzen.<\/p>\n<p>Nat\u00fcrlich habe ich Angst. Ich muss \u00fcberall st\u00e4ndig \u00fcber meine Schulter schauen. Ich f\u00fchre kein normales Leben, weil Terroristen Menschen wie mich ins Visier nehmen. Aber ich habe keine Angst davor, get\u00f6tet zu werden. Meine eigentliche Sorge ist, dass sie unsere Meinungsfreiheit angreifen. [&#8230;] Mein Ziel ist es, junge Menschen und Politiker zu mobilisieren, um Terrorismus zu beenden. Und ich glaube, dass wir eines Tages Erfolg haben werden. Denn inzwischen sieht jeder: Auch Europa ist nicht mehr sicher. Europa ist zu einem Jagdgebiet f\u00fcr Terroristen geworden \u2013 f\u00fcr islamistische Terroristen. Wir m\u00fcssen gemeinsam handeln, um das zu beenden.<\/p>\n<p>Andernfalls werden auch Frauen hier ihre Freiheit verlieren, sich frei zu bewegen, weil Extremisten ihre eigene Kultur und ihre Form der Barbarei auch Ihnen aufzwingen wollen.<\/p>\n<p>Menschen wie ich k\u00e4mpfen deshalb nicht nur f\u00fcr den Iran oder f\u00fcr Frieden und Sicherheit im Nahen Osten. Wir sch\u00fctzen auch die nationale Sicherheit westlicher Demokratien und verteidigen die Demokratie gegen einen der gr\u00f6\u00dften Gefahren, den Islamismus.<\/p>\n<p>Euronews: Was w\u00fcrden Sie Terroristen sagen, die Anschl\u00e4ge wie den auf den CSD ver\u00fcben?<\/p>\n<p>Alinejad: Ich habe Terroristen nichts zu sagen. Sie m\u00fcssen zur Verantwortung gezogen werden. Sie geh\u00f6ren vor Gericht.<\/p>\n<p>So wie die Vereinigten Staaten Agenten der Islamischen Republik, die beauftragt worden waren, mich zu ermorden, \u00f6ffentlich vor Gericht gestellt haben. Ich habe damals nicht mit den Attent\u00e4tern gesprochen. Ich habe der Islamischen Republik gesagt: Eure Zeit ist vorbei.<\/p>\n<p>Wir brauchen eine klare Strategie, um terroristische Organisationen zu bek\u00e4mpfen und sie auch als solche einzustufen. Terroristen verstehen meine Worte nicht. Ihre Sprache ist die Ermordung unschuldiger Menschen. [&#8230;] Deshalb richte ich meine Botschaft nicht an Terroristen, sondern an die Staats- und Regierungschefs der freien Welt.<\/p>\n<p>Deshalb reise ich um die Welt. Ich trage das Schicksal verletzter Frauen mit mir. Ich trage die Geschichten der M\u00fctter und V\u00e4ter, deren Angeh\u00f6rige heute Morgen in meinem Land hingerichtet wurden.<\/p>\n<p>Ich konnte vergangene Nacht nicht schlafen. Ich war im Gedanken bei den Menschen in meinem Land. Ich hoffte, dass sich vielleicht noch das Leben unschuldiger Demonstranten retten lie\u00dfe. Doch sie wurden heute Morgen hingerichtet \u2013 unmittelbar nach dem Gebetsruf &#8222;Allahu Akbar&#8220;.<\/p>\n<p>Derselbe Ruf wird heute von Terroristen missbraucht \u2013 in der New Yorker U-Bahn ebenso wie hier in Berlin \u2013, um unschuldige Menschen zu t\u00f6ten. [&#8230;] Es macht mich traurig, wenn ich sehe, wie westliche Aktivisten auf die Stra\u00dfe gehen und die Hamas oder die Islamische Republik unterst\u00fctzen. Wo sind sie, wenn in meinem Land Massenhinrichtungen stattfinden?<\/p>\n<p>Euronews: Wie steht es derzeit um queere Menschen im Iran?<\/p>\n<p>Alinejad: Die LGBTQ-Community im Iran kann kein normales Leben f\u00fchren. Sie wird nicht nur vom Regime verfolgt und hingerichtet. Das Regime radikalisiert auch Teile der Gesellschaft und indoktriniert Menschen, sodass selbst Familienangeh\u00f6rige im Namen sogenannter Ehrenmorde gegen queere Menschen vorgehen.<\/p>\n<p>Ich bef\u00fcrchte, dass sich diese Ideologie auch in Europa ausbreitet. Wenn ich mit Menschen aus der LGBTQ-Community spreche, bricht es mir das Herz, dass sie im 21. Jahrhundert nicht frei entscheiden k\u00f6nnen, wen sie lieben, wie sie leben oder wie sie feiern m\u00f6chten.<\/p>\n<p>F\u00fcr den blo\u00dfen Wunsch nach einem normalen Leben drohen ihnen Auspeitschungen, Hinrichtungen oder Steinigungen. Manche werden von radikalisierten Mitmenschen get\u00f6tet. Sie m\u00fcssen ihr Leben im Verborgenen f\u00fchren.<\/p>\n<p>Gleichzeitig gibt es viele mutige Menschen, die Widerstand leisten. \u00dcber soziale Medien k\u00e4mpfen sie darum, ihre Identit\u00e4t zur\u00fcckzugewinnen. Wir m\u00fcssen sie sehen, anerkennen und unterst\u00fctzen. Sie verdienen Freiheit, W\u00fcrde und ein normales Leben.<\/p>\n<p>Euronews: Sie sind derzeit in Berlin, um das Europa-B\u00fcro des World Liberty Congress zu er\u00f6ffnen. Worum geht es bei diesem Netzwerk?<\/p>\n<p>Alinejad: Ich bin in Berlin, weil ich gemeinsam mit Garri Kasparow, dem Schachweltmeister und prominenten Kritiker Putins, sowie Leopoldo L\u00f3pez, dem venezolanischen Oppositionsf\u00fchrer, den World Liberty Congress gegr\u00fcndet habe.<\/p>\n<p>Wir er\u00f6ffnen nun offiziell unser B\u00fcro im Herzen Europas \u2013 in Berlin, einer Stadt, die f\u00fcr Freiheit steht. Der World Liberty Congress ist das gr\u00f6\u00dfte Netzwerk von Dissidenten, Demokratiebewegungen und Freiheitsaktivisten aus mehr als 60 autorit\u00e4r regierten Staaten.<\/p>\n<p>Wenn man heute auf die Vereinten Nationen blickt, sieht man leider oft, wie Diktatoren sich gegenseitig unterst\u00fctzen, f\u00fcreinander stimmen und zusammenarbeiten.<\/p>\n<p>Unser Netzwerk versteht sich deshalb als eine Art alternative Generalversammlung derjenigen, die tats\u00e4chlich ihre V\u00f6lker vertreten \u2013 nicht die Diktatoren. [&#8230;]<\/p>\n<p>Au\u00dferdem veranstalten wir den Women&#8217;s Democracy Congress. Das ist besonders wichtig, weil wir eine globale feministische Bewegung aufbauen wollen.<\/p>\n<p>Wenn Frauen in Afrika Vergewaltigung als Kriegswaffe erleben, wenn Frauen in Afghanistan von Schulen und Universit\u00e4ten ausgeschlossen werden oder wenn Frauen im Iran allein deshalb get\u00f6tet werden, weil sie als Frauen ihre Freiheit einfordern, dann erwarten sie Unterst\u00fctzung von der internationalen Frauenbewegung \u2013 erleben aber h\u00e4ufig Schweigen.<\/p>\n<p>Ich glaube deshalb, dass unser B\u00fcro in Berlin dazu beitragen kann, ein B\u00fcndnis zwischen Dissidenten und demokratischen Regierungen aufzubauen, politische Ver\u00e4nderungen anzusto\u00dfen und sich gemeinsam gegen Diktaturen zu stellen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Euronews: Dieses Wochenende ist ein Islamist mit einem Fahrzeug in eine Menschengruppe gefahren. 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