{"id":301380,"date":"2026-07-29T08:42:08","date_gmt":"2026-07-29T08:42:08","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/301380\/"},"modified":"2026-07-29T08:42:08","modified_gmt":"2026-07-29T08:42:08","slug":"erneute-forderung-nach-umbenennung-der-linzer-dinghoferstrasse","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/301380\/","title":{"rendered":"Erneute Forderung nach Umbenennung der Linzer Dinghoferstra\u00dfe"},"content":{"rendered":"<p> LINZ. Ein breit unterst\u00fctzter offener Brief macht eine schon mehrmals debattierte Umbenennung der Dinghoferstra\u00dfe im Linzer Neustadtviertel erneut zum Thema. Der Vorschlag: Sie soll nach Maximilian Aichern, von 1982 bis 2005 Bischof der Di\u00f6zese Linz, benannt werden. Der offene Brief ist an B\u00fcrgermeister Dietmar Prammer gerichtet. Dieser teilt mit, dass der Vorschlag ernst genommen werde.\u00a0 <\/p>\n<p>Der offene Brief wurde vom\u00a0Mauthausen Komitee \u00d6sterreich, der\u00a0Katholischen Aktion Ober\u00f6sterreich\u00a0sowie dem\u00a0O\u00d6. Netzwerk gegen Rassismus und Rechtsextremismus\u00a0verfasst und wird von zahlreichen Pers\u00f6nlichkeiten unterst\u00fctzt.<\/p>\n<p>Benannt ist die Stra\u00dfe nach dem ehemaligen Linzer B\u00fcrgermeister Franz Dinghofer (1873 \u2013 1956), Dritter Nationalratspr\u00e4sident, Vizekanzler, Justizminister und Pr\u00e4sident des Obersten Gerichtshofs. Er war auch \u201eradikaler Antisemit\u201c \u2013 so seine Selbstbezeichnung. 1940 trat er der NSDAP bei.<\/p>\n<p>Der offene Brief richtet sich an den Linzer B\u00fcrgermeister Dietmar Prammer (SP\u00d6). Er wird darin auch daran erinnert, dass Prammer selbst im November 2025 das \u201eDinghofer-Symposium\u201c der FP\u00d6 kritisiert hatte &#8211; ein ehrendes Andenken Dinghofers widerspreche den demokratischen Werten der Republik, so Prammer damals.<\/p>\n<p>Aichern als neuer Namensgeber vorgeschlagen<\/p>\n<p>Als neuen Namensgeber schlagen die Unterzeichner den heuer verstorbenen Linzer Altbischofs Maximilian Aichern vor. \u201eAls junger Mensch hatte Maximilian Aichern in Wien die Verfolgung der j\u00fcdischen Bev\u00f6lkerung durch die Nationalsozialisten miterlebt. Aus dieser Erfahrung heraus war er ein \u00fcberzeugter Gegner des Faschismus. Engagiert vertrat er die Bischofskonferenz in unserem Kuratorium\u201c, begr\u00fcndet\u00a0Willi Mernyi, Vorsitzender des Mauthausen Komitees \u00d6sterreich.<\/p>\n<p>Gabriele Hofer-Stelzhammer, Pr\u00e4sidentin der Katholischen Aktion Ober\u00f6sterreich; \u201eBischof Maximilian war einer der wichtigsten Wegbereiter der Seligsprechung von Franz J\u00e4gerst\u00e4tter. Und er begegnete allen auf \u00e4u\u00dferst menschliche, zugewandte und liebensw\u00fcrdige Art \u2013 Andersdenkende und Kirchenferne nicht ausgenommen.\u201c<\/p>\n<p>\u201eDer verstorbene Altbischof der Di\u00f6zese Linz hat ein ehrendes Andenken durch eine Stra\u00dfenbenennung zweifellos verdient, der Judenhasser, \u201aArisierer\u2018 und Nationalsozialist Franz Dinghofer hat es nicht\u201c, so auch\u00a0Robert Eiter, Sprecher des O\u00d6. Netzwerks gegen Rassismus und Rechtsextremismus.<\/p>\n<p>Die Forderung: Die Dinghoferstra\u00dfe soll in Zukunft Aichernstra\u00dfe hei\u00dfen.<\/p>\n<p>Zahlreiche bekannte Unterst\u00fctzer<\/p>\n<p>Unterzeichnet wurde der Brief von zahlreichen bekannten Pers\u00f6nlichkeiten. Dazu z\u00e4hlen unter anderem Elfriede Jelinek, Peter Turrini, Michael K\u00f6hlmeier, Josef Hader, Harald Krassnitzer, Erwin Steinhauer, Chris Lohner, Gerhard Haderer, Landestheaterintendant Hermann Schneider sowie mehrere angesehene Historiker und Kirchenvertreter.<\/p>\n<p>Gr\u00fcne und KP\u00d6 daf\u00fcr<\/p>\n<p>Auch die Linzer Gr\u00fcnen und die KP\u00d6 Linz begr\u00fc\u00dfen die Initiative ausdr\u00fccklich. Schon 2019 und erneut im Dezember 2025 gab es gemeinsame Antr\u00e4ge von KP\u00d6 und Gr\u00fcnen im Gemeinderat auf Pr\u00fcfung einer Umbenennung der Dinghoferstra\u00dfe. \u201eEs ist h\u00f6chste Zeit f\u00fcr einen kritischeren Umgang mit Franz Dinghofer. Das macht das breitgetragene B\u00fcndnis mit seinen vielen Unterst\u00fctzern aus den verschiedensten Bereichen der Gesellschaft deutlich\u201c, so der Gr\u00fcne Klubobmann Helge Langer. KP\u00d6-Fraktionsvorsitzende Gerlinde Gr\u00fcnn bezeichnet Aichern als \u201ew\u00fcrdigen Vorschlag\u201c.<\/p>\n<p>Prammer: \u201eVorschlag wird ernst genommen\u201c<\/p>\n<p>B\u00fcrgermeister Prammer meldet sich am Mittwoch auch selbst in einer schriftlichen Mitteilung zu Wort. Der Vorschlag werde ernst genommen.<\/p>\n<p>\u201eIch kann gut nachvollziehen, dass der Name Dinghofer bei vielen Menschen Fragen und Kritik ausl\u00f6st. Historische Belastungen m\u00fcssen klar benannt und d\u00fcrfen nicht relativiert werden. Gleichzeitig braucht es bei Stra\u00dfenbenennungen nachvollziehbare Kriterien und eine fundierte wissenschaftliche Grundlage. Deshalb habe ich das Archiv der Stadt Linz um eine fachliche Einordnung ersucht\u201c, betont Prammer.\u00a0<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"LINZ. 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