{"id":30351,"date":"2026-03-07T05:02:23","date_gmt":"2026-03-07T05:02:23","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/30351\/"},"modified":"2026-03-07T05:02:23","modified_gmt":"2026-03-07T05:02:23","slug":"urzeit-krokodil-bringt-europas-tektonik-durcheinander-85-millionen-jahre-altes-fossil-widerlegt-annahme-einer-landverbindung-zu-gondwana","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/30351\/","title":{"rendered":"Urzeit-Krokodil bringt Europas Tektonik durcheinander &#8211; 85 Millionen Jahre altes Fossil widerlegt Annahme einer Landverbindung zu Gondwana"},"content":{"rendered":"<p>Neue Fossilien von Doratodon<\/p>\n<p>Das Problem jedoch: \u201eDie bisher bekannten \u00dcberreste von Doratodon waren nur sehr bruchst\u00fcckhaft, sie beschr\u00e4nkten sich auf Z\u00e4hne und unvollst\u00e4ndige Kiefer\u201c, erkl\u00e4rt Rabi. Dies erschwerte eine genauere phylogenetische Einordung dieser Art und den Vergleich mit Urzeitkrokodilen aus Gondwana. Doch jetzt haben die Pal\u00e4ontologen bei neuen Ausgrabungen in der ungarischen Fundst\u00e4tte Ihark\u00fat weitere \u00dcberreste von Doratodon entdeckt.<\/p>\n<p>\u201eWir fanden einen Oberkiefer mit den charakteristischen Z\u00e4hnen und stellten fest, dass dieser und der zuvor entdeckte Teilsch\u00e4del perfekt ineinanderpassten\u201c, berichtet Koautor Attila \u0150si von der E\u00f6tv\u00f6s-Lor\u00e1nd-Universit\u00e4t. \u201eEs war klar, dass er zum gleichen Individuum geh\u00f6rt haben musste.\u201c Damit konnten die Pal\u00e4ontologen Anatomie und entscheidende Merkmale dieses urzeitlichen Landkrokodils erstmals genauer analysieren und rekonstruieren.<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.scinexx.de\/wp-content\/uploads\/d\/o\/doratodon3g.jpg\" data-lightbox=\"https:\/\/www.scinexx.de\/wp-content\/uploads\/d\/o\/doratodon3g.jpg\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><a href=\"https:\/\/www.scinexx.de\/wp-content\/uploads\/d\/o\/doratodon3g.jpg\" data-lightbox=\"https:\/\/www.scinexx.de\/wp-content\/uploads\/d\/o\/doratodon3g.jpg\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-312861\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/doratodon3g-271x300.jpg\" alt=\"Krokodil-STammbaum\" width=\"300\" height=\"332\"  \/><\/a>Die stammesgeschichtliche Einordnung platziert Doratodon nicht bei den Krokodilen aus Gondwana (orange). Stattdessen geh\u00f6rte er zu den auf Laurasia vorkommenden Gruppen. \u00a9 Szegsz\u00e1rdi et al.,\/ Scientific Reports, <a href=\"http:\/\/creativecommons.org\/licenses\/by\/4.0\" target=\"_blank\" rel=\"noopener nofollow\">CC-by 4.0<\/a>\n<\/p>\n<p>Konvergente Entwicklung statt Verwandtschaft<\/p>\n<p>Demnach war Doratodon carcharidens mit rund 1,50 Meter K\u00f6rperl\u00e4nge nicht sonderlich gro\u00df, aber durchaus angsteinfl\u00f6\u00dfend. Denn es besa\u00df einen dinosaurierartigen Kopf mit zahnbewehrtem Maul und bewegte sich dank langer Beine relativ schnell. \u201eAuf den ersten Blick schienen die neuen Funde die gro\u00dfe \u00c4hnlichkeit von Doratodon mit einigen ausgestorbenen Krokodilarten aus Afrika und S\u00fcdamerika zu best\u00e4tigen\u201c, berichtet Rabi.\n<\/p>\n<p>Doch genauere Analysen der anatomischen Details ergaben \u00dcberraschendes: Trotz der oberfl\u00e4chlichen \u00c4hnlichkeiten mit Urzeit-Krokodilen aus Gondwana war Doratodon nicht mit diesen verwandt. \u201eDiese Art geh\u00f6rt vielmehr zu einer Gruppe von Krokodilen aus Nordamerika und Asien\u201c, berichtet Szegsz\u00e1rdi. Die gro\u00dfe \u00c4hnlichkeit zu den S\u00fcdkrokodilen beruht demnach nicht auf Verwandtschaft, sondern auf einer Konvergenz: Die Reptilien haben ihre fast identischen Merkmale unabh\u00e4ngig voneinander entwickelt \u2013 wahrscheinlich durch \u00e4hnliche \u00f6kologische Umst\u00e4nde.\n<\/p>\n<p>\u201eKronzeuge\u201c f\u00fcr Eugondwana ist keiner mehr<\/p>\n<p>Das bedeutet aber auch: Der bisherige \u201eKronzeuge\u201c f\u00fcr eine kreidezeitliche Landbr\u00fccke zwischen Afrika und Europa f\u00e4llt nun weg. Denn Doratodon und seine unmittelbaren Vorfahren kamen den neuen Erkenntnisse zufolge nicht aus Gondwana, sondern aus Laurasia. Sie entwickelten sich demnach vor Ort und waren keine Einwanderer vom S\u00fcdkontinent, wie die Pal\u00e4ontologen erkl\u00e4ren.<\/p>\n<p>Damit st\u00fctzt der neue Fossilfund das tektonische Szenario einer fr\u00fchen Trennung von Europa und Gondwana: \u201eDoratodon hat sozusagen die pr\u00e4historische Karte Europas neu gezeichnet\u201c, sagt Rabi. \u201eWir gehen nun davon aus, dass sich Europa und andere Teile Laurasias bereits im Jura vor rund 180 Millionen Jahren von Gondwana trennten. Das stimmt auch besser mit geologischen Modellen \u00fcberein.\u201c\n<\/p>\n<p>Auch andere Fossilien falsch interpretiert?<\/p>\n<p>Nach Ansicht der Pal\u00e4ontologen k\u00f6nnten auch einige andere Fossilien falsch zugeordnet worden sein, die bisher als Zeugnisse einer Landbr\u00fccke galten. Dazu geh\u00f6ren sowohl einige Fische als auch Landwirbeltiere. \u201eBei der erneuten Untersuchung anderer europ\u00e4ischer Arten, darunter Dinosauriern aus dieser Zeit, stellten wir fest, dass auch ihre Abstammung neu betrachtet werden muss\u201c, berichtet Rabi.\n<\/p>\n<p>Demnach gehen diese Arten wahrscheinlich ebenfalls nicht auf Einwanderer aus Afrika zur\u00fcck, sondern entwickelten sich vor Ort aus Urahnen vom Superkontinent Pang\u00e4a. \u201eDas ist wahrscheinlicher, als dass sie als Neuank\u00f6mmlinge die Landmassen vom S\u00fcden aus in Richtung Europa \u00fcberquerten\u201c, sagt Rabi. (Scientific Reports, 2026; <a href=\"https:\/\/www.nature.com\/articles\/s41598-025-28504-6\" target=\"_blank\" rel=\"noopener nofollow\">doi: 10.1038\/s41598-025-28504-6<\/a>)\n<\/p>\n<p>Quelle: Eberhard Karls Universit\u00e4t T\u00fcbingen<br \/>\n&#13;<br \/>\n\t&#13;<br \/>\n\t&#13;<br \/>\n\t&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\n\t&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\n&#13;\n\t<\/p>\n<p>6. M\u00e4rz 2026\t&#13;<br \/>\n\t&#13;<br \/>\n\t &#8211; Nadja Podbregar<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Neue Fossilien von Doratodon Das Problem jedoch: \u201eDie bisher bekannten \u00dcberreste von Doratodon waren nur sehr bruchst\u00fcckhaft, sie&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":30352,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[3],"tags":[14226,76,75,74,14067,14227,14228,14229,14230,14231],"class_list":{"0":"post-30351","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-europa","8":"tag-doratodon","9":"tag-eu","10":"tag-europa","11":"tag-europe","12":"tag-gondwana","13":"tag-kreidezeit","14":"tag-krokodil","15":"tag-landbruecke","16":"tag-laurasia","17":"tag-tektonik"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@at\/116186142676063672","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/30351","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=30351"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/30351\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/media\/30352"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=30351"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=30351"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=30351"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}