{"id":303682,"date":"2026-07-30T10:36:07","date_gmt":"2026-07-30T10:36:07","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/303682\/"},"modified":"2026-07-30T10:36:07","modified_gmt":"2026-07-30T10:36:07","slug":"jku-forschungsteam-arbeitet-an-sicherer-kommunikation-der-zukunft","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/303682\/","title":{"rendered":"JKU-Forschungsteam arbeitet an sicherer Kommunikation der Zukunft"},"content":{"rendered":"<p> LINZ. Quantenforschung in die Praxis: Ein Forschungsteam der JKU Linz will eine neue Technologie f\u00fcr sichere digitale Kommunikation aus dem Labor in die Praxis bringen. Daf\u00fcr erh\u00e4lt das Team ein Spin-off Fellowship der \u00d6sterreichischen Forschungsf\u00f6rderungsgesellschaft. Die projektgebundene F\u00f6rderung betr\u00e4gt rund eine halbe Million Euro. <\/p>\n<p>Tobias Maria Krieger und Maximilian Aigner von der Abteilung Halbleiterphysik entwickeln gemeinsam mit Univ.-Prof. Armando Rastelli eine Technologie f\u00fcr besonders sichere Daten\u00fcbertragung. Sie soll kritische Infrastruktur und digitale Kommunikation auch in Zukunft sch\u00fctzen. Das Projekt startet im August und l\u00e4uft 1,5 Jahre.<\/p>\n<p>Zum Hintergrund<\/p>\n<p>Hintergrund sind die Fortschritte bei Quantencomputern. Sie k\u00f6nnten k\u00fcnftig die Entwicklung neuer Medikamente beschleunigen, leistungsf\u00e4higere Materialien erm\u00f6glichen oder Verkehrsabl\u00e4ufe optimieren. Gleichzeitig stellen sie eine Bedrohung f\u00fcr die IT-Sicherheit dar. Verschl\u00fcsselte Daten, die heute als sicher gelten, k\u00f6nnen bereits jetzt abgefangen und k\u00fcnftig von Quantencomputern entschl\u00fcsselt werden.<\/p>\n<p>\u201eMan kann sich das wie eine Nachricht in einem Tresor vorstellen. Um ihn zu knacken, m\u00fcsste man alle m\u00f6glichen Zahlenkombinationen ausprobieren. Das w\u00fcrde selbst mit heutigen Computern Jahrtausende dauern. Ein Quantencomputer geht diese Aufgabe grundlegend anders an und kann die passende Kombination in deutlich k\u00fcrzerer Zeit finden. Unsere Technologie setzt deshalb nicht auf einen besseren Tresor, sondern nutzt die Gesetze der Quantenphysik\u201c, erkl\u00e4rt Krieger.<\/p>\n<p>Ein kleiner Chip als Quantenlichtquelle<\/p>\n<p>Die Forschenden entwickeln eine Quantenlichtquelle \u2013 einen kleinen Chip, der Paare verschr\u00e4nkter Lichtteilchen erzeugt. Diese sind durch die Gesetze der Quantenphysik miteinander verbunden. Anschlie\u00dfend werden sie aufgeteilt und \u00fcber Glasfaser oder Satellit an zwei Kommunikationspartner geschickt. Aus den gemessenen Lichtteilchen kann dann ein gemeinsamer Schl\u00fcsselcode erzeugt werden. Diesen kann auch kein Quantencomputer berechnen, da ihm kein mathematisches Problem zugrunde liegt.\u00a0<\/p>\n<p>Ein weiterer Vorteil ist, dass ein Abh\u00f6rversuch auffallen w\u00fcrde. Durch die Messung eines Lichtteilchens ver\u00e4ndern sich auch die Eigenschaften des damit verbundenen Teilchens. <\/p>\n<p>\u201eDas funktioniert wie ein Alarm. Sobald jemand versucht, Informationen \u00fcber den Schl\u00fcssel abzufangen, wird das sichtbar\u201c, sagt Aigner. Die \u00dcbertragung k\u00f6nne dann abgebrochen oder auf einen sicheren Kanal gewechselt werden.<\/p>\n<p>Vergleichbare Systeme ben\u00f6tigen bisher oft gro\u00dfe Laboraufbauten. Das JKU-Team m\u00f6chte seine Technik so weit verkleinern, dass sie in herk\u00f6mmliche Serverschr\u00e4nke eingebaut werden kann.<\/p>\n<p>Unterst\u00fctzt wurde es unter anderem vom JKU House of Research and Innovation, das bei der Antragstellung beriet und Workshops anbot. Auch das Quantum Innovation Lab, ein Start-up-Bootcamp der Universit\u00e4t Wien, half dabei, das wissenschaftliche Konzept auf den Markteintritt vorzubereiten.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"LINZ. 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