{"id":304142,"date":"2026-07-30T15:00:28","date_gmt":"2026-07-30T15:00:28","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/304142\/"},"modified":"2026-07-30T15:00:28","modified_gmt":"2026-07-30T15:00:28","slug":"us-verbot-fuer-roboter-warum-neben-china-auch-europa-betroffen-ist","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/304142\/","title":{"rendered":"US-Verbot f\u00fcr Roboter: Warum neben China auch Europa betroffen ist"},"content":{"rendered":"<p>Das US-Marktverbot f\u00fcr neue humanoide Roboter und Wechselrichter aus dem Ausland zielt vor allem auf China. Doch weil die Lieferketten global verwoben sind, k\u00f6nnte es auch Hersteller und Zulieferer in Europa treffen.<\/p>\n<p>        <img width=\"1200\" height=\"620\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/602397227-scaled-e1785402538950-1200x620.jpg\" class=\"single__post-image wp-post-image\" alt=\"Roboter auf einem Nvidia-Messestand in China\" decoding=\"async\" fetchpriority=\"high\"  \/><\/p>\n<p>Das US-Einfohrverbot f\u00fcr humanoide Roboter ist auch ein Risiko. Globale Lieferketten sind satrk vernetzt, wie der Auftritt von US-Chiphersteller Nvidia auf eine Zulieferer-Messe in China zeigt. Gleichzeitig sind die USA auf Komponenten aus China aangewiesen. <\/p>\n<p class=\"wp-caption-source\">Foto: picture alliance\/dpa | Johannes Neudecker<\/p>\n<p>Zwei L\u00e4nder geben aktuell in der humanoiden Robotik den Takt an: China und die USA. Aus Gr\u00fcnden der nationalen Sicherheit haben die USA jetzt ein Verbot f\u00fcr Modelle aus dem Ausland beschlossen. Das d\u00fcrfte vor allem der starken Konkurrenz aus China gelten.<\/p>\n<p>Doch die von der US-Telekommunikationsaufsicht FCC diese Woche ver\u00f6ffentlichte \u201eCovered List\u201c macht keine l\u00e4nderspezifischen Unterschiede! Neben \u201eadvanced robotic devices\u201c die u.a. humanoide Roboter umfasst und ausl\u00e4ndische vernetzte \u201epower inverters\u201c (Umrichter f\u00fcr die Stromversorgung). Das kann Einfluss auf die globalen Lieferketten haben.<\/p>\n<p>KI-gest\u00fctzte humanoide Roboter und vernetzte Umrichter als Sicherheitsrisiko gewertet<\/p>\n<p>Hintergrund ist, dass mobile Roboter immer \u00f6fter KI-unterst\u00fctzt arbeiten und Umrichter vernetzt arbeiten. Mobile Roboter wie Humanoide und Vierbeiner f\u00fchrten nach Auffassung der FCC zu Schwachstellen in der Lieferkette und bedeuteten ein Cybersicherheitsrisiko f\u00fcr die kritische Infrastruktur in den USA. Bei genauem Hinsehen sind aber Ausnahmegenehmigungen vorgesehen, sofern es eine bedingte Genehmigung durch das US-Kriegsministerium oder das Ministerium f\u00fcr Innere Sicherheit gibt. Bereits erworbene Modelle sowie der Verkauf bereits zugelassener Ger\u00e4te und klassischer Industrieroboter sind ebenfalls nicht von dem Verbot betroffen.<\/p>\n<p>\u201eMir wurde klar, dass Cybersicherheit zu einem gro\u00dfen Thema geworden war, als Forscher eine Hintert\u00fcr in Unitree-Robotern fanden und sp\u00e4ter entdeckten, dass einige Modelle ohne Wissen des Besitzers Daten an Server in China \u00fcbertrugen\u201c, zitiert<a href=\"https:\/\/www.therobotreport.com\/industry-reacts-fcc-ban-u-s-imports-new-humanoid-quadruped-robots\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener nofollow\"> \u201eThe Robot Report\u201c<\/a> Robert Little, Berater f\u00fcr Gesch\u00e4ftsentwicklung, und Preistr\u00e4ger des Joseph F. Engelberger Robotics Awards 2026.<\/p>\n<p>China dominiert den Markt f\u00fcr Humanoide \u2012 US-Hersteller haben deutlichen R\u00fcckstand<\/p>\n<p>Eine vom dem US-Medium im Zusammenhang mit dem FCC-Verbot ver\u00f6ffentlichte Grafik legt nahe, dass neben der Sicherheit auch der Schutz der eigenen Roboterindustrie eine Rolle gespielt haben k\u00f6nnte. Danach haben die chinesischen Hersteller von Humanoiden 2025 weltweit deutlich mehr Roboter verkauft als die US- Unternehmen. Zum Vergleich: Agibot und Unitree kommen auf jeweils \u00fcber 5000 St\u00fcck. Die US-Unternehmen Tesla, Figure AI und Agility auf jeweils gerade einmal 150 St\u00fcck. Das macht die aktuelle Dominanz deutlich.<\/p>\n<p>Ob sich die heimische Branche dadurch tats\u00e4chlich sch\u00fctzen l\u00e4sst, ist allerdings fraglich. Den die Lieferketten f\u00fcr humanoide Roboter sind global eng verwoben. So umwirbt der US-Konzern Nvidia Hersteller in China. Gleichzeitig hat China ein weltweites Monopol auf Magnetwerkstoffe, die in den Elektromotoren zum Einsatz kommen. \u00a0Verschiedene internationale Studien gehen von einem Marktanteil von 90% und mehr aus.<\/p>\n<p>Lieferkette als Risiko: US-Verbot kann eigene Roboterentwicklung verlangsamen<\/p>\n<p>Gegen\u00fcber The Robot Report mahnt deshalb der globale Robotikberater Georg Stieler: \u201eKurzfristig k\u00f6nnte die Ma\u00dfnahme die physische KI-Innovation in den USA verlangsamen, indem sie Start-ups und Forscher von zuk\u00fcnftigen kosteng\u00fcnstigen chinesischen Plattformen abschneidet, bevor vergleichbare westliche Alternativen existieren.\u201c Der STM-Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer f\u00fcr Asien r\u00e4umt gleichzeitig ein: \u201eSie er\u00f6ffnet aber auch Chancen f\u00fcr US-Zulieferer und verb\u00fcndete Hersteller, die in der Lage sind, ihre Produktion in den USA zu lokalisieren oder eine bedingte Genehmigung zu erhalten.\u201c<\/p>\n<p>Das US-Verbot k\u00f6nnte deshalb zu massiven Ver\u00e4nderungen der globalen Lieferketten f\u00fchren. Schon jetzt werben beispielsweise Roboterhersteller mit europ\u00e4ischer Produktion um Anwender, die aus Gr\u00fcnden der technologischen Souver\u00e4nit\u00e4t Alternativen zu chinesischen Produkten suchen. Gerade im Bereich der <a href=\"https:\/\/www.ingenieur.de\/technik\/fachbereiche\/automation\/wenn-humanoide-roboter-fallen-diese-deutsche-antriebsloesung-verhindert-das-schlimmste\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener nofollow\">Servoantriebe, Sicherheitssteuerungen<\/a> und Pr\u00e4zisionsgetriebe, bieten europ\u00e4ische Zulieferer Alternativen zu den Produkten aus Fernost. Auch Automobilzulieferer wie <a href=\"https:\/\/www.ingenieur.de\/technik\/fachbereiche\/automation\/bosch-treibt-technologien-fuer-automatisierung-und-robotik-voran\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener nofollow\">Bosch<\/a> und <a href=\"https:\/\/www.ingenieur.de\/technik\/fachbereiche\/automation\/schaeffler-und-die-humanoiden-was-steckt-hinter-dem-antriebsbaukasten\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener nofollow\">Schaeffler<\/a> positionieren sich hier. \u00a0Die starke Position chinesischer Zulieferer bei Permanentmagneten sieht Stieler andererseits aber auch als \u201epotenziellen Hebel f\u00fcr Gegenma\u00dfnahmen\u201c auf die US-Einfuhrverbote.<\/p>\n<p>Drohnen-Hersteller DJI als mahnendes Beispiel f\u00fcr Einfuhrverbote in der Robotik<\/p>\n<p>Was das bedeuten kann, macht Stieler in einem Linkedin Post deutlich. Darin verweist er auf Amerikas Erfahrung mit dem Drohnenhersteller DJI. Trotz jahrelanger Beschr\u00e4nkungen f\u00fcr chinesische Drohnen fgebe es in den USA immer noch keinen wettbewerbsf\u00e4higen Massenmarkt -Drohnenhersteller. Skydio habe sich 2023 aus dem Verbrauchermarkt zur\u00fcckgezogen. \u00a0Sein Fazit lautet deshalb: \u201eBeschr\u00e4nkungen k\u00f6nnen die Sicherheitsrisiken verringern, schaffen aber allein kein wettbewerbsf\u00e4higes inl\u00e4ndisches \u00d6kosystem.\u201c<\/p>\n<p>Antworten zu h\u00e4ufig gestellten <a href=\"https:\/\/www.fcc.gov\/covered-list-faqs-robots-inverters\" target=\"_blank\" rel=\"noopener nofollow\">Fragen (FAQ) bez\u00fcglich der j\u00fcngsten Covered List <\/a>hat das FCC auf seiner Homepage aufgelistet.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Das US-Marktverbot f\u00fcr neue humanoide Roboter und Wechselrichter aus dem Ausland zielt vor allem auf China. 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