{"id":304982,"date":"2026-07-31T00:28:09","date_gmt":"2026-07-31T00:28:09","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/304982\/"},"modified":"2026-07-31T00:28:09","modified_gmt":"2026-07-31T00:28:09","slug":"vitiligo-neue-erkenntnisse-zur-melanozyten-funktion","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/304982\/","title":{"rendered":"Vitiligo: Neue Erkenntnisse zur Melanozyten-Funktion"},"content":{"rendered":"<p class=\"wp-block-paragraph\">Forschende aus Japan fanden Hinweise, dass Melanozyten bei Vitiligo nicht verschwinden, sondern ihre Funktion vor\u00fcbergehend verlieren. Das er\u00f6ffnet neue therapeutische Perspektiven.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Vitiligo ist eine Autoimmunerkrankung, bei der das k\u00f6rpereigene Immunsystem die Melanozyten angreift. Das g\u00e4ngige Krankheitsmodell der Vitiligo erkl\u00e4rt jedoch einige ihrer ungew\u00f6hnlichen Merkmale nicht. Manche L\u00e4sionen repigmentieren, und Therapien stellen die Pigmentierung mitunter selbst in Arealen wieder her, die keine Melanozyten mehr aufweisen.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ein Team der Osaka Metropolitan University (Japan) unter der Leitung von Prof. Ichiro Katayama und Dr. Lingli Yang fand Hinweise darauf, dass die Melanozyten nicht vollst\u00e4ndig verschwinden. Stattdessen gehen sie in einen dedifferenzierungs\u00e4hnlichen Zustand \u00fcber, in dem die reifen Zellen in eine primitivere Form zur\u00fcckkehren und dabei viele ihrer spezialisierten Funktionen einschlie\u00dflich der Pigmentproduktion verlieren. \u201eDiese Studie deckt einen neuen Mechanismus auf, der der Entstehung der Vitiligo zugrunde liegt, und k\u00f6nnte die Art und Weise ver\u00e4ndern, wie wir die Erkrankung behandeln\u201c, erl\u00e4utert Yang.<\/p>\n<p>Ver\u00e4nderte Bindung an die Basalmembran<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die in <a href=\"https:\/\/doi.org\/10.1038\/s41467-026-72064-w\" target=\"_blank\" rel=\"noopener nofollow\">\u201eNature Communications\u201c<\/a> ver\u00f6ffentlichten Forschungsergebnisse f\u00fcgen sich in eine Reihe von Arbeiten ein, die zeigen, dass Zellen nicht nur auf chemische Signale reagieren, sondern auch auf das, woran sie physisch gebunden sind. Da Melanozyten der Basalmembran aufsitzen, liefert diese Membran Signale, die den Zellen helfen, funktionsf\u00e4hige, pigmentproduzierende Zellen zu bleiben.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Bei Vitiligo-Patienten wird jedoch die extrazellul\u00e4re Matrix rund um die Melanozyten umgebaut. Normalerweise binden Melanozyten an Laminin-211. Bei den Betroffenen hingegen reichert sich die Basalmembran mit Laminin-332 an. Da ihr bevorzugter Bindungspartner nicht mehr zur Verf\u00fcgung steht, \u00e4ndern die Melanozyten die Art ihrer Adh\u00e4sion. Anstelle ihres bevorzugten Adh\u00e4sionsmolek\u00fcls, des Dystroglykans, binden sie stattdessen \u00fcber Integrin \u03b13\u03b21.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Diese Ver\u00e4nderungen aktivieren Signalwege, die \u00fcblicherweise bei zellul\u00e4ren Umbauprozessen aktiviert werden. Dabei wird das Aktin-Zytoskelett der Zelle reorganisiert, und die Genexpression ver\u00e4ndert sich, einschlie\u00dflich jener Gene, die mit einem unreifen Melanozytenstadium assoziiert sind. Die Befunde deuten auf einen sich selbst verst\u00e4rkenden Kreislauf hin, bei dem Ver\u00e4nderungen der Basalmembran die Dedifferenzierung der Melanozyten vorantreiben, w\u00e4hrend die dedifferenzierten Melanozyten wiederum weniger in der Lage sind, eine gesunde Basalmembran aufrechtzuerhalten, wodurch der Krankheitsprozess weiter beg\u00fcnstigt wird.<\/p>\n<p>Forschung er\u00f6ffnet neue therapeutische Ziele<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u201eDas war f\u00fcr uns eine spannende Entdeckung, da sich die meisten aktuellen Therapien weitgehend auf die Unterdr\u00fcckung von Autoimmunangriffen und die Reduktion der Entz\u00fcndung konzentrieren. Wenn jedoch ruhende Melanozyten in den L\u00e4sionen weiterhin vorhanden sind, k\u00f6nnte dies die Art und Weise ver\u00e4ndern, wie wir die Erkrankung behandeln\u201c, so Katayama. \u201eNeue Behandlungsans\u00e4tze, etwa die Reaktivierung noch vorhandener Zellen oder die Wiederherstellung ihrer normalen Adh\u00e4sion an die Basalmembran, k\u00f6nnten m\u00f6glich werden.\u201c<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Forschenden nutzten pharmakologische Inhibitoren, die gezielt gegen die durch diesen Adh\u00e4sionswechsel aktivierten Signalwege gerichtet waren. Dadurch gelang es ihnen, die Expression reifer Melanozytenmarker sowie die pigmentierungsassoziierte Genexpression wiederherzustellen und viele Merkmale des dedifferenzierungs\u00e4hnlichen Ph\u00e4notyps r\u00fcckg\u00e4ngig zu machen.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u201eDas war ein spannender Aspekt unserer Forschung, da er nahelegt, dass die ver\u00e4nderte Genexpression nicht dauerhaft ist und dieser Prozess reversibel sein k\u00f6nnte\u201c, erl\u00e4utert\u00a0 Yang. \u201eWir konnten zeigen, dass die Wirkstoffe in der Lage waren, die Melanozytenfunktion und pigmentierungsbezogene Eigenschaften wiederherzustellen. Der n\u00e4chste Schritt wird sein, klinische Studien durchzuf\u00fchren, um zu pr\u00fcfen, ob dieser Ansatz eine tragf\u00e4hige Strategie zur Behandlung der Erkrankung darstellt.\u201c (ins)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Forschende aus Japan fanden Hinweise, dass Melanozyten bei Vitiligo nicht verschwinden, sondern ihre Funktion vor\u00fcbergehend verlieren. Das er\u00f6ffnet&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":304983,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":"","_share_on_mastodon":"0"},"categories":[20],"tags":[46,42,124,123,79833,44,79832],"class_list":["post-304982","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","category-gesundheit","tag-at","tag-austria","tag-gesundheit","tag-health","tag-melanozyten","tag-oesterreich","tag-vitiligo"],"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@at\/117011762835189276","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/304982","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=304982"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/304982\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/media\/304983"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=304982"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=304982"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=304982"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}