{"id":305430,"date":"2026-07-31T06:40:09","date_gmt":"2026-07-31T06:40:09","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/305430\/"},"modified":"2026-07-31T06:40:09","modified_gmt":"2026-07-31T06:40:09","slug":"raketeneinschlag-bei-lublin-polen-hat-nichts-aus-russlands-angriffen-gelernt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/305430\/","title":{"rendered":"Raketeneinschlag bei Lublin: &#8222;Polen hat nichts aus Russlands Angriffen gelernt\u201c"},"content":{"rendered":"<p>Gegen 3:40 Uhr am Donnerstag hatten Polens Streitkr\u00e4fte ein unbekanntes Objekt im polnischen Luftraum erfasst. Ein F-16-Kampfjet startete <a href=\"https:\/\/de.euronews.com\/my-europe\/2026\/07\/30\/luftalarm-polen-kampfjets-russland-angriff-ukraine\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">zu einer Abfang-Operation<\/a>. Doch das Objekt verschwand kurz darauf von den Radarschirmen, der Einschlagsort wurde in der N\u00e4he der Ortschaft Tarnawa-Kolonia lokalisiert. Dort entstand ein Krater mit einem Durchmesser von rund zehn Metern.<\/p>\n<p>          <img decoding=\"async\" class=\"c-ad__placeholder__logo\" src=\"https:\/\/static.euronews.com\/website\/images\/logos\/logo-euronews-stacked-outlined-72x72-grey-9.svg\" width=\"72\" height=\"72\" alt=\"\" loading=\"lazy\"\/><br \/>\n          WERBUNG<\/p>\n<p>          <img decoding=\"async\" class=\"c-ad__placeholder__logo\" src=\"https:\/\/static.euronews.com\/website\/images\/logos\/logo-euronews-stacked-outlined-72x72-grey-9.svg\" width=\"72\" height=\"72\" alt=\"\" loading=\"lazy\"\/><br \/>\n          WERBUNG<\/p>\n<p>Nach Angaben von Verteidigungsminister W\u0142adys\u0142aw Kosiniak-Kamysz handelt es sich bei dem Objekt, das in der Region Lublin abst\u00fcrzte, um einen russischen Marschflugk\u00f6rper vom Typ Ch-101. Er war Teil eines Angriffs auf die Ukraine. Von mehr als 20 russischen Raketen sollen zwei den polnischen Luftraum bedroht haben, letztlich drang eine Rakete in das Gebiet der Woiwodschaft Lublin ein.<\/p>\n<p>\u201eIn der Nacht haben uns NATO-Partner unterst\u00fctzt, unter anderem mit einem Tankflugzeug. Im Einsatz waren vor allem polnische Maschinen: zwei Kampfjets, ein Fr\u00fchwarnflugzeug und ein Mi-24-Hubschrauber\u201c, sagte Oberstleutnant Jacek Goryszewski, der Sprecher des Operativen Kommandos der Teilstreitkr\u00e4fte, zu Euronews.<\/p>\n<p>In Malbork stationierte MiG-Kampfjets seien zudem in Startbereitschaft versetzt worden.<\/p>\n<p>Nach seinen Angaben tauschten die polnischen Streitkr\u00e4fte die ganze Nacht \u00fcber milit\u00e4rische Informationen mit NATO-Verb\u00fcndeten und der ukrainischen Seite aus. Derzeit werten Fachleute die Radardaten aus und untersuchen den Einschlagsort vor Ort.<\/p>\n<p>Experte: Warnmeldung erreicht Anwohner zu sp\u00e4t<\/p>\n<p>Der Vorfall erinnert an fr\u00fchere Verletzungen des polnischen Luftraums seit Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine. Im Dezember 2022 drang eine Rakete nach Polen ein, deren Tr\u00fcmmer erst Monate sp\u00e4ter nahe Bydgoszcz gefunden wurden. Zuvor <a href=\"https:\/\/de.euronews.com\/2025\/09\/10\/drohnen-polen-russland-artikel-4-nato\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">drangen im September 2025 zahlreiche russische Drohnen beim Angriff auf die Ukraine in den polnischen Luftraum ein<\/a>.<\/p>\n<p>\u201eDie Frage ist, welche Lehren wir aus dem vergangenen September gezogen haben, als mehr als 20 russische Drohnen \u00fcber Polen hinwegflogen. Es sieht leider so aus, als w\u00e4ren es keine\u201c, kommentiert General Jaros\u0142aw Gromadzi\u0144ski, fr\u00fcherer Eurokorps-Kommandeur, im Gespr\u00e4ch mit Euronews Warschau.<\/p>\n<p>Als Beispiel nennt er, dass der Alarm die Bewohner von Lublin aus dem Schlaf riss, obwohl die Stadt nicht bedroht war. Dagegen erreichte die Warnmeldung die Menschen in der Umgebung des Einschlagsorts nicht rechtzeitig.<\/p>\n<p>\u201eDie zentrale Alarmsteuerung aus Warschau funktioniert nicht. Das System sollte regional organisiert sein, mit mehr Verantwortung bei den Woiwoden\u201c, sagt Gromadzi\u0144ski.<\/p>\n<p>General Gromadzi\u0144ski: Russlands Machtdemonstration<\/p>\n<p>Der Experte betont, dass die polnischen Streitkr\u00e4fte den genauen Typ des in Tarnawa-Kolonia abgest\u00fcrzten Objekts noch nicht bestimmen k\u00f6nnen. Dass der Flugk\u00f6rper so tief ins Landesinnere gelangte, zeigt seiner Ansicht nach L\u00fccken bei Aufkl\u00e4rung und Luftverteidigung in diesem Abschnitt.<\/p>\n<p>\u201eNoch liegt uns von polnischer Seite keine offizielle Best\u00e4tigung vor, dass es sich um eine russische Rakete handelt; das sagt bislang nur die Ukraine. Sollte sich das bewahrheiten, w\u00e4re der Zeitpunkt bemerkenswert: Einen Tag zuvor war der ukrainische Pr\u00e4sident Wolodymyr Selenskyj zu Besuch in Polen und traf Ministerpr\u00e4sident Tusk. Das Eindringen einer russischen Rakete rund 100 Kilometer tief nach Polen in einem d\u00fcnn besiedelten Korridor w\u00fcrde ich in diesem Kontext als Machtdemonstration Russlands sehen\u201c, so General Gromadzi\u0144ski.<\/p>\n<p>Der Experte verweist zudem darauf, dass sich der Vorfall in eine Reihe j\u00fcngster Zwischenf\u00e4lle in anderen NATO-Staaten einf\u00fcgt. In den vergangenen Tagen wurde auch der Luftraum Rum\u00e4niens, Litauens und Estlands verletzt.<\/p>\n<p>\u201eDie Frage ist, warum die NATO und die Europ\u00e4ische Union solche Vorf\u00e4lle hinnehmen. Es braucht eine entschlossene internationale Reaktion, und Polen sollte auf eine st\u00e4rkere Luftverteidigung an der Ostflanke dr\u00e4ngen, denn das Problem betrifft nicht nur uns\u201c.<\/p>\n<p>Reaktionen europ\u00e4ischer Politiker<\/p>\n<p>Polens Regierungschef Donald Tusk schrieb auf der Plattform X, er stehe in engem Kontakt mit Staats- und Regierungschefs europ\u00e4ischer L\u00e4nder. \u201eAlle erkl\u00e4ren volle Solidarit\u00e4t und Bereitschaft zu jeder Form der Hilfe\u201c, schrieb er.<\/p>\n<p>Bei einem Pressetermin am Einschlagsort erkl\u00e4rte Tusk: \u201eDie Ch-101-Rakete kann Sprengladungen tragen. Die Gr\u00f6\u00dfe des Kraters \u2013 mit einem Durchmesser von zehn Metern und einer Tiefe von f\u00fcnf Metern \u2013 deutet darauf hin, dass der Flugk\u00f6rper explodiert ist.\u201c<\/p>\n<p>Polens Verteidigungsminister W\u0142adys\u0142aw Kosiniak-Kamysz erg\u00e4nzte, dass General Kuku\u0142a in st\u00e4ndigem Kontakt mit dem NATO-Hauptquartier und dem Oberkommando der Einsatzstreitkr\u00e4fte steht:<\/p>\n<p>\u201eAuch unsere Verb\u00fcndeten sind eingebunden. Wir erhalten Signale der Solidarit\u00e4t und der Bereitschaft zur Unterst\u00fctzung. Das NATO-Hauptquartier und das Hauptquartier der gemeinsamen Streitkr\u00e4fte werden von General Kuku\u0142a laufend \u00fcber den Ablauf informiert. Es werden geeignete Schritte und Ma\u00dfnahmen folgen. Die USA sind ebenfalls daran interessiert, den Vorfall zu untersuchen und aufzukl\u00e4ren, was f\u00fcr uns sehr wichtig ist. Wir setzen auf alle unsere Verb\u00fcndeten. NATO muss seine St\u00e4rke, Widerstandsf\u00e4higkeit und Geschlossenheit zeigen\u201c, sagte der Verteidigungsminister bei einem Briefing in Tarnawa-Kolonia.<\/p>\n<p>Unter anderem der franz\u00f6sische Pr\u00e4sident Emmanuel Macron kritisierte die Verletzung des polnischen Luftraums. \u201eFrankreich verurteilt die russischen Angriffe, bei denen Zivilisten in der Ukraine get\u00f6tet wurden, sowie die Verletzung des polnischen Luftraums auf das Sch\u00e4rfste\u201c, schrieb er.<\/p>\n<p>Der litauische Ministerpr\u00e4sident Mindaugas Sinkevi\u010dius schrieb auf X: \u201eDie Meldungen aus Polen best\u00e4tigen die Botschaft von Pr\u00e4sident Selenskyj: Das russische Regime ist das einzige, das entschlossen ist, den Krieg in Europa fortzusetzen.&#8220; <\/p>\n<p>Und weiter: &#8222;Wir m\u00fcssen den Druck auf Russland erh\u00f6hen und der Ukraine noch mehr Unterst\u00fctzung gew\u00e4hren. Lassen wir uns f\u00fcr die Sicherheit Europas einsetzen.\u201c<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Gegen 3:40 Uhr am Donnerstag hatten Polens Streitkr\u00e4fte ein unbekanntes Objekt im polnischen Luftraum erfasst. 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