{"id":306690,"date":"2026-07-31T19:00:11","date_gmt":"2026-07-31T19:00:11","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/306690\/"},"modified":"2026-07-31T19:00:11","modified_gmt":"2026-07-31T19:00:11","slug":"gema-vs-suno-ki-firma-darf-melodien-nicht-ungefragt-nutzen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/306690\/","title":{"rendered":"GEMA vs. Suno: KI-Firma darf Melodien nicht ungefragt nutzen"},"content":{"rendered":"<p>            <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"ts-image\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/podcast-211.jpg\" alt=\"Ein junger Mann mit Kopfh\u00f6rern und Smartphone\" title=\"Ein junger Mann mit Kopfh\u00f6rern und Smartphone | picture alliance\/dpa\"\/><\/p>\n<p class=\"metatextline\">Stand: 31.07.2026 \u2022 17:15 Uhr<\/p>\n<p class=\"article-head__shorttext\">\n        Eine unlizenzierte Nutzung von Musikst\u00fccken durch KI-Anwendungen verst\u00f6\u00dft gegen deutsches Urheberrecht. Das entschied heute das Landgericht M\u00fcnchen. Beobachter sehen darin Signalwirkung.\n    <\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Im Rechtsstreit zwischen der Verwertungsgesellschaft GEMA und dem US-amerikanischen KI-Unternehmen Suno hat das Landgericht M\u00fcnchen I weitgehend zugunsten der GEMA entschieden. Nach der m\u00fcndlichen Urteilsverk\u00fcndung muss Suno die nicht genehmigte Vervielf\u00e4ltigung bestimmter gesch\u00fctzter Musikwerke unterlassen. Das Verbot betrifft demnach auch die Verwendung der Werke beim Training des von Suno betriebenen KI-Modells. Das Urteil ist noch nicht rechtskr\u00e4ftig.<\/p>\n<p>    &#8222;Atemlos&#8220; und &#8222;Daddy Cool&#8220; Streitgegenstand<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Suno bietet einen Onlinedienst an, mit dem Nutzerinnen und Nutzer auf Grundlage von Texteingaben vollst\u00e4ndige Musikst\u00fccke erzeugen k\u00f6nnen. Das System generiert unter anderem Melodien, Harmonien, Arrangements, Liedtexte und Gesang.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Gegenstand des Verfahrens waren die sechs Kompositionen &#8222;Atemlos&#8220;, &#8222;Daddy Cool&#8220;, &#8222;Rasputin&#8220;, &#8222;Big in Japan&#8220;, &#8222;Forever Young&#8220; und &#8222;Mambo No. 5&#8220;. Die GEMA nimmt f\u00fcr die Urheber und Musikverlage dieser Werke Nutzungsrechte wahr. Bei der Klage ging es weniger um die Rechte der Interpreten oder um die konkreten Originalaufnahmen, sondern um die urheberrechtlich gesch\u00fctzten musikalischen Werke.<\/p>\n<p class=\"absatzbild__info__text\">\n                        War bei der Urteilsverk\u00fcndung pers\u00f6nlich anwesend: Musiker Peter Maffay\n                    <\/p>\n<p>    KI-Songs auf Basis von Stil und Originaltext<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Die GEMA hatte Suno genutzt, um neue Versionen der genannten Titel zu erzeugen. Konkret gab sie dem Generator Originaltext, Titel und Stil der sechs Songs, jedoch keine Vorgaben zu Melodie, Harmonie und Arrangement. Die generierten Ergebnisse \u00e4hnelten den Originalen nach Ansicht der GEMA stark. Die Verwertungsgesellschaft wertete dies als Hinweis darauf, dass gesch\u00fctzte Bestandteile der Werke w\u00e4hrend des Trainings in das KI-Modell \u00fcbernommen und dort in reproduzierbarer Form abgebildet worden seien.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Suno bestreitet, dass die Musikwerke im Modell gespeichert seien. KI-Modelle enthielten keine Kopien einzelner Lieder, sondern mathematische Parameter, die beim Training aus gro\u00dfen Datenmengen abgeleitet w\u00fcrden.<\/p>\n<p>    Berufen auf &#8222;Fair Use&#8220;-Doktrin<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Das Unternehmen verwies au\u00dferdem darauf, dass die konkreten Ausgaben durch Eingaben der Nutzer ausgel\u00f6st worden seien. Au\u00dferdem bestritt Suno die Zust\u00e4ndigkeit des deutschen Gerichts und berief sich auf die <a href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/kultur\/ki-firmen-antiquarische-buecher-100.html\" title=\"KI-Firmen kaufen offenbar Antiquariate leer - Buchh\u00e4ndler alarmiert\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">US-Doktrin des &#8222;Fair Use&#8220;<\/a>. Diese erlaubt im amerikanischen Recht die Nutzung gesch\u00fctzter Werke f\u00fcr bestimmte Zwecke auch ohne Zustimmung des Rechteinhabers.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Das Gericht folgte der Position von Suno nicht. Nach den bisher ver\u00f6ffentlichten Angaben darf das Unternehmen die betroffenen Werke ohne Zustimmung der Rechteinhaber weder selbst vervielf\u00e4ltigen noch vervielf\u00e4ltigen lassen.<\/p>\n<p>    Schadensersatz-H\u00f6he noch unbekannt<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Suno wurde zudem verpflichtet, Auskunft \u00fcber Einnahmen im Zusammenhang mit den festgestellten Rechtsverletzungen zu erteilen. Das Unternehmen muss au\u00dferdem Schadensersatz zahlen. \u00dcber dessen H\u00f6he wurde noch nicht entschieden.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Beobachter sehen in dem Urteil Signalwirkung: &#8222;Kein KI-Musikanbieter in Europa kann dieses Urteil ignorieren. Die Botschaft ist klar: Wer mit menschlicher Kreativit\u00e4t Geld verdient, muss die Menschen dahinter auch bezahlen&#8220;, schreibt etwa der Rechtsanwalt Christian Solmecke in seinem Newsletter.<\/p>\n<p>    Kritik von Suno<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Suno selbst kritisierte das Urteil: &#8222;Von Anfang an haben wir unsere Modelle darauf trainiert, neue Songs zu erschaffen und nicht etwa bestehende zu reproduzieren. Zudem haben wir entsprechende Schutzmechanismen in unsere Plattform integriert&#8220;, so eine Unternehmenssprecherin. &#8222;Wir sind mit dem heutigen Urteil nicht einverstanden. Es beruht auf einer falschen Darstellung davon, wie die Technologie von Suno funktioniert und genutzt wird und wie US-Recht gilt. Wir pr\u00fcfen derzeit alle verf\u00fcgbaren Optionen, einschlie\u00dflich einer Berufung.&#8220;<\/p>\n<p>    Zunehmend auch au\u00dfergerichtliche Einigungen<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Die wirtschaftliche Kulisse hat sich w\u00e4hrend des Verfahrens indes verschoben. Warner Music legte den eigenen Rechtsstreit mit Suno im November 2025 bei und schloss einen Lizenzvertrag: Aktuelle Modelle sollen 2026 durch lizenzierte ersetzt werden. Universal und Sony prozessieren dagegen weiter, Gespr\u00e4che mit Suno gelten als blockiert. F\u00fcr Rechteinhaber weltweit ist das M\u00fcnchner Urteil damit vor allem Verhandlungsmasse.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Suno kann gegen das erstinstanzliche Urteil Berufung einlegen. Eine abschlie\u00dfende Kl\u00e4rung der urheberrechtlichen Voraussetzungen f\u00fcr das Training generativer Musikmodelle ist mit der Entscheidung daher noch nicht verbunden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Stand: 31.07.2026 \u2022 17:15 Uhr Eine unlizenzierte Nutzung von Musikst\u00fccken durch KI-Anwendungen verst\u00f6\u00dft gegen deutsches Urheberrecht. 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