{"id":306928,"date":"2026-07-31T21:30:14","date_gmt":"2026-07-31T21:30:14","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/306928\/"},"modified":"2026-07-31T21:30:14","modified_gmt":"2026-07-31T21:30:14","slug":"test-land-rover-defender-90-in-der-kuerze-liegt-die-wuerze","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/306928\/","title":{"rendered":"Test: Land Rover Defender 90, In der K\u00fcrze liegt die W\u00fcrze"},"content":{"rendered":"<p>Finden wir ihn sch\u00f6n?<br \/> Absolut. Dass dreit\u00fcrige Gel\u00e4ndewagen oft coole Proportionen haben, wissen wir aus der Historie, man denke nur an Lada Taiga, Suzuki Jimny, Toyota Land Cruiser, Mitsubishi Pajero und nat\u00fcrlich fr\u00fchere Defender 90. Sch\u00f6nheit und Eleganz der Ausf\u00fchrung hebt dieser Defender allerdings auf ein v\u00f6llig neues Level, wirklich Lichtjahre von allem entfernt, was es in diesem Segment bisher gab. Basis der brillanten Designleistung sind Kniffe wie die geschickten Abrundungen der Ecken, die den kastenf\u00f6rmigen Aufbau vollkommen modern aussehen lassen, und die dezent-luxuri\u00f6sen Lichter, die sich als Gl\u00fccksgriffe erwiesen haben. Dazu kommen Besonderheiten, von denen der Dreit\u00fcrer speziell profitiert: Bis zu 22 Zoll gro\u00dfe R\u00e4der, wie sie auch f\u00fcr den kurzen Defender 90 m\u00f6glich sind (und am Testwagen montiert waren), sch\u00e4rfen die Proportionen bei so einem kurzen Auto nochmal mehr, so knackig sieht man das sonst eher auf Designskizzen oder Showcars. \u00dcber die Standards der Branche hinaus geht Land Rover auch mit den vollkommen ebenm\u00e4\u00dfigen Seitenfl\u00e4chen ohne sichtbare \u00dcberg\u00e4nge zwischen sehr stark get\u00f6nten Seitenfenstern und den schwarzen B-\/C-S\u00e4ulen. Dieser Kunstgriff kommt bei der simpleren Dreit\u00fcrer-Flanke nochmal besser zur Geltung als beim F\u00fcnft\u00fcrer. In Kombination mit dem Dach entsteht echte Zweifarbigkeit, der Aufbau erscheint vollkommen aus einem Guss. Das gibt es so bei keinem anderen Auto.<br \/>Kurioserweise ist der Defender 90 das k\u00fcrzeste Auto von Land Rover (Karosseriel\u00e4nge ohne Reserverad f\u00fcnf Zentimeter unter dem Evoque) und zugleich ein monumentales Luxusobjekt \u2013 nicht nur wegen seiner preislichen N\u00e4he zu Edelautos wie dem Range Rover Sport, sondern auch weil er den stolzen Riesen der SUV-Welt, den gro\u00dfen Range Rover, mit 1,97 Metern H\u00f6he um zehn Zentimeter \u00fcberragt. \u00c4hnlich hoch bauen nur Gel\u00e4ndewagen wie die einen Zentimeter kleinere Mercedes G-Klasse und der vier Zentimeter niedrigere Toyota Land Cruiser, von denen es aber keine kurzen Dreit\u00fcrer mehr gibt.<br \/>Was bietet der Innenraum?<br \/>Der Defender 90 hat das gleiche Cockpit wie die l\u00e4ngeren Modelle, und so eine Konstruktion gibt es in der Autobranche kein zweites Mal. Ein massiver Rahmen mit gro\u00dfem Quertr\u00e4ger bildet das Armaturenbrett und visualisiert die Steifigkeit der Gesamtkonstruktion. Die T\u00fcren legen ebenfalls ihre Struktur offen und lassen die Lackierung durchscheinen, auch die Schrauben sind sichtbar wie bei einer Royal Oak. Dass man im Gegensatz zu klassischen Luxus-Interieurs hier auch mal schmutzig einsteigen und seine Ausr\u00fcstung reinwerfen kann, ist f\u00fcr viele der wahre Luxus. Die Materialien sind robust und unempfindlich f\u00fcr Verschmutzungen, der Kofferraumboden abwaschbar. Der stilistische Kniff des Defender ist, dass sich diese Pragmatik mit luxuri\u00f6sen Elementen kontrastieren l\u00e4sst: In den Topversionen werden Armaturenbrett-Rahmen und Sitze mit feinen Lederqualit\u00e4ten bezogen, die Produkten von Herm\u00e8s und Chanel nichts nachstehen. Im Testwagen kam durchwegs recyclef\u00e4higer Kunststoff zum Einsatz, der so geschickt verarbeitet wird, dass man ihn auf den ersten Blick f\u00fcr Leder halten kann. Einen Land Rover ohne Tierh\u00e4ute zu bestellen, erfordert dennoch gewisses Umparken im Kopf, wir brauchen da noch Zeit.\u00a0<\/p>\n<p>Der ersten Reihe wird im Defender 90 das volle Komfortprogramm des 110er geboten. Einzige Ausnahme ist der Griff zum Gurt, bei dem ein Coup\u00e9-Problem entstehen kann, wenn der Kunststoff des Vordersitz-Klappmechanismus zumindest in der \u00e4rmellosen Zeit an der sicherlich sch\u00f6nen Uhr des Fahrers schabt. Man entwickelt Routine im Umgehungsprozess. Platz f\u00fcr Fahrer und Beifahrer gibt es genug, der Innenraum des 90ers ist gleich breit wie der des 110ers, und das ist wirklich breit. Weil der Automatik-Wahlhebel im Armaturenbrett untergebracht ist, l\u00e4sst sich vorne in der Mitte sogar ein zus\u00e4tzlicher mittlerer Vordersitz einbauen, was den Defender 90 optional zum Sechssitzer und die Eltern zu Helden macht \u2013 Fiats Multipla l\u00e4sst gr\u00fc\u00dfen. Verzichten w\u00fcrde man allerdings ungern auf die serienm\u00e4\u00dfige Mittelkonsole, die mit ihren vielen schlauen und vor allem gro\u00dfen F\u00e4chern inklusive eines gar nicht so kleinen K\u00fchlschranks einer Wundert\u00fcte gleichkommt. Unter Beifahrern hochgesch\u00e4tzt ist die Ablageebene im rechten Teil des Armaturenbretts. Die aus der Nutzfahrzeugwelt entlehnte und qualitativ verbesserte \u2013 kein Rutschen, keine Absturzgefahr \u2013 Ablagem\u00f6glichkeit bietet gro\u00dfz\u00fcgig Platz f\u00fcr Smartphones oder B\u00fccher sowie Sonnen- und Lesebrillen mit aufgeklappten Etuis. Wunderbar.<\/p>\n<p>Weniger komfortabel ist der Defender 90 f\u00fcr die zweite Reihe. Schon der Weg dorthin erfordert etwas M\u00fche und Zeit, die Vordersitze m\u00fcssen zun\u00e4chst umgeklappt und dann elektrisch nach vorne gefahren werden. Die Beinfreiheit ist hinten gar nicht schlecht, die eher geringe Sitzh\u00f6he und die speziell mit dem Glasschiebedach eingeschr\u00e4nkte Kopffreiheit limitieren aber den Komfort in Reihe zwei.<\/p>\n<p>Der Kofferraum ist mit aufgestellter Fondbank eher ein gro\u00dfes Ablagefach. In der Regel wird man im Defender 90 zumindest einen der\u00a0drei R\u00fcckbank-Teile umlegen, wenn etwas transportiert wird. Die erweiterte Ladefl\u00e4che ist dann etwas ansteigend, aber durch die Kastenform des Autos letztlich erstaunlich ger\u00e4umig. Klarerweise liegt die Ladekante hoch, da muss man schon ein bisschen anpacken k\u00f6nnen, oder in Hotels mit entsprechendem Service absteigen. Die Lade\u00f6ffnung ist hoch, aber nicht extrem breit, Design und Stabilit\u00e4t verlangen hier Tribut. Als Kofferraumabdeckung gleitet kein Kunststoffrollo auf Schienen, daf\u00fcr w\u00e4re der Defender 90 ohnehin zu kurz, sondern Stoff will einzeln eingehakt werden \u2013 das abwaschbare Textil kann auch herausgenommen und zum Umziehen der Schuhe oder als Picknickdecke verwendet werden. Weil die Scheiben ab der B-S\u00e4ule so stark get\u00f6nt sind, sieht man aber auch ohne Abdeckung nicht, was wirklich im Kofferraum lagert, so viel Sichtschutz gibt es selten. Um innen keinen Platz zu beanspruchen, h\u00e4ngt das vollwertige Ersatzrad auf der Heckklappe. \u00dcbrigens mit Originalfelge, damit es nach einer Panne auch stilistisch keine Probleme gibt.\u00a0<br \/>Stilsicher zur\u00fcckhaltend ist der Defender im Multimedia-Bereich. Das 13,1-Zoll-Touchscreen-Tablet mit der Pivi Pro-Software von Land Rover ist benutzerfreundlich und schnell. Alle Anforderungen an moderne Premiumsysteme sind erf\u00fcllt. Gro\u00dfe Pluspunkte, wenn nicht veritable Kaufargumente, sammelt der Defender mit der klassischen Temperatursteuerung \u00fcber Tasten und R\u00e4dchen sowie durch das branchenweit einfachste Abstellen aller l\u00e4stigen Piepser und Mitlenker \u00fcber eine Lenkradtaste.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Finden wir ihn sch\u00f6n? Absolut. 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