{"id":308022,"date":"2026-08-01T11:34:43","date_gmt":"2026-08-01T11:34:43","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/308022\/"},"modified":"2026-08-01T11:34:43","modified_gmt":"2026-08-01T11:34:43","slug":"vereinte-nationen-europa-muss-mehr-fuer-nahrungsmittel-tun","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/308022\/","title":{"rendered":"Vereinte Nationen: Europa muss mehr f\u00fcr Nahrungsmittel tun"},"content":{"rendered":"<p>\u00dcber gro\u00dfe Fortschritte im Kampf gegen den Hunger weltweit berichtete j\u00fcngst die FAO &#8211; das ist die Food and Agricultural Organization, eine Einrichtung der Vereinten Nationen. In Europa und in Zentralasien gehe es jetzt zunehmend darum, f\u00fcr bezahlbare n\u00e4hrstoffreiche Produkte zu sorgen. Das verlange nach einer anderen Agrarpolitik, berichtet der f\u00fcr die Region zust\u00e4ndige Agrar\u00f6konom und deutsche Diplomat Raimund Jehle gegen\u00fcber Radio Vatikan in Budapest.<\/p>\n<p>Michael C. Hermann, Budapest<\/p>\n<p>In Europa und Zentralasien gehe es nicht um Unter-, sondern um Mangelern\u00e4hrung und Ern\u00e4hrungsunsicherheit, also gef\u00e4hrdetem Zugang zu gesunder Ern\u00e4hrung. Fast 100 Millionen Menschen in Europa und Zentralasien seien von einer solchen Ern\u00e4hrungsunsicherheit betroffen. Hochwertige Lebensmittel sind f\u00fcr diese nur schwer verf\u00fcgbar und \u00fcbersteigen oft ihr Budget. Besonders besorgniserregend, so Jehle, ist der Mangel an Mikron\u00e4hrstoffen, von dem fast ein Viertel der Frauen im geb\u00e4rf\u00e4higen Alter betroffen ist.<\/p>\n<p>Magelern\u00e4hrung beg\u00fcnstigt Krankheiten <\/p>\n<p>Mangelern\u00e4hrung beg\u00fcnstigt zahlreiche Krankheiten \u2013 von Herz-Kreislauf-Erkrankungen bis hin zu Diabetes. Am Beispiel der Ukraine k\u00f6nne man sehen, wie schnell sich die kriegsbedingten Ver\u00e4nderungen in den Lieferketten und im Handel auf den Ern\u00e4hrungszustand der Bev\u00f6lkerung auswirken. Dort war in den letzten Jahren fast ein Drittel der Bev\u00f6lkerung von m\u00e4\u00dfiger oder schwerer Ern\u00e4hrungsunsicherheit betroffen. Aber auch in L\u00e4ndern ohne Kriegsgeschehen k\u00f6nne die Situation schwierig sein, so zum Beispiel in Albanien. \u201eDer starke Anstieg von Nahrungsmittelpreisen hat nat\u00fcrlich immer negative Konsequenzen vor allem f\u00fcr die \u00c4rmsten der Bev\u00f6lkerung. Normalerweise wird bei steigenden Lebensmittelpreisen mit begrenztem Einkommen an einer ausgeglichenen Nahrung gespart. Und Albanien ist eines dieser L\u00e4nder, wo das tats\u00e4chlich auch vorkommt\u201c, sagt Raimund Jehle.<\/p>\n<p>\u201eDer starke Anstieg von Nahrungsmittelpreisen hat nat\u00fcrlich immer negative Konsequenzen vor allem f\u00fcr die \u00c4rmsten der Bev\u00f6lkerung\u201c<\/p>\n<p>Was bringen Appelle? <\/p>\n<p>Skeptisch ist der aus Baden-W\u00fcrttemberg stammende Agrar\u00f6konom, ob Appelle an das Ern\u00e4hrungsverhalten der Menschen nutzen. Notwendig sei vielmehr ein koordiniertes politisches Handeln in allen betroffenen Bereichen \u2013 von der Landwirtschaft \u00fcber die Lebensmittelindustrie und den Handel bis hin zur Steuerpolitik. Die FAO fordert verst\u00e4rkte Anstrengungen, um die Kosten gesunder Lebensmittel zu stabilisieren. Kostentreiber seien dabei weniger die eigentlichen Produktionskosten als vielmehr die Ausgaben f\u00fcr Transport, Verarbeitung und Handel. Die Politik m\u00fcsse die Agrarsubventionen st\u00e4rker auf die neuen Herausforderungen ausrichten.<\/p>\n<p>Wasser wird in Europa knapp <\/p>\n<p>Und es geht um Wasser. Viele Lebensmittel ben\u00f6tigen bei ihrer Produktion gro\u00dfe Mengen Wasser. Europa ist der Kontinent, der weltweit am st\u00e4rksten von der Erderw\u00e4rmung betroffen ist. \u201eUngef\u00e4hr 35 Prozent der Fl\u00e4che leiden unter extremer D\u00fcrre. Dort ist es tats\u00e4chlich so, dass die Ernte entweder vertrocknet oder es letztlich massive Ernteausf\u00e4lle gibt.\u201c \u00a0Die Versorgung mit Wasser sicherzustellen, wird deshalb auch in Europa eine der zentralen Aufgaben von Landwirtschafts- und Klimapolitik sein:\u00a0\u201eInvestitionen in klimaresilientes Wassermanagement, wie wir das nennen, oder effiziente Bew\u00e4sserungssysteme und den Schutz von Wasserressourcen sind deshalb entscheidend, um die Ern\u00e4hrungssituation langfristig zu gew\u00e4hrleisten.&#8220;<\/p>\n<p>\u201eInvestitionen in klimaresilientes Wassermanagement, wie wir das nennen, oder effiziente Bew\u00e4sserungssysteme und den Schutz von Wasserressourcen sind deshalb entscheidend, um die Ern\u00e4hrungssituation langfristig zu gew\u00e4hrleisten\u201c<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p>Jehle denkt an Tr\u00f6pfchenbew\u00e4sserung statt an fl\u00e4chenweiser Beregnung und auch an den Einsatz von Digitalisierung, um Bew\u00e4sserung besser auf die Bedarfe abzustimmen. Anderes und neues Saatgut sei erforderlich, auch weniger Monokulturen, wenn man nicht wolle, dass mehr Menschen in Europa zuk\u00fcnftig Not leiden bei ihrer Ern\u00e4hrung: \u201e<a href=\"https:\/\/www.vaticannews.va\/de\/welt\/news\/2026-07\/spanien-kirche-hilft-betroffenen-der-waldbrande.html\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">Wir sehen das bei den Waldbr\u00e4nden in Frankreich, dass Monokultur immer negative Auswirkungen hat in Bezug auf D\u00fcrre und Trockenheit<\/a>. Das hei\u00dft: Es m\u00fcssen Anreize geschaffen werden, dass bei der Produktion diversifiziert wird. Es m\u00fcssen Anreize geschaffen werden, dass d\u00fcrreresistentes Saatgut eingesetzt wird\u201c, so der Agrar\u00f6konom von der Food and Agricultural Organization in Budapest.<\/p>\n<p>(vatican news &#8211; mh)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"\u00dcber gro\u00dfe Fortschritte im Kampf gegen den Hunger weltweit berichtete j\u00fcngst die FAO &#8211; das ist die Food&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":308023,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":"","_share_on_mastodon":"0"},"categories":[3],"tags":[20075,76,75,74,76107,1423,269,9668,24226],"class_list":["post-308022","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","category-europa","tag-armut","tag-eu","tag-europa","tag-europe","tag-fao","tag-interview","tag-politik","tag-uno","tag-wasser-und-ernaehrung"],"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@at\/117020043801823043","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/308022","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=308022"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/308022\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/media\/308023"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=308022"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=308022"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=308022"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}