{"id":308952,"date":"2026-08-01T23:40:22","date_gmt":"2026-08-01T23:40:22","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/308952\/"},"modified":"2026-08-01T23:40:22","modified_gmt":"2026-08-01T23:40:22","slug":"europas-sommer-2026-wie-sich-die-klimakrise-zeigt-wissen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/308952\/","title":{"rendered":"Europas Sommer 2026: Wie sich die Klimakrise zeigt &#8211; Wissen"},"content":{"rendered":"<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1vw426e\">Es mag f\u00fcr Menschen in anderen Bundesl\u00e4ndern schwer vorstellbar sein, aber in Baden-W\u00fcrttemberg und Bayern beginnen gerade erst die Sommerferien, also sozusagen die gef\u00fchlte Sommer-Kernzeit. Und was war dann das, was da hinter uns liegt, ein Vorspann? <a href=\"https:\/\/www.nytimes.com\/2026\/07\/29\/world\/europe-summer-heat-fires-saudi.html\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">\u201eDer Sommer, der Europa gebrochen hat\u201c<\/a>, titelte die New York Times\u00a0in\u00a0einem Newsletter.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Man muss es nicht ganz so martialisch ausdr\u00fccken, aber die Bilanz der ersten Sommermonate bleibt auff\u00e4llig bis verheerend. <a href=\"https:\/\/climate.copernicus.eu\/copernicus-record-heatwave-brings-hottest-june-western-europe-during-second-warmest-june-globally\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">Der Juni war nach Angaben des europ\u00e4ischen Klimadienstes Copernicus in Westeuropa der w\u00e4rmste je gemessene, in ganz Europa lag er auf Platz zwei<\/a>, auch wegen einer ungew\u00f6hnlich fr\u00fchen und heftigen Hitzewelle Ende des Monats. F\u00fcr den Juli gibt es noch keine vollst\u00e4ndige Auswertung. Aber viel Erholung gab es angesichts einer weiteren Hitzewelle in Westeuropa nicht.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\"><a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/thema\/Hitze\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Hitze<\/a> und Trockenheit haben Folgen: Frankreich erlebt gerade die schwerste Waldbrandsaison seit Jahrzehnten, auch in Spanien brennt es auf riesigen Fl\u00e4chen. Mehr als 300 000 Menschen mussten in den beiden L\u00e4ndern in den vergangenen Wochen ihre H\u00e4user verlassen, um sich vor den Flammen in Sicherheit zu bringen.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Dass das alles mit der Klimakrise zu tun hat, liegt nahe. Europa ist der Kontinent, der sich am schnellsten erw\u00e4rmt, um rund 2,5 Grad sind die Temperaturen hier im Vergleich zur vorindustriellen Zeit bereits gestiegen. Das entspricht auch etwa der Erw\u00e4rmung in Deutschland, weltweit hingegen sind es im langj\u00e4hrigen Mittel erst rund 1,3 Grad. Dass es in Europa schneller geht, liegt an der N\u00e4he zur Arktis, wo die Temperaturen noch st\u00e4rker steigen, an ver\u00e4nderten Wettermustern und sauberer Luft, die mehr Sonneneinstrahlung durchl\u00e4sst.<\/p>\n<p>Der Klimawandel hat die Br\u00e4nde in Frankreich und Spanien viel wahrscheinlicher gemacht<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">In einer aktuellen Analyse hat ein internationales Team um Clair Barnes vom Imperial College London den Einfluss des Klimawandels auf die Br\u00e4nde in Frankreich und Spanien quantifiziert: <a href=\"https:\/\/www.worldweatherattribution.org\/climate-change-increases-likelihood-of-compounding-drivers-of-severe-wildfire-conditions-in-france-and-spain\/\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">In Frankreich hat die Erw\u00e4rmung die Wahrscheinlichkeit f\u00fcr ein solches Ereignis demnach mindestens verdoppelt, in Spanien mindestens verzwanzigfacht<\/a>. Die Forscher von der Initiative World Weather Attribution betonen, dass das konservative Sch\u00e4tzungen seien. Im heutigen Klima seien derartige Br\u00e4nde in S\u00fcdwestfrankreich alle 20 Jahre und in Zentralspanien alle sechs Jahre zu erwarten. Ein wichtiger Treiber daf\u00fcr seien nasse Winter, die zu \u00fcppigem Pflanzenwachstum f\u00fchren, gefolgt von Trockenperioden im Fr\u00fchjahr, in denen all die Vegetation austrocknet und Zunder f\u00fcr die Br\u00e4nde in hei\u00dfen Sommern wird.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">\u201eWir haben immer wieder gesehen, wie der <a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/thema\/Klimawandel\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Klimawandel<\/a> hei\u00dfe, trockene, leicht entz\u00fcndliche Bedingungen verst\u00e4rkt, die Br\u00e4nde sehr bef\u00f6rdern\u201c, sagt Hauptautorin Clair Barnes laut einer Pressemitteilung. Einzigartig sei, dass die Folgen so fr\u00fch in der Saison deutlich\u00a0wurden. Angesichts einer weiteren nahenden Hitzewelle seien diese Ergebnisse be\u00e4ngstigend. \u201eDieser Sommer ist tats\u00e4chlich extrem\u201c, sagt auch die Geowissenschaftlerin Kirsten Thonicke vom Potsdam-Institut f\u00fcr Klimafolgenforschung. \u201eDie Br\u00e4nde in Frankreich sind noch nicht gel\u00f6scht, da r\u00fcckt schon die n\u00e4chste Hitzewelle an: Das hat eine neue Qualit\u00e4t.\u201c<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Auch in Deutschland wurden am Donnerstag erneut Werte \u00fcber 40 Grad erreicht. Der absolute Temperaturrekord ist bereits im Juni gefallen, 41,8 Grad in M\u00f6ckern-Drewitz in Sachsen-Anhalt. Allein in den letzten beiden Juniwochen starben nach Sch\u00e4tzungen des Robert-Koch-Instituts in Deutschland 5000 Menschen aufgrund der Hitze, bis zum 19. Juli waren es demnach insgesamt 9800 Hitze-Todesf\u00e4lle. Das ist mehr als in jedem einzelnen Gesamtjahr seit 2016.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Extremhitze sei l\u00e4ngst kein Ausnahmeereignis mehr, sondern \u201eeine der gr\u00f6\u00dften sozialen und gesundheitlichen Herausforderungen unserer Zeit\u201c, sagte Michaela Engelmeier, Vorstandsvorsitzende des Sozialverbands Deutschland (SoVD), der Deutschen Presse-Agentur. Deshalb brauche Deutschland einen fl\u00e4chendeckenden und verbindlichen Hitzeschutz f\u00fcr alle Einrichtungen der \u00f6ffentlichen Daseinsvorsorge und der kritischen Infrastruktur.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Zur Hitze kommt auch in Deutschland Trockenheit: Der Boden ist zu trocken, und in Fl\u00fcssen, Seen sowie im Grundwasser herrscht verbreitet Niedrigwasser. \u201eExtrem niedrig\u201c sind die Wasserst\u00e4nde <a href=\"https:\/\/niwis-online.de\/\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">laut dem Niedrigwasserinformationssystem Niwis<\/a>\u00a0etwa entlang des Rheins, der Donau, der Weser und anderer wichtiger Wasserstra\u00dfen. Und die <a href=\"https:\/\/www.dwd.de\/DE\/leistungen\/waldbrandgef\/waldbrandgef.html?nn=16102\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">Waldbrandgefahr ist auch hierzulande verbreitet hoch bis sehr hoch<\/a>.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Beim Schutz vor Waldbr\u00e4nden fordern viele Experten daher ebenfalls dringend Anpassung; Kirsten Thonicke nennt etwa besseren Katastrophenschutz, mehr Pr\u00e4vention und langfristig einen Waldumbau hin zu Mischw\u00e4ldern, die nicht so leicht Feuer fangen wie Monokulturen. Aber zugleich betont sie: \u201eDas sollte wirklich der letzte Warnschuss sein, um zu merken, dass wir auf nationaler und europ\u00e4ischer Ebene mehr Klimaschutz brauchen, nicht weniger.\u201c<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Es mag f\u00fcr Menschen in anderen Bundesl\u00e4ndern schwer vorstellbar sein, aber in Baden-W\u00fcrttemberg und Bayern beginnen gerade erst&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":308953,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":"","_share_on_mastodon":"0"},"categories":[3],"tags":[7746,76,75,74,2707,22414,3281,4877,1076,35645,42826,3295],"class_list":["post-308952","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","category-europa","tag-duerre","tag-eu","tag-europa","tag-europe","tag-extremwetter","tag-hitze","tag-klimawandel","tag-leserdiskussion","tag-sueddeutsche-zeitung","tag-trockenheit","tag-waldbraende","tag-wissen"],"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@at\/117022898502481587","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/308952","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=308952"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/308952\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/media\/308953"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=308952"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=308952"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=308952"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}