{"id":309328,"date":"2026-08-02T06:56:08","date_gmt":"2026-08-02T06:56:08","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/309328\/"},"modified":"2026-08-02T06:56:08","modified_gmt":"2026-08-02T06:56:08","slug":"kardiologen-nennen-die-sichere-tagesgrenze-fuer-kaffee","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/309328\/","title":{"rendered":"Kardiologen nennen die sichere Tagesgrenze f\u00fcr Kaffee"},"content":{"rendered":"<p><img decoding=\"async\" class=\"article-image\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/kardiologen-nennen-die-sichere-tagesgrenze-fuer-kaffee.jpg\"   alt=\"Kardiologen nennen die sichere Tagesgrenze f\u00fcr Kaffee\" fetchpriority=\"high\"\/><\/p>\n<p>\n\t\t\t\t\t\t\t(Symbolbild). Kaffee geh\u00f6rt f\u00fcr Millionen Menschen zum Tagesbeginn, doch die Bewertung seiner Wirkung auf das Herz schwankte \u00fcber Jahrzehnte erheblich. Eine neue wissenschaftliche Stellungnahme fasst die Evidenz erstmals geb\u00fcndelt zusammen und benennt eine konkrete Obergrenze in Milligramm. Deutlich strenger f\u00e4llt das Urteil \u00fcber hoch konzentrierte Koffeinprodukte aus. Auch die Zubereitungsart spielt eine gr\u00f6\u00dfere Rolle als lange vermutet.<\/p>\n<p>\t\t\t\t\t\t\t\t(Foto: \u00a9\u00a0Forschung und Wissen)<\/p>\n<p>Kaffee gilt vielen als Risiko f\u00fcr das Herz und ebenso vielen als harmloses Alltagsgetr\u00e4nk. Eine neue wissenschaftliche Stellungnahme der American Heart Association ordnet die Datenlage nun geb\u00fcndelt ein und benennt eine konkrete Tagesmenge in Milligramm. Ein handels\u00fcblicher Filterkaffee liefert je 30 Milliliter etwa 9,4 bis 20,6 Milligramm des Wirkstoffs. F\u00fcr hoch konzentrierte Produkte f\u00e4llt die Bewertung deutlich anders aus. Entscheidend ist offenbar nicht allein die Menge, sondern auch die Art der Zubereitung.<\/p>\n<p>Koffein ist die weltweit am h\u00e4ufigsten konsumierte psychoaktive Substanz, und Kaffee ist die mit Abstand wichtigste Quelle daf\u00fcr. Die Verbindung blockiert im Gehirn die Andockstellen f\u00fcr Adenosin, einen k\u00f6rpereigenen Botenstoff, der M\u00fcdigkeit signalisiert. Dadurch steigen Wachheit und Konzentration, kurzfristig aber auch Herzfrequenz, Blutzucker und Blutdruck. Abgebaut wird der Stoff \u00fcberwiegend in der Leber, die h\u00f6chste Konzentration im Blut ist im Mittel nach etwa einer Stunde erreicht. Wie lange die Wirkung anh\u00e4lt, h\u00e4ngt von Genetik, Alter, Begleitmedikation und Gew\u00f6hnung ab und unterscheidet sich zwischen zwei Menschen erheblich. Wer selten Koffein aufnimmt, sp\u00fcrt bereits kleine Mengen deutlich, w\u00e4hrend regelm\u00e4\u00dfige Konsumenten eine gewisse Toleranz entwickeln. Genau diese Streuung macht pauschale Aussagen zur Herzgesundheit schwierig, denn eine Menge, die bei einem Menschen unauff\u00e4llig bleibt, kann bei einem anderen Herzklopfen, Unruhe oder Einschlafprobleme ausl\u00f6sen.<\/p>\n<p>Erschwerend kommt hinzu, dass die meisten Untersuchungen streng genommen keine Koffeinstudien sind, sondern Kaffeestudien. Das Getr\u00e4nk enth\u00e4lt mehrere hundert chemische Verbindungen, darunter Chlorogens\u00e4uren und weitere Stoffe mit antioxidativer und entz\u00fcndungshemmender Wirkung. Ob ein beobachteter Vorteil also vom Koffein stammt oder von diesen Begleitstoffen, l\u00e4sst sich in Beobachtungsdaten kaum voneinander trennen. Hinzu kommt, was tats\u00e4chlich im Becher landet, denn Zucker, Sirup, Sahne und Milch ver\u00e4ndern die N\u00e4hrstoffbilanz teils erheblich und k\u00f6nnen g\u00fcnstige Effekte wieder aufheben. Die gro\u00dfe Mehrheit der verf\u00fcgbaren Arbeiten ist zudem beobachtend angelegt und kann Muster zeigen, aber keine Ursache belegen. Fr\u00fchere Auswertungen gro\u00dfer Kohorten lieferten entsprechend gegens\u00e4tzliche Signale, und eine Analyse zum Zusammenhang zwischen hohem Konsum und <a href=\"https:\/\/www.forschung-und-wissen.de\/nachrichten\/medizin\/viel-kaffee-erhoeht-das-risiko-fuer-herz-kreislauf-erkrankungen-13374769\" title=\"Hoher Kaffeekonsum, Cafestol und das Risiko f\u00fcr Herz-Kreislauf-Erkrankungen\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">ung\u00fcnstigen Blutfettwerten<\/a> steht bis heute neben Arbeiten, die genau das Gegenteil nahelegen.<\/p>\n<p>\t\t\t\t\t\tWie viel Kaffee die American Heart Association als sicher einstuft<\/p>\n<p>Die neue wissenschaftliche Stellungnahme tr\u00e4gt den Titel Caffeine and Cardiovascular Disease und entstand unter Leitung des Kardiologen Gregory M. Marcus von der University of California in San Francisco. F\u00fcr die meisten Erwachsenen stuft die American Heart Association eine t\u00e4gliche Aufnahme von bis zu 400 Milligramm Koffein als unbedenklich ein, was etwa drei bis f\u00fcnf Tassen zu je rund 240 Millilitern schwarzem Filterkaffee entspricht. Regelm\u00e4\u00dfiger Konsum von schwarzem Kaffee ohne Zucker, Sirup, Aromen oder Sahne war in der Auswertung mit einem niedrigeren Risiko f\u00fcr Typ-2-Diabetes, koronare Herzkrankheit, Schlaganfall und Herzschw\u00e4che verbunden, wie die <a target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\" href=\"https:\/\/dx.doi.org\/10.1161\/CIR.0000000000001454\" title=\"Wissenschaftliche Stellungnahme Caffeine and Cardiovascular Disease im Fachjournal Circulation\">Stellungnahme im Fachjournal Circulation<\/a> im Detail ausf\u00fchrt. Dieser Vorteil l\u00e4uft allerdings nicht beliebig weiter. Oberhalb von vier Tassen t\u00e4glich fand die Autorengruppe Hinweise auf ein erh\u00f6htes Risiko f\u00fcr Herzschw\u00e4che.<\/p>\n<p>Warum Energydrinks anders wirken als eine Tasse<\/p>\n<p>Deutlich strenger bewertet die Autorengruppe hoch konzentrierte Produkte. Energydrinks und besonders sogenannte Energyshots enthalten je 30 Milliliter etwa 40 bis 69 Milligramm Koffein und damit das Drei- bis Vierfache eines gew\u00f6hnlichen Aufgusses. Entscheidend ist neben der Konzentration die Geschwindigkeit der Aufnahme, denn ein Shot wird in wenigen Sekunden getrunken, w\u00e4hrend sich eine Tasse \u00fcber viele Minuten verteilt. H\u00e4ufig kommen weitere Stimulanzien oder Inhaltsstoffe hinzu, welche die Aufnahme beschleunigen oder die Wirkung verst\u00e4rken k\u00f6nnen. In der Auswertung war eine hohe Koffeinexposition aus solchen Produkten mit einem messbaren Anstieg des Blutdrucks und mit Herzrhythmusst\u00f6rungen verbunden. Bemerkenswert ist dabei, dass entsprechende Ereignisse auch bei Personen dokumentiert sind, die \u00fcblicherweise als kardiovaskul\u00e4r unauff\u00e4llig gelten, darunter gesunde Erwachsene unter 30 Jahren. F\u00fcr Tee liegt insgesamt weniger Evidenz vor, die vorhandenen Daten verbinden ihn jedoch mit einem geringeren Risiko f\u00fcr Vorhofflimmern, Herzschw\u00e4che und Schlaganfall.<\/p>\n<p>\t\t\t\t\t\tZubereitung, Cafestol und ein widerspr\u00fcchliches Bild beim Blutdruck<\/p>\n<p>Ein bislang wenig beachteter Punkt betrifft die Art der Zubereitung. Cafestol, eine nat\u00fcrlich vorkommende Verbindung in koffeinhaltigem wie entkoffeiniertem Kaffee, wurde in randomisierten Studien mit h\u00f6heren Werten des LDL-Cholesterins in Verbindung gebracht. Der Stoff steckt vor allem in ungefilterten Zubereitungen, also in Espresso, French Press, t\u00fcrkischem und gekochtem Kaffee, w\u00e4hrend Papierfilter einen gro\u00dfen Teil davon zur\u00fcckhalten und Instantkaffee ihn praktisch nicht enth\u00e4lt. Uneinheitlich f\u00e4llt auch das Bild beim Blutdruck aus. Bei Menschen mit optimalen Ausgangswerten ging ein Konsum von ein bis drei Tassen t\u00e4glich mit einem h\u00f6heren Risiko f\u00fcr Bluthochdruck einher, w\u00e4hrend mehr als drei Tassen mit einem niedrigeren Risiko verbunden waren. Randomisierte Daten sprechen zudem f\u00fcr ein geringeres Risiko f\u00fcr Vorhofflimmern, gleichzeitig traten h\u00e4ufiger vorzeitige Herzschl\u00e4ge aus den Herzkammern auf. In dieselbe Richtung weisen \u00e4ltere Auswertungen zur <a href=\"https:\/\/www.forschung-und-wissen.de\/nachrichten\/medizin\/moderater-kaffeekonsum-reduziert-die-sterblichkeit-13376733\" title=\"Moderater Kaffeekonsum, Herzrhythmusst\u00f6rungen und Sterblichkeit im Vergleich der Kaffeearten\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Sterblichkeit bei moderatem Konsum<\/a>, die zwischen Instantkaffee und gemahlenem Kaffee klare Unterschiede fanden.<\/p>\n<p>Was f\u00fcr die eigene Herzgesundheit offen bleibt<\/p>\n<p>Eine allgemeing\u00fcltige Empfehlung leitet die Autorengruppe daraus ausdr\u00fccklich nicht ab. Wie stark jemand reagiert, h\u00e4ngt von Alter, Vorerkrankungen, eingenommenen Medikamenten, genetischen Varianten und der individuellen Abbaugeschwindigkeit ab, weshalb dieselbe Menge bei einer Person unauff\u00e4llig bleibt und bei der n\u00e4chsten Herzstolpern, Angstgef\u00fchle oder Schlafst\u00f6rungen ausl\u00f6st. Weil die Evidenz f\u00fcr detaillierte Vorgaben als nicht ausreichend gilt, wurde Koffein in die aktuelle Ern\u00e4hrungsempfehlung zur Herzgesundheit gar nicht erst aufgenommen. Die Autoren fordern deshalb mehr randomisierte Studien, insbesondere zu Energydrinks und vergleichbaren Produkten, sowie eine bessere Kl\u00e4rung der Frage, warum Menschen so unterschiedlich reagieren. F\u00fcr eine realistische Einsch\u00e4tzung der eigenen Aufnahme z\u00e4hlen zudem alle Quellen zusammen, denn auch Tee, Schokolade, Limonaden, Nahrungserg\u00e4nzungsmittel und manche Medikamente tragen zur Tagesbilanz bei, wie eine \u00dcbersicht zum <a href=\"https:\/\/www.forschung-und-wissen.de\/nachrichten\/medizin\/koffeinkonsum-wie-viel-koffein-ist-gesundheitlich-unbedenklich-13376397\" title=\"Koffeinkonsum und gesundheitlich unbedenkliche Tagesmengen im \u00dcberblick\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">unbedenklichen Koffeinkonsum<\/a> im Detail aufschl\u00fcsselt.<\/p>\n<p>Circulation, Caffeine and Cardiovascular Disease: A Scientific Statement From the American Heart Association; doi:10.1161\/CIR.0000000000001454<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"(Symbolbild). 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