{"id":309816,"date":"2026-08-02T12:43:09","date_gmt":"2026-08-02T12:43:09","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/309816\/"},"modified":"2026-08-02T12:43:09","modified_gmt":"2026-08-02T12:43:09","slug":"falcon-9-einschlag-auf-dem-mond-simulationen-sagen-sichtbare-staubwolke-voraus","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/309816\/","title":{"rendered":"Falcon-9-Einschlag auf dem Mond: Simulationen sagen sichtbare Staubwolke voraus"},"content":{"rendered":"<p>Am 5. August 2026 kommt es <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/news\/Weltraumschrott-von-SpaceX-vor-Einschlag-auf-dem-Mond-NASA-Sonde-soll-nachsehen-11370236.html\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">voraussichtlich um 08:34 Uhr deutscher Zeit (06:34 UTC)<\/a> auf dem Mond zu einem au\u00dfergew\u00f6hnlichen, von Menschen verursachten Ereignis: Die ausgediente obere Stufe einer <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/news\/Einschlag-Anfang-August-Raketenstufe-von-SpaceX-auf-Kollisionskurs-mit-dem-Mond-11291512.html\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Falcon-9-Rakete von SpaceX<\/a> wird mit rund 8700 Kilometern pro Stunde auf der Oberfl\u00e4che des Erdtrabanten einschlagen. Das etwa 3,9 Tonnen schwere Wrack ist seit \u00fcber einem Jahr unkontrolliert im All unterwegs.<\/p>\n<p>        Weiterlesen nach der Anzeige<\/p>\n<p>Gestartet war die Rakete am 15. Januar 2025 vom Kennedy Space Center in Florida, um die beiden kommerziellen <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/news\/Mission-des-Mondlanders-Blue-Ghost-endet-nach-zwei-Wochen-10319924.html\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Mondlander Blue Ghost-1 von Firefly Aerospace<\/a> und <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/news\/Private-japanische-Sonde-soll-winziges-Schwedenhaus-auf-den-Mond-bringen-9955598.html\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Hakuto-R Mission 2 des japanischen Unternehmens Ispace<\/a> zum Erdtrabanten zu bringen. Die Sonden setzte die Rakete auch im Orbit ab, nur die Blue Ghost-1 erreichte allerdings den Mond. W\u00e4hrend die erste Stufe der Rakete (\u201eFirst Stage\u201c) danach wieder wie vorgesehen zur Erde zur\u00fcckkehrte, kreist die zweite Stufe (\u201eSecond Stage\u201c) seitdem weiter durch den Orbit. Normalerweise \u00e4ndert die zweite Stufe nach dem Abgeben der Ladung noch einmal ihre Flugbahn und vergl\u00fcht kontrolliert in der Atmosph\u00e4re. Das ist allerdings schon \u00f6fter missgl\u00fcckt. Jetzt befindet sich die besagte Zweitstufe auf Kollisionskurs mit dem Mond.<\/p>\n<p>Einschl\u00e4ge auf dem Mond sind zwar h\u00e4ufig, doch der nun erwartete Aufprall bietet der Forschung eine seltene Gelegenheit. Anders als ein kompakter Meteorit besteht die Raketenstufe aus einem d\u00fcnnwandigen Hohlk\u00f6rper mit einem massiven Triebwerk. Ein internationales Forscherteam um William Jo von der University of Texas in Austin <a href=\"https:\/\/arxiv.org\/pdf\/2607.23904\" rel=\"external noopener nofollow\" target=\"_blank\">simulierte den Einschlag<\/a> mit dem <a href=\"https:\/\/isale-code.github.io\" rel=\"external noopener nofollow\" target=\"_blank\">Programm Isale<\/a>. Demnach schl\u00e4gt zun\u00e4chst das Triebwerk ein und erzeugt eine erste Vertiefung, bevor die kollabierenden Seitenw\u00e4nde den Gro\u00dfteil der Energie in den Mondboden \u00fcbertragen. Dadurch unterscheidet sich der Einschlagsmechanismus deutlich von nat\u00fcrlichen Kollisionen.<\/p>\n<p>Gewaltige Staubwolke erwartet<\/p>\n<p>Innerhalb der ersten 25 Millisekunden werden laut der Analyse \u00fcber zw\u00f6lf Tonnen Mondstaub und Gestein aufgewirbelt. Die Simulationen zeigen zwei markante Strukturen: Eine breite Auswurffahne soll in 15 bis 20 Kilometer H\u00f6he aufsteigen und sich \u00fcber einen Radius von bis zu 183 Kilometern ausbreiten. Das meiste Material falle nach drei bis vier Minuten wieder zur\u00fcck, so die Erwartung. Gleichzeitig schie\u00dfe direkt \u00fcber der Einschlagstelle ein schmaler senkrechter Staubstrahl bis in 50 bis 100 Kilometer H\u00f6he und bleibe bis zu zehn Minuten bestehen.<\/p>\n<p>Die Staubwolke k\u00f6nnte mit ausreichend leistungsf\u00e4higen Teleskopen mehrere Minuten lang erkennbar sein, da die Partikel im luftleeren Raum das Sonnenlicht stark reflektieren. Beobachtungen sind vor allem von Regionen der Erde mit Blick auf den sonnenbeschienenen westlichen Mondrand m\u00f6glich. Auch das Weltraumteleskop Hubble sowie Mondsonden wie der Lunar Reconnaissance Orbiter der NASA und S\u00fcdkoreas Danuri sollen Vorher-Nachher-Aufnahmen des voraussichtlich rund 27 Meter breiten und f\u00fcnf Meter tiefen Kraters anfertigen.<\/p>\n<p>\u00dcber das Schauspiel hinaus d\u00fcrfte der Einschlag Daten f\u00fcr die Raumfahrt liefern. Nach <a href=\"https:\/\/www.space.com\/astronomy\/moon\/a-spacex-rocket-will-crash-into-the-moon-next-week-and-scientists-arent-sure-what-to-expect\" rel=\"external noopener nofollow\" target=\"_blank\">Einsch\u00e4tzung von Benjamin Fernando vom Los Alamos National Laboratory helfen sie dabei<\/a>, Risiken durch k\u00fcnstlichen Weltraumschrott f\u00fcr k\u00fcnftige Mondmissionen besser einzusch\u00e4tzen. Auswurfmaterial k\u00f6nnte im Extremfall bis zu 1000 Kilometer weit fliegen. Zudem l\u00e4sst sich der exakt bekannte Einschlag zur Kalibrierung seismischer Messger\u00e4te nutzen. Angesichts der wachsenden Zahl von Mondmissionen sehen Experten den Vorfall zugleich als Mahnung: Ein kleiner Kursimpuls nach dem Aussetzen der Nutzlast h\u00e4tte gen\u00fcgt, um die Oberstufe auf eine Sonnenumlaufbahn zu schicken und den Einschlag zu verhindern.<\/p>\n<p>        Weiterlesen nach der Anzeige<\/p>\n<p>(<a class=\"redakteurskuerzel__link\" href=\"https:\/\/www.heise.de\/news\/mailto:nen@heise.de\" title=\"Niklas Engelking\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">nen<\/a>)<\/p>\n<p>\n      Dieser Link ist leider nicht mehr g\u00fcltig.\n    <\/p>\n<p>Links zu verschenkten Artikeln werden ung\u00fcltig,<br \/>\n      wenn diese \u00e4lter als 7\u00a0Tage sind oder zu oft aufgerufen wurden.\n    <\/p>\n<p>Sie ben\u00f6tigen ein heise+ Paket, um diesen Artikel zu lesen. Jetzt eine Woche unverbindlich testen \u2013 ohne Verpflichtung!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Am 5. 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