{"id":311056,"date":"2026-08-03T06:16:09","date_gmt":"2026-08-03T06:16:09","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/311056\/"},"modified":"2026-08-03T06:16:09","modified_gmt":"2026-08-03T06:16:09","slug":"europas-arbeitstag-greift-immer-staerker-in-die-freizeit-ein","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/311056\/","title":{"rendered":"Europas Arbeitstag greift immer st\u00e4rker in die Freizeit ein"},"content":{"rendered":"<p>Haben Sie schon einmal sp\u00e4t in der Nacht auf berufliche E-Mails geantwortet? Viele Menschen kennen genau diese Situation nur zu gut.<\/p>\n<p>          <img decoding=\"async\" class=\"c-ad__placeholder__logo\" src=\"https:\/\/static.euronews.com\/website\/images\/logos\/logo-euronews-stacked-outlined-72x72-grey-9.svg\" width=\"72\" height=\"72\" alt=\"\" loading=\"lazy\"\/><br \/>\n          WERBUNG<\/p>\n<p>          <img decoding=\"async\" class=\"c-ad__placeholder__logo\" src=\"https:\/\/static.euronews.com\/website\/images\/logos\/logo-euronews-stacked-outlined-72x72-grey-9.svg\" width=\"72\" height=\"72\" alt=\"\" loading=\"lazy\"\/><br \/>\n          WERBUNG<\/p>\n<p>Homeoffice und andere Formen ortsflexibler Arbeit haben sich stark ausgebreitet. Zusammen mit der anhaltenden Unsicherheit und Entlassungswellen auf dem globalen Arbeitsmarkt verwischt das die Grenze zu angemessenen Arbeitszeiten immer st\u00e4rker.<\/p>\n<p>F\u00fcr Millionen Europ\u00e4erinnen und Europ\u00e4er greift die Arbeit immer weiter in die Freizeit hinein.<\/p>\n<p>Laut einer wichtigen Eurofound-Studie, die im Juni ver\u00f6ffentlicht wurde, berichtet etwa ein F\u00fcnftel der Besch\u00e4ftigten in der EU, dass sie aus beruflichen Gr\u00fcnden viele Male im Monat au\u00dferhalb der \u00fcblichen Arbeitszeit kontaktiert werden. Das sorgt f\u00fcr erheblichen zus\u00e4tzlichen Stress und st\u00e4rkt eine Always-on-Kultur.<\/p>\n<p>Das Ph\u00e4nomen betrifft auch das Vereinigte K\u00f6nigreich. Der neue \u201eAlways-On Workforce Report 2026\u201c des Lebenslauf-Portals MyPerfectCV zeigt, dass mehr als die H\u00e4lfte der britischen Besch\u00e4ftigten t\u00e4glich \u00fcber ihre regul\u00e4re Arbeitszeit hinaus arbeitet.<\/p>\n<p>Kontakt au\u00dferhalb der Arbeitszeit treibt Stress<\/p>\n<p>Rund 59 Prozent der von Eurofound befragten Besch\u00e4ftigten in Europa geben an, bei der Arbeit immer oder fast immer unter Stress zu stehen. Je h\u00e4ufiger sie au\u00dferhalb der normalen Arbeitszeiten kontaktiert werden, desto h\u00f6her ist das Stressniveau.<\/p>\n<p>Nur 17 Prozent der Besch\u00e4ftigten, die nie au\u00dferhalb der Arbeitszeit kontaktiert werden, f\u00fchlen sich gestresst.<\/p>\n<p>\u00c4hnlich f\u00e4llt eine aktuelle Auswertung der britischen Arbeitskr\u00e4fteerhebung durch den Gewerkschaftsbund Trades Union Congress (TUC) aus: Im vergangenen Jahr arbeiteten rund 3,5 Millionen Besch\u00e4ftigte im Vereinigten K\u00f6nigreich \u2013 also etwa jede achte arbeitende Person \u2013 regelm\u00e4\u00dfig unbezahlte \u00dcberstunden. Ihr Einsatz entspricht einem gesch\u00e4tzten Gegenwert von 28,5 Milliarden Pfund, also 33,3 Milliarden Euro.<\/p>\n<p>Die immer weiter um sich greifende Always-on-Kultur belastet die psychische Gesundheit und verschiebt die Balance zwischen Arbeit und Privatleben.<\/p>\n<p>Eurofound nennt hohe Arbeitsbelastung als wichtigsten Grund f\u00fcr Kontakt au\u00dferhalb der Arbeitszeit in Europa.<\/p>\n<p>Vor allem Besch\u00e4ftigte im Homeoffice tun sich schwer, klare Grenzen zu ziehen. Sie leisten h\u00e4ufiger \u00dcberstunden, haben unregelm\u00e4\u00dfige Arbeitszeiten und erleben, wie Aufgaben in die Freizeit hineinreichen. Oft kommt noch die Erwartung hinzu, st\u00e4ndig erreichbar zu sein.<\/p>\n<p>\u201eUnter Besch\u00e4ftigten mit flexiblen Anfangs- und Endzeiten berichten 64 Prozent, zumindest gelegentlich au\u00dferhalb der Arbeitszeit kontaktiert zu werden, verglichen mit 49 Prozent bei Besch\u00e4ftigten mit festen Arbeitszeiten. Ein \u00e4hnliches Muster zeigt sich beim Arbeitsort: 63 Prozent der Telearbeitenden erleben solche Kontakte, gegen\u00fcber 48 Prozent der Besch\u00e4ftigten, die ausschlie\u00dflich in den R\u00e4umen ihres Arbeitgebers arbeiten\u201c, hei\u00dft es in der Eurofound-Erhebung.<\/p>\n<p>Laut Always-On Workforce Report haben 92 Prozent der Besch\u00e4ftigten im Vereinigten K\u00f6nigreich Schwierigkeiten, in ihrer Freizeit gedanklich von der Arbeit abzuschalten. Das liegt deutlich \u00fcber dem europ\u00e4ischen Durchschnitt von 78 Prozent. 88 Prozent f\u00fchlen sich zudem unruhig oder schuldig, wenn sie Urlaub beantragen.<\/p>\n<p>Eine Mischung aus betrieblichen, pers\u00f6nlichen und kulturellen Faktoren verhindert oft, dass Besch\u00e4ftigte wirklich abschalten. Viele f\u00fcrchten, etwas zu verpassen, m\u00f6chten Erwartungen ihres Managements erf\u00fcllen, haben Arbeits-Apps auf ihren Smartphones oder sorgen sich, als leicht ersetzbar zu gelten.<\/p>\n<p>Europa reagiert: Recht auf Abschalten gewinnt an Bedeutung<br \/>\nWie L\u00e4nder das Recht auf Abschalten st\u00e4rken<\/p>\n<p>Um die Balance zwischen Arbeit und Privatleben besser zu sch\u00fctzen, haben mehrere europ\u00e4ische Staaten, darunter Frankreich, Italien, Belgien, Spanien, Portugal, Irland, Griechenland und Luxemburg, neue Regeln eingef\u00fchrt. Dazu geh\u00f6ren gesetzliche Vorgaben, arbeitsrechtliche Bestimmungen und betriebliche Kodizes, die den Kontakt au\u00dferhalb der Arbeitszeit begrenzen und das Recht der Besch\u00e4ftigten auf Ruhe sichern sollen.<\/p>\n<p>Die Ma\u00dfnahmen reichen von einem gesetzlichen Recht auf Unerreichbarkeit \u00fcber \u00c4nderungen der Arbeitsgesetze bis hin zu Tarifvertr\u00e4gen und unverbindlichen Verhaltenskodizes. Im Vereinigten K\u00f6nigreich gibt es dagegen bislang kein eigenes gesetzliches Recht, nach Feierabend nicht mehr erreichbar sein zu m\u00fcssen.<\/p>\n<p>Trotz dieser Fortschritte bleibt die Umsetzung in der Praxis schwierig. Die nationalen Ans\u00e4tze unterscheiden sich stark, Europa wirkt regulativ zersplittert. Arbeitgeber sto\u00dfen zudem auf tief verankerte Always-on-Kulturen in den Betrieben. Hybride Arbeit, internationale Zusammenarbeit und grenz\u00fcberschreitende Teams machen es zus\u00e4tzlich schwer, klare Grenzen zwischen Arbeits- und Freizeit zu ziehen.<\/p>\n<p>Besonders deutlich wird das bei F\u00fchrungskr\u00e4ften und Besch\u00e4ftigten mit flexiblen Arbeitsmodellen. Ihre Jobs bringen oft unregelm\u00e4\u00dfige Arbeitszeiten, gro\u00dfe Eigenverantwortung und Zusammenarbeit \u00fcber verschiedene Zeitzonen hinweg mit sich. Dadurch ist h\u00e4ufig unklar, wann sie verf\u00fcgbar sein sollen und wo ihre pers\u00f6nliche Zeit beginnt.<\/p>\n<p>In einigen L\u00e4ndern gelten bestimmte Pflichten nur f\u00fcr Unternehmen ab einer bestimmten Gr\u00f6\u00dfe. Besch\u00e4ftigte in kleineren Betrieben erhalten dadurch mitunter deutlich weniger Schutz.<\/p>\n<p>Viele Besch\u00e4ftigte beantworten Nachrichten nach Feierabend dennoch freiwillig \u2013 aus Angst vor Nachteilen oder davor, als wenig engagiert zu gelten. F\u00fcr Organisationen wird es dadurch noch schwieriger, eine dauerhafte Ver\u00e4nderung der Unternehmenskultur zu erreichen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Haben Sie schon einmal sp\u00e4t in der Nacht auf berufliche E-Mails geantwortet? 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