{"id":311256,"date":"2026-08-03T08:13:07","date_gmt":"2026-08-03T08:13:07","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/311256\/"},"modified":"2026-08-03T08:13:07","modified_gmt":"2026-08-03T08:13:07","slug":"trockenheit-wasserkraftwerke-daempfen-folgen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/311256\/","title":{"rendered":"Trockenheit: Wasserkraftwerke d\u00e4mpfen Folgen!"},"content":{"rendered":"<p>Geringe Niederschl\u00e4ge gepaart mit hohen Temperaturen setzen Betreiber*innen von Kleinwasserkraftwerken zunehmend unter Druck. Wasserkraftwerke sorgen f\u00fcr letzte R\u00fcckzugsorte. Kleinwasserkraft \u00d6sterreich fordert zum Schutz der Umwelt einen schnelleren Ausbau aller Erneuerbaren und praxistaugliche Rahmenbedingungen.<\/p>\n<p>Die prek\u00e4re Niederschlagssituation und Hitzewellen sorgen \u00f6sterreichweit f\u00fcr eine geringere Stromproduktion durch die Kleinwasserkraft. \u201eBei einigen Anlagen gibt es Abweichungen von 25 bis 30 % vom langj\u00e4hrigen Durchschnitt, andere sind wesentlich st\u00e4rker betroffen und steuern auf eine Jahresproduktion von unter 50 % des langj\u00e4hrigen Schnittes zu.\u201c, so Mag. Hannes Taubinger, Pr\u00e4sident des Vereins Kleinwasserkraft \u00d6sterreich. Besonders stark betroffen sind das Innviertel in Ober\u00f6sterreich und das Waldviertel in Nieder\u00f6sterreich.<\/p>\n<p>\u00d6kologische Folgen &amp; Verantwortung<\/p>\n<p>Die niedrigen Wasserst\u00e4nde sorgen nicht nur f\u00fcr eine geringere Stromproduktion, sondern schaden auch der lokalen Flora und Fauna: das Wasser in den heimischen Flie\u00dfgew\u00e4ssern wird nicht nur weniger, sondern es erhitzt sich zunehmend. Zus\u00e4tzlich sinkt der Sauerstoffgehalt. All das f\u00fchrt bei Pflanzen und Wasserlebewesen, die auf k\u00fchlere Temperaturbereiche angewiesen sind, zu Hitzestress. Dieser kann von der nachhaltigen Sch\u00e4digung der Organismen bis hin zum Ableben f\u00fchren.<\/p>\n<p>\u201eIm Bereich rund um Kleinwasserkraftanlagen k\u00f6nnen Wasserlebewesen oftmals Schutz suchen: In Staubereichen ist das Wasser k\u00fchler. Fische k\u00f6nnen sich dort in die tieferen Wasserschichten zur\u00fcckziehen. Zus\u00e4tzlich wurde bei einigen Kraftwerken im Rahmen von Ausgleichsma\u00dfnahmen beispielsweise Beschattungen gepflanzt: Diese helfen, die Wassertemperatur zu begrenzen.\u201c, erkl\u00e4rt Dr. Paul Ablinger, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer des Vereins Kleinwasserkraft \u00d6sterreich.<\/p>\n<p>Auch zus\u00e4tzliche, freiwillige Ma\u00dfnahmen werden durchgef\u00fchrt: \u201eObwohl der Zufluss bei Zwettl in den Ottensteiner Stausee seit Anfang Mai dieses Jahres zum gr\u00f6\u00dften Teil unter 1,00 m\u00b3\/s liegt und seit etwa zwei Wochen nur mehr rund 0,45 m\u00b3\/s betr\u00e4gt, wurde seitens EVN Naturkraft freiwillig eine deutlich h\u00f6here Wassermenge in den Unterlauf des Kamp abgegeben. Seit dem Wochenende wurde die Abgabe mit Abstimmung der Beh\u00f6rden, bei einem aktuellen Zufluss von 0,43 m\u00b3\/s auf 2,00 m\u00b3\/s erh\u00f6ht, um den stellenweisen bereits jetzt vorherrschenden katastrophalen Auswirkungen im Unterlauf des Kamp entgegenzuwirken. So zeigt sich nach dem Hochwasser 2024 einmal mehr, wie die Kampkette mit dem gro\u00dfen Speicher Ottenstein in ihrer ausgleichenden Funktion den Kamp in extremen Wetterperioden unterst\u00fctzen kann.\u201c, so Dipl.-Ing. Helwig \u00dcberacker, Landessprecher Nieder\u00f6sterreich.<\/p>\n<p>Gesamtproduktion wird 2026 vermutlich niedriger ausfallen<\/p>\n<p>Da die Wasserverf\u00fcgbarkeit bereits im Fr\u00fchjahr 2026 gering war, wird die Gesamtproduktion der Kleinwasserkraft gegen\u00fcber dem Vorjahr voraussichtlich niedriger ausfallen. 2025 gab es zumindest im Juli und August Niederschl\u00e4ge, die dem Durchschnitt entsprochen haben, dies scheint heuer nicht der Fall zu sein.<\/p>\n<p>Die Wetterprognose von Geosphere Austria zeigt, dass die Temperaturen in den kommenden Tagen \u00f6sterreichweit weiterhin deutlich \u00fcber 30\u00b0 Celsius betragen werden. Unter dieser Voraussetzung ist eine Besserung der Lage in naher Zukunft unwahrscheinlich.<\/p>\n<p>Erneuerbaren-Ausbau, Restwasserabgabe &amp; Klimaschutz als wesentliche Stellschrauben<\/p>\n<p>\u201eWas gerade geschieht, ist Folge der mangelnden Klimapolitik und des verschlafenen Erneuerbaren-Ausbaus. Statt im internationalen Kontext mit gutem Beispiel voranzugehen, werden nach wie vor das \u00f6ffentliche Interesse der Kleinwasserkraft nicht anerkannt, Beschleunigungsgebiete nicht ausgewiesen und Verbesserungen der Erneuerbaren-Richtlinie nicht umgesetzt.\u201c, so Ablinger. Der Ausbau der Kleinwasserkraft wirkt sich positiv auf die CO\u2082-Bilanz aus, ersetzt fossile Stromimporte und ist somit aktiver Klimaschutz. Querbauwerke, bei denen zuk\u00fcnftig ohnehin die Durchg\u00e4ngigkeit hergestellt werden muss, bieten sich hierf\u00fcr besonders an.<\/p>\n<p>\u201eDie aktuelle Situation ist eine Herausforderung. Die Trockenheit zeigt, wie verletzlich unsere Energieversorgung gegen\u00fcber den Folgen des Klimawandels ist. Umso wichtiger ist es, jetzt die richtigen politischen Weichen zu stellen: Es braucht vor allem einen konsequenten Ausbau der Erneuerbaren und praxistaugliche Rahmenbedingungen.\u201c, so Ablinger abschlie\u00dfend.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Geringe Niederschl\u00e4ge gepaart mit hohen Temperaturen setzen Betreiber*innen von Kleinwasserkraftwerken zunehmend unter Druck. 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