{"id":312421,"date":"2026-08-03T20:29:18","date_gmt":"2026-08-03T20:29:18","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/312421\/"},"modified":"2026-08-03T20:29:18","modified_gmt":"2026-08-03T20:29:18","slug":"verborgene-waermeinseln-ueber-25-grad-unter-wien-wird-sogar-das-grundwasser-heiss","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/312421\/","title":{"rendered":"Verborgene W\u00e4rmeinseln \u2013 \u00dcber 25 Grad! Unter Wien wird sogar das Grundwasser hei\u00df"},"content":{"rendered":"<p class=\"col-12 col-md-10 col-lg-8 gb-p raw mx-auto\">Der Osten \u00d6sterreichs gl\u00fcht. Der zweite H\u00f6hepunkt der neuen Hitzewelle bringt wieder 40 Grad im Schatten, die GeoSphere Austria hat bis inklusive Mittwoch die h\u00f6chste Hitzewarnstufe Rot ausgegeben.<\/p>\n<p class=\"col-12 col-md-10 col-lg-8 gb-p raw mx-auto\">Dabei sind schon &#8222;normale&#8220; Sommertemperaturen in vielen Stra\u00dfen Wiens kaum auszuhalten. Gerade dort, wo es nur Asphalt, Beton und H\u00e4userfassaden gibt, ist es unertr\u00e4glich. &#8222;Das heizt sich so stark auf, weil die Sonnenenergie und W\u00e4rme sich sozusagen in diesen Materialien speichert und akkumuliert&#8220;, erkl\u00e4rt\u00a0<a data-li-document-ref=\"120232758\" href=\"https:\/\/www.heute.at\/s\/-120232758\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Christian Griebler<\/a> von der Universit\u00e4t Wien in einem \u00d61-Interview.<\/p>\n<p>&#8222;Heute&#8220; auf Google als bevorzugte&amp;nbspQuelle festlegen<a href=\"https:\/\/www.google.com\/preferences\/source?q=heute.at\" rel=\"noopener noreferrer nofollow\" target=\"_blank\">Hinzuf\u00fcgen<\/a><\/p>\n<p class=\"col-12 col-md-10 col-lg-8 gb-p raw mx-auto\">Wo Fl\u00e4chen versiegelt sind, B\u00e4ume fehlen und kaum Wasser verdunsten kann, wird die Hitze gespeichert.<\/p>\n<p>U-Bahn, Garagen, Rohre &#8211; alles gibt W\u00e4rme ab<\/p>\n<p class=\"col-12 col-md-10 col-lg-8 gb-p raw mx-auto\">Doch laut dem \u00d6kologen und Klimaforscher bleibt die Erw\u00e4rmung nicht an der Oberfl\u00e4che stehen. Auch tief unter der Stadt entstehen Hitzeinseln &#8211; und sie betreffen ausgerechnet das Grundwasser.<\/p>\n<p class=\"col-12 col-md-10 col-lg-8 gb-p raw mx-auto\">Das Problem endet aber nicht bei aufgeheizten Stra\u00dfen. Griebler verweist auf zahlreiche W\u00e4rmequellen im Untergrund: U-Bahn-Tunnel, Tiefgaragen, W\u00e4rmeversorgung und Abwasserrohre geben Hitze ab. Auch die Versiegelung spielt eine Rolle, weil W\u00e4rme aus der Stadt in tiefere Schichten weitergeleitet wird.<\/p>\n<p class=\"col-12 col-md-10 col-lg-8 gb-p raw mx-auto\">Die Folge: Unter Wien gibt es Bereiche, in denen das Grundwasser deutlich w\u00e4rmer ist als im nat\u00fcrlichen Zustand. Au\u00dferhalb der Stadt h\u00e4tte es laut Griebler etwa 10 Grad Celsius. Der blo\u00dfe Effekt dichter Verbauung k\u00f6nne es bereits um zwei bis drei Grad erw\u00e4rmen.\u00a0Doch in manchen Wiener Bereichen geht es weit dar\u00fcber hinaus.<\/p>\n<p>Grundwasser ist mehr als nur Wasser<\/p>\n<p class=\"col-12 col-md-10 col-lg-8 gb-p raw mx-auto\">&#8222;Wir haben aber W\u00e4rmeinseln in Wien, wo wir Grundwasser \u00fcber 25 Grad haben und noch h\u00f6her&#8220;, warnt der Wissenschafter.<\/p>\n<p class=\"col-12 col-md-10 col-lg-8 gb-p raw mx-auto\">Das klingt zun\u00e4chst abstrakt, hat aber eine wichtige Bedeutung. Denn Grundwasser ist nicht nur blo\u00df S\u00fc\u00dfwasser, sondern auch ein eigenes, bisher nicht wenig erforschtes \u00d6kosystem. Dort leben unz\u00e4hlige Bakterien, kleine Krebstiere, W\u00fcrmer, Schnecken und Milben. Sie helfen dabei, Hohlr\u00e4ume offenzuhalten und tragen zur nat\u00fcrlichen Wasserreinigung bei.<\/p>\n<p class=\"col-12 col-md-10 col-lg-8 gb-p raw mx-auto\">&#8222;Die fressen Mikroorganismen dort, wo sie sich zu viel vermehren. Und die Mikroorganismen helfen, Schadstoffe und N\u00e4hrstoffe rauszunehmen, die zu recyceln und abzubauen&#8220;, gibt Griebler Einblick in diese f\u00fcr uns verborgene und besonders sch\u00fctzenswerte Welt.<\/p>\n<p class=\"col-12 col-md-10 col-lg-8 gb-p raw mx-auto\">Denn das Grundwasser ist der &#8222;<a data-li-document-ref=\"120227806\" href=\"https:\/\/www.heute.at\/s\/europaweite-duerre-trifft-oesterreich-besonders-hart-120227806\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">unsichtbaren S\u00fc\u00dfwasserschatz<\/a>&#8220; \u00d6sterreichs, mahnt der \u00d6kologe. Es sei mengenm\u00e4\u00dfig rund 100-mal mehr als das Wasser in Seen und Fl\u00fcssen zusammen. &#8222;Das ist eigentlich der richtige Speicher, von dem wir zehren&#8220;.<\/p>\n<p class=\"col-12 col-md-10 col-lg-8 gb-p raw mx-auto\">Wird das Grundwasser zu warm, ger\u00e4t diese Lebensgemeinschaft aber unter Druck. Viele Organismen sind an niedrige Temperaturen angepasst. &#8222;Sie sind darauf angewiesen, dass nicht zu viel Energie ins System kommt. Weil dann wandern andere Tiere ein, die einfach kompetitiver sind und sie verdr\u00e4ngen.&#8220;<\/p>\n<p class=\"col-12 col-md-10 col-lg-8 gb-p raw mx-auto\">Aufgrund ihrer sehr langen Lebenszeiten und Lebenszyklen k\u00f6nnten sich die Bewohner der Grundwasserschichten von solchen\u00a0St\u00f6rungen nur schwer erholen, ausweichen k\u00f6nnen sie nicht. Ihr (noch) Vorhandensein macht sie f\u00fcr uns Menschen aber auch zu einem guten Zeiger f\u00fcr die Wasserqualit\u00e4t.<\/p>\n<p>Forscher fordert Entsiegelung<\/p>\n<p class=\"col-12 col-md-10 col-lg-8 gb-p raw mx-auto\">Aus Sicht Grieblers braucht es deshalb ein Umdenken in der Stadtplanung. Er spricht von &#8222;unterirdischer Raumplanung&#8220; &#8211; also davon, den Untergrund nicht l\u00e4nger nur als Platz f\u00fcr Tunnel, Garagen, Leitungen und Energieanlagen zu betrachten.<\/p>\n<p class=\"col-12 col-md-10 col-lg-8 gb-p raw mx-auto\">Gleichzeitig m\u00fcsse Wien &#8222;massivst entsiegeln&#8220;. Offene Fl\u00e4chen, B\u00e4ume, Pflanzen und Wasser k\u00f6nnen k\u00fchlen, weil \u00fcber Verdunstung Hitze abgef\u00fchrt wird. Was an der Oberfl\u00e4che hilft, kann langfristig auch den Untergrund entlasten.<\/p>\n<p class=\"col-12 col-md-10 col-lg-8 gb-p raw mx-auto\">Sogar die W\u00e4rme im Grundwasser k\u00f6nnte laut Griebler genutzt werden &#8211; etwa als Energiequelle, oder um Gehsteige im Winter eisfrei zu halten. Entscheidend sei aber, konkrete W\u00e4rmequellen zu erkennen, gezielt anzugehen und damit auch dem \u00d6kosystem etwas Gutes zu tun.<\/p>\n<p> {title &amp;&amp; {title} } rcp, {title &amp;&amp; {title} } 03.08.2026, 15:07<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Der Osten \u00d6sterreichs gl\u00fcht. 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