{"id":314521,"date":"2026-08-04T19:29:14","date_gmt":"2026-08-04T19:29:14","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/314521\/"},"modified":"2026-08-04T19:29:14","modified_gmt":"2026-08-04T19:29:14","slug":"parkinson-warum-raucher-seltener-erkranken-und-forscher-auf-kohlenmonoxid-als-neue-therapie-setzen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/314521\/","title":{"rendered":"Parkinson: Warum Raucher seltener erkranken \u2013 und Forscher auf Kohlenmonoxid als neue Therapie setzen"},"content":{"rendered":"<p>Raucher erkranken rund 40 Prozent seltener an Parkinson. Forscher pr\u00fcfen, ob niedrig dosiertes Kohlenmonoxid denselben Effekt hat. Wovor die Medizin lange zur\u00fcckschreckte, wird in den USA ein ernstzunehmender Ansatz.<\/p>\n<p class=\"is-first-paragraph\" data-external=\"Article.FirstParagraph\">Zwei Wochen lang trank Gordon Culver jeden Morgen acht Fl\u00e4schchen einer milchigen, eiskalten Fl\u00fcssigkeit. Darin war in kleinen Mengen Kohlenmonoxid gel\u00f6st. Das Gas, an dem Brandopfer h\u00e4ufiger sterben als an den Flammen selbst. Das winzige Molek\u00fcl bindet sich aggressiv an die roten Blutk\u00f6rperchen und verdr\u00e4ngt den Sauerstoff, den diese zu den Organen transportieren. In hohen Dosen ist es t\u00f6dlich.<\/p>\n<p>Gordon Culver ist 74, lebt in Michigan in den USA und hat Parkinson. Er ist Teil einer klinischen Doppelblindstudie zur Vertr\u00e4glichkeit eines neuen Medikaments, an der Wayne State University \u2013 im Herzen der einstigen Autometropole Detroit. Der Grund, weshalb die Forscher dort Parkinsonpatienten ausgerechnet ein Atemgift zu trinken geben, ist eine der bestbelegten und zugleich unbequemsten Beobachtungen der Neuro-Epidemiologie.<\/p>\n<p>\u201eRaucher erkranken ungef\u00e4hr 40 Prozent <a class=\"is-link c-block-items__link is-external c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/pubmed.ncbi.nlm.nih.gov\/12205639\/\" target=\"_blank\" title=\"Link wird in einem neuen Tab ge\u00f6ffnet\" rel=\"nofollow noopener\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/pubmed.ncbi.nlm.nih.gov\/12205639\/&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\">seltener<\/a> an Parkinson als Nichtraucher, aktive Raucher sogar nur fast halb so oft\u201c, sagt Stephen Gomperts*, Direktor der Lewy Body Dementia Unit am Massachusetts General Hospital in Boston und Associate Professor der Harvard Medical School. \u201eDer Effekt ist abh\u00e4ngig von der <a class=\"is-link c-block-items__link is-external c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/academic.oup.com\/ije\/article\/48\/3\/912\/5184917\" target=\"_blank\" title=\"Link wird in einem neuen Tab ge\u00f6ffnet\" rel=\"nofollow noopener\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/academic.oup.com\/ije\/article\/48\/3\/912\/5184917&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\">Dosis<\/a> \u2013 je mehr jemand raucht und desto l\u00e4nger, umso niedriger ist die Wahrscheinlichkeit f\u00fcr Parkinson.\u201c  <\/p>\n<p>Auff\u00e4lligerweise sind im Blut von Rauchern die Kohlenmonoxidwerte stark erh\u00f6ht, wenn auch weit unterhalb der letalen Dosis. In diesen niedrigen Mengen, so der Gedanke, k\u00f6nnte das Gas eine sch\u00fctzende, wom\u00f6glich sogar regenerative Wirkung entfalten \u2013 auch auf Hirnzellen. Nach dem Prinzip: Die Dosis macht das Gift.<\/p>\n<p>Allein in Deutschland sind etwa 400.000 von Parkinson betroffen, weltweit haben sich die F\u00e4lle in den vergangenen 30 Jahren verdoppelt. Experten sprechen von einer \u201e<a class=\"is-link c-block-items__link is-external c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/pmc.ncbi.nlm.nih.gov\/articles\/PMC6311367\/\" target=\"_blank\" title=\"Link wird in einem neuen Tab ge\u00f6ffnet\" rel=\"nofollow noopener\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/pmc.ncbi.nlm.nih.gov\/articles\/PMC6311367\/&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\">Parkinson-Pandemie<\/a>\u201c \u2013 die sich vermutlich nicht vollst\u00e4ndig durch Alterung und Wachstum der Bev\u00f6lkerung erkl\u00e4ren l\u00e4sst. In der Wissenschaft wird sogar <a class=\"is-link c-block-items__link is-external c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.thelancet.com\/journals\/laneur\/article\/PIIS1474-4422(18)30295-3\/fulltext\" target=\"_blank\" title=\"Link wird in einem neuen Tab ge\u00f6ffnet\" rel=\"nofollow noopener\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.thelancet.com\/journals\/laneur\/article\/PIIS1474-4422(18)30295-3\/fulltext&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\">vorsichtig diskutiert<\/a>, ob ausgerechnet die Erfolge im Kampf gegen den Zigarettenkonsum zu den steigenden Raten beitragen. <\/p>\n<p>Es ist ein Befund, der der Medizin unbequeme Fragen stellt. \u201eDer Zusammenhang galt lange eher als Kuriosit\u00e4t denn als Spur. Auf einem Nutzen des Rauchens l\u00e4sst sich schwer ein Forschungsprogramm aufbauen\u201c, sagt Gomperts \u2013 und stellt sofort klar: \u201eDie gesundheitlichen Sch\u00e4den durch Rauchen \u00fcberwiegen ohne Frage alle potenziellen pr\u00e4ventiven Effekte gegen Parkinson.\u201c<\/p>\n<p>Ursachen von Parkinson<\/p>\n<p>Zigaretten verursachen Krebs und Lungenkrankheiten, sch\u00e4digen Blutgef\u00e4\u00dfe, Herz und die Gef\u00e4\u00dfe im Gehirn. Studien zeigen, dass sie das Risiko f\u00fcr Alzheimer und besonders f\u00fcr vaskul\u00e4re <a class=\"is-link c-block-items__link is-external c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/onlinelibrary.wiley.com\/doi\/10.1002\/acn3.633\" target=\"_blank\" title=\"Link wird in einem neuen Tab ge\u00f6ffnet\" rel=\"nofollow noopener\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/onlinelibrary.wiley.com\/doi\/10.1002\/acn3.633&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\">Demenz<\/a> erh\u00f6hen. <\/p>\n<p>Auch ist noch nicht abschlie\u00dfend gekl\u00e4rt, ob der sch\u00fctzende Zusammenhang mit Parkinson wirklich kausal ist. Zwillingsstudien, bei denen einer rauchte und der andere nicht, spr\u00e4chen zwar f\u00fcr einen echten Schutzeffekt, beweisen ihn aber nicht, sagt Gomperts. Dennoch sei es an der Zeit, den Effekt ernst zu nehmen. \u201eZiel ist ein sauberes Medikament mit dem Schutz, den Raucher bekommen, ohne den t\u00f6dlichen Rauch\u201c, sagt er.<\/p>\n<p>Gordon Culver bemerkte das Zittern seiner H\u00e4nde zum ersten Mal vor etwa acht Jahren, beim Pokerspielen mit Freunden. Zun\u00e4chst f\u00fchrte er die unkontrollierten Bewegungen auf die Spannung des Spiels und auf sein Alter zur\u00fcck. Dann kam 2022 die Diagnose. F\u00fcr die Familie war es ein Schock. Ihm selbst sagte sein Arzt: \u201eEs wird Sie wahrscheinlich nicht umbringen. Aber Sie werden damit leben m\u00fcssen.\u201c<\/p>\n<p>Weshalb er an Parkinson erkrankte, ist unklar. Nur jeder zehnte Fall ist direkt genetisch bedingt. Schwermetalle und Pestizide gelten als Risikofaktoren. So tritt die Nervenkrankheit in <a class=\"is-link c-block-items__link is-external c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/pubmed.ncbi.nlm.nih.gov\/8419812\/\" target=\"_blank\" title=\"Link wird in einem neuen Tab ge\u00f6ffnet\" rel=\"nofollow noopener\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/pubmed.ncbi.nlm.nih.gov\/8419812\/&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\">Michigan<\/a> und im \u201eRust Belt\u201c, dem alten Industrieg\u00fcrtel im <a class=\"is-link c-block-items__link is-external c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.nature.com\/articles\/s41531-022-00410-y\" target=\"_blank\" title=\"Link wird in einem neuen Tab ge\u00f6ffnet\" rel=\"nofollow noopener\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.nature.com\/articles\/s41531-022-00410-y&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\">Norden<\/a> der USA, h\u00e4ufiger auf als im Landesdurchschnitt. Vermutlich litt auch Culvers Gro\u00dfvater dort in den 1960er Jahren daran.  <\/p>\n<p>Culver war selbst Teil dieser Industrie: 29 Jahre in der Autobranche \u2013 allerdings nie in der Fertigung. An seinem Schreibtisch verfeinerte er den legend\u00e4ren Motor V6-Cologne f\u00fcr Ford Motors, sp\u00e4ter den V8er. \u201eEs war ein entspannter Job, physisch nicht beanspruchend\u201c, erinnert sich Culver im Gespr\u00e4ch mit WELT. <\/p>\n<p>Einmal f\u00fchrte ihn eine Dienstreise sogar in die Stadt, die dem Motor den Namen gab \u2013 und \u00fcber deutsche Autobahnen ohne Tempolimit. Nach seinem fr\u00fchzeitigen Ruhestand fuhr er zehn Sommer lang auf einer benachbarten Apfelfarm Traktor. Er stoppte w\u00e4hrend der Corona-Pandemie, wegen der Atemwegserkrankung seiner Frau. M\u00f6glicherweise kam er zuvor jedoch mit Pestiziden in Kontakt.<\/p>\n<p>Sonst passt er auf den ersten Blick in kein Raster. Sport hat er zwar nie viel getrieben, nur mit seinem Sohn spielte er Baseball. Dennoch ist er schlank und, bis auf die Parkinsonerkrankung, gesund.<\/p>\n<p>Geraucht hat er nie.<\/p>\n<p>Einem Wirkstoff auf der Spur<\/p>\n<p>Was seit einigen Jahren in seinem Gehirn geschieht, ist detailliert beschrieben \u2013 nur eben nicht aufzuhalten. Bei Parkinson leidet das Gehirn unter einem massiven Dopaminmangel, weil die Substantia nigra abstirbt, eine Struktur im Mittelhirn aus der evolution\u00e4ren Urzeit. Bei gesunden Menschen produzieren die Neuronen dort gro\u00dfe Mengen Dopamin, ein Teil davon sendet Bewegungssignale an das Striatum im Gro\u00dfhirn. Fehlt dort das Dopamin, setzen typische Symptome ein: langsamere Bewegungen, Muskelsteifheit und das Zittern. Dann ist meist schon mehr als die H\u00e4lfte der Neuronen, die Dopamin bilden, unwiederbringlich zerst\u00f6rt.<\/p>\n<p>Bisherige Medikamente adressieren den Dopaminhaushalt und behandeln \u2013 durchaus erfolgreich \u2013 die Symptome. Gordon Culver nahm w\u00e4hrend der Studie wie gewohnt das Standardmedikament Levodopa-Carbidopa, das sein Gehirn mit einer Vorstufe von Dopamin versorgt, dazu Vitamin B12 f\u00fcr die Nervengesundheit. Er sagt: \u201eMir selbst f\u00e4llt mein Zittern nur auf, wenn mir kalt ist oder ich nerv\u00f6s bin.\u201c<\/p>\n<p>Doch die Forschung sucht einen Wirkstoff, der das Absterben selbst bremst. So wie es Zigaretten anscheinend tun. Als naheliegender Kandidat galt lange Nikotin. Es regt die Dopamin-Aussch\u00fcttung an, im Tierversuch aktivierte es entgiftende Enzyme und bremste Zelltodprogramme. Doch beim Menschen blieb es bislang ohne \u00fcberzeugende <a class=\"is-link c-block-items__link is-external c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/evidence.nejm.org\/doi\/full\/10.1056\/EVIDoa2200311\" target=\"_blank\" title=\"Link wird in einem neuen Tab ge\u00f6ffnet\" rel=\"nofollow noopener\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/evidence.nejm.org\/doi\/full\/10.1056\/EVIDoa2200311&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\">Wirkung<\/a> auf den Krankheitsverlauf. <\/p>\n<p>\u201eEs gibt mehr als 7000 Molek\u00fcle in Zigarettenrauch \u2013 davon mehrere mit Potenzial gegen Parkinson\u201c, sagt Stephen Gomperts. Einen Schl\u00fcssel vermutet er in der Wirkung auf Alpha-Synucleine. Das sind fehlgefaltete Proteine, die sich gerade in den dopaminproduzierenden Neuronen ablagern. Dort verklumpen sie zu Lewy-K\u00f6rpern und lassen die betroffenen Hirnregionen langsam absterben.<\/p>\n<p>\u201eBei Rauchern scheint etwas zellul\u00e4re Reinigungsprogramme im Gehirn zu aktivieren, die diese Proteine beseitigen\u201c, sagt Gomperts. <a class=\"is-link c-block-items__link is-external c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/onlinelibrary.wiley.com\/doi\/epdf\/10.1111\/j.1750-3639.2009.00296.x\" target=\"_blank\" title=\"Link wird in einem neuen Tab ge\u00f6ffnet\" rel=\"nofollow noopener\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/onlinelibrary.wiley.com\/doi\/epdf\/10.1111\/j.1750-3639.2009.00296.x&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\">Hinweise<\/a> lieferte vor einigen Jahren eine Untersuchung. In den Gehirnen verstorbener starker Raucher fand sich deutlich weniger der toxischen Ablagerungen in der Substantia nigra \u2013 jener Hirnregion, die Parkinson zerst\u00f6rt. Und auch die Schwesterkrankheit, die Lewy-K\u00f6rper-Demenz, k\u00f6nnte unter Rauchern offenbar <a class=\"is-link c-block-items__link is-external c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/pubmed.ncbi.nlm.nih.gov\/39276722\/\" target=\"_blank\" title=\"Link wird in einem neuen Tab ge\u00f6ffnet\" rel=\"nofollow noopener\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/pubmed.ncbi.nlm.nih.gov\/39276722\/&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\">seltener<\/a> sein, sagt Gomperts. <\/p>\n<p>Sport und Rauchen \u2013 \u00e4hnliche molekulare Mechanismen?<\/p>\n<p>Dass niedrigdosiertes Kohlenmonoxid diese Reinigung ansto\u00dfen k\u00f6nnte, zeigte Gomperts <a class=\"is-link c-block-items__link is-external c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.nature.com\/articles\/s41531-024-00763-6\" target=\"_blank\" title=\"Link wird in einem neuen Tab ge\u00f6ffnet\" rel=\"nofollow noopener\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.nature.com\/articles\/s41531-024-00763-6&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\">2024<\/a> an parkinsonkranken Ratten \u2013 behandelt mit demselben oralen Medikament, das Culver erhielt. Ihre dopaminproduzierenden Neuronen blieben l\u00e4nger erhalten, die Verklumpung wurde gehemmt. Aus einem Verdacht war ein konkretes Molek\u00fcl geworden. <\/p>\n<p>Warum ausgerechnet dieses Gas? Gomperts Kollege Michael Schwarzschild hat dazu eine <a class=\"is-link c-block-items__link is-external c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.nature.com\/articles\/s41531-026-01424-6\" target=\"_blank\" title=\"Link wird in einem neuen Tab ge\u00f6ffnet\" rel=\"nofollow noopener\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.nature.com\/articles\/s41531-026-01424-6&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\">Vermutung<\/a>. Der Leiter des Labors f\u00fcr Molekulare Neurobiologie am Massachusetts General Hospital sagt: \u201eWir glauben, dass Rauchen teilweise dieselben Signalkaskaden in den Zellen ausl\u00f6st wie aerobes Training.\u201c Zwei Aktivit\u00e4ten, die in ihren Folgen kaum kontr\u00e4rer sein k\u00f6nnten \u2013 und sich molekular doch \u00fcberschneiden.<\/p>\n<p>Aerobes Training \u2013 Joggen, Rudern, Radfahren \u2013 verbrennt viel Sauerstoff und aktiviert vermutlich Gene, die auf Sauerstoffmangel reagieren. So startet ein zellul\u00e4res Rettungsprogramm mit regenerativer Wirkung. Dass <a class=\"is-link c-block-items__link is-external c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/jamanetwork.com\/journals\/jamanetworkopen\/fullarticle\/2703134\" target=\"_blank\" title=\"Link wird in einem neuen Tab ge\u00f6ffnet\" rel=\"nofollow noopener\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/jamanetwork.com\/journals\/jamanetworkopen\/fullarticle\/2703134&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\">Sport<\/a> das Parkinsonrisiko senkt, vor allem bei M\u00e4nnern, ist gut belegt. Ob er sogar den Abbau bei Erkrankten bremst, pr\u00fcft gerade eine gro\u00dfe <a class=\"is-link c-block-items__link is-external c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.sparx3pd.com\/\" target=\"_blank\" title=\"Link wird in einem neuen Tab ge\u00f6ffnet\" rel=\"nofollow noopener\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.sparx3pd.com\/&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\">US-Studie<\/a>, an der Schwarzschild mitwirkt. <\/p>\n<p>Teile dieses Reparatursystems lassen sich offenbar chemisch z\u00fcnden. Auch Kohlenmonoxid erzeugt k\u00fcnstlich einen milden Sauerstoffmangel. Und viele der Schutzenzyme, die das Gas in den Ratten aus Gomperts\u2018 Studie anregte, sind die gleichen, die beim Ausdauersport vermutet werden. Ob es die Reaktion auch im Menschen ausl\u00f6st, ist offen. Das Beispiel Nikotin zeigt, dass das keineswegs selbstverst\u00e4ndlich ist.<\/p>\n<p>\u201eNichts hiervon ist ein Grund, mit dem Rauchen anzufangen oder weiterzurauchen\u201c, stellt Gomperts klar. \u201eEs ist ein Grund, diese Studie ernst zu nehmen. Es geht darum, Menschen den Schutz zu geben \u2013 ohne die Zigarette.\u201c<\/p>\n<p>W\u00e4hrend der zweiw\u00f6chigen Studie (Name: <a class=\"is-link c-block-items__link is-external c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/clinicaltrials.gov\/study\/NCT07005180\" target=\"_blank\" title=\"Link wird in einem neuen Tab ge\u00f6ffnet\" rel=\"nofollow noopener\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/clinicaltrials.gov\/study\/NCT07005180&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\">LoCaMoTE-PD<\/a>) folgte Culver jeden Morgen demselben Ritual. Jedes Fl\u00e4schchen der eisgek\u00fchlten Fl\u00fcssigkeit musste in drei\u00dfig Sekunden geleert werden, alle acht binnen f\u00fcnf Minuten. Dabei durfte er sie nicht sch\u00fctteln, nur vorsichtig wenden, damit keine Luft in die Dosis geriet. Seine Frau \u00fcbernahm das Wenden und stoppte die Zeit. Sie h\u00e4tten es als Team gemacht, sagt er. In den Stunden nach der ersten Dosis habe er eine leichte Verbesserung seiner Motorik gesp\u00fcrt. Ob er seither weniger zittert, kann er selbst nicht sagen. Aber seine Frau sieht einen Unterschied.<\/p>\n<p>Was gegen die Symptome bei Parkinson hilft<\/p>\n<p>Im Alltag hat sich Culver mit seinen Symptomen arrangiert. Er sagt: \u201eAm schlechtesten geht es mir morgens gleich nach dem Aufstehen.\u201c Dann nimmt er seine Tabletten gegen die Symptome \u2013 und macht 25 Minuten lang ein Trainingsprogramm, das speziell f\u00fcr Parkinsonpatienten entwickelt wurde. Es hei\u00dft <a class=\"is-link c-block-items__link is-external c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.dpv-bundesverband.de\/erlangen\/therapien-kurz-gefasst\/bewegen-lsvt-big\" target=\"_blank\" title=\"Link wird in einem neuen Tab ge\u00f6ffnet\" rel=\"nofollow noopener\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.dpv-bundesverband.de\/erlangen\/therapien-kurz-gefasst\/bewegen-lsvt-big&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\">LSVT BIG<\/a> und arbeitet mit betont gro\u00dfen, weit ausgreifenden Bewegungen und dynamischen Streck\u00fcbungen, die den K\u00f6rper mobilisieren.<\/p>\n<p>Es ist zwar kein Ausdauersport. Hintergrund ist aber, dass Parkinsonpatienten systematisch untersch\u00e4tzen, wie klein ihre eigenen Bewegungen geworden sind. Das Programm eicht die Wahrnehmung neu. Culver sagt: \u201eDiese \u00dcbungen tun so gut, dass meine Muskeln danach bis zum fr\u00fchen Nachmittag kaum noch zittern.\u201c<\/p>\n<p>\u201eWie alle Betroffenen hoffen wir nat\u00fcrlich, dass es irgendwann eine Heilung gibt\u201c, sagt Culver. Aber selbst wenn das Medikament wirkt \u2013 ob Rauchen wirklich sch\u00fctzt, kann keine dieser Studien beweisen. Daf\u00fcr br\u00e4uchte es einen Versuch, den keine Ethikkommission je erlauben w\u00fcrde: eine Generation, die raucht, gegen eine, die es nicht tut.<\/p>\n<p>Tats\u00e4chlich startet genau das gerade in Gro\u00dfbritannien \u2013 nur hat es niemand als Experiment angelegt. Seit April 2026 gilt dort ein Gesetz f\u00fcr eine \u201e<a class=\"is-link c-block-items__link is-external c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/bills.parliament.uk\/bills\/3879\" target=\"_blank\" title=\"Link wird in einem neuen Tab ge\u00f6ffnet\" rel=\"nofollow noopener\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/bills.parliament.uk\/bills\/3879&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\">rauchfreie Generation<\/a>\u201c, das den Tabakverkauf an alle ab Jahrgang 2009 dauerhaft verbieten wird. Das schafft eben jene scharf getrennten Geburtsjahrg\u00e4nge, an denen sich ein Schutzeffekt eines Tages ablesen lie\u00dfe.<\/p>\n<p>Dass so viele Menschen aufh\u00f6ren, sei ein wichtiger Fortschritt, sagt Michael Schwarzschild. Mit Kollegen aus Bioethik und Gesundheitspolitik will er die Parkinsonraten dieser Jahrg\u00e4nge nun \u00fcber Jahrzehnte verfolgen. \u201eSo ein Experiment w\u00fcrde man niemals ansetzen\u201c, sagt er. \u201eJetzt aber l\u00e4uft es ohnehin, an einer ganzen Generation. Die Frage ist nur, ob wir es von Beginn an dokumentieren \u2013 oder am Ende dastehen und die Antwort verpasst haben.\u201c<\/p>\n<p>*Stephen Gomperts ist Erfinder einer patentierten Anwendung zu niedrig dosiertem Kohlenmonoxid als m\u00f6glicher Therapie gegen Parkinson; nahe Angeh\u00f6rige von ihm sind an deren kommerzieller Entwicklung beteiligt. Er geh\u00f6rt dem klinischen Beirat der Firma Hillhurst Biopharmaceuticals an \u2013 die das Medikament aus der LoCaMoTE-PD-Studie herstellt \u2013, h\u00e4lt aber keine Anteile und ist dort nicht angestellt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Raucher erkranken rund 40 Prozent seltener an Parkinson. Forscher pr\u00fcfen, ob niedrig dosiertes Kohlenmonoxid denselben Effekt hat. Wovor&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":314522,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":"","_share_on_mastodon":"0"},"categories":[20],"tags":[46,42,129,124,123,64686,8151,81802,9607,44,71509,210],"class_list":["post-314521","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","category-gesundheit","tag-at","tag-austria","tag-gehirn","tag-gesundheit","tag-health","tag-hirnforschung-ks","tag-msn-feed-plus","tag-nervenkrankheiten-ks","tag-neurologie","tag-oesterreich","tag-parkinsonsche-krankheit-ks","tag-texttospeech"],"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@at\/117038898639915060","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/314521","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=314521"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/314521\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/media\/314522"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=314521"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=314521"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=314521"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}