{"id":315363,"date":"2026-08-05T06:03:10","date_gmt":"2026-08-05T06:03:10","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/315363\/"},"modified":"2026-08-05T06:03:10","modified_gmt":"2026-08-05T06:03:10","slug":"darm-wie-das-mikrobiom-bei-seltenem-stuhlgang-proteine-zu-toxischen-abfallstoffen-verdaut","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/315363\/","title":{"rendered":"Darm: Wie das Mikrobiom bei seltenem Stuhlgang Proteine zu toxischen Abfallstoffen verdaut"},"content":{"rendered":"<p>Forscher haben herausgefunden, was im Mikrobiom passiert, wenn der Darm zu aktiv oder zu tr\u00e4ge ist \u2013 mehr, als man bisher dachte. Was Menschen mit gesunder Verdauung richtig machen \u2013 und wer sich sorgen muss.<\/p>\n<p class=\"is-first-paragraph\" data-external=\"Article.FirstParagraph\">Einmal, zweimal oder h\u00e4ufiger? Es geh\u00f6rt zu den Dingen, \u00fcber die kaum jemand spricht. Wer beim Arzt sitzt, erz\u00e4hlt von R\u00fcckenschmerzen, Schlafproblemen oder erh\u00f6htem Blutdruck. Wie oft die Toilette am Tag aufgesucht wird, wirkt dagegen wie eine Nebensache. <\/p>\n<p>Dabei zeigt eine neue Studie, dass genau diese allt\u00e4gliche Routine erstaunlich viel \u00fcber den Zustand des K\u00f6rpers verraten kann. Denn die Arbeit des Darms spiegelt sich offenbar nicht nur im Mikrobiom wider, sondern auch im Stoffwechsel und in der Funktion anderer Organe.<\/p>\n<p>F\u00fcr ihre Untersuchung, die im Fachmagazin <a class=\"is-link c-block-items__link is-external c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.cell.com\/cell-reports-medicine\/fulltext\/S2666-3791(24)00360-4?_returnURL=https%3A%2F%2Flinkinghub.elsevier.com%2Fretrieve%2Fpii%2FS2666379124003604%3Fshowall%3Dtrue\" target=\"_blank\" title=\"Link wird in einem neuen Tab ge\u00f6ffnet\" rel=\"nofollow noopener\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.cell.com\/cell-reports-medicine\/fulltext\/S2666-3791(24)00360-4?_returnURL=https%3A%2F%2Flinkinghub.elsevier.com%2Fretrieve%2Fpii%2FS2666379124003604%3Fshowall%3Dtrue&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\">\u201eCell Reports Medicine\u201c<\/a> erschienen ist, analysierte ein Team des Institutes for Systems Biology in Seattle, USA, Daten von mehr als 1400 gesunden Erwachsenen. Diese teilten sie nach der H\u00e4ufigkeit ihres Stuhlgangs in vier Gruppen: Verstopfung (ein- bis zweimal pro Woche), niedrig-normal (drei- bis sechsmal w\u00f6chentlich), hoch-normal (ein- bis dreimal t\u00e4glich) und Durchfall.<\/p>\n<p>Zus\u00e4tzlich dazu werteten die Forscher deren Blutproben aus, untersuchten Stoffwechselprodukte, analysierten die Zusammensetzung der Darmflora, und ber\u00fccksichtigten Ern\u00e4hrungs- und Lebensgewohnheiten. Die Frage dahinter: Hinterl\u00e4sst eine besonders langsame oder besonders schnelle Verdauung messbare Spuren im K\u00f6rper?<\/p>\n<p>Das Ergebnis war erstaunlich eindeutig: Die Gruppe, die etwa ein- bis dreimal t\u00e4glich zur Toilette ging, schnitt am besten ab. Sowohl bei Menschen mit Verstopfung als auch bei jenen mit besonders h\u00e4ufigen Darmentleerungen fanden sich auff\u00e4llige Unterschiede \u2013 vor allem in ihrer Bakteriengemeinschaft.<\/p>\n<p>Menschen mit Verstopfung beherbergten ein vollkommen anderes Mikrobiom als die mit einer regelm\u00e4\u00dfigen Verdauung. Die Erkl\u00e4rung: Je l\u00e4nger die Nahrung im Darm bleibt, desto st\u00e4rker ver\u00e4ndern sich die Bedingungen f\u00fcr die dort lebenden Organismen. Solange gen\u00fcgend Ballaststoffe vorhanden sind, ern\u00e4hren sie sich davon und produzieren kurzkettige Fetts\u00e4uren, die dem Darm besonders guttun. Wird der Transport langsamer, gehen diese Vorr\u00e4te jedoch zur Neige. Einige Mikroben stellen dann ihren Speiseplan um und beginnen verst\u00e4rkt, Eiwei\u00dfe abzubauen.<\/p>\n<p>Toxische Stoffe bei Verstopfung und Durchfall<\/p>\n<p>Dabei entstehen Stoffe, die sch\u00e4dlich werden k\u00f6nnen: Bei Menschen mit seltenen Darmentleerungen fanden die Forscher h\u00f6here Mengen von Indoxylsulfat, p-Cresolsulfat und Phenylacetylglutamin im Blut. Toxine also, die seit L\u00e4ngerem als belastend f\u00fcr Nieren und Blutgef\u00e4\u00dfe gelten und vermutlich entscheidend f\u00fcr die Entstehung chronischer Erkrankungen verantwortlich sind, darunter Parkinson, Alzheimer und Herz-Kreislauf-Erkrankungen.<\/p>\n<p>Als besonders markant stellte sich dabei Indoxylsulfat heraus. Je seltener die Betroffenen zur Toilette gingen, desto h\u00f6her war die Konzentration des Molek\u00fcls im Blut. Gleichzeitig arbeiteten ihre Nieren schlechter. Das Bemerkenswerte daran: Die meisten Teilnehmer galten als gesund. Die Ver\u00e4nderungen zeigten sich damit bereits, bevor bei ihnen eine Krankheit diagnostiziert wurde.<\/p>\n<p>Doch auch eine zu schnelle Verdauung hat ihren Preis. Passiert der Nahrungsbrei den Darm im Eiltempo, bleibt dem K\u00f6rper weniger Zeit, wertvolle Gallens\u00e4uren zur\u00fcckzugewinnen. Normalerweise werden diese immer wieder recycelt und f\u00fcr die Fettverdauung genutzt. Gehen gr\u00f6\u00dfere Mengen verloren, ger\u00e4t das fein abgestimmte System aus dem Takt. <\/p>\n<p>Menschen mit h\u00e4ufigem Durchfall zeigten demnach \u00f6fter erh\u00f6hte Entz\u00fcndungswerte und Ver\u00e4nderungen, die eine st\u00e4rkere Belastung der Leber signalisierten. Die Probleme, so die Ergebnisse, liegen offenbar an beiden Enden des Spektrums.<\/p>\n<p>Die vielleicht praktischste Erkenntnis der Studie: F\u00fcr einen gesunden Darm braucht es meist keine spektakul\u00e4ren Ma\u00dfnahmen. Menschen mit einer regelm\u00e4\u00dfigen Verdauung a\u00dfen h\u00e4ufiger Obst und Gem\u00fcse, tranken ausreichend Wasser und bewegten sich mehr. Gewohnheiten, die \u00c4rzte seit Jahren empfehlen. Wie wichtig die sind, zeigt sich schon fr\u00fch: Die ersten tausend Tage im Leben gelten als eine entscheidende Phase, in der sich das Mikrobiom entwickelt\u00a0\u2013 und in der sich die Weichen f\u00fcr die sp\u00e4tere Gesundheit stellen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Forscher haben herausgefunden, was im Mikrobiom passiert, wenn der Darm zu aktiv oder zu tr\u00e4ge ist \u2013 mehr,&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":315364,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":"","_share_on_mastodon":"0"},"categories":[20],"tags":[46,42,3358,5801,81937,8120,81938,137,124,123,8196,44,210],"class_list":["post-315363","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","category-gesundheit","tag-at","tag-austria","tag-bakterien","tag-darm","tag-darmerkrankungen-ks","tag-diaet","tag-entzuendungen-ks","tag-ernaehrung","tag-gesundheit","tag-health","tag-mikrobiom","tag-oesterreich","tag-texttospeech"],"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@at\/117041391379192137","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/315363","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=315363"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/315363\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/media\/315364"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=315363"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=315363"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=315363"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}