{"id":316354,"date":"2026-08-05T15:35:32","date_gmt":"2026-08-05T15:35:32","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/316354\/"},"modified":"2026-08-05T15:35:32","modified_gmt":"2026-08-05T15:35:32","slug":"hoffnung-fuer-millionen-woechentliche-hiv-tablette-zeigt-gleiche-wirksamkeit","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/316354\/","title":{"rendered":"Hoffnung f\u00fcr Millionen: W\u00f6chentliche HIV-Tablette zeigt gleiche Wirksamkeit"},"content":{"rendered":"<p> <img decoding=\"async\" fetchpriority=\"high\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/hoffnung-fur-millionen-wochentliche-hiv-tablette-zeigt-gleiche-wirksamkeit-1785877037643_1024.jpg\"  width=\"768\" height=\"432\" alt=\"Die t\u00e4gliche Medikamenteneinnahme bei HIV k\u00f6nnte bald der Geschichte angeh\u00f6ren. Bild: Rolf M\u00fcller\/Universit\u00e4tsklinikum Bonn\" title=\"Die t\u00e4gliche Medikamenteneinnahme bei HIV k\u00f6nnte bald der Geschichte angeh\u00f6ren.\"\/>Die t\u00e4gliche Medikamenteneinnahme bei HIV k\u00f6nnte bald der Geschichte angeh\u00f6ren. Bild: Rolf M\u00fcller\/Universit\u00e4tsklinikum Bonn   <img decoding=\"async\" fetchpriority=\"high\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/lisa-seyde.jpg\" alt=\"Lisa Seyde\" width=\"40\" height=\"40\"\/>    <a class=\"nombre text-hv\" href=\"https:\/\/www.daswetter.com\/autor\/lisa-seyde\/\" title=\"Lisa Seyde\" data-mrf-recirculation=\"pre_article_author\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Lisa Seyde<\/a>     05.08.2026 &#8211; 07:09 Uhr   4 min    <\/p>\n<p>Werden Menschen mit HIV medikament\u00f6s behandelt, m\u00fcssen sie tagt\u00e4glich Tabletten einnehmen. Nun konnten Wissenschaftler jedoch belegen, dass der allt\u00e4gliche Rhythmus nicht unbedingt notwendig ist. Eine neue orale Kombinationstherapie muss lediglich einmal pro Woche eingenommen werden und erzielt dennoch vergleichbare Behandlungsergebnisse wie etablierte Medikamente.<\/p>\n<p>An der Phase-3-Studie ISLEND-1 beteiligten sich das Universit\u00e4tsklinikum Bonn und die Universit\u00e4t Bonn gemeinsam mit zahlreichen internationalen Forschungseinrichtungen. Die Ergebnisse wurden im Fachjournal New England Journal of Medicine ver\u00f6ffentlicht und auf der Internationalen AIDS-Konferenz in Rio de Janeiro pr\u00e4sentiert.<\/p>\n<p>Weniger Tabletten, gleiche Wirksamkeit<\/p>\n<p>Insgesamt nahmen 607 Erwachsene an 106 Studienzentren in zw\u00f6lf L\u00e4ndern teil. Alle Teilnehmenden hatten ihre HIV-Infektion bereits mit einer t\u00e4glichen Standardtherapie erfolgreich unter Kontrolle gebracht. Anschlie\u00dfend wurden sie nach dem Zufallsprinzip entweder auf die neue w\u00f6chentliche Behandlung umgestellt oder f\u00fchrten ihre bisherige t\u00e4gliche Medikation unver\u00e4ndert fort.<\/p>\n<p>Nach einer Beobachtungszeit von 48 Wochen zeigte sich kein Nachteil der neuen Therapie. In beiden Gruppen blieb bei mehr als 93 Prozent der Teilnehmenden die Viruslast dauerhaft unterdr\u00fcckt. Besonders war auch, dass unter der einmal w\u00f6chentlichen Behandlung w\u00e4hrend der Studie kein virologisches Versagen auftrat.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" fetchpriority=\"low\" class=\"lazy \" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/hoffnung-fur-millionen-wochentliche-hiv-tablette-zeigt-gleiche-wirksamkeit-1785877045052_1024.png\"  width=\"768\" height=\"432\" alt=\"\u00dcbersicht \u00fcber die globale Entwicklung der HIV-Epidemie (Stand 2024). Bild: WHO\/UNAIDS\" title=\"\u00dcbersicht \u00fcber die globale Entwicklung der HIV-Epidemie (Stand 2024)\"\/>\u00dcbersicht \u00fcber die globale Entwicklung der HIV-Epidemie (Stand 2024). Bild: WHO\/UNAIDS<\/p>\n<p>Seit der Einf\u00fchrung moderner Medikamente gilt HIV heute als gut behandelbare chronische Erkrankung, zumindest in L\u00e4ndern mit funktionierendem Gesundheitssystem. Dennoch stellt die lebenslange t\u00e4gliche Tabletteneinnahme f\u00fcr viele Betroffene eine psychische und organisatorische Belastung dar. Sie kann an die Erkrankung erinnern, Behandlungsm\u00fcdigkeit f\u00f6rdern und in bestimmten Situationen auch zur Angst vor Stigmatisierung beitragen.<\/p>\n<p>Eine Therapie mit nur einer Tablette pro Woche k\u00f6nnte hier neue Freir\u00e4ume schaffen. Gleichzeitig bietet sie eine Alternative zu langwirksamen Injektionen, die ebenfalls zur Reduzierung der Einnahmeh\u00e4ufigkeit entwickelt wurden, jedoch regelm\u00e4\u00dfige Arztbesuche erfordern.<\/p>\n<p>Zwei Wirkstoffe in einer Tablette<\/p>\n<p>Die neue Behandlung kombiniert die beiden langwirksamen antiretroviralen Wirkstoffe Islatravir und Lenacapavir miteinander. Ihre unterschiedlichen, sich erg\u00e4nzenden Wirkmechanismen machen die nur einmal w\u00f6chentliche Einnahme \u00fcberhaupt erst m\u00f6glich.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" fetchpriority=\"low\" class=\"lazy \" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/hoffnung-fur-millionen-wochentliche-hiv-tablette-zeigt-gleiche-wirksamkeit-1785879047398_1024.png\"  width=\"768\" height=\"432\" alt=\"Bev\u00f6lkerungsanteile der Menschen von 15 bis 49 Jahren, die derzeit mit HIV leben. Bild: OurWorldinData\" title=\"Bev\u00f6lkerungsanteile der Menschen von 15 bis 49 Jahren, die derzeit mit HIV leben.\"\/>Bev\u00f6lkerungsanteile der Menschen von 15 bis 49 Jahren, die derzeit mit HIV leben. Bild: OurWorldinData<\/p>\n<p>\u201eTherapievereinfachungen wie diese einmal w\u00f6chentliche Therapie k\u00f6nnen einen wichtigen Beitrag leisten, Menschen mit HIV bei der Therapietreue zu helfen und der Tablettenm\u00fcdigkeit einer lebenslangen Therapie entgegenzuwirken\u201c, erkl\u00e4rt Erstautor Prof. J\u00fcrgen K. Rockstroh vom Universit\u00e4tsklinikum Bonn.<\/p>\n<p>Die Untersuchung ist allerdings noch nicht abgeschlossen. Alle Teilnehmenden werden insgesamt 96 Wochen begleitet, um langfristige Daten zur Sicherheit und Wirksamkeit der neuen Therapie zu gewinnen. <\/p>\n<p>Situation weltweit<\/p>\n<p>Laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) haben sich seit Beginn der Epidemie sch\u00e4tzungsweise 91,4 Millionen Menschen mit dem HI-Virus infiziert. Etwa 44,1 Millionen Menschen sind an HIV-bedingten Ursachen gestorben. UNAIDS geht von 42 Millionen Toten aus.<\/p>\n<p><a class=\"imagen \" href=\"https:\/\/www.daswetter.com\/nachrichten\/aktuelles\/injektion-zur-hiv-praevention-zeigt-vielversprechende-ergebnisse-in-klinischer-studie.html\" title=\"Injektion zur HIV-Pr\u00e4vention zeigt vielversprechende Ergebnisse in klinischer Studie\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><img decoding=\"async\" fetchpriority=\"low\" class=\"lazy img-body non-editable\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/injecao-para-prevenir-hiv-mostra-resultados-promissores-em-estudo-clinico-1719672640001_320.jpg\"  width=\"320\" height=\"225\"\/><\/a><\/p>\n<p>Ende 2024 lebten laut WHO weltweit 40,8 Millionen Menschen mit HIV. Im globalen Durchschnitt sind 0,7 % aller Erwachsenen im Alter von 15 bis 49 Jahren vom HI-Virus betroffen, wobei es zwischen Staaten und Regionen enorme Unterschiede gibt. Am st\u00e4rksten ist der afrikanische Kontinent betroffen, mit L\u00e4ndern wie S\u00fcdafrika, Lesotho und Botswana, die teilweise Infektionsraten von 25 % aufweisen. In Europa verzeichnen Russland und die Ukraine die h\u00f6chsten Neuansteckungsraten.<\/p>\n<p><a class=\"imagen \" href=\"https:\/\/www.daswetter.com\/nachrichten\/wissenschaft\/who-chef-tedros-fordert-bessere-schutzplaene-nach-der-extremen-hitze.html\" title=\"WHO-Chef Tedros fordert bessere Schutzpl\u00e4ne nach der extremen Hitze\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><img decoding=\"async\" fetchpriority=\"low\" class=\"lazy img-body non-editable\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/who-chef-tedros-fordert-bessere-schutzplaene-nach-der-extremen-hitze-1783074591834_320.jpeg\"  width=\"320\" height=\"225\"\/><\/a><\/p>\n<p>Im Jahr 2025 haben sich ungef\u00e4hr 1,2 Millionen Menschen neu mit HIV infiziert. Sch\u00e4tzungsweise 570.000 Menschen sind im gleichen Jahr an HIV-bedingten Ursachen gestorben, darunter 61.000 Kinder.<\/p>\n<p>Artikelreferenz<\/p>\n<p class=\"article-reference__body\">WHO. (2026). <a href=\"https:\/\/cdn.who.int\/media\/docs\/default-source\/hq-hiv-hepatitis-and-stis-library\/hiv_information_sheet_july2026.pdf?sfvrsn=34411300_5\" target=\"_blank\" data-mrf-recirculation=\"end_article_citation\" rel=\"nofollow noopener\">Information sheet. HIV statistics, globally and by WHO region<\/a>.<br \/>J\u00fcrgen K. Rockstroh et al. (2026). <a href=\"https:\/\/doi.org\/10.1056\/NEJMoa2607973\" target=\"_blank\" data-mrf-recirculation=\"end_article_citation\" rel=\"nofollow noopener\">Phase 3 Trial of Weekly Oral Islatravir-Lenacapavir for HIV-1 Treatment. New England Journal of Medicine<\/a>.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Die t\u00e4gliche Medikamenteneinnahme bei HIV k\u00f6nnte bald der Geschichte angeh\u00f6ren. 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