{"id":316754,"date":"2026-08-05T19:52:10","date_gmt":"2026-08-05T19:52:10","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/316754\/"},"modified":"2026-08-05T19:52:10","modified_gmt":"2026-08-05T19:52:10","slug":"salzburg-theologischer-preis-an-martha-zechmeister-verliehen-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/316754\/","title":{"rendered":"Salzburg: &#8222;Theologischer Preis&#8220; an Martha Zechmeister verliehen"},"content":{"rendered":"<p>Die aus \u00d6sterreich stammende Ordensfrau und Theologin Martha Zechmeister ist mit dem &#8222;Theologischen Preis&#8220; der Salzburger Hochschulwochen f\u00fcr ihr Lebenswerk ausgezeichnet worden. Zechmeister erhielt den mit 5.000 Euro dotierten Preis am Mittwochabend in Salzburg. Zechmeister sei eine &#8222;profunde Vermittlerin und F\u00fcrsprecherin der lateinamerikanischen Befreiungstheologie&#8220;, die die &#8222;Option f\u00fcr die Armen&#8220; sowohl in der Theoriebildung als auch in der Praxis vorantreibe, hie\u00df es in der Begr\u00fcndung der Jury, aus der der Obmann der Hochschulwochen, Prof. Martin D\u00fcrnberger, bei der Verleihung zitierte. Als Vertreterin einer &#8222;Mystik der offenen Augen&#8220; stehe sie f\u00fcr einen &#8222;hellwachen Blick auf die bedr\u00e4ngenden Realit\u00e4ten&#8220; und f\u00fcr das &#8222;befreiende Potenzial der Botschaft Jesu&#8220;.<\/p>\n<p>Auf die Besonderheit der Durchdringung von Theologie und Lebenszeugnis bei Martha Zechmeister verwies der Salzburger Theologe Franz Gmainer-Pranzl in seiner Laudatio. Zechmeister bringe durch ihre wissenschaftliche Arbeit ebenso wie durch ihr \u00f6ffentlichkeitswirksames Auftreten und &#8222;das Zeugnis ihres Lebens und Glaubens entscheidende Kriterien christlicher Gottesrede zur Geltung&#8220;, so Gmainer-Pranzl: Denn sie erinnere daran, &#8222;dass die Armen nicht blo\u00df ein Fall f\u00fcr die kirchliche Caritas-Arbeit sind, sondern Subjekt christlicher Gemeinde&#8220; und Ma\u00dfstab dessen, &#8222;ob wir vom biblischen Gott oder von einem G\u00f6tzen reden&#8220;, der als &#8222;Rechtfertigungsfigur zur Verteidigung von Macht und Reichtum dient&#8220;.<\/p>\n<p>In ihren Dankesworten nahm Zechmeister die von Gmainer-Pranzl vorgenommene Verortung ihrer Theologie auf und unterstrich, dass Theologie sich stets neu &#8222;der Wirklichkeit aussetzen und von ihr unterbrechen lassen&#8220; m\u00fcsse &#8211; &#8222;besonders von der Wirklichkeit der Verletzlichsten&#8220;. Eine Theologie, &#8222;die \u00fcberall und zu jeder Zeit dasselbe wiederholt&#8220;, bleibe &#8222;wirklichkeitsleer und vermag Gott nicht zur Sprache zu bringen&#8220;, so Zechmeister in Anlehnung an ihren Lehrer Johann Baptist Metz (1928-2019), der am heutigen Tag seinen 98. Geburtstag gefeiert h\u00e4tte &#8211; und der ebenfalls 2007 den Theologischen Preis f\u00fcr sein Lebenswerk erhalten hatte.<\/p>\n<p>Die Wirklichkeit ihrer Theologie sei mit El Salvador, wo sie seit 2009 als Professorin an der Universidad Centroamericana &#8222;Jos\u00e9 Sime\u00f3n Ca\u00f1as&#8220; lehrt, eine denkbar katastrophische Wirklichkeit &#8211; ein &#8222;unheilbares Schlamassel&#8220; &#8211; und zugleich ein &#8222;Mikrokosmos, an dem etwas \u00fcber den Makrokosmos unseres Planeten offenbar wird&#8220;. Schlie\u00dflich k\u00e4mpfe dort eine &#8222;Zivilisation des Reichtums&#8220; gegen eine &#8222;Zivilisation der Armut&#8220; mit erbarmungsloser H\u00e4rte. Diesen Kampf k\u00f6nne man heute all\u00fcberall beobachten &#8211; versch\u00e4rft unter den Faktoren der Inflation, der Klimakrise, grassierender Kriege und der &#8222;Seuche des neuen Autoritarismus&#8220;.<\/p>\n<p>Es sei angesichts dieser Entwicklungen nicht leicht, &#8222;Hoffnung als eschatologische Tugend&#8220; zu bewahren, r\u00e4umte die Theologin ein &#8211; speziell dann nicht, wenn es die Ausgegrenzten, Abgeh\u00e4ngten und Marginalisierten selber seien, die oft nach einem &#8222;starken Mann&#8220; oder einer &#8222;harten Hand&#8220; rufen. Was angesichts dessen nottut, sei zun\u00e4chst &#8222;die eigene Umkehr&#8220;: &#8222;geduldig und dem\u00fctig zuzuh\u00f6ren, ohne verborgene Absicht wirkliche Freundschaft mit denen zu leben, die unten sind und getreten werden&#8220;, appellierte die Ordensfrau. Und sich zu weigern, in den Chor derer einzustimmen, die nach eben jener illiberalen Politik der St\u00e4rke rufen, die letztlich dem Evangelium widerspreche.<\/p>\n<p>Martha Zechmeister wurde 1956 in Kotting\/Nieder\u00f6sterreich geboren. Von 1974 bis 1979 studierte sie Theologie und Religionsp\u00e4dagogik an der Katholisch-Theologischen Fakult\u00e4t der Universit\u00e4t Wien. 1979 trat sie in die &#8222;Congregatio Jesu&#8220; (Maria-Ward-Schwestern) ein. 1984 wurde sie an der Universit\u00e4t Wien mit einer Arbeit \u00fcber Ignatius von Loyola promoviert. 1987 legte sie die Ewige Profess ab.<\/p>\n<p>In der Folge lehrte sie u.a. an der Philosophisch-theologischen Hochschule der Di\u00f6zese St. P\u00f6lten, als Lehrbeauftragte f\u00fcr Spirituelle Theologie an der Katholisch-Theologischen Fakult\u00e4t der Universit\u00e4t Innsbruck und als Gastprofessorin an der Universidad Centroamericana &#8222;Jos\u00e9 Sime\u00f3n Ca\u00f1as&#8220; in El Salvador. 1997 habilitierte sie sich an der Universit\u00e4t Wien mit einer Arbeit \u00fcber Erich Przywara, f\u00fcr die sie den Kardinal-Innitzer-F\u00f6rderungspreis f\u00fcr Theologie erhielt.<\/p>\n<p>Im selben Jahr wurde sie zur Au\u00dferordentlichen Universit\u00e4tsprofessorin ernannt. Von 1999 bis 2008 war sie Professorin f\u00fcr Fundamentaltheologie an der Universit\u00e4t Passau. Seit 2009 ist sie Professorin an der Universidad Centroamericana &#8222;Jos\u00e9 Sime\u00f3n Ca\u00f1as&#8220; und dort seit 2012 Direktorin des Masterstudiengangs Teolog\u00eda Latinoamericana.<\/p>\n<p>Copyright 2026, Kathpress (www.kathpress.at). Alle Rechte vorbehalten<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Die aus \u00d6sterreich stammende Ordensfrau und Theologin Martha Zechmeister ist mit dem &#8222;Theologischen Preis&#8220; der Salzburger Hochschulwochen f\u00fcr&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":316755,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":"","_share_on_mastodon":"0"},"categories":[6],"tags":[2259,26393,26395,46,42,769,44,26394,43,45,82226,82227,82228],"class_list":["post-316754","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","category-oesterreich","tag-auszeichnung","tag-apa","tag-apa-ots","tag-at","tag-austria","tag-kirche","tag-oesterreich","tag-ots","tag-republic-of-austria","tag-republik-oesterreich","tag-salzburger-hochschulwochen","tag-theologischer-preis","tag-zechmeister"],"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@at\/117044651368935581","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/316754","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=316754"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/316754\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/media\/316755"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=316754"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=316754"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=316754"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}