{"id":317050,"date":"2026-08-05T23:42:19","date_gmt":"2026-08-05T23:42:19","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/317050\/"},"modified":"2026-08-05T23:42:19","modified_gmt":"2026-08-05T23:42:19","slug":"mit-dem-fischerboot-zu-den-nazi-wracks-duerre-lockt-touristen-an-die-donau","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/317050\/","title":{"rendered":"Mit dem Fischerboot zu den Nazi-Wracks: D\u00fcrre lockt Touristen an die Donau"},"content":{"rendered":"<p>Die D\u00fcrre in Europa l\u00e4sst den Pegel der Donau immer weiter sinken. In den vergangenen Wochen h\u00e4uften sich deshalb die Meldungen \u00fcber freigelegte historische Schiffswracks, Kanonen und sogar Mammutskelette.<\/p>\n<p>          <img decoding=\"async\" class=\"c-ad__placeholder__logo\" src=\"https:\/\/static.euronews.com\/website\/images\/logos\/logo-euronews-stacked-outlined-72x72-grey-9.svg\" width=\"72\" height=\"72\" alt=\"\" loading=\"lazy\"\/><br \/>\n          WERBUNG<\/p>\n<p>          <img decoding=\"async\" class=\"c-ad__placeholder__logo\" src=\"https:\/\/static.euronews.com\/website\/images\/logos\/logo-euronews-stacked-outlined-72x72-grey-9.svg\" width=\"72\" height=\"72\" alt=\"\" loading=\"lazy\"\/><br \/>\n          WERBUNG<\/p>\n<p>Die nahe der serbischen Stadt Prahovo freigelegten Wracks deutscher Kriegsschiffe aus dem Zweiten Weltkrieg locken inzwischen zahlreiche Touristen an den Fluss.<\/p>\n<p>Immer mehr Schaulustige versammeln sich derzeit am Ufer und bitten einheimische Fischer, sie mit ihren Booten n\u00e4her an die Wracks zu bringen, berichten Menschen vor Ort der Nachrichtenagentur AP.<\/p>\n<p>Einer von ihnen ist Ivica Gavrilovi\u0107 aus Prahovo. Er lebt seit seiner Kindheit an der Donau.<\/p>\n<p>Das Interesse an den Wracks sei gro\u00df, sagt Gavrilovi\u0107. Der Zugang zu den Schiffen sei jedoch schwierig. &#8222;Die Menschen wissen oft gar nicht, wie sie \u00fcberhaupt zu den Wracks gelangen k\u00f6nnen&#8220;, erkl\u00e4rt er, w\u00e4hrend er eine dreik\u00f6pfige Familie mit seinem kleinen Boot hinausf\u00e4hrt.<\/p>\n<p>&#8222;Der Wasserstand ist dieses Jahr sehr niedrig&#8220;, sagt er. &#8222;2004 lag der Pegel bei minus 180 Zentimetern. Jetzt, im Jahr 2026, liegt er bei minus 117 bis 120 Zentimetern. Ich habe das Gef\u00fchl, dass er noch weiter sinken wird.&#8220;<\/p>\n<p>Wegen der anhaltenden D\u00fcrre ist der Wasserstand der Donau, des zweitl\u00e4ngsten Flusses Europas, so stark gesunken, dass die Wracks Dutzender deutscher Kriegsschiffe aus dem Zweiten Weltkrieg wieder sichtbar werden.<\/p>\n<p>Die Schiffe, von denen einige noch immer mit Munition beladen sind, geh\u00f6rten zur Schwarzmeerflotte des nationalsozialistischen Deutschlands. Sie wurden im September 1944 von der Wehrmacht nahe Prahovo absichtlich versenkt, als sich die deutschen Truppen aus Rum\u00e4nien zur\u00fcckzogen und die Rote Armee immer weiter auf dem Balkan vorr\u00fcckte.<\/p>\n<p>Historiker gehen davon aus, dass damals bis zu 200 deutsche Kriegsschiffe im Donau-Durchbruch bei Prahovo versenkt wurden. Ziel war es, den Vormarsch der sowjetischen Streitkr\u00e4fte zu verlangsamen. Wenige Monate sp\u00e4ter, im Mai 1945, kapitulierte das nationalsozialistische Deutschland.<\/p>\n<p>Kostspielige Blockade<\/p>\n<p>Die Wracks verursachen regelm\u00e4\u00dfig erhebliche Behinderungen im Schiffsverkehr. Nach Angaben der serbischen Beh\u00f6rden entstehen dadurch j\u00e4hrliche wirtschaftliche Sch\u00e4den von rund f\u00fcnf Millionen Euro.<\/p>\n<p>Die Beh\u00f6rden versuchen deshalb mit finanzieller Unterst\u00fctzung der Europ\u00e4ischen Union bereits seit Jahren, die Schiffe aus der Donau zu bergen. Zwar wurden einige Wracks bereits zu Zeiten Jugoslawiens entfernt, doch die meisten liegen bis heute auf dem Flussgrund, weil sie noch immer Sprengstoff und Munition enthalten.<\/p>\n<p>Bereits in fr\u00fcheren Hitzesommern legte der sinkende Pegel der Donau einige der Wracks frei, etwa im August 2022. Daraufhin startete ein von der Europ\u00e4ischen Union \u00fcber den Investitionsrahmen f\u00fcr den Westlichen Balkan (WBIF) unterst\u00fctztes Projekt, um 21 der besonders hinderlichen Wracks zu bergen.<\/p>\n<p>Einige der \u00dcberreste in einem rund f\u00fcnf Kilometer langen Engpass der Donau wurden nach Angaben der Europ\u00e4ischen Investitionsbank (EIB) bereits 2024 geborgen. Die Wracks wurden dabei mit Stahlseilen aus dem Fluss gezogen und anschlie\u00dfend vom Schlamm befreit.<\/p>\n<p>Donau auf niedrigstem Stand seit Jahren<\/p>\n<p>Derzeit sorgt jedoch vor allem die D\u00fcrre f\u00fcr Probleme in der Schiffahrt. <\/p>\n<p>Die Donau durchquert zehn L\u00e4nder Europas und ist eine der wichtigsten Wasserstra\u00dfen des Kontinents. <\/p>\n<p>Der Einwohner von Prahovo, Krsta Brandi\u0107, berichtet, dass der Schiffsverkehr inzwischen nahezu zum Erliegen gekommen sei. &#8222;Wie Sie sehen, k\u00f6nnen die gro\u00dfen Schiffe nicht mehr passieren&#8220;, sagt er.<\/p>\n<p>Auch die Energieversorgung leidet unter der D\u00fcrre. Serbien musste die Stromproduktion in seinen beiden gr\u00f6\u00dften Wasserkraftwerken drosseln.<\/p>\n<p>Doch Serbien ist nicht das einzige Land, das mit den Folgen der anhaltenden Trockenheit k\u00e4mpft. Von der Slowakei und Ungarn bis nach Rum\u00e4nien und Bulgarien k\u00f6nnen Frachtschiffe vielerorts nur noch mit reduzierter Ladung fahren oder m\u00fcssen lange Wartezeiten in Kauf nehmen. <\/p>\n<p>In der Slowakei und in Rum\u00e4nien hat die Donau nach Beh\u00f6rdenangaben den niedrigsten Wasserstand seit 30 Jahren erreicht, in Ungarn fiel der Pegel sogar auf ein Rekordtief.<\/p>\n<p>In Rum\u00e4nien musste deshalb das Kernkraftwerk Cernavod\u0103 erstmals beide Reaktoren gleichzeitig abschalten, weil nicht mehr gen\u00fcgend K\u00fchlwasser aus der Donau zur Verf\u00fcgung stand. Auch Ungarn reduzierte den Betrieb seines einzigen Atomkraftwerks, das ebenfalls auf das Wasser der Donau zur K\u00fchlung angewiesen ist.<\/p>\n<p>Die ohnehin au\u00dfergew\u00f6hnliche D\u00fcrre werde durch den menschengemachten Klimawandel zus\u00e4tzlich versch\u00e4rft, hei\u00dft es in einem Bericht der Wissenschaftlergruppe World Weather Attribution, der in der vergangenen Woche ver\u00f6ffentlicht wurde. Da die Hitzewelle den Prognosen zufolge anh\u00e4lt, ist kurzfristig keine Entspannung in Sicht.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Die D\u00fcrre in Europa l\u00e4sst den Pegel der Donau immer weiter sinken. In den vergangenen Wochen h\u00e4uften sich&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":317051,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":"","_share_on_mastodon":"0"},"categories":[12],"tags":[15452,40,41,39,35645,66,65,64,82288],"class_list":["post-317050","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","category-welt","tag-donau","tag-nachrichten","tag-news","tag-schlagzeilen","tag-trockenheit","tag-welt","tag-world","tag-world-news","tag-wrack"],"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@at\/117045555678161852","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/317050","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=317050"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/317050\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/media\/317051"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=317050"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=317050"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=317050"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}