{"id":318402,"date":"2026-08-06T15:51:08","date_gmt":"2026-08-06T15:51:08","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/318402\/"},"modified":"2026-08-06T15:51:08","modified_gmt":"2026-08-06T15:51:08","slug":"erste-roboter-bypass-operationen-am-kepler-uniklinikum-linz-durchgefuehrt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/318402\/","title":{"rendered":"Erste Roboter-Bypass-Operationen am Kepler Uniklinikum Linz durchgef\u00fchrt"},"content":{"rendered":"<p>LINZ. Am Kepler Universit\u00e4tsklinikum (KUK) sind erstmals zwei Bypass-Operationen mithilfe eines chirurgischen Roboters durchgef\u00fchrt worden. Die Eingriffe erfolgten am schlagenden Herzen und ohne den Einsatz einer Herz-Lungen-Maschine. Operiert wurden ein 84-j\u00e4hriger und ein 54-j\u00e4hriger Patient. Beide konnten bereits am ersten Tag nach dem Eingriff auf die Normalstation verlegt werden.<\/p>\n<p>Der j\u00fcngere Patient war laut Klinikum kurz nach der Operation nahezu beschwerdefrei und wieder mobil. Auch der \u00e4ltere Patient hatte keine Schmerzen mehr und konnte bereits mobilisiert werden. Das Team hatte sich rund ein Jahr lang auf die Eingriffe vorbereitet.<\/p>\n<p>Geleitet wurden die Operationen von Andreas Zierer, Vorstand der Universit\u00e4tsklinik f\u00fcr Herz-, Gef\u00e4\u00df- und Thoraxchirurgie. Unterst\u00fctzt wurde er von \u0160t\u011bp\u00e1n \u010cern\u00fd vom Universit\u00e4tsklinikum Motol in Prag. Er gilt als europ\u00e4ischer Pionier der roboterassistierten Herzchirurgie. An den Eingriffen waren au\u00dferdem Fachkr\u00e4fte aus An\u00e4sthesie, Kardiotechnik, OP-Pflege und An\u00e4sthesiepflege beteiligt.<\/p>\n<p>Kleine Schnitte statt ge\u00f6ffnetem Brustkorb<\/p>\n<p>Bei einer klassischen offenen Herzoperation wird das Brustbein durchtrennt. Bei der roboterassistierten Methode bleibt der Brustkorb dagegen geschlossen. Der Roboter operiert nicht selbstst\u00e4ndig. Er \u00fcbertr\u00e4gt die Bewegungen des Chirurgen von einer Konsole auf kleine Instrumente im Brustkorb.<\/p>\n<p>Die Bewegungen k\u00f6nnen dadurch besonders pr\u00e4zise und ohne Zittern ausgef\u00fchrt werden. Die kleinen Zug\u00e4nge sollen den Blutverlust und das Infektionsrisiko verringern. Weil das Brustbein nicht heilen muss, k\u00f6nnen sich die Patienten schneller bewegen und fr\u00fcher in den Alltag zur\u00fcckkehren.<\/p>\n<p>Auch gegen\u00fcber herk\u00f6mmlichen endoskopischen Eingriffen soll die Technik Vorteile bieten. Der Roboter steuert die Instrumente so, dass Muskeln, Gewebe und Nerven an den Eintrittsstellen m\u00f6glichst wenig belastet werden. Dadurch k\u00f6nnen die Schnitte kleiner ausfallen und die Schmerzen nach dem Eingriff geringer sein. Wesentlich ist vor allem auch das deutlich geringere Infektionsrisiko. <\/p>\n<p>\u201eAn Schwelle zu Revolution in der Herzchirurgie\u201c\ufeff<\/p>\n<p>\u201eIn Europa stehen wir aktuell an der Schwelle zu einer Revolution in der Herzchirurgie. Mit den neuen Robotersystemen, deren Zulassung in Europa kurz bevorsteht, wird es m\u00f6glich sein, bis zur H\u00e4lfte der herzchirurgischen Eingriffe maximal schonend durchzuf\u00fchren\u201c, so Zierer. F\u00fcr die Patienten bedeute das weniger Schmerzen und k\u00fcrzere Erholungsphasen. Die Dauer des station\u00e4ren Aufenthalts k\u00f6nne sich bis auf die H\u00e4lfte reduzieren.<\/p>\n<p>\u201eSpitzenmedizin in O\u00d6\u201c<\/p>\n<p>Auch LH-Stellvertreterin, Gesundheits-Landesr\u00e4tin Christine Haberlander (\u00d6VP) ist von der Leistung der KUK-Herzchirurgie begeistert: \u201eMedizinischer Fortschritt zeigt seinen gr\u00f6\u00dften Wert dann, wenn er den Menschen unmittelbar zugutekommt. Mit den ersten roboterassistierten Bypass-Operationen am Kepler Universit\u00e4tsklinikum gelingt ein bedeutender Schritt hin zu einer noch schonenderen Herzchirurgie. Gleichzeitig unterstreicht dieser Meilenstein eindrucksvoll die hohe Kompetenz unserer \u00c4rztinnen und \u00c4rzte sowie aller Beteiligten, die Tag f\u00fcr Tag Spitzenmedizin in Ober\u00f6sterreich m\u00f6glich machen. Meine \u00dcberzeugung ist es, dass derartige Innovationen in unserem \u00f6ffentlichen Gesundheitssystem entwickelt und erfolgreich umgesetzt werden. Das st\u00e4rkt den Gesundheitsstandort Ober\u00f6sterreich nachhaltig.\u201c<\/p>\n<p>Patienten sollen schneller wieder selbstst\u00e4ndig sein<\/p>\n<p>Das KUK will nun auch das sogenannte ERAS-Konzept am Herzzentrum einf\u00fchren. Die Abk\u00fcrzung steht f\u00fcr \u201eEnhanced Recovery After Surgery\u201c. Ziel ist es, die Belastung durch eine Operation zu verringern und die Genesung zu beschleunigen.<\/p>\n<p>Das Konzept beginnt bereits vor dem Eingriff. Patienten erhalten Atemtraining, Ern\u00e4hrungsempfehlungen und Unterst\u00fctzung bei der mentalen Vorbereitung. W\u00e4hrend der Operation kommen kurz wirksame Narkosemittel und spezielle Schmerzkatheter zum Einsatz. Danach sollen die Patienten m\u00f6glichst fr\u00fch aufstehen, sich bewegen und wieder normal ern\u00e4hren.<\/p>\n<p>\u201eDas f\u00f6rdert und beschleunigt zugleich die Genesung der Patientinnen und Patienten und macht unser System auch effizienter\u201c, sagt KUK-Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer Meinhard Lukas. F\u00fcr die Umsetzung sollen Herzchirurgie, Kardiologie, An\u00e4sthesie, Pflege, Physiotherapie und Di\u00e4tologie eng zusammenarbeiten.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"LINZ. 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