{"id":319694,"date":"2026-08-07T07:32:07","date_gmt":"2026-08-07T07:32:07","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/319694\/"},"modified":"2026-08-07T07:32:07","modified_gmt":"2026-08-07T07:32:07","slug":"fsg-younion-ad-equal-pension-day-2026-pensionsluecke-ist-ergebnis-struktureller-ungleichheit","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/319694\/","title":{"rendered":"FSG-younion ad Equal Pension Day 2026: Pensionsl\u00fccke ist Ergebnis struktureller Ungleichheit"},"content":{"rendered":"<p class=\"Text\">Am 9. August 2026 ist Equal Pension Day in \u00d6sterreich. Dieser Tag markiert \u00f6sterreichweit jenen Zeitpunkt, an dem M\u00e4nner bereits jene durchschnittliche Pensionssumme erhalten haben, die Frauen erst bis zum Jahresende beziehen werden. Die Zahlen zeigen die dramatische Realit\u00e4t: Frauen erhalten in \u00d6sterreich durchschnittlich um 39,4 Prozent weniger Pension als M\u00e4nner, \u00d6sterreich ist damit \u201eVize-Europameister\u201c mit der zweih\u00f6chsten Pensionsl\u00fccke im EU-Vergleich! Die Ursachen daf\u00fcr entstehen nicht erst am Ende des Erwerbslebens von Frauen, sondern am Tag des Eintritts und begleiten sie ein Leben lang: niedrigere Einkommen, h\u00e4ufigere Teilzeitbesch\u00e4ftigungen, Erwerbsunterbrechungen aufgrund von Kinderbetreuung und Pflegearbeit sowie Benachteiligungen am Arbeitsmarkt.<\/p>\n<p class=\"Text\">F\u00fcr die Sozialdemokratischen Gewerkschafter:innen in der younion <br \/>_ Die Daseinsgewerkschaft (FSG-younion) ist der Equal Pension Day deshalb weit mehr als ein symbolisches Datum. Er macht sichtbar, dass die finanzielle Ungleichheit zwischen Frauen und M\u00e4nnern im Alter die Folge struktureller Rahmenbedingungen ist und keineswegs individueller Entscheidungen. Gerade Frauen tragen einen wesentlichen Teil jener Arbeit, die den gesellschaftlichen Zusammenhalt sichert und die \u00f6ffentliche Daseinsvorsorge erm\u00f6glicht. Gleichzeitig sind sie es, die im Alter \u00fcberdurchschnittlich h\u00e4ufig mit finanziellen Einbu\u00dfen konfrontiert sind.<\/p>\n<p class=\"Text\">\u201eEine Pension darf nicht davon abh\u00e4ngen, ob jemand aufgrund von Kinderbetreuung oder Pflegeverpflichtungen gezwungen war, beruflich k\u00fcrzerzutreten. Wer sein Leben lang arbeitet und Verantwortung \u00fcbernimmt, hat Anspruch auf eine Pension, die ein selbstbestimmtes Leben erm\u00f6glicht. Die enorme Pensionsl\u00fccke zeigt, dass wir bei der Gleichstellung noch lange nicht am Ziel sind\u201c, betont Vorsitzender der FSG-younion, Christian Meidlinger.<\/p>\n<p class=\"Text\">Gesch\u00e4ftsf\u00fchrende Bundesfrauenvorsitzende der FSG-younion, Sabine Slimar-Wei\u00dfmann, verweist auf die strukturellen Ursachen: \u201eFrauen leisten nach wie vor den Gro\u00dfteil der unbezahlten Sorgearbeit, denn viele Entscheidungen entstehen nicht aus echter Wahlfreiheit. Wer aufgrund von Kinderbetreuung oder der Pflege naher Angeh\u00f6riger die Erwerbsarbeit reduziert, tr\u00e4gt die Folgen ein Leben lang. Und selbst, wenn die Betreuungsverpflichtungen wegfallen, machen sich h\u00e4ufig gesundheitliche Folgen bemerkbar, die aus jahrzehntelanger Doppelbelastung resultieren und eine volle Erwerbsarbeit nicht mehr erm\u00f6glichen. Das Resultat ist in vielen F\u00e4llen keine eigene existenzsichernde Pension. Deshalb braucht es den fl\u00e4chendeckenden Ausbau qualitativ hochwertiger Bildungs-, Betreuungs- und Pflegeeinrichtungen, beginnend bei den ersten Kinderbildungs- und Betreuungseinrichtungen, verbunden mit der Umsetzung unserer langj\u00e4hrigen Forderungen der notwendigen Rahmenbedingungen f\u00fcr die Besch\u00e4ftigten. Dar\u00fcber hinaus fordern wir die Umsetzung des Familienarbeitszeitmodells von \u00d6GB (\u00d6sterreichischer Gewerkschaftsbund) und AK (Arbeiterkammer), sowie eine bessere Absicherung von Betreuungszeiten im Pensionssystem.\u201c<\/p>\n<p class=\"Text\">Auch Bundesgesch\u00e4ftsf\u00fchrer der FSG-younion, Erich Kniezanrek, fordert konkrete politische Schritte: \u201eDer Equal Pension Day ist kein symbolischer Gedenktag, sondern ein klarer Handlungsauftrag. Wir m\u00fcssen Teilzeitfallen entsch\u00e4rfen, gleiche Bezahlung f\u00fcr gleichwertige Arbeit durchsetzen und Altersdiskriminierung bek\u00e4mpfen. Gleichzeitig brauchen wir starke \u00f6ffentliche Dienstleistungen und gute Arbeitsbedingungen, damit insbesondere Frauen durchg\u00e4ngige und existenzsichernde Erwerbsbiografien erreichen k\u00f6nnen.\u201c<\/p>\n<p class=\"Text\">Die FSG-younion fordert daher ein umfassendes Ma\u00dfnahmenpaket zur Schlie\u00dfung der Pensionsl\u00fccke. Dazu z\u00e4hlen eine deutlich bessere Anrechnung von Kinderbildungs- u. betreuungseinrichtungen, sowie Pflege und Betreuungseinrichtungen. Gleichzeitig braucht es wirksame Ma\u00dfnahmen gegen die Benachteiligung \u00e4lterer Arbeitnehmer:innen, etwa durch ein Bonus-Malus-System gegen Altersdiskriminierung und einen besseren Schutz vor K\u00fcndigungen aufgrund von Krankheit. Klar ist f\u00fcr die FSG-younion au\u00dferdem: Das 65. Lebensjahr ist mehr als genug &#8211; schon jetzt erreichen viele Arbeitnehmer:innen dieses Alter nicht. Weitere Anhebungen des gesetzlichen Pensionsantrittsalters lehnen wir entschieden ab. Wer echte Pensionsgerechtigkeit schaffen will, muss die Ursachen der Ungleichheit im Erwerbsleben bek\u00e4mpfen. Nur, wenn Sorgearbeit fair verteilt, Einkommen gerecht gestaltet und Besch\u00e4ftigungschancen f\u00fcr Frauen und \u00e4ltere Arbeitnehmer:innen nachhaltig verbessert werden, kann Gleichstellung auch im Alter Realit\u00e4t werden. <\/p>\n<p class=\"Text\">Der Equal Pension Day ist daher nicht nur ein Mahntag, sondern ein klarer Auftrag an Politik und Arbeitgeber:innen, endlich jene Rahmenbedingungen zu schaffen, die Frauen ein Leben lang Chancengleichheit und im Alter eine existenzsichernde Pension garantieren.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Am 9. August 2026 ist Equal Pension Day in \u00d6sterreich. 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