{"id":319962,"date":"2026-08-07T10:14:21","date_gmt":"2026-08-07T10:14:21","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/319962\/"},"modified":"2026-08-07T10:14:21","modified_gmt":"2026-08-07T10:14:21","slug":"krumbiegel-warum-popmusiker-mit-afd-waehlern-reden-muessen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/319962\/","title":{"rendered":"Krumbiegel: Warum Popmusiker mit AfD-W\u00e4hlern reden m\u00fcssen"},"content":{"rendered":"<p>        <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/1786097661_611_rs-badge-recommendation.png\" alt=\"ROLLING STONE Badge\"\/><\/p>\n<p>Empfehlungen der\u00a0Redaktion<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"\u201ehttps:\/\/vg.02met.vgwort.de\/na\/ccb42a17c1d244069a2ac1f559c157b5\u201c\" alt=\"\" width=\"\u201c1\u201c\" height=\"\u201c1\u201c\"\/>Noch genau einen Monat bis zur Landtagswahl in Sachsen-Anhalt. Mecklenburg-Vorpommern und Berlin folgen zwei Wochen sp\u00e4ter, am 20.\u00a0September. Grund genug auch f\u00fcr deutsche Popmusiker, in aktuellen Interviews ihr Credo abzugeben.<\/p>\n<p>Sebastian Krumbiegel etwa hat nie einen Hehl daraus gemacht, dass er sich einmischt. Der S\u00e4nger der Leipziger Band Die Prinzen engagiert sich seit Jahren gegen Rechtsextremismus und Antisemitismus, tritt bei Demonstrationen auf und meldet sich regelm\u00e4\u00dfig zu gesellschaftspolitischen Debatten zu Wort.<\/p>\n<p>Jetzt pl\u00e4diert der 60-J\u00e4hrige f\u00fcr einen differenzierten Umgang mit <a href=\"https:\/\/www.rollingstone.de\/imperial-march-gegen-afd-clueso-und-bosse-rocken-erfurt-3165199\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener nofollow\">AfD<\/a>-W\u00e4hlern \u2013 ohne dabei seine klare Haltung gegen\u00fcber menschenfeindlichen Positionen aufzuweichen.<\/p>\n<p>Krumbiegels Haltung zu AfD-W\u00e4hlern<\/p>\n<p>\u201eIch bin weit davon entfernt, jeden, der AfD w\u00e4hlt, zu beschimpfen\u201c, sagt Krumbiegel im Gespr\u00e4ch mit dem Magazin \u201ePlayboy\u201c. Er k\u00f6nne nachvollziehen, dass sich viele Menschen in l\u00e4ndlichen Regionen abgeh\u00e4ngt f\u00fchlten. Fehlende Infrastruktur, geschlossene Kneipen oder Clubs und der Eindruck, politisch nicht mehr vorzukommen, seien reale Probleme.<\/p>\n<p>Das sei zwar \u201enat\u00fcrlich kein Grund, rechtsau\u00dfen zu w\u00e4hlen\u201c, dennoch m\u00fcsse man verstehen, \u201ewarum Menschen das tun. Das sind ja trotz allem keine Zombies.\u201c<\/p>\n<p>Dialog statt Verteufelung<\/p>\n<p>Im Fachblatt \u201ePolitik &amp; Kultur\u201c des Deutschen Kulturrats hatte Krumbiegel diesen Gedanken bereits zuvor formuliert. Er w\u00fcrde durchaus vor AfD-Anh\u00e4ngern auftreten, um mit ihnen ins Gespr\u00e4ch zu kommen, allerdings nicht vor Funktion\u00e4ren der Partei. \u201eIch will Denkanst\u00f6\u00dfe geben und nicht danebenstehen und nichts machen in diesen wirren Zeiten\u201c, sagte er.<\/p>\n<p>Wie er sich diesen Dialog vorstellt, zeigte sich bereits vor der Th\u00fcringer Landtagswahl 2024. Im Ort Themar engagierte sich Krumbiegel bei einem Festival im \u00f6rtlichen Sch\u00fctzenhaus als Gegenentwurf zum dort etablierten Rechtsrock-Festival. Die Erfahrung habe ihn in seiner \u00dcberzeugung best\u00e4rkt, Menschen \u201enicht zu verteufeln\u201c, sondern mit ihnen zu sprechen.<\/p>\n<p>Warnung vor gesellschaftlicher Verschiebung<\/p>\n<p>An seiner grunds\u00e4tzlichen Haltung l\u00e4sst Krumbiegel keinen Zweifel. \u201eWer rassistischen oder antisemitischen Unsinn erz\u00e4hlt, dem muss man sagen: Bis hierhin und nicht weiter.\u201c<\/p>\n<p>Bei seiner Rede zum Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers Mittelbau-Dora im April 2026 warnte er vor einer schleichenden Verschiebung des gesellschaftlichen Diskurses. \u201eMit Worten geht es los, die Worte finden in Talkshows statt und mittlerweile auch in Parlamenten. Nicht nur von ganz rechts, sondern teilweise eben auch von Konservativen.\u201c Der \u00dcbergang zwischen konservativen und reaktion\u00e4ren Positionen sei oft \u201esehr schmal\u201c.<\/p>\n<p>Er beobachtet einen weltweiten \u201eR\u00fcckfall in nationalstaatliche und v\u00f6lkische Gedanken\u201c, so der Ex-Eleve des Thomaner-Chors. Gleichzeitig m\u00fcsse hinterfragt werden, \u201ewarum die Leute so dermassen am Rad drehen\u201c.<\/p>\n<p>Politik m\u00fcsse den Menschen wieder konkrete Perspektiven bieten, statt \u00f6ffentliche Infrastruktur und kulturelle Angebote immer weiter auszud\u00fcnnen. Nur so lasse sich verhindern, dass Frust dauerhaft in Zustimmung f\u00fcr rechte Parteien umschlage \u2013 eine Position, die angesichts des mancherorts arg zementierten Weltbilds der AfD-Klientel recht optimistisch klingt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Empfehlungen der\u00a0Redaktion Noch genau einen Monat bis zur Landtagswahl in Sachsen-Anhalt. 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