{"id":32029,"date":"2026-03-08T04:53:07","date_gmt":"2026-03-08T04:53:07","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/32029\/"},"modified":"2026-03-08T04:53:07","modified_gmt":"2026-03-08T04:53:07","slug":"frauen-besitzen-weniger-vermoegen-als-maenner","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/32029\/","title":{"rendered":"Frauen besitzen weniger Verm\u00f6gen als M\u00e4nner"},"content":{"rendered":"<p _ngcontent-tt-com-www-c1338370909=\"\" data-cy=\"body\" class=\"cXenseParse\">Frauen verdienen nicht nur weniger als M\u00e4nner, sie besitzen auch weniger. Die Verm\u00f6gensl\u00fccke zwischen den Geschlechtern betr\u00e4gt in Paarhaushalten zwischen 15 und 21 Prozent. Geringer ist der Unterschied unter Single-Haushalten, wie Auswertungen der &#8222;Household Finance and Consumption Survey 2023&#8220; (HFCS) der Nationalbank (OeNB) zeigen. Mittelfristig schlie\u00dft sich die L\u00fccke, die eine Expertin im Interview mit geringerem Einkommen und sozialen Normen begr\u00fcndet, langsam.<\/p>\n<p _ngcontent-tt-com-www-c1338370909=\"\" data-cy=\"body\" class=\"cXenseParse\">Durchschnittlich verf\u00fcgten in Paarhaushalten lebende Frauen 2023 um 51.900 Euro weniger Verm\u00f6gen als M\u00e4nner. Die OeNB bezifferte das Nettoverm\u00f6gen von Frauen mit durchschnittlich 193.600 Euro, jenes von M\u00e4nnern mit 245.500 Euro. Daraus ergibt sich ein Unterschied von 21 Prozent, den die OeNB im Rahmen der Studie erhob und Ende 2025 ver\u00f6ffentlichte. Geringer fiel demnach die Median-L\u00fccke mit 15 Prozent bzw. 19.000 Euro aus.<\/p>\n<p _ngcontent-tt-com-www-c1338370909=\"\" data-cy=\"body\" class=\"cXenseParse\">\u00d6konomin Alyssa Schneebaum macht f\u00fcr diesen Unterschied im Gespr\u00e4ch mit der APA zwei Gr\u00fcnde verantwortlich. Erstens verdienen Frauen immer noch deutlich weniger als M\u00e4nner. Je nach Berechnungsmethode macht der Gender Pay Gap zwischen 11,6 und 17,6 Prozent aus. Frauen verf\u00fcgen daher \u00fcber weniger Mittel, die sich etwa durch Investments vermehren k\u00f6nnten. Auch deren risikoscheuerer Umgang mit Finanzen spiele eine Rolle.<\/p>\n<p _ngcontent-tt-com-www-c1338370909=\"\" data-cy=\"body\" class=\"cXenseParse\">Als zweiten Grund f\u00fchrt Schneebaum f\u00fcr Frauen nachteilige soziale Normen und Glaubenss\u00e4tze an: &#8222;Jede und jeder von uns hat als Kind einmal den Satz geh\u00f6rt, dass M\u00e4dchen schlechter in Mathematik sind.&#8220; Aussagen wie diese f\u00fchrten dazu, dass in heterosexuellen Paarbeziehungen eher M\u00e4nner f\u00fcr finanzielle Angelegenheiten zust\u00e4ndig sind. Dabei sei unerheblich, ob Frauen formell niedriger oder h\u00f6her gebildet sind als ihre M\u00e4nner, h\u00e4lt die \u00d6konomin mit Schwerpunkt Geschlechterfragen fest.<\/p>\n<p _ngcontent-tt-com-www-c1338370909=\"\" data-cy=\"body\" class=\"cXenseParse\">Die Verm\u00f6gensl\u00fccke ist Schneebaum zufolge gr\u00f6\u00dfer als die Einkommensl\u00fccke, &#8222;weil es in \u00d6sterreich schlicht und einfach viel mehr Verm\u00f6gen als Einkommen gibt&#8220; und dieses gesamtgesellschaftlich gesehen ungleicher verteilt sei. Je wohlhabender der Haushalt, desto gr\u00f6\u00dfer ist die L\u00fccke. Dieses Ungleichgewicht entstehe etwa durch vererbtes Verm\u00f6gen &#8211; vor allem Unternehmensbeteiligungen w\u00fcrden h\u00e4ufiger an S\u00f6hne als T\u00f6chter weitergegeben. Die Uni-Wien-Professorin meint dazu: &#8222;Fast niemand verdient alleine durch Erwerbsarbeit Millionen Euro. Trotzdem gibt es Haushalte mit Millionenbesitz.&#8220;<\/p>\n<p _ngcontent-tt-com-www-c1338370909=\"\" data-cy=\"body\" class=\"cXenseParse\">Auff\u00e4llig sind auch die wesentlich geringeren Unterschiede zwischen den Geschlechtern, vergleicht man jene Frauen und M\u00e4nner, die in Single-Haushalten leben. Alleinlebende Frauen kommen durchschnittlich auf ein Verm\u00f6gen von 151.400 Euro, M\u00e4nner auf 165.900 Euro. Die L\u00fccke belief sich daher in dieser Vergleichsgruppe auf nur neun Prozent. Allerdings klafft die Median-L\u00fccke mit 24 Prozent deutlich st\u00e4rker auseinander. F\u00fcr den OeNB-\u00d6konomen Martin Sch\u00fcrz ein Indiz f\u00fcr die Benachteiligung alleinerziehender Frauen, die in dieser Studie zu den Single-Haushalten gez\u00e4hlt wurden, wie er bei der Pr\u00e4sentation der HFCS-Zahlen im Dezember 2025 ausf\u00fchrte.<\/p>\n<p _ngcontent-tt-com-www-c1338370909=\"\" data-cy=\"body\" class=\"cXenseParse\">Wie der Gender Pay Gap schlie\u00dft sich auch die Verm\u00f6gensl\u00fccke in \u00d6sterreich langsam. Aussagekr\u00e4ftige Vergleichswerte sind rar, zuletzt und erstmalig wurde die Verm\u00f6gensl\u00fccke von Schneebaum und ihrem Team 2017 auf Basis der HFCS-Daten von 2014 f\u00fcr die Arbeiterkammer Wien erhoben. Im Paarhaushalte-Vergleich ergab sich eine durchschnittliche L\u00fccke von 28 Prozent, der Median lag bei 16,9 Prozent.<\/p>\n<p _ngcontent-tt-com-www-c1338370909=\"\" data-cy=\"body\" class=\"cXenseParse\">Um die L\u00fccke weiter zu schlie\u00dfen, pl\u00e4dierte Alyssa Schneebaum im Interview f\u00fcr Ma\u00dfnahmen, die Verm\u00f6gen und Einkommen insgesamt gerechter verteilen und klassischen Rollenbildern entgegenwirken. Au\u00dferdem sollten M\u00e4nner mehr unbezahlte Sorgearbeit im Haushalt leisten, die momentan fast doppelt so h\u00e4ufig von Frauen getragen wird. Auch geschlechtersensible Vermittlung von Finanzwissen sei wichtig, denn &#8222;Finanzbildung ist keine Raketenwissenschaft&#8220;. Eine Auswertung der OeNB von Daten aus 2023 zeigte k\u00fcrzlich auf, dass Frauen weniger gut \u00fcber Finanzen informiert sind als M\u00e4nner. Obwohl sich das Finanzwissen der \u00d6sterreicherinnen und \u00d6sterreicher insgesamt verbessert hat, bestand eine L\u00fccke von 8,4 Prozent zum Nachteil der Frauen.<\/p>\n<p _ngcontent-tt-com-www-c1338370909=\"\" data-cy=\"body\" class=\"cXenseParse\">Um die Verm\u00f6gensl\u00fccke &#8211; international als &#8222;Gender Wealth Gap&#8220; bekannt &#8211; zu berechnen, ist das Nettoverm\u00f6gen von Frauen und M\u00e4nnern ausschlaggebend. Darunter versteht man zum Beispiel Bargeld, Immobilien, Autos, Wertpapiere, Edelmetalle oder Unternehmensbeteiligungen, abz\u00fcglich Schulden. Diese Verm\u00f6genswerte privater Haushalte werden im Schnitt alle drei Jahre von der &#8222;Household Finance and Consumption Survey&#8220; der Europ\u00e4ischen Zentralbank im Euroraum erhoben.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Frauen verdienen nicht nur weniger als M\u00e4nner, sie besitzen auch weniger. 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