{"id":321472,"date":"2026-08-08T04:23:11","date_gmt":"2026-08-08T04:23:11","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/321472\/"},"modified":"2026-08-08T04:23:11","modified_gmt":"2026-08-08T04:23:11","slug":"die-bagage-von-monika-helfer-in-memoriam-monika-helfer-sa-08-08-2026-1400","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/321472\/","title":{"rendered":"&#8222;Die Bagage&#8220; von Monika Helfer. In memoriam Monika Helfer | SA | 08 08 2026 | 14:00"},"content":{"rendered":"<p class=\"articleDate\"> 8. August 2026, 14:00<\/p>\n<p>Es gibt ein Foto von Monika Helfer auf den Stufen ihres Hauses in Hohenems sitzend &#8211; zu ihren F\u00fc\u00dfen eine Trinkschale, hinter ihr eine Wand voll Bilder &#8211; Portr\u00e4ts, Zeichnungen, Erinnerungen. Dann gibt es ein Foto von ihr im schwarz gebl\u00fcmten Mantel vor dem Schlafengehen auf dem Fauteuil der Bibliothek des Hauses. Und dann gibt es ein Bild von ihrem Mann Michael K\u00f6hlmeier, Monika und meinem achtj\u00e4hrigen Sohn Oskar &#8211; auf dem Bahnhof, gemacht von mir, nachdem die beiden uns zum Zug gebracht hatten. Ich hatte Monika und Michael im April 2025 in ihrem Zuhause in Vorarlberg besucht, da waren die H\u00f6rspielfassungen der Trilogie Monikas fertig und schon gesendet.<\/p>\n<p>Im ersten Teil, &#8222;Die Bagage&#8220;, erz\u00e4hlt sie die Geschichte ihrer Gro\u00dfmutter Maria Moosbrugger und verwebt diese mit jener ihrer Tochter Paula, die 21-j\u00e4hrig bei einer Wanderung t\u00f6dlich verungl\u00fcckt war. Die Gro\u00dfmutter Monikas, Paulas Urgro\u00dfmutter Maria, lebte in einem abgelegenen Dorf in Vorarlberg &#8211; gemeinsam mit wenigen Tieren und vielen Kindern. Ihre Sch\u00f6nheit war Hilfe und Hindernis zugleich, denn alle M\u00e4nner wollten &#8222;sich nur einmal zu ihr legen&#8220;. Ihr Mann Josef, ein karger, schweigender Mensch, wurde im Ersten Weltkrieg eingezogen, und Maria Moosbrugger blieb mit den Kindern auf sich allein gestellt zur\u00fcck.<\/p>\n<p>&#8222;Die Bagage&#8220; war der Auftakt einer autofiktionalen Trilogie von Monika Helfer, gefolgt von den Werken &#8222;Vati&#8220; und &#8222;L\u00f6wenherz&#8220;. In Letzterem erz\u00e4hlt sie von ihrem Bruder Richard, den sie sehr geliebt hat und der sich viel zu fr\u00fch das Leben genommen hatte.<\/p>\n<p>Monika und ich lernten einander sp\u00e4t kennen &#8211; als ich ihre Trilogie f\u00fcr das H\u00f6rspiel bearbeitete und inszenierte. Das Haus in Hohenems war voller Bilder und Liebe. Wir a\u00dfen gut und unterhielten uns \u00fcber das Leben. Als mein Sohn seinen Ball verlor und w\u00fctend wurde, sagte Monika zu ihm: &#8222;Stell dir am besten vor, es h\u00e4tte ihn nie gegeben.&#8220; Und zu mir sagte sie: &#8222;Elisabeth, versprich mir etwas: Du musst immer ein Zimmer in deinem Herzen NUR F\u00dcR DICH ALLEIN reservieren. Das ist ganz wichtig.&#8220;<\/p>\n<p>Mit Monika Helfers Tod &#8222;verlieren wir&#8220;, wie ihr Verleger Jo Lendle schrieb, &#8222;Sch\u00f6nheit&#8220;. Sie war ein unglaublicher Mensch, dem Leben gegen\u00fcber dem\u00fctig und achtsam, und eine gro\u00dfe, wichtige K\u00fcnstlerin. An ihren Rat werde ich mich immer erinnern: ein Zimmer in meinem Herzen nur f\u00fcr mich allein zu reservieren. Eines, nicht weit davon entfernt, geh\u00f6rt ihr.<\/p>\n<p>&#8222;Die Bagage&#8220;. H\u00f6rspiel nach dem Roman von Monika Helfer (Teil 1 von 3). Mit D\u00f6rte Lyssewski, Andrea Wenzl, Christoph Luser, Andreas Lust, Hannes Wegener, Michael Edlinger, Sabine Muhar, Johannes Seilern, Oskar Weilenmann, Elisabeth Adam, Jano Lukas Putz, Damyan Andreev, Vassili Anando Putz und Sophie Mavie Fritz. Ton und Technik: Martin Leitner, Jakob Kainz, Melanie Inden und Thomas Rombach. Musik: Fatima Dunn. Dramaturgie: Cordula Huth. H\u00f6rspielbearbeitung und Regie: Elisabeth Weilenmann (HR\/ORF\/SRF 2024)<\/p>\n<p>Service<\/p>\n<p>Monika Helfer, &#8222;Die Bagage&#8220;, Hanser Verlag, 2020<\/p>\n<p>Sendereihe<\/p>\n<p>\u00dcbersicht<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"8. 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