{"id":321486,"date":"2026-08-08T04:31:20","date_gmt":"2026-08-08T04:31:20","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/321486\/"},"modified":"2026-08-08T04:31:20","modified_gmt":"2026-08-08T04:31:20","slug":"ug-polaschek-an-bundeskanzler-stocker-care-arbeit-ist-arbeit","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/321486\/","title":{"rendered":"UG-Polaschek an Bundeskanzler Stocker: Care-Arbeit ist Arbeit!"},"content":{"rendered":"<p>Wien (OTS) &#8211;\u00a0<\/p>\n<p>\u201eEin Bundeskanzler, der Care-Arbeit als keine Arbeit bezeichnet, vertritt nicht die Mehrheit der Bev\u00f6lkerung in \u00d6sterreich\u201c, erkl\u00e4rt Marion Polaschek, Bundesvorsitzende der unabh\u00e4ngigen Gewerkschaftsfraktion im \u00d6GB. \u201eErwerbsarbeit ist in diesem Land nur zu den aktuellen Konditionen m\u00f6glich, weil Frauen den \u00fcberwiegenden Teil der unbezahlten Sorgearbeit leisten \u2013 Tag f\u00fcr Tag, rund um die Uhr. Wer diese Leistung abwertet, disqualifiziert sich politisch und gesellschaftlich.\u201c<\/p>\n<p> Care-Arbeit tr\u00e4gt die Gesellschaft \u2013 und die Wirtschaft<\/p>\n<p>Unbezahlte Sorgearbeit in Familien, Haushalten und Communities sichert die Funktionsf\u00e4higkeit unseres Alltags und gleicht systematisch aus, wof\u00fcr der Markt und der Staat zu wenig Ressourcen bereitstellen. Diese Arbeit ist wertvoll, anstrengend und schafft direkte gesellschaftliche und \u00f6konomische Effekte.Gleichzeitig ist die bezahlte Care-Arbeit \u2013 insbesondere in Bildung, Gesundheit und Pflege \u2013 strukturell unterbewertet und chronisch unterbezahlt. Sie h\u00e4lt dem Gro\u00dfteil der M\u00e4nner den R\u00fccken frei f\u00fcr schneller aufsteigende Karrieren, h\u00f6here Einkommen und am Ende h\u00f6here Pensionen.<\/p>\n<p>\u201eFrauen bezahlen f\u00fcr dieses Ungleichgewicht mit einem EU-weit \u00fcberdurchschnittlichen Gender Pay Gap, einem massiven Pension Gap und einem deutlich h\u00f6heren Risiko von Altersarmut\u201c, betont Polaschek. \u201eEs ist respektlos, diese Arbeit sprachlich oder politisch zu entwerten. Wer Care-Arbeit kleinredet, verkennt die Lebensrealit\u00e4ten der Mehrheit und versch\u00e4rft bestehende Ungleichheiten.\u201c <\/p>\n<p>Lehren aus Island: Sichtbarkeit durch Arbeitsstopp \u00d6sterreich braucht, so die unabh\u00e4ngige Gewerkschaftsfraktion, ein klares und anschauliches Beispiel, wie in Island, um zu verdeutlichen, was passiert, wenn die Arbeit, \u201edie angeblich keine ist\u201c, einmal fehlt. In Island haben landesweite Frauenstreiks \u2013 historisch wie aktuell \u2013 eindrucksvoll gezeigt, wie zentral Care-Arbeit f\u00fcr das Funktionieren von Wirtschaft und Gesellschaft ist. \u201eAuch hierzulande w\u00fcrde ein kurzfristiger Ausfall deutlich machen, wie abh\u00e4ngig unser System von unbezahlter und unterbezahlter Sorgearbeit ist\u201c, so Polaschek.<\/p>\n<p>Unsere Forderungen an Bundesregierung und Sozialpartner<\/p>\n<p>Respekt und Aufwertung: Klare politische Anerkennung von Care-Arbeit als systemrelevant \u2013 sprachlich, gesetzlich und finanziell.Faire Bezahlung im Care-Sektor: Deutliche Lohnanhebungen in Bildung, Gesundheit und Pflege; verbindliche Personalschl\u00fcssel; bessere Arbeitsbedingungen und Gesundheitspr\u00e4vention.Lohntransparenz und Entgeltgleichheit: Verbindliche Transparenzregeln, wirksame Kontrollen und Sanktionen bei Diskriminierung.Anrechnung von Care-Zeiten: Pensionsrechtliche Aufwertung von Betreuungs- und Pflegezeiten; Ausbau von Anrechnungsmodellen im Arbeits- und Sozialrecht.Ausbau der Kinderbetreuung und Pflegeinfrastruktur: Fl\u00e4chendeckende, leistbare, qualitativ hochwertige Angebote mit bedarfsgerechten \u00d6ffnungszeiten.Arbeitszeitverk\u00fcrzung mit Lohnausgleich: Bessere Vereinbarkeit von Beruf und Care-Verantwortung f\u00fcr alle Geschlechter.Gleichstellungspolitik mit Zielen: Verbindliche Gleichstellungsziele im \u00f6ffentlichen Dienst und bei \u00f6ffentlichen Auftr\u00e4gen; F\u00f6rderung von V\u00e4terkarenz und partnerschaftlicher Aufteilung von Care.Kollektivvertragliche Offensive: Zeitnahe Abschl\u00fcsse, die die strukturelle Unterbewertung von Care-Berufen korrigieren, inklusive Zulagen und Einstufungen, die die tats\u00e4chliche Verantwortung abbilden.<\/p>\n<p>\u201eCare-Arbeit ist Arbeit. Punkt. Wer das bestreitet, stellt sich gegen Fakten, gegen Gerechtigkeit und gegen den gesellschaftlichen Zusammenhalt\u201c, so Polaschek abschlie\u00dfend. \u201eWir erwarten vom Bundeskanzler und der gesamten Bundesregierung Respekt in der Sprache, Klarheit in der Analyse und Mut in der Umsetzung \u2013 damit Frauen nicht l\u00e4nger den Preis f\u00fcr ein System zahlen, das auf ihrer unbezahlten und unterbezahlten Arbeit aufbaut.\u201c<\/p>\n<p _ngcontent-ng-c403161360=\"\"> OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER<br \/>\nINHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS &#8211; WWW.OTS.AT | AGG<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Wien (OTS) &#8211;\u00a0 \u201eEin Bundeskanzler, der Care-Arbeit als keine Arbeit bezeichnet, vertritt nicht die Mehrheit der Bev\u00f6lkerung in&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":321487,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":"","_share_on_mastodon":"0"},"categories":[8],"tags":[15014,26393,26395,7214,8239,83116,24398,270,40,41,26394,83114,83115,39,8240,38],"class_list":["post-321486","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","category-nachrichten","tag-altersarmut","tag-apa","tag-apa-ots","tag-arbeit","tag-care-arbeit","tag-frauenstreik","tag-geschlecht","tag-gesellschaft","tag-nachrichten","tag-news","tag-ots","tag-pay-gap","tag-pension-gap","tag-schlagzeilen","tag-sorgearbeit","tag-top-meldungen"],"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@at\/117058016792378335","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/321486","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=321486"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/321486\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/media\/321487"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=321486"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=321486"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=321486"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}