{"id":321684,"date":"2026-08-08T07:02:14","date_gmt":"2026-08-08T07:02:14","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/321684\/"},"modified":"2026-08-08T07:02:14","modified_gmt":"2026-08-08T07:02:14","slug":"batteriespeicher-sichern-europas-oekostrom-riskieren-sie-blackouts","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/321684\/","title":{"rendered":"Batteriespeicher sichern Europas \u00d6kostrom \u2013 riskieren sie Blackouts?"},"content":{"rendered":"<p>Batterien gelten in der Energiewende der EU als \u201eSchl\u00fcsseltechnologie\u201c. In j\u00fcngster Zeit geraten sie jedoch wegen m\u00f6glicher Blackouts in die Kritik.<\/p>\n<p>          <img decoding=\"async\" class=\"c-ad__placeholder__logo\" src=\"https:\/\/static.euronews.com\/website\/images\/logos\/logo-euronews-stacked-outlined-72x72-grey-9.svg\" width=\"72\" height=\"72\" alt=\"\" loading=\"lazy\"\/><br \/>\n          WERBUNG<\/p>\n<p>          <img decoding=\"async\" class=\"c-ad__placeholder__logo\" src=\"https:\/\/static.euronews.com\/website\/images\/logos\/logo-euronews-stacked-outlined-72x72-grey-9.svg\" width=\"72\" height=\"72\" alt=\"\" loading=\"lazy\"\/><br \/>\n          WERBUNG<\/p>\n<p>Der Anteil von <a href=\"https:\/\/de.euronews.com\/2026\/08\/02\/solar-parkplatze-senken-stromkosten-um-32000-jahrlich-warum-zogert-europa\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">erneuerbaren Energien<\/a> am Strommix der EU d\u00fcrfte bis 2030 auf rund 69 Prozent steigen und bis 2050 etwa 80 Prozent erreichen. Damit w\u00e4chst der Bedarf an flexiblen Speichern rasant.<\/p>\n<p>Europa verschenkt schon heute Strom aus Wind- und Solarkraft im Wert von Millionen Euro. Grund sind Netzengp\u00e4sse und die geringe Flexibilit\u00e4t der Systeme. \u00dcbersteigt das Angebot die Nachfrage, kann es sogar zu negativen Strompreisen kommen.<\/p>\n<p>Viele Fachleute sehen in <a href=\"https:\/\/de.euronews.com\/2026\/05\/07\/solarspeicher-funktionsweise-und-lohnen-sie-sich-fur-geringere-stromkosten\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Batteriespeichersystemen<\/a> (Battery Energy Storage Systems, BESS) eine Art Allzweckl\u00f6sung. Die Logik dahinter ist einfach: Batterien speichern tags\u00fcber Strom aus erneuerbaren Quellen, wenn der Verbrauch meist niedrig ist, und speisen ihn abends ein, wenn die Nachfrage steigt.<\/p>\n<p>Deshalb wurden in Europa 2025 rund 36 GWh neuer BESS installiert. Die insgesamt verf\u00fcgbare Speicherkapazit\u00e4t \u00fcberschritt damit erstmals 100 GWh. Das reicht, um sch\u00e4tzungsweise 75 Millionen Haushalte mit Strom zu versorgen.<\/p>\n<p>\u201eIn ganz Europa hilft Batteriespeicherung dabei, wachsende Mengen erneuerbarer Energien ins System zu integrieren, die Energiesicherheit zu st\u00e4rken und die Widerstandsf\u00e4higkeit der Netze zu erh\u00f6hen\u201c, erkl\u00e4rt der Branchenverband SolarPower Europe. <\/p>\n<p>\u201eEuropa will seine Abh\u00e4ngigkeit von teuren fossilen Energieimporten verringern, die Elektrifizierung beschleunigen und seine Klimaziele erreichen. Speicher d\u00fcrfen deshalb nicht l\u00e4nger als blo\u00dfe Erg\u00e4nzung gelten. Sie entwickeln sich zu einem strategischen Baustein, der Europas Resilienz, Wettbewerbsf\u00e4higkeit und Energie-Souver\u00e4nit\u00e4t st\u00e4rkt.\u201c<\/p>\n<p>Batterieboom: droht \u00dcberlastung des Netzes?<\/p>\n<p>Die britische Zeitung The Telegraph titelte vergangene Woche: \u201eBritain\u2019s battery boom \u201arisks overwhelming the grid\u2018\u201c \u2013 der Batterieboom in Gro\u00dfbritannien k\u00f6nne das Stromnetz \u00fcberfordern. Demnach k\u00f6nnten Reserveanlagen, die Windkraft absichern sollen, am Ende genau die Blackouts ausl\u00f6sen, die sie eigentlich verhindern sollen.<\/p>\n<p>Der Beitrag bezieht sich auf einen aktuellen Bericht des Panel of Technical Experts, einer Gruppe unabh\u00e4ngiger Berater, die die britische Regierung zu technischen Fragen der Reform des Strommarkts unterst\u00fctzt. <\/p>\n<p>\u201eDer PTE ist weiterhin der Ansicht, dass dar\u00fcber nachgedacht werden sollte, wie sich BESS im Fall einer Capacity Market Notice (CMN) verhalten werden, da Speicher dann m\u00f6glicherweise einen Anreiz haben, sich vorab aufzuladen, um ihre Verpflichtungen im Kapazit\u00e4tsmarkt zu erf\u00fcllen\u201c, hei\u00dft es in dem Bericht.<\/p>\n<p>\u201eDies k\u00f6nnte schnell in eine Stresssituation m\u00fcnden. Diese zus\u00e4tzliche Nachfrage muss bei der Sch\u00e4tzung der Spitzenlast in einem Stressfall genauer modelliert werden.\u201c<\/p>\n<p>Eine CMN ist ein Signal, das etwa vier Stunden im Voraus warnt, dass vermutlich weniger Stromerzeugung zur Verf\u00fcgung steht, als Netzbetreiber zur Deckung der landesweiten Nachfrage erwarten. <\/p>\n<p>Der Bericht behauptet allerdings nicht, dass Batterien das Netz destabilisieren werden. Er \u00e4u\u00dfert auch keine explizite Sorge vor Blackouts. Er weist lediglich darauf hin, dass besser modelliert werden muss, wie Batterien auf eine CMN reagieren. <\/p>\n<p>Batterieboom in Europa: drohen Blackouts?<\/p>\n<p>Die Sorge, Batterien k\u00f6nnten in Europa gro\u00dffl\u00e4chige Stromausf\u00e4lle ausl\u00f6sen, richtet sich vor allem auf kleine, dezentrale Anlagen, die Netzbetreiber nicht sehen und nicht direkt steuern k\u00f6nnen. <\/p>\n<p>Wenn sehr viele dieser Speicher gleichzeitig gleich reagieren, wird das System schwer steuerbar.<\/p>\n<p>\u201eDas ist dieselbe Herausforderung, die wir seit rund 20 Jahren mit Solaranlagen managen\u201c, sagt Adrian Hiel, Direktor der <a href=\"https:\/\/electrification-alliance.eu\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer nofollow noopener\">Electrification Alliance (Quelle auf Englisch)<\/a>, im Gespr\u00e4ch mit Euronews Earth.<\/p>\n<p>\u201eWir sind immer besser darin geworden, daf\u00fcr zu sorgen, dass solche Anlagen das Netz stabilisieren statt ihm zu schaden. Realistisch entsteht nur dann ein Blackout-Risiko, wenn wir ignorieren, dass jedes Jahr Millionen von Batterien installiert werden. Niemand hat ein Interesse daran, das zu \u00fcbersehen.\u201c<\/p>\n<p>Die wichtigste Antwort auf das \u201ekleine Risiko\u201c, das von Batterien ausgeht, sei besseres Modellieren, sagt Hiel. So k\u00f6nnen Netzbetreiber vorhersagen, wie sich ganze Flotten von Speichern in bestimmten Situationen verhalten.<\/p>\n<p>\u201eIn den n\u00e4chsten Jahren werden die Prognosemodelle noch recht gro\u00dfe Fehlermargen haben. Doch sie werden Schritt f\u00fcr Schritt pr\u00e4ziser \u2013 so wie beim Modellieren des Verhaltens von Dach-Solaranlagen\u201c, so Hiel.<\/p>\n<p>\u201eEine zweite L\u00f6sung f\u00fcr den Umgang mit Batterien im Netz ist die B\u00fcndelung und Steuerung durch Dienstleister. Dann entscheidet nicht mehr der einzelne Haushalt, wie seine Batterie arbeitet. Stattdessen fasst ein Unternehmen Zehntausende oder Hunderttausende Batterien zusammen und betreibt sie so, dass Haushalte und Netz maximal profitieren.\u201c<\/p>\n<p>Dieses Konzept kommt in vielen L\u00e4ndern bereits bei <a href=\"https:\/\/de.euronews.com\/2026\/07\/27\/stromausfall-und-nebenverdienst-wie-das-e-auto-in-krisen-hilft\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">intelligenten Ladepl\u00e4nen f\u00fcr Elektroautos<\/a> zum Einsatz. F\u00fcr Batterien sei das der \u201elogische n\u00e4chste Schritt\u201c, sagt Hiel. So k\u00f6nne der Netzbetreiber den Aggregator direkt ansprechen und Batterien sehr schnell zum Laden oder Entladen veranlassen, um pl\u00f6tzliche Nachfrage-Spr\u00fcnge auszugleichen.<\/p>\n<p>Sind Batterien wirklich \u201esehr teuer\u201c?<\/p>\n<p>Eine Branchenstimme im Telegraph-Artikel behauptet zudem, \u201eBatterien sind sehr teuer\u201c. Belege liefert sie daf\u00fcr nicht. Nach Angaben der Internationalen Energieagentur (IEA) sind die durchschnittlichen <a href=\"https:\/\/de.euronews.com\/2026\/05\/08\/neuer-bericht-erneuerbare-liefern-strom-rund-um-die-uhr-und-unterbieten-fossilpreise\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Batteriekosten<\/a> seit 2010 dank Fortschritten in Chemie und Fertigung um 90 Prozent gefallen.<\/p>\n<p>Ein aktueller Bericht des Energie-Thinktanks <a href=\"https:\/\/ember-energy.org\/latest-insights\/batteries-and-demand-flexibility-are-ready-to-scale-across-the-eu\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer nofollow noopener\">Ember (Quelle auf Englisch)<\/a> kommt zu dem Ergebnis, dass Gro\u00dfspeicher-Batterien ab 2030 kurzfristige Flexibilit\u00e4t in der EU um rund 20 Prozent g\u00fcnstiger bereitstellen k\u00f6nnten als neue Gaskraftwerke. <\/p>\n<p>Der Bericht zeigt au\u00dferdem: In den n\u00e4chsten vier Jahren k\u00f6nnten Batterien in der EU innerhalb einer Stunde mehr als 80 Prozent der Leistung bereitstellen, die alle Gaskraftwerke der EU zusammen im selben Zeitraum erzeugen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>\u201eSaubere Flexibilit\u00e4t ist bereits verf\u00fcgbar\u201c, sagt Beatrice Petrovich, Senior-Energieanalystin bei Ember. <\/p>\n<p>\u201eDas schnelle Wachstum von Batterien, intelligentem Laden von E-Autos und W\u00e4rmepumpen kann die Abh\u00e4ngigkeit vom Gas f\u00fcr den Netzausgleich verringern und die Netze entlasten. Es geht jetzt nicht mehr um neue Erfindungen, sondern um Umsetzung: Barrieren abbauen, Flexibilit\u00e4t verg\u00fcten und diese L\u00f6sungen schnell genug hochskalieren, damit wir uns keine \u00fcberfl\u00fcssigen fossilen Reservekraftwerke einhandeln.\u201c<\/p>\n<p>Soll Europa zu fossilen Brennstoffen zur\u00fcckkehren?<\/p>\n<p>Der Gespr\u00e4chspartner im Telegraph-Artikel meint, m\u00f6gliche Kostenh\u00fcrden und das Risiko von Blackouts seien Grund genug, die Energiewende zu stoppen und an der Abh\u00e4ngigkeit von <a href=\"https:\/\/de.euronews.com\/2026\/08\/07\/durre-in-europa-zeigt-schwachen-fossiler-energie-polen-schaltet-kohlekraftwerke-ab\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">fossilen Brennstoffen<\/a> festzuhalten.<\/p>\n<p>\u201eZu behaupten, wir sollten keine wetterabh\u00e4ngige Stromerzeugung bauen, weil es dieses minimale Risiko durch Batterien gibt, ist, als w\u00fcrde man einer stark fettleibigen Person raten, nicht abzunehmen, weil sie dann neue Kleidung kaufen muss\u201c, sagt Hiel.<\/p>\n<p>\u201eDer Aufwand, die Auswirkungen von Millionen Batterien zu managen, ist verschwindend gering im Vergleich zu den Vorteilen. Wir nutzen damit die billigsten Energiequellen, die die Welt je gesehen hat \u2013 in einer Zeit, in der Gasexporteure offen davon sprechen, Europa energetisch dominieren zu wollen und damit drohen, den Gashahn zuzudrehen, wenn wir nicht nach ihrer Pfeife tanzen.\u201c<\/p>\n<p>Das britische Department for Energy Security and Net Zero (DESNZ) verweigerte eine Stellungnahme dazu, ob es wegen des Batteriebooms Blackouts bef\u00fcrchtet. Auf Fragen von Euronews Earth antwortete das Ministerium nicht und verschickte nur dasselbe Zitat, das auch The Telegraph erhielt.<\/p>\n<p>\u201eUnser Kapazit\u00e4tsmarkt sorgt f\u00fcr Versorgungssicherheit und f\u00fcr ein gutes Preis-Leistungs-Verh\u00e4ltnis f\u00fcr Verbraucherinnen und Verbraucher\u201c, sagte eine Sprecherin. \u201eWir haben die Mehrwertsteuer auf Strom gesenkt, um Familien Luft zu verschaffen, und konzentrieren uns darauf, die Rechnungen dauerhaft zu senken.\u201c<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Batterien gelten in der Energiewende der EU als \u201eSchl\u00fcsseltechnologie\u201c. 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