{"id":322137,"date":"2026-08-08T12:31:10","date_gmt":"2026-08-08T12:31:10","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/322137\/"},"modified":"2026-08-08T12:31:10","modified_gmt":"2026-08-08T12:31:10","slug":"ceuta-und-europas-verfehlte-migrationspolitik-kommentar","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/322137\/","title":{"rendered":"Ceuta und Europas verfehlte Migrationspolitik (Kommentar)"},"content":{"rendered":"<p>                    <img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"internal-image\" title=\"Zwei junge M\u00e4nner erklimmen den Grenzzaun zwischen Marokko und Ceuta.\" alt=\"Zwei junge M\u00e4nner erklimmen den Grenzzaun zwischen Marokko und Ceuta.\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/ceuta-migration-102-1920x1080.jpg\" \/><\/p>\n<p>                  Bei dem Versuch, in die spanische Exklave Ceuta zu gelangen, sind mindestens 100 Menschen gestorben (picture alliance \/ abaca \/ Europa Press)<\/p>\n<p>Am Ende des zweiten Akts von Richard Wagners Oper \u201eDie Meistersinger von N\u00fcrnberg\u201c versinkt die beschauliche fr\u00e4nkische Stadt im Chaos. Brave B\u00fcrger fallen pl\u00f6tzlich grundlos \u00fcbereinander her, pr\u00fcgeln sich auf der Stra\u00dfe. Eine Massenschl\u00e4gerei, die genauso unvermittelt endet, wie sie begonnen hat. Und die den klugen Schuster Hans Sachs ratlos zur\u00fcckl\u00e4sst: \u201eWahn, Wahn, \u00fcberall Wahn!\u201c sinniert der vor sich hin. <\/p>\n<p>Eine Szene, die an das erinnert, was die Ereignisse von Ceuta in der EU angerichtet haben. 22 Regierungschefs, darunter Bundeskanzler Merz, fahren schwerstes diplomatisches Gesch\u00fctz gegen Madrid auf, weil sie dort den Verantwortlichen f\u00fcr das Chaos ausgemacht haben: Spaniens sozialdemokratischen Regierungschef Sanchez. <\/p>\n<p>Italiens Ministerpr\u00e4sidentin Meloni l\u00e4sst allen Ernstes Flugzeuge und F\u00e4hren aus Spanien kontrollieren, obwohl nicht ein einziger der Migranten von Ceuta die Enklave verlassen hat, auch gar nicht h\u00e4tte verlassen k\u00f6nnen. Und auch in Deutschland wird der Pr\u00fcgel rausgeholt. Innenminister Dobrindt k\u00fcndigt umgehend versch\u00e4rfte Grenzkontrollen an, obgleich schon die bisherigen von mehreren Gerichten als rechtswidrig bezeichnet worden sind. <\/p>\n<p>                EU reagiert auf Ceuta mit Abschottung<\/p>\n<p>Andere Unionspolitiker wollen jetzt, nach Ceuta, das individuelle Recht auf Asyl in G\u00e4nze schleifen. Und den Vogel schie\u00dft das Zentralorgan f\u00fcr Migrationshysterie ab, die Bild-Zeitung. \u201eSie rufen Allahu Akbar!\u201c, wei\u00df deren Reporter aus Ceuta zu berichten &#8211; wohl in einem verzweifelten Versuch, die Geschehnisse in der nordafrikanischen Enklave in eine historische Reihe mit den T\u00fcrken vor Wien und der Schlacht auf dem Amselfeld zu stellen. <\/p>\n<p>Als drohte der Untergang des Abendlands. Wahn, \u00fcberall Wahn. Was ist geschehen? Unfassbare etwa 70.000 meist junge Marokkaner dr\u00e4ngten binnen k\u00fcrzester Zeit nach Ceuta. Ein klarer Fall von Kontrollverlust. Wie konnte das passieren? Wir wissen es nicht. Hat die marokkanische Polizei geschlafen, hat sie weggeschaut, wom\u00f6glich sogar den Fl\u00fcchtlingen geholfen? Wir wissen es nicht. <\/p>\n<p>Will Marokko Spanien unter Druck setzen, wegen des Streits um den Status der Westsahara? Wir wissen es nicht. Oder war eine &#8211; wom\u00f6glich von Moskau orchestrierte &#8211; Kampagne in den Sozialen Medien die Ursache? Noch einmal: Wir wissen es nicht. Und die Europ\u00e4ische Union? 22 Mitgliedstaaten verabreden sich zur Klassenkeile gegen Pedro Sanchez, weil der k\u00fcrzlich den Aufenthaltsstatus einer Million Migranten &#8211; der Garanten des derzeitigen spanischen Wirtschaftswunders &#8211; legalisiert hast. <\/p>\n<p>                Ursachen der Migration: Welche L\u00f6sungen die EU in Ceuta braucht<\/p>\n<p>Denen verschafft dieser Status zwar keinesfalls das Recht, sich in anderen EU-Mitgliedsl\u00e4ndern niederzulassen. Gleichwohl werfen sie ihm vor, mit seiner Politik immer mehr Fl\u00fcchtlinge nach Europa zu locken. Sie wollen ihn partout in ihre migrationspolitische Marschformation zwingen. Und dann endet dieses traurige Schauspiel genauso pl\u00f6tzlich wie die Stra\u00dfenschl\u00e4gerei im mittelalterlichen N\u00fcrnberg: Mit dem Treffen der EU-Innenminister, die Spanien sp\u00e4t, aber einstimmig ihrer Solidarit\u00e4t versichern. <\/p>\n<p>Was die EU schuldig bleibt, ist der ernsthafte Versuch, Antworten auf das Drama von Ceuta zu finden. Ansatzpunkte g\u00e4be es genug. Eine Vermittlung im Regionalkonflikt um die Westsahara zum Beispiel. Oder Initiativen, um die Lage der Jugendlichen in Marokko, die ihre Heimat Hals \u00fcber Kopf verlassen wollten, zu verbessern.<\/p>\n<p>                Fluchtursachen bek\u00e4mpfen: Perspektiven f\u00fcr Marokko<\/p>\n<p>Ein Drittel von ihnen ist arbeitslos. Man k\u00f6nnte sie ausbilden, ihnen legale, kontrollierte Wege \u00f6ffnen, um eine Zukunft in Europa zu finden. Das k\u00f6nnte sie davon abhalten, die Grenzanlagen in Ceuta zu umschwimmen. Mindestens 100 von ihnen sind dabei gestorben. Aber wen interessiert das noch?<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Bei dem Versuch, in die spanische Exklave Ceuta zu gelangen, sind mindestens 100 Menschen gestorben (picture alliance \/&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":322138,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":"","_share_on_mastodon":"0"},"categories":[3],"tags":[3470,60983,83274,79674,76,75,74,79,83273,12054,935],"class_list":["post-322137","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","category-europa","tag-asyl","tag-asylrecht","tag-aussengrenze","tag-ceuta","tag-eu","tag-europa","tag-europe","tag-migration","tag-migrationsdebatte","tag-pedro-sanchez","tag-spanien"],"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@at\/117059904483184305","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/322137","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=322137"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/322137\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/media\/322138"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=322137"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=322137"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=322137"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}