{"id":322539,"date":"2026-08-08T17:22:13","date_gmt":"2026-08-08T17:22:13","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/322539\/"},"modified":"2026-08-08T17:22:13","modified_gmt":"2026-08-08T17:22:13","slug":"sprengstoff-drohne-in-leipzig-halle-ein-angriff-fremder-maechte-oder-russlands","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/322539\/","title":{"rendered":"Sprengstoff-Drohne in Leipzig\/Halle: Ein Angriff &#8222;fremder M\u00e4chte&#8220; &#8211; oder Russlands?"},"content":{"rendered":"<p>            <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"ts-image\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/drohne-flughafen-114.jpg\" alt=\"in Kriminaltechniker ist neben einem Sprengroboter in der N\u00e4he eines ukrainischen Flugzeugs auf dem Flughafen Leipzig\/Halle im Einsatz. \" title=\"in Kriminaltechniker ist neben einem Sprengroboter in der N\u00e4he eines ukrainischen Flugzeugs auf dem Flughafen Leipzig\/Halle im Einsatz.  | Hendrik Schmidt\/dpa\"\/><\/p>\n<p>                    FAQ<\/p>\n<p class=\"metatextline\">Stand: 08.08.2026 \u2022 18:52 Uhr<\/p>\n<p class=\"article-head__shorttext\">\n        Die Bundesregierung bezeichnet den Drohnen-Vorfall als Angriff &#8222;fremder M\u00e4chte&#8220;. Eine Schuldzuweisung an Russland vermeidet sie. Verteidigungsexperten sehen Hinweise auf eine russische Urheberschaft. Was spricht f\u00fcr &#8211; was gegen Russland?\n    <\/p>\n<p>    Die Ausgangslage<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Der Vorfall mit einer Sprengstoff-Drohne am Flughafen Leipzig\/Halle hat massive L\u00fccken in Deutschland bei der <a href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/inland\/innenpolitik\/luftsicherheit-stand-100.html\" title=\"Wie gut ist Deutschland vor Drohnen gesch\u00fctzt?\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Drohnenabwehr<\/a> offenbart. Von einem &#8222;Zust\u00e4ndigkeitswirrwarr&#8220; ist die Rede. Doch auch sicherheitspolitisch stellen sich angesichts dieses <a href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/inland\/drohnenvorfall-leipzig-dobrindt-100.html\" title=\"Drohne am Flughafen Leipzig\/Halle: Dobrindt sieht &quot;hybrides Anschlagsszenario&quot;\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">&#8222;hybriden&#8220; Angriffs &#8222;fremder M\u00e4chte&#8220;<\/a> (Innenminister Alexander Dobrindt) dr\u00e4ngende Fragen.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Wer steckt dahinter? Viele Experten zeigen auf Russland als Tatverd\u00e4chtigen, die Bundesregierung h\u00e4lt sich hier bislang zur\u00fcck. Was f\u00fcr eine Beteiligung Russlands sprechen k\u00f6nnte &#8211; und was dagegen: ein \u00dcberblick.<\/p>\n<p>    Wie ist der Stand der Ermittlungen?<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Die <a href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/inland\/innenpolitik\/bundesanwaltschaft-leipzig-100.html\" title=\"Flughafen Leipzig\/Halle: Bundesanwaltschaft ermittelt zu Sprengstoff-Drohne\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Bundesanwaltschaft <\/a>ermittelt wegen des Verdachts des versuchten Herbeif\u00fchrens einer Sprengstoffexplosion und des gef\u00e4hrlichen Eingriffs in den Luftverkehr, teilte die Karlsruher Beh\u00f6rde mit.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Am Flughafen Leipzig\/Halle war in der N\u00e4he ukrainischer Transportflugzeuge eine mit Sprengstoff und Z\u00fcnder best\u00fcckte Drohne entdeckt und von einem Mitarbeiter zum Absturz gebracht worden. Ein infolge der Sperrung kurz danach durchstartendes Flugzeug kollidierte mit einem unbekannten kleineren Flugobjekt, m\u00f6glicherweise einer zweiten Drohne.<\/p>\n<p>    K\u00f6nnte Russland dahinter stecken?<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Mehrere US-Medien haben Informationen, die in Richtung Russlands weisen. Das <a href=\"https:\/\/www.wsj.com\/world\/europe\/u-s-intel-links-russia-to-explosive-drone-at-german-airport-8a69a823?mod=Searchresults&amp;pos=1&amp;page=1\" title=\"WSJ-Artikel\" class=\"textlink--extern js-link-dialog\" rel=\"noopener noreferrer nofollow\" target=\"_blank\" data-type=\"external\">Wall Street Journal<\/a> berichtet unter Berufung auf mit Geheimdienstberichten vertraute US-Beamte, dass die Drohne wahrscheinlich der russischen Regierung geh\u00f6re. Der US-Sender CNN zitiert einen US-Verteidigungsbeamten in Europa mit der Aussage, die USA seien zum Schluss gekommen, dass die Drohne von einem russischen Geheimdienst sei.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">F\u00fcr eine Beteiligung Moskaus spr\u00e4che, dass Russland eine entwickelte Drohnentechnologie hat und mit einer Reaktion auf die Waffenlieferungen des Westens an die Ukraine gedroht hat. So ver\u00f6ffentlichte das russische Verteidigungsministerium auch Adressen deutscher und anderer europ\u00e4ischer R\u00fcstungsfirmen. Russlands Ex-Pr\u00e4sident Dmitri Medwedew, der als Vizechef des nationalen Sicherheitsrats weiter Einfluss hat, bezeichnete die aufgef\u00fchrten Unternehmen als &#8222;Liste potenzieller Ziele f\u00fcr die russischen Streitkr\u00e4fte&#8220;.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">&#8222;Auf den ersten Blick spricht manches daf\u00fcr, dass m\u00f6glicherweise russische Geheimdienste verwickelt sind&#8220;, sagte der Russland- und Milit\u00e4r-Experte Matthias Uhl im Gespr\u00e4ch mit der Nachrichtenagentur dpa. Der russische Milit\u00e4rgeheimdienst GRU werde f\u00fcr eine Vielzahl an Operationen im Westen verantwortlich gemacht. Allerdings sei es f\u00fcr Russland schwierig, gegenw\u00e4rtig eine solche Operation durchzuziehen, weil seine Agenten im Westen unter strenger Beobachtung st\u00fcnden.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">&#8222;Entweder war das Russland, oder jemand wollte, dass es so aussieht, als wenn das Russland gewesen w\u00e4re&#8220;, sagte SPD-Innenexperte Sebastian Fiedler im Morgenmagazin von ARD und ZDF. Sollten sich Hinweise auf eine russische Urheberschaft verdichten, dann sei das ein &#8222;kriegerischer Akt&#8220;.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Nach Einsch\u00e4tzung von CDU-Au\u00dfenpolitiker Roderich Kiesewetter passt das Verhaltensmuster &#8222;sehr gut zu Russland&#8220;. Im Deutschlandfunk f\u00fcgte er hinzu: &#8222;Nur wir sind ein Rechtsstaat, wir m\u00fcssen das eindeutig zuordnen.&#8220; Man werde viel Zeit brauchen, bis man den Angriff zweifelsfrei zuordnen k\u00f6nne, &#8222;vielleicht aber auch nie&#8220;.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Die Gr\u00fcnen erhoben schwere Vorw\u00fcrfe gegen Russland. &#8222;Es liegt nahe, dass es sich bei dem Drohnenangriff um russischen Staatsterrorismus handeln k\u00f6nnte&#8220;, sagte Fraktionschefin Katharina Dr\u00f6ge <a href=\"https:\/\/www.welt.de\/politik\/deutschland\/plus6a74324837343a2e069f9628\/sprengstoff-drohne-in-sachsen-liegt-nahe-dass-es-sich-bei-drohnenangriff-um-russischen-staatsterrorismus-handeln-koennte.html\" title=\"Link zum Text der Welt\" class=\"textlink--extern js-link-dialog\" rel=\"noopener noreferrer nofollow\" target=\"_blank\" data-type=\"external\">der Zeitung Welt<\/a>. Sie kritisierte, dass diese naheliegende Vermutung von Bundesinnenminister Dobrindt nicht klar benannt werde. Der CSU-Politiker hatte lediglich von einem &#8222;hybriden&#8220; Angriff &#8222;fremder M\u00e4chte&#8220; gesprochen, hielt sich aber mit konkreten Schuldzuweisungen zur\u00fcck.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Auch Gr\u00fcnen-Verteidigungsexperte Konstantin von Notz sieht Russland hinter dem j\u00fcngsten Drohnen-Vorfall. Er verwies dabei auf die Umst\u00e4nde des Fundes: &#8222;Da eben diese ukrainischen Maschinen an dem Flughafen stehen und genau da befindet sich eine Drohne mit Sprengstoff, dann ist es einfach ein sehr naheliegendes Szenario, dass es sich hier um eine Aktion russischer Dienste handelt.&#8220;<\/p>\n<p>    Welche Vorw\u00fcrfe wegen hybrider Angriffe gibt es gegen Russland?<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Der jetzige Fall weckt vor allem Erinnerungen an einen Vorfall 2024: Damals entz\u00fcndete sich im DHL-Logistikzentrum in Leipzig ein Luftfrachtpaket. Sicherheitskreise gehen davon aus, dass das Paket im Auftrag Russlands platziert war.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">In Litauen stehen deshalb derzeit f\u00fcnf mutma\u00dfliche T\u00e4ter vor Gericht, denen terroristische Handlungen vorgeworfen werden. Sie sollen Pakete mit selbstgebauten Sprengs\u00e4tzen versandt haben. Die Aktionen sollen von Personen mit Verbindungen zum GRU organisiert worden sein. Bei den Verd\u00e4chtigen handelt es sich um Staatsb\u00fcrger Russlands, der Ukraine und Litauens.<\/p>\n<p>Was ist ein &#8222;hybrides Angriffsszenario&#8220;?<\/p>\n<p>        Von einem hybriden Angriffsszenario sprechen Sicherheitsbeh\u00f6rden, wenn Hinweise darauf hindeuten, dass unterschiedliche Angriffsformen Teil eines gemeinsamen Vorgehens sein k\u00f6nnten &#8211; etwa Sabotage, Spionage, Cyberangriffe, Drohnenattacken oder Desinformation. Ziel ist es, einen Staat, seine Einrichtungen oder seine Gesellschaft zu schw\u00e4chen, ohne die Schwelle eines offenen Krieges zu \u00fcberschreiten. Die Urheber versuchen dabei h\u00e4ufig, ihre Beteiligung zu verschleiern. <\/p>\n<p>Hybride Angriffe richten sich h\u00e4ufig gegen kritische Infrastruktur, also etwa gegen Flugh\u00e4fen, Bahnstrecken, Energieversorger, Kommunikationsnetze oder Beh\u00f6rden. Gleichzeitig k\u00f6nnen sie auf die \u00f6ffentliche Meinung zielen. Falschmeldungen und Desinformation sollen Verunsicherung ausl\u00f6sen und das Vertrauen in staatliche Institutionen schw\u00e4chen. Kennzeichnend ist das Zusammenspiel mehrerer Ma\u00dfnahmen. Einzelne Vorf\u00e4lle wirken oft unverbunden. Erst das Gesamtbild kann m\u00f6gliche Zusammenh\u00e4nge sichtbar machen.<\/p>\n<p>Mit Informationen von Dietrich Karl M\u00e4urer, ARD Hauptstadtstudio\n    <\/p>\n<p>    Was spr\u00e4che gegen eine Beteiligung Russlands?<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Kremlchef Wladimir Putin hat immer wieder Vorw\u00fcrfe kategorisch zur\u00fcckgewiesen, dass Russland einen NATO-Mitgliedsstaat angreifen wolle. Er sagte auch nach den <a href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/inland\/muenchen-flughafen-drohnen-102.html\" title=\"Flughafen M\u00fcnchen nach Drohnenalarm erneut gesperrt\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Drohnensichtungen an Flugh\u00e4fen voriges Jahr,<\/a> dass die Anschuldigungen gegen Russland wohl dazu dienen sollen, die Lage weiter anzuheizen und Europa dazu zu bringen, seine Verteidigungsausgaben zu erh\u00f6hen und von anderen Problemen abzulenken.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Ex-Kremlchef Medwedew sprach von unterschiedlichen Erkl\u00e4rungen f\u00fcr die Herkunft der Drohnen. Als Beispiele nannte er Provokationen von Ukrainern, die so Europa in einen Krieg hineinziehen wollten. Er r\u00e4umte aber ein, dass es sich um Aktivit\u00e4ten einer prorussischen Untergrundbewegung in den L\u00e4ndern handeln k\u00f6nne mit dem Ziel, das Leben in der EU zu destabilisieren. M\u00f6glich seien nicht zuletzt auch Spielchen von Rowdys, die ihre Beh\u00f6rden \u00e4rgern wollten.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Anders als im aktuellen Fall hatte Kanzler Friedrich Merz nach den Drohnensichtungen an Flugh\u00e4fen im vergangenen Jahr <a href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/inland\/innenpolitik\/merz-miosga-drohnen-russland-100.html\" title=\"Merz vermutet Russland hinter vielen Drohnen-Fl\u00fcgen\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Russland als Tatverd\u00e4chtigen<\/a> genannt. Putin wolle so Deutschland testen, sagte Merz.<\/p>\n<p>    Welche aktuellen Reaktionen gibt es aus Moskau?<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Die russische Botschaft in Berlin spricht von einer gegen Moskau gerichteten &#8222;Provokation&#8220; der Ukraine, um antirussische Hysterien in Deutschland zu sch\u00fcren. &#8222;Es ist offensichtlich, dass diese hastig zusammengeschusterte Provokation ausschlie\u00dflich den Zielen Kiews und des militaristischen Fl\u00fcgels der europ\u00e4ischen politischen Klasse dient&#8220;, teilte die diplomatische Vertretung Russlands bei Telegram mit.<\/p>\n<p>    Welche &#8222;fremden M\u00e4chte&#8220; k\u00e4men denn noch infrage?<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Moskaus Auslandsgeheimdienst SWR warnte schon mehrfach davor, dass ukrainische Geheimdienste antirussische Provokationen planten, um das dem Kreml in die Schuhe zu schieben. Saboteure wollten mit Anschl\u00e4gen auf Infrastruktureinrichtungen in Europa und so bezeichneten False-Flag-Aktionen, also Operationen unter falscher Flagge, Russland in Verruf bringen.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Auch Milit\u00e4rhistoriker Uhl h\u00e4lt einen Anschlagsversuch unter &#8222;falscher Flagge&#8220;, der vielleicht die Aufmerksamkeit in Richtung Russland lenken soll, f\u00fcr m\u00f6glich. &#8222;F\u00fcr eine solche These spricht, dass sich die offiziellen deutschen Stellen bislang ausdr\u00fccklich mit Schuldzuweisungen an Moskau zur\u00fcckhalten&#8220;, sagte er im Gespr\u00e4ch mit der Nachrichtenagentur dpa.<\/p>\n<p>    Wie geht es jetzt weiter?<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Der <a href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/inland\/nationaler-sicherheitsrat-erste-sitzung-100.html\" title=\"Nationaler Sicherheitsrat beschlie\u00dft Plan gegen hybride Bedrohungen\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Nationale Sicherheitsrat<\/a> hat unter Leitung von Kanzler Merz getagt, aufgrund der Sommerpause telefonisch. Der vor einem Jahr gegr\u00fcndete Nationale Sicherheitsrat ist laut seiner Gesch\u00e4ftsordnung &#8222;das zentrale Gremium der Willensbildung der Bundesregierung zu \u00fcbergreifenden Angelegenheiten der nationalen Sicherheit&#8220;. Er soll die weltweite Sicherheitslage beobachten und analysieren, die deutsche Sicherheitspolitik koordinieren und l\u00e4ngerfristige Strategien daf\u00fcr entwickeln.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Mit dabei sind die wichtigsten Minister und Ministerinnen und je nach Thema Vertreter von Bundeswehr und Polizei sowie die Geheimdienstchefs. Ergebnisse wurden nicht bekannt. Die Debatte \u00fcber eine bessere Drohnenabwehr zum Schutz kritischer Infrastruktur d\u00fcrfte weitergehen. Zudem ermittelt die Bundesanwaltschaft.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Vereinzelt gibt es Stimmen, die Konsultationen der NATO fordern. So sagte CDU-Verteidigungspolitiker Bastian Ernst: &#8222;F\u00fcr mich ist klar, dass wir mittlerweile in einer Situation sind, wo wir den Artikel 4 der NATO aktivieren sollten &#8211; \u00e4hnlich wie unsere Partnerl\u00e4nder es schon getan haben&#8220;, <a href=\"https:\/\/www.handelsblatt.com\/politik\/deutschland\/drohne-in-leipzig-wir-sind-im-unteren-luftraum-schlichtweg-blind\/100245453.html\" title=\"Link zum Artikel des Handelsblatts (Paywall)\" class=\"textlink--extern js-link-dialog\" rel=\"noopener noreferrer nofollow\" target=\"_blank\" data-type=\"external\">sagte Ernst dem Handelsblatt<\/a>. Es gehe darum, ein Zeichen zu setzen, dass Deutschland sich nicht einsch\u00fcchtern lasse und gemeinsam mit seinen Verb\u00fcndeten handele. Auch CDU-Politiker Kiesewetter und Gr\u00fcnen-Fraktionschefin Dr\u00f6ge sprachen sich f\u00fcr NATO-Konsultationen aus.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Nach schweren Luftraumverletzungen in Estland und Polen hatten beide L\u00e4nder im vergangenen Jahr Konsultationen nach Artikel 4 beantragt. Es gilt als Vorstufe zum B\u00fcndnisfall nach Artikel 5. Jedes B\u00fcndnisland kann das einfordern, wenn es seine territoriale Unversehrtheit, Sicherheit oder politische Unabh\u00e4ngigkeit von au\u00dfen bedroht sieht. Allerdings war im Falle Estlands und Polens als Urheber Russland ganz offen ersichtlich.<\/p>\n<p>Artikel 4 des NATO-Vertrags<\/p>\n<p>        In Artikel 4 des Nordatlantikvertrages hei\u00dft es: &#8222;Die Parteien werden einander konsultieren, wenn nach Auffassung einer von ihnen die Unversehrtheit des Gebietes, die politische Unabh\u00e4ngigkeit oder die Sicherheit einer der Parteien bedroht sind.&#8220; Auf der Sitzung des NATO-Rats muss das Thema besprochen werden &#8211; das kann zu gemeinsamen Beschl\u00fcssen oder Ma\u00dfnahmen f\u00fchren, muss aber nicht.<\/p>\n<p>Der Artikel wurde seit Gr\u00fcndung des B\u00fcndnisses 1949 achtmal in Anspruch genommen &#8211; zuletzt Mitte September von Polen nach dem Eindringen russischer Drohnen in den Luftraum. Zuvor hatte der NATO-Rat am 24. Februar 2022 beraten, dem Tag der russischen Invasion in der Ukraine. <\/p>\n<p>Der m\u00f6gliche Anwendungsbereich von Artikel 4 ist weniger klar als das in Artikel 5 des B\u00fcndnisvertrags fixierte Beistandsversprechen f\u00fcr den Fall eines &#8222;bewaffneten Angriffs&#8220; auf ein oder mehrere NATO-L\u00e4nder. Nach Artikel 5 des\u00a0NATO-Vertrages wird ein Angriff auf einen Verb\u00fcndeten als Angriff auf alle B\u00fcndnispartner betrachtet.\u00a0Das Beistandsversprechen sieht vor, dass alle NATO-Staaten zur Verteidigung des angegriffenen Landes beitragen. Dieser Fall trat bisher erst einmal ein: nach den Anschl\u00e4gen am 11. September 2001 in den USA.\n    <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"FAQ Stand: 08.08.2026 \u2022 18:52 Uhr Die Bundesregierung bezeichnet den Drohnen-Vorfall als Angriff &#8222;fremder M\u00e4chte&#8220;. 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