{"id":323351,"date":"2026-08-09T05:47:17","date_gmt":"2026-08-09T05:47:17","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/323351\/"},"modified":"2026-08-09T05:47:17","modified_gmt":"2026-08-09T05:47:17","slug":"kultur-festivals-und-identitaet-so-09-08-2026-1815","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/323351\/","title":{"rendered":"Kultur, Festivals und Identit\u00e4t | SO | 09 08 2026 | 18:15"},"content":{"rendered":"<p class=\"articleDate\"> 9. August 2026, 18:15<\/p>\n<p>Die Idee von \u00d6sterreich als Kulturnation hat tiefe Wurzeln, die bis in die Zeit der Monarchie und ins 19. Jahrhundert zur\u00fcckreichen. Kultur, das war nach 1866 auch der Ausgleich f\u00fcr realpolitische Einbu\u00dfen auf dem Feld europ\u00e4ischer Machtpolitik. Aus Wien strahlte fortan die Staatsoper und gab dem Reich den pr\u00e4genden Einfluss auf das zumindest kulturelle Weltgeschehen. Viele Opern konnten sich erst \u00fcber die Vermittlung Wiens durchsetzen, man denke auch an die in diesem Sommer so pr\u00e4sente &#8222;Carmen&#8220; von Georges Bizet.<\/p>\n<p>Die Idee, die Reputation \u00d6sterreichs \u00fcber die Kunst zu sichern und \u00fcberregional ausstrahlende Festspiele zu organisieren, stammte aus dem Umfeld von Hugo von Hofmannsthal demensprechend noch aus den letzten Tagen vor Ende des Ersten Weltkriegs. Durchsetzen konnte man Festspiele in Salzburg schlie\u00dflich erst in der Ersten Republik &#8211; und f\u00fcr das neue, kleine Deutsch-\u00d6sterreich wurden die Festspiele in Salzburg nicht nur zur Verkl\u00e4rung eines \u00f6sterreichischen Sendungsgedankens in der Welt, sie wurden auch zum Zugpferd f\u00fcr die Kl\u00e4rung von Identit\u00e4tsfragen. Eine \u00f6sterreichische Identit\u00e4t wurde \u00fcber die Salzburger Festspiele einge\u00fcbt &#8211; und mit dem Bezug auf Europa grundiert. Nach Ende des Zweiten Weltkriegs markierte nicht nur Salzburg den Anspruch \u00d6sterreichs als Kulturnation &#8211; und die dementsprechende \u00dcberwindung von unangenehmen Mitverantwortungsfragen. Auch &#8222;Das Spiel auf dem See&#8220; in Bregenz ist eine Nachkriegsidee einer werdenden \u00f6sterreichischen Nation, die die Kultur mitunter schneller wieder in Gang brachte als die \u00dcberwindung der Kriegssch\u00e4den.<\/p>\n<p>Im Lauf der Jahrzehnte wurden Kulturfestivals zum Ausweis und Garanten von Landesidentit\u00e4ten. Nicht immer mussten diese direkt im Sommer stattfinden. Aber Festivals und Wahrnehmung von Bundesl\u00e4ndern sind eng miteinander verzahnt. \u00dcber die Verbindung von Festivals und Landeskulturpolitik und \u00fcber die Identit\u00e4tssicherung via Kunst diskutiert der Leiter des ORF-Zeitgeschehens Gerald Heidegger mit der Journalistin und langj\u00e4hrigen Chefredakteurin Alexandra F\u00f6derl-Schmid und mit der Leiterin des Festspielarchivs Margarethe Lasinger.<\/p>\n<p>Gestaltung: Gerald Heidegger<\/p>\n<p>Sendereihe<\/p>\n<p>Gestaltung<\/p>\n<p>\u00dcbersicht<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"9. 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