{"id":323507,"date":"2026-08-09T07:43:19","date_gmt":"2026-08-09T07:43:19","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/323507\/"},"modified":"2026-08-09T07:43:19","modified_gmt":"2026-08-09T07:43:19","slug":"immer-weniger-menschen-erleiden-einen-herzinfarkt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/323507\/","title":{"rendered":"Immer weniger Menschen erleiden einen Herzinfarkt"},"content":{"rendered":"<p>\t\t\t\tGeburtsjahrg\u00e4nge<\/p>\n<p class=\"timeinfo\">\n\t\t\t\t\t\t\t\t\t\u00a009. August 2026  08:28<br \/>\n\t\t\t\t\t\u00a0<a href=\"https:\/\/www.forschung-und-wissen.de\/autor\/Dennis-Lenz\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Dennis Lenz<\/a>\n\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" class=\"article-image\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/immer-weniger-menschen-erleiden-einen-herzinfarkt.jpg\"   alt=\"Immer weniger Menschen erleiden einen Herzinfarkt\" fetchpriority=\"high\"\/><\/p>\n<p>\n\t\t\t\t\t\t\t(Symbolbild) Der Herzinfarkt galt um das Jahr 1900 als nahezu sicheres Todesurteil, heute \u00fcberleben ihn die meisten Betroffenen. Eine neue Registerstudie verfolgt schwere Erkrankungen erstmals \u00fcber ganze Geburtsjahrg\u00e4nge hinweg. Dabei zeigt sich eine bemerkenswerte Verschiebung der Krankheitslast, die sich auf viele Industriel\u00e4nder \u00fcbertragen lassen d\u00fcrfte.<\/p>\n<p>\t\t\t\t\t\t\t\t(Foto: \u00a9\u00a0Forschung und Wissen)<\/p>\n<p>Der Herzinfarkt verliert in Industriel\u00e4ndern sp\u00fcrbar an Schrecken, denn er trifft von Geburtsjahrgang zu Geburtsjahrgang weniger Menschen und wird zugleich immer h\u00e4ufiger \u00fcberlebt. Das zeigt eine neue Registerstudie des Max-Planck-Instituts f\u00fcr demografische Forschung und des Karolinska-Instituts in Stockholm. Die Forscher werteten daf\u00fcr schwedische Gesundheitsdaten zu Herzinfarkt, Schlaganfall, H\u00fcftfraktur und Krebs \u00fcber ganze Jahrg\u00e4nge hinweg aus. Dabei zeichnet sich eine Verschiebung der Krankheitslast ab, die das Gesundheitswesen vor neue Aufgaben stellt.<\/p>\n<p>Der medizinische Fortschritt geh\u00f6rt zu den st\u00e4rksten Kr\u00e4ften, die Bev\u00f6lkerungen und ihre Gesundheit ver\u00e4ndern. Ein akuter Herzinfarkt war um das Jahr 1900 eine nahezu sichere Todesursache, heute \u00fcberstehen die meisten Patienten das Ereignis dank Herzkathetern, Stents, moderner Medikamente und schneller Notfallversorgung. Wie stark sich Vorbeugung und Behandlung \u00fcber die Jahrzehnte tats\u00e4chlich ausgewirkt haben, lie\u00df sich bislang jedoch nur schwer beziffern, weil daf\u00fcr l\u00fcckenlose Gesundheitsdaten \u00fcber sehr lange Zeitr\u00e4ume n\u00f6tig sind. Genau solche Daten bietet Schweden, wo Diagnosen, Krankenhausaufenthalte und Todesf\u00e4lle seit Jahrzehnten in nationalen Registern erfasst werden. Die im Fachjournal The Lancet Regional Health Europe ver\u00f6ffentlichte Studie nutzt diese Register, um vier schwere Erkrankungen \u00fcber aufeinanderfolgende Geburtsjahrg\u00e4nge hinweg zu verfolgen und Neuerkrankungsraten, \u00dcberleben und Krankheitsh\u00e4ufigkeit sauber voneinander zu trennen.<\/p>\n<p>Der Blick auf Geburtsjahrg\u00e4nge hat gegen\u00fcber einfachen Jahresstatistiken einen entscheidenden Vorteil. Er zeigt, ob ein 70-J\u00e4hriger von heute tats\u00e4chlich ges\u00fcnder alt wird als ein 70-J\u00e4hriger vor zwanzig Jahren, und trennt echte Fortschritte von reinen Alterungseffekten der Gesellschaft. Untersucht wurden mit Herzinfarkt, Schlaganfall, H\u00fcftfraktur und Krebs vier Leiden, die zusammen einen gro\u00dfen Teil der schweren Erkrankungen im h\u00f6heren Lebensalter ausmachen. Die Ver\u00e4nderungsmuster erwiesen sich dabei als \u00fcberraschend krankheitsspezifisch, denn nicht \u00fcberall wirkt der Fortschritt auf dieselbe Weise. Bei einigen Leiden verhindert die Medizin zunehmend das Ereignis selbst, bei anderen verbessert sie vor allem die Aussichten nach der Diagnose, mit deutlich unterschiedlichen Folgen f\u00fcr Patienten und Gesundheitssystem.<\/p>\n<p>\t\t\t\t\t\tWarum der Herzinfarkt seltener wird<\/p>\n<p>Bei Herzinfarkten, Schlaganf\u00e4llen und H\u00fcftfrakturen sanken die Neuerkrankungsraten \u00fcber die Geburtsjahrg\u00e4nge hinweg so deutlich, dass diese R\u00fcckg\u00e4nge die ebenfalls erzielten \u00dcberlebensfortschritte sogar \u00fcbertrafen. Die Pr\u00e4vention wirkt hier also st\u00e4rker als die Akutmedizin, obwohl auch diese gro\u00dfe Spr\u00fcnge gemacht hat. Dahinter stehen unter anderem eine bessere Kontrolle von Bluthochdruck und Cholesterin, der r\u00fcckl\u00e4ufige Tabakkonsum und eine fl\u00e4chendeckendere Versorgung mit vorbeugenden Medikamenten. Wer heute geboren wird, hat demnach in jedem Lebensalter ein geringeres Risiko f\u00fcr einen Herzinfarkt als fr\u00fchere Jahrg\u00e4nge im selben Alter, wie die Forscher in der <a target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\" href=\"https:\/\/doi.org\/10.1016\/j.lanepe.2026.101785\" title=\"Registerstudie in The Lancet Regional Health Europe zu Inzidenz, \u00dcberleben und Pr\u00e4valenz von Herzinfarkt, Schlaganfall, H\u00fcftfraktur und Krebs\">Studie anhand der schwedischen Register<\/a> belegen. Weil Schwedens Gesundheitssystem und Lebensstil mit anderen westlichen Industriel\u00e4ndern vergleichbar sind, d\u00fcrften die Trends in \u00e4hnlicher Form auch f\u00fcr Deutschland gelten.<\/p>\n<p>Mehr Krebserkrankungen und trotzdem bessere Aussichten<\/p>\n<p>Beim Krebs verl\u00e4uft die Entwicklung genau umgekehrt, denn hier steigen die Neuerkrankungsraten \u00fcber die Jahrg\u00e4nge an, w\u00e4hrend sich die \u00dcberlebenschancen zugleich erheblich verbessern. Immer mehr Menschen erhalten also eine Krebsdiagnose, doch immer weniger sterben daran, sodass die Zahl der Menschen w\u00e4chst, die mit oder nach einer Krebserkrankung leben. Zu diesem Anstieg tragen neben der h\u00f6heren Lebenserwartung auch bessere Fr\u00fcherkennung und ver\u00e4nderte Risikofaktoren bei. Wie sehr sich das Bild einzelner Tumorarten dabei wandelt, zeigt etwa der Befund, dass <a href=\"https:\/\/www.forschung-und-wissen.de\/nachrichten\/medizin\/brustkrebs-trifft-junge-frauen-meist-ohne-familiaere-vorbelastung-133711997\" title=\"Brustkrebs trifft junge Frauen meist ohne famili\u00e4re Vorbelastung\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Brustkrebs junge Frauen meist ohne famili\u00e4re Vorbelastung<\/a> trifft. F\u00fcr das Gesundheitswesen bedeutet die Verschiebung, dass die Versorgung chronisch Kranker und Genesener k\u00fcnftig mehr Gewicht bekommt als die reine Akutmedizin. Zugleich r\u00fcckt die Krebsforschung weiter in den Mittelpunkt, von der Vorbeugung bis zu Mechanismen der Metastasierung, bei denen zuletzt sogar <a href=\"https:\/\/www.forschung-und-wissen.de\/nachrichten\/medizin\/fruchtzucker-hilft-krebszellen-beim-ausbrechen-aus-dem-tumor-133711976\" title=\"Fruchtzucker hilft Krebszellen beim Ausbrechen aus dem Tumor\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Fruchtzucker als Signal f\u00fcr Krebszellen<\/a> identifiziert wurde.<\/p>\n<p>The Lancet Regional Health Europe, Incidence, survival, and prevalence trends for myocardial infarction, stroke, hip fracture, and cancer across Swedish birth cohorts; doi:10.1016\/j.lanepe.2026.101785<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Geburtsjahrg\u00e4nge \u00a009. 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