{"id":324816,"date":"2026-08-09T23:37:09","date_gmt":"2026-08-09T23:37:09","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/324816\/"},"modified":"2026-08-09T23:37:09","modified_gmt":"2026-08-09T23:37:09","slug":"equal-pension-day-holzleitner-mit-forderung-zu-lohntransparenz","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/324816\/","title":{"rendered":"Equal Pension Day: Holzleitner mit Forderung zu Lohntransparenz"},"content":{"rendered":"<p>Dass viele Frauen in \u00d6sterreich deutlich niedrigere Pensionen erhalten, liege neben dem Pensionssystem auch an der Benachteiligung auf dem Arbeitsmarkt, so Holzleitner. Um diese konsequent zu bek\u00e4mpfen, brauche es \u201eendlich echte Lohntransparenz\u201c. Ein Entwurf liegt zwar seit Monaten vor, eine Einigung der Koalition fehlt aber noch.<\/p>\n<p>F\u00fcr Holzleitner ist die Pensionsl\u00fccke das \u201eErgebnis eines Arbeitslebens voller Ungleichheit\u201c, in dem Frauen weniger verdienen, den Gro\u00dfteil der unbezahlten Care-Arbeit \u00fcbernehmen und \u00f6fter in Teilzeit arbeiten. Frauen w\u00fcrden im Alter au\u00dferdem \u00fcberdurchschnittlich oft arbeitslos, wodurch auch die schrittweise Anhebung des Frauenpensionsalters nicht automatisch zu l\u00e4ngeren Erwerbskarrieren und damit h\u00f6herer Pension f\u00fchre.<\/p>\n<p>      <img decoding=\"async\" class=\"lazy-loading\" bad-src=\"data:image\/svg+xml;charset=utf-8,%3Csvg%20xmlns%3D'http%3A%2F%2Fwww.w3.org%2F2000%2Fsvg'%20viewBox%3D'0%200%203289%202192'%2F%3E\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/3142790_bigpicture_1218314_equal_pension_day_holzleitner_body_zko.jpg\"  alt=\"Menschen am Ufer vom W\u00f6rthersee\"\/><\/p>\n<p>   ORF.at\/Zita Klimek<\/p>\n<p>      Frauen m\u00fcssen in \u00d6sterreich im Durchschnitt mit fast 40 Prozent weniger Pension auskommen als M\u00e4nner<\/p>\n<p>\u00d6VP und NEOS gegen Entwurf zu Lohntransparenz<\/p>\n<p>Ein zentraler Hebel f\u00fcr Gleichstellung sei gleiche Bezahlung f\u00fcr gleiche Arbeit. \u201eDeshalb braucht es endlich echte Lohntransparenz, denn nur was sichtbar ist, kann auch konsequent bek\u00e4mpft werden\u201c, betonte die Ministerin.<\/p>\n<p>Die Frist, bis zu der die EU-Mitgliedsstaaten die Lohntransparenzrichtlinie in nationales Recht umsetzen m\u00fcssen, ist eigentlich schon Anfang Juni ausgelaufen. Arbeitsministerin Korinna Schumann (SP\u00d6) hatte zwar einen Tag vor Fristende einen Entwurf vorgelegt, von \u00d6VP und NEOS wird dieser aber abgelehnt.<\/p>\n<p>Verhandlungen aktuell auf Eis<\/p>\n<p>Anders als geplant gab es im Vorfeld keine Einigung mit den Sozialpartnern, ohne diese will die \u00d6VP dem Vernehmen nach nicht zustimmen. NEOS bef\u00fcrchtet wie die Wirtschaftskammer \u00fcberbordende B\u00fcrokratie durch \u201eGold-Plating\u201c, also eine \u00dcbererf\u00fcllung der EU-Vorgaben.<\/p>\n<p>Equal Pension Day<\/p>\n<p>Der Equal Pension Day markiert jenen Tag, an dem M\u00e4nner statistisch gesehen schon so viel Pension erhalten haben, wie Frauen bis zum Jahresende bekommen werden. Die durchschnittliche Frauenpension liegt derzeit bei 1.614 Euro pro Monat, M\u00e4nner erhalten im Schnitt 2.664 Euro.<\/p>\n<p>Schumann selbst sprach von einem praxistauglichen Entwurf. Die Verhandlungen liegen aktuell auf Eis. Der von der Arbeitsministerin vorgelegte Entwurf sieht vor, dass Unternehmen ab 100 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern Einkommensberichte erstellen m\u00fcssen. Geplant ist unter anderem ein Auskunftsrecht \u00fcber das eigene und das Durchschnittsentgelt von Kolleginnen und Kollegen mit gleicher oder gleichwertiger T\u00e4tigkeit.<\/p>\n<p>In Stellenausschreibungen muss das Einstiegsgehalt oder dessen Spanne bekanntgegeben werden. Bei mehrmaligen Verst\u00f6\u00dfen gegen die neuen Transparenzpflichten drohen Unternehmen Verwaltungsstrafen von bis zu 60.000 Euro.<\/p>\n<p>Kritik von Opposition an Verz\u00f6gerung<\/p>\n<p>Kritik an der Bundesregierung kam die Woche bereits aus der Opposition. \u201eDie Regierung verschleppt eine der wichtigsten Gleichstellungsma\u00dfnahmen der vergangenen Jahre (EU-Lohntransparenzrichtlinie, Anm.). Solange Frauen nicht wissen, ob sie f\u00fcr gleiche Arbeit gleich bezahlt werden, bleibt Lohndiskriminierung oft im Verborgenen\u201c, monierte die gr\u00fcne Frauensprecherin Meri Disoski in einer Aussendung.<\/p>\n<p>Die FP\u00d6 kritisierte indes den Vorschlag des Tiroler Landeshauptmanns Anton Mattle (\u00d6VP), den Pensionsantritt nicht vom Alter, sondern von den geleisteten Jahren abh\u00e4ngig zu machen. \u201eEine Pflegerin, eine Kellnerin, ein Facharbeiter oder ein Bauarbeiter kann nach 45 Jahren Knochenarbeit einfach nicht mehr. Ihnen und all jenen, die Br\u00fcche im Erwerbsleben haben, mit noch mehr Arbeitsjahren zu drohen, ist eine beispiellose Arroganz und Missachtung der Lebensleistung von Millionen \u00d6sterreichern\u201c, so FP\u00d6-Sozialsprecherin Dagmar Belaktowitsch.<\/p>\n<p>WIFO: H\u00f6heres Pensionsantrittsalter<\/p>\n<p>Die WIFO-\u00d6konomin und Vorsitzende der Alterssicherungskommission Christine Mayrhuber sagte gegen\u00fcber der APA, eine gleiche Anzahl an Versicherungsjahren w\u00fcrde den Gender Pension Gap \u2013 in \u00d6sterreich derzeit 39,4 Prozent \u2013 \u201eum mindestens ein Drittel, wenn nicht 40 Prozent\u201c verringern. Eine L\u00fccke bleibe aufgrund des Gender Pay Gaps aber bestehen.<\/p>\n<p>Seitens der AK-Pr\u00e4sidentin Renate Anderl hei\u00dft es indes: Seit J\u00e4nner 2024 wird das gesetzliche Frauenpensionsalter schrittweise auf 65 Jahre angehoben, das Ergebnis sei jedoch \u201eern\u00fcchternd\u201c. Anstatt l\u00e4nger im Betrieb gehalten zu werden, steigt auch die Arbeitslosigkeit \u00e4lterer Frauen. \u201eDass die Menschen l\u00e4nger arbeiten, wenn man das Pensionsalter anhebt, ist ein M\u00e4rchen\u201c, meinte Anderl. Bis 2033 wird das gesetzliche Pensionsantrittsalter der Frauen auf 65 Jahre und damit auf das Niveau der M\u00e4nner angehoben.<\/p>\n<p>AK: Strukturelle Ungleichheit schuld<\/p>\n<p>Dass Frauen weniger Pension erhalten als M\u00e4nner sei f\u00fcr Anderl vielmehr \u201edas Ergebnis struktureller Ungleichheit. Sie verdienen im Erwerbsleben weniger, sie \u00fcbernehmen deutlich mehr unbezahlte Sorgearbeit, sie arbeiten h\u00e4ufiger in Teilzeit und sie haben \u00f6fter unterbrochene Erwerbskarrieren\u201c. Statt j\u00e4hrlicher Betroffenheit am Equal Pension Day brauche es \u201eendlich Taten in Form von existenzsichernden und altersgerechten Arbeitsbedingungen, gesetzlichen Verbesserungen und fl\u00e4chendeckender Kinderbetreuung.\u201c<\/p>\n<p>Anderls Forderungen bekamen Mitte der Woche auch Zuspruch von einigen weiteren Organisationen. Neben dem \u00d6GB und SP\u00d6-nahen Pensionistenverband forderte auch Caritas-Pr\u00e4sidentin Nora T\u00f6dtling-Musenbichler, \u201ebei den Ursachen anzusetzen\u201c. Kritisch sieht sie die Ma\u00dfnahmen zur Budgetkonsolidierung: Diese treffen laut ihr vor allem Frauen mit niedrigem Einkommen.<\/p>\n<p>\u00d6sterreich EU-weit im Schlussfeld<\/p>\n<p>Frauen erhalten in \u00d6sterreich im Durchschnitt um fast 40 Prozent (39,4 Prozent) weniger Pension als M\u00e4nner. Das belegt auch der internationale Vergleich: Laut dem j\u00fcngsten OECD-Bericht bildet \u00d6sterreich im deutschsprachigen Raum das Schlusslicht bei der Gleichstellung im Alter und liegt bei der Pensionsl\u00fccke weit \u00fcber dem OECD-Schnitt. Auch die Eurostat-Zahlen best\u00e4tigen diese Tendenz: \u00d6sterreich weist im EU-Vergleich nach Malta die zweith\u00f6chste Pensionsl\u00fccke nach Geschlechtern auf.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Dass viele Frauen in \u00d6sterreich deutlich niedrigere Pensionen erhalten, liege neben dem Pensionssystem auch an der Benachteiligung auf&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":324817,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":"","_share_on_mastodon":"0"},"categories":[6],"tags":[46,42,44,43,45],"class_list":["post-324816","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","category-oesterreich","tag-at","tag-austria","tag-oesterreich","tag-republic-of-austria","tag-republik-oesterreich"],"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@at\/117068185758375735","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/324816","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=324816"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/324816\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/media\/324817"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=324816"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=324816"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=324816"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}