{"id":327173,"date":"2026-08-11T09:03:10","date_gmt":"2026-08-11T09:03:10","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/327173\/"},"modified":"2026-08-11T09:03:10","modified_gmt":"2026-08-11T09:03:10","slug":"eu-autopolitik-darf-nicht-noch-mehr-arbeitsplaetze-in-europa-zerstoeren","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/327173\/","title":{"rendered":"EU-Autopolitik darf nicht noch mehr Arbeitspl\u00e4tze in Europa zerst\u00f6ren"},"content":{"rendered":"<p>Eine Hiobsbotschaft jagt die andere. W\u00e4hrend europ\u00e4ische Arbeitspl\u00e4tze verloren gehen, dr\u00e4ngen chinesische Exporteure bei PKW, LKW, Bussen und Komponenten auf den europ\u00e4ischen Markt. Weitere Verluste drohen, umgekehrt wird es f\u00fcr europ\u00e4ische Autobauer immer schwieriger, auf dem chinesischen Automarkt zu bestehen. Zuletzt warnte der deutsche LKW-Hersteller Daimler Truck eindringlich vor dem \u00fcberhasteten, erzwungenen Umstieg auf E-LKW. Europ\u00e4ische, deutsche und \u00f6sterreichische Branchenverb\u00e4nde haben schon zuvor mit Nachdruck gefordert, den europ\u00e4ischen Alleingang zu beenden.<\/p>\n<p>\u201eVor diesem Hintergrund muss die Europ\u00e4ische Union ihre Autopolitik, die zum Niedergang ihrer Automobilindustrie beigetragen hat, neu ausrichten. Dringlichkeit ist gegeben, verlorene Arbeitspl\u00e4tze kommen nicht wieder zur\u00fcck, ganze Strukturen bis hin zu Raffinerien drohen wegzubrechen. Bei alternativen Kraftstoffen soll sich nicht wiederholen, dass die EU den Anschluss an die Technologieentwicklung verpasst\u201c, kritisiert J\u00fcrgen Roth, Pr\u00e4sident der \u00f6sterreichischen eFuel Alliance. \u201eEuropa steht wegen seiner \u00fcberbordenden, investitions- und innovationsfeindlichen Rahmenbedingungen als Standort unter starkem Druck der USA und Chinas, die uns l\u00e4ngst \u00fcberholt haben.\u201c<\/p>\n<p>Auf dem Verhandlungstisch liegen nun zwar endlich Reformvorschl\u00e4ge der Europ\u00e4ischen Kommission vom Dezember 2025, deren Inhalte versch\u00e4rfen jedoch entgegen ihrer erkl\u00e4rten Intention den falschen Kurs noch weiter. Im Parlament dr\u00e4ngen Reformkr\u00e4fte darauf, alle technischen Optionen zu nutzen und damit Herstellern mehr M\u00f6glichkeiten an die Hand zu geben, Klimaschutz wirtschaftlich sinnvoll voranzutreiben.<\/p>\n<p>Genau diese Technologieoffenheit verlangten die europ\u00e4ischen Autohersteller und Zulieferer bei jedem der zahlreichen Automobilgipfel, die den Reformprozess ausl\u00f6sten. Das bedeutet keine Absage der E-Mobilit\u00e4t, sondern eine zeitliche Anpassung entsprechend den realen M\u00f6glichkeiten, die den Herstellern mehr Luft zum Atmen gibt, um nicht von ihren asiatischen Konkurrenten \u00fcberrollt zu werden.<\/p>\n<p>\u00d6sterreich muss im Parlament wie im Rat Farbe bekennen, fordert der Chef des \u00f6sterreichischen Branchenverbands: \u201eWir erwarten, dass die \u00f6sterreichische Regierung wie die deutsche und italienische ihrer Verantwortung f\u00fcr gut bezahlte Arbeitspl\u00e4tze gerecht wird und die Reformkr\u00e4fte unterst\u00fctzt. Elektroautos bleiben ein wichtiger Teil des Klimaschutzes im Verkehr, sie k\u00f6nnen aber nicht die einzige L\u00f6sung sein.\u201c<\/p>\n<p>\u201eViele Menschen ziehen aus nachvollziehbaren Gr\u00fcnden in den kommenden Jahren nicht den Kauf eines E-PKW in Erw\u00e4gung, und f\u00fcr diese klare Mehrheit in der Bev\u00f6lkerung muss die EU klimaneutrale Treibstoffe als gleichberechtigte L\u00f6sung zulassen\u201c, so J\u00fcrgen Roth weiter.<\/p>\n<p>Alternative Treibstoffe sind nicht nur bei Flugzeugen unverzichtbar, sie helfen auch beim Individualverkehr<\/p>\n<p>Alternative Treibstoffe im Stra\u00dfenverkehr bringen mehr Tempo bei der Erreichung der Klimaziele 2035 und 2040. Au\u00dferdem fallen sie bei der Produktion von nachhaltigem Flugtreibstoff als Kuppelprodukt an. Weitere Bereiche, die Elektrofuels ben\u00f6tigen, sind Baumaschinen, Landmaschinen, kritische Infrastrukturen, Schiffe und Diesel-Lokomotiven.<\/p>\n<p>\u201eWer jetzt wegen der Hitzewelle nach zus\u00e4tzlichen Ma\u00dfnahmen und mehr Tempo beim Klimaschutz ruft, kommt am Ersatz fossiler durch klimaneutrale Treibstoffe nicht vorbei, das ist eine der wirksamsten Ma\u00dfnahmen\u201c, betont J\u00fcrgen Roth.<\/p>\n<p>Je mehr Technologien und Energietr\u00e4ger genutzt werden, je breiter die Herkunftsl\u00e4nder diversifiziert sind, desto besser f\u00fcr die Versorgungssicherheit. \u201eDie Lehre aus den Versorgungsengp\u00e4ssen bei Erd\u00f6l ist, alle Formen erneuerbarer Energie, insbesondere in chemischer Form (\u201egr\u00fcne Molek\u00fcle\u201c), in die Energieversorgung einzubinden. Bei der Verbrennung alternativer Fuels wird nur jenes Kohlendioxid freigesetzt, das zuvor bei der Herstellung gebunden wurde, argumentiert Pr\u00e4sident Roth.<\/p>\n<p>\u201eWir fordern die \u00f6sterreichische Bundesregierung und die \u00f6sterreichischen Abgeordneten auf, sich f\u00fcr die Erweiterung der Handwerkskastens im Sinne des Wirtschaftsstandorts und des Abbaus der Abh\u00e4ngigkeit von wenigen Erd\u00f6llieferl\u00e4ndern und Handelsrouten einzusetzen\u201c, so sein Appell. Das bedeute nicht, sich von der E-Mobilit\u00e4t abzuwenden, sondern mehrgleisig und mit gr\u00f6\u00dferen Schritten auf die Klimaziele zuzugehen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Eine Hiobsbotschaft jagt die andere. 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