{"id":327551,"date":"2026-08-11T12:35:07","date_gmt":"2026-08-11T12:35:07","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/327551\/"},"modified":"2026-08-11T12:35:07","modified_gmt":"2026-08-11T12:35:07","slug":"totschnig-moosbrugger-neumann-hartberger-strasser-landwirtschaft-durch-die-duerre-bringen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/327551\/","title":{"rendered":"Totschnig\/Moosbrugger\/Neumann-Hartberger\/Strasser: Landwirtschaft durch die D\u00fcrre bringen"},"content":{"rendered":"<p>Die anhaltende D\u00fcrre verursacht in der \u00f6sterreichischen Landwirtschaft Sch\u00e4den in historischem Ausma\u00df. Nach der gestern von der \u00d6sterreichischen Hagelversicherung pr\u00e4sentierten Schadensbilanz bel\u00e4uft sich der Gesamtschaden mittlerweile auf rund eine Milliarde Euro. Betroffen sind s\u00e4mtliche landwirtschaftliche Kulturen in allen Bundesl\u00e4ndern.<\/p>\n<p>Vor diesem Hintergrund lud Bundesminister Norbert Totschnig die \u00f6sterreichische Agrarspitze sowie Expertinnen und Experten aus der Landwirtschaft, Verwaltung und Wissenschaft zu einem Runden Tisch. Im Mittelpunkt standen die aktuelle Schadens- und Versorgungslage, weitere Prognosen sowie notwendige kurz-, mittel- und langfristige Ma\u00dfnahmen. <\/p>\n<p>Landwirtschaftsminister Norbert Totschnig, Landwirtschaftskammer-Pr\u00e4sident Josef Moosbrugger, Bundesb\u00e4uerin Irene Neumann-Hartberger und der Obmann des parlamentarischen Ausschusses f\u00fcr Land- und Forstwirtschaft, Georg Strasser, fassen die zentralen Ergebnisse zusammen: \u201eIn der aktuellen Krisensituation hat die Aufrechterhaltung der Lebensmittelproduktion oberste Priorit\u00e4t. Daf\u00fcr muss kurzfristig die Liquidit\u00e4t der Betriebe gesichert werden. Mittel- und langfristig gilt es, das bew\u00e4hrte System der landwirtschaftlichen Risikovorsorge weiter zu st\u00e4rken. Langfristig m\u00fcssen wir Klimaschutz und Klimawandelanpassung konsequent vorantreiben, die Treibhausgasemissionen weiter reduzieren und die Landwirtschaft noch widerstandsf\u00e4higer gegen Wetterextreme machen.\u201c<\/p>\n<p>Kurzfristig Lebensmittelproduktion aufrechterhalten<br \/>Das Aufrechterhalten der Lebensmittelproduktion muss bei den Hilfsma\u00dfnahmen oberste Priorit\u00e4t erhalten. Als m\u00f6gliche Instrumente wurden unter anderem Zinszusch\u00fcsse zu Betriebsmittelkrediten und Entlastungen im Bereich der Sozialversicherung identifiziert.<\/p>\n<p>Josef Moosbrugger: \u201eEs handelt sich um eine historische D\u00fcrrekatastrophe in einer bisher unbekannten Dimension. Jetzt geht es um die Existenz vieler b\u00e4uerlicher Familienbetriebe. Jeder, der Verantwortung tr\u00e4gt, muss jetzt einen Beitrag leisten, um die Liquidit\u00e4t unserer Betriebe zu sichern. Die Versorgungssicherheit ist derzeit gew\u00e4hrleistet, muss aber mit zielgerichteten Ma\u00dfnahmen f\u00fcr die Zukunft sichergestellt werden.\u201c<\/p>\n<p>\u00d6sterreichische Hagelversicherung absichern<br \/>Der Generaldirektor der \u00d6sterreichischen Hagelversicherung, Dr. Kurt Weinberger, unterstrich die zentrale Bedeutung der Hagelversicherung f\u00fcr die heimische Landwirtschaft. Das \u00f6sterreichische System verbindet die Eigenvorsorge der Betriebe mit einer Pr\u00e4mienf\u00f6rderung durch Bund und L\u00e4nder. \u00d6sterreich verf\u00fcgt damit \u00fcber eine gut funktionierende Risikovorsorge, die den Betrieben gerade bei zunehmenden Wetterextremen Sicherheit gibt. Entscheidend sei, dass dieses bew\u00e4hrte Modell auch f\u00fcr die Zukunft abgesichert ist.<\/p>\n<p>Laut der \u00d6sterreichischen Hagelversicherung sind durchschnittlich rund 60 Prozent der landwirtschaftlichen Fl\u00e4chen versichert. Im Ackerbau liegt der Anteil bei rund 80 Prozent, im Gr\u00fcnland bei rund 40 Prozent. Bund und L\u00e4nder \u00fcbernehmen gemeinsam 55 Prozent der Versicherungspr\u00e4mien. Hier greift die europaweit einzigartige \u00f6sterreichische Risikoabsicherung. Damit wird ein Teil der Sch\u00e4den abgedeckt. <\/p>\n<p>Irene Neumann-Hartberger: \u201eMit unserem Versicherungssystem haben wir eine starke und europaweit beispielgebende Grundlage geschaffen. Die Steigerung der Unterst\u00fctzung von Bund und L\u00e4ndern hat wesentlich dazu beigetragen, dass immer mehr Betriebe vorsorgen. Besonders im Gr\u00fcnland m\u00fcssen wir die Versicherungsabdeckung aber noch deutlich erh\u00f6hen. Gleichzeitig ist klar, dass es bei einem Schadensausma\u00df dieser Gr\u00f6\u00dfenordnung weitere existenzsichernde Ma\u00dfnahmen braucht. Dazu geh\u00f6rt insbesondere, die Verf\u00fcgbarkeit von Futtermitteln f\u00fcr die Tierhaltung sicherzustellen.\u201c<\/p>\n<p>Klimaschutz und Klimawandelanpassung konsequent vorantreiben<br \/>In der Landwirtschaft wird seit vielen Jahren in den Klimaschutz und in die Anpassung an den Klimawandel investiert. Beim Klimaschutz muss der Fokus weiter auf den Ausstieg aus fossilen Energietr\u00e4gern und den Umstieg auf erneuerbare Energien gelegt werden. Die \u00f6sterreichische Landwirtschaft hat hier in den vergangenen Jahren mit hohen Investitionen einen gro\u00dfen Beitrag geleistet.<\/p>\n<p>Rund 80 Prozent der \u00f6sterreichischen Betriebe nehmen bereits freiwillig am \u00d6sterreichischen Agrarumweltprogramm \u00d6PUL teil. Damit werden unter anderem Ma\u00dfnahmen f\u00fcr gesunde B\u00f6den, Wasserr\u00fcckhalt, Begr\u00fcnungen und nachhaltige Bewirtschaftung unterst\u00fctzt.<\/p>\n<p>Georg Strasser: \u201eUnsere B\u00e4uerinnen und Bauern leisten bereits enorm viel f\u00fcr Klimaschutz und im Bereich der Klimawandelanpassung. Aber bei einer Trockenheit dieses Ausma\u00dfes sto\u00dfen selbst bew\u00e4hrte Ma\u00dfnahmen an ihre Grenzen. Deshalb m\u00fcssen wir kurzfristige Hilfe und langfristige Anpassung gemeinsam schaffen.\u201c<\/p>\n<p>Krisenstab im BMLUK wird erweitert<br \/>Der Krisenstab im BMLUK wird um die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des heutigen Runden Tisches erweitert. Ziel ist eine noch engere und zeitn\u00e4here Abstimmung zwischen Politik, Wissenschaft und Landwirtschaft.<\/p>\n<p>Hydrologische Lage: Trinkwasserversorgung gesichert<\/p>\n<p>Im Rahmen des Runden Tisches wurde auch die hydrologische Lage besprochen. Im Juli fiel im \u00d6sterreichmittel weniger als die H\u00e4lfte des mittleren Monatsniederschlags \u2013 n\u00f6rdlich des Alpenhauptkamms regional sogar weniger als ein Viertel. Im bisherigen August sind weite Teile \u00d6sterreichs erneut von Niederschlagsdefiziten betroffen, besonders aber Vorarlberg, Ober- und Nieder\u00f6sterreich, das Burgenland und die Steiermark. Den aktuellen Prognosen zufolge ist auch in den kommenden Wochen keine grundlegende Entspannung der Situation zu erwarten. Laut dem Hydrologen Prof. G\u00fcnter Bl\u00f6schl von der TU Wien wird sich das bestehende Wasserdefizit bei weiterhin fehlenden Niederschl\u00e4gen vergr\u00f6\u00dfern. Gleichzeitig halten die hohen Lufttemperaturen die Verdunstung auf einem hohen Niveau. Damit wird sich die Situation wahrscheinlich auch f\u00fcr die Landwirtschaft weiter versch\u00e4rfen. Die Trinkwasserversorgung ist gesichert.<\/p>\n<p>Nun rasche Liquidit\u00e4tshilfen notwendig<br \/>Die Schadensbilanz und die Ergebnisse des Runden Tisches bilden die Grundlage f\u00fcr die weiteren Gespr\u00e4che innerhalb der Bundesregierung. Das Landwirtschaftsministerium steht dazu bereits in Gespr\u00e4chen mit dem Finanzministerium.<\/p>\n<p>\u201eUnsere Betriebe brauchen jetzt rasch Liquidit\u00e4t, um die Versorgung mit Lebensmitteln auch in Zukunft zu sichern. Wir werden alles daran setzen, gemeinsam als Bundesregierung ein zielgerichtetes Paket auf den Weg zu bringen, das dort hilft, wo die wirtschaftliche Existenz gef\u00e4hrdet ist\u201c, so Totschnig.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Die anhaltende D\u00fcrre verursacht in der \u00f6sterreichischen Landwirtschaft Sch\u00e4den in historischem Ausma\u00df. Nach der gestern von der \u00d6sterreichischen&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":327552,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":"","_share_on_mastodon":"0"},"categories":[6],"tags":[1558,1555,4719,26393,26395,46,42,44,26394,269,43,45,877],"class_list":["post-327551","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","category-oesterreich","tag-totschnig","tag-umwelt","tag-agrar","tag-apa","tag-apa-ots","tag-at","tag-austria","tag-oesterreich","tag-ots","tag-politik","tag-republic-of-austria","tag-republik-oesterreich","tag-wirtschaft-und-finanzen"],"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@at\/117076907002322639","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/327551","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=327551"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/327551\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/media\/327552"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=327551"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=327551"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=327551"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}