{"id":328020,"date":"2026-08-11T17:17:11","date_gmt":"2026-08-11T17:17:11","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/328020\/"},"modified":"2026-08-11T17:17:11","modified_gmt":"2026-08-11T17:17:11","slug":"mautz-spoe-begruesst-vorstoss-von-buergermeister-ludwig-direktverrechnung-soll-gastpatientinnen-ungleichgewicht-beenden","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/328020\/","title":{"rendered":"Mautz (SP\u00d6) begr\u00fc\u00dft Vorsto\u00df von B\u00fcrgermeister Ludwig: Direktverrechnung soll Gastpatient*innen-Ungleichgewicht beenden"},"content":{"rendered":"<p>Die Wiener SP\u00d6-Gemeinder\u00e4tin Andrea Mautz, Vorsitzende des Gemeinderatsausschusses Soziales, Gesundheit und Sport, reagiert erfreut auf das heutige Interview von B\u00fcrgermeister Dr. Michael Ludwig im Mittagsjournal. Dort pr\u00e4sentierte er einen Vorschlag zur Direktverrechnung von Gastpatient*innen zwischen den Bundesl\u00e4ndern. \u201eF\u00fcr uns steht an erster Stelle, dass Patient*innen dort die medizinische Versorgung bekommen, wo sie diese brauchen. Wenn ein Bundesland die Gesundheitsversorgung f\u00fcr Menschen aus anderen Bundesl\u00e4ndern \u00fcbernimmt, m\u00fcssen die tats\u00e4chlichen Leistungen fair abgegolten werden. Die Zahlen zeigen: Wien tr\u00e4gt eine stetig wachsende finanzielle Belastung und baut gleichzeitig seine Gesundheitsversorgung konsequent aus. Bis zur Umsetzung gr\u00f6\u00dferer Gesundheitsregionen braucht es eine rasche und faire L\u00f6sung, die unser B\u00fcrgermeister Dr. Michael Ludwig nun auf den Tisch gelegt hat\u201c, so Mautz. <\/p>\n<p>Der Pauschalbetrag ist \u201enicht ausreichend mitgewachsen\u201c<\/p>\n<p>Wie dringend eine neue Regelung ist, zeigt die Kostenentwicklung. 2024 verursachten Gastpatient*innen aus anderen Bundesl\u00e4ndern in Wien Behandlungskosten von mehr als 1,1 Milliarden Euro. Nach Abzug jener Kosten, die Wiener Patient*innen in anderen Bundesl\u00e4ndern verursachten, sowie unter Ber\u00fccksichtigung der zus\u00e4tzlichen Mittel aus der bestehenden Vereinbarung verblieben f\u00fcr Wien rund 610,7 Millionen Euro, f\u00fcr die die Wiener*innen aufkommen m\u00fcssen.<\/p>\n<p>Aktuell erhalten bestimmte L\u00e4nder f\u00fcr die Behandlung ausw\u00e4rtiger Patient*innen einen fix vereinbarten Betrag aus dem Finanzausgleich. Dieser Pauschalbetrag wurde vor Jahren festgelegt und hat mit den tats\u00e4chlichen Kosten l\u00e4ngst nichts mehr zu tun. \u201eDie Zahlen sprechen eine eindeutige Sprache: 2020 lag die Differenz bei rund 362 Millionen Euro, 2024 waren es bereits 610 Millionen\u201c, erkl\u00e4rt Mautz. <\/p>\n<p>\u201eDiese Entwicklung kann man nicht l\u00e4nger ignorieren. Innerhalb von vier Jahren sind die bei Wien verbleibenden Kosten um fast 250 Millionen Euro gestiegen. Das derzeitige Pauschalsystem bildet die tats\u00e4chliche Entwicklung nicht mehr ausreichend ab. Eine Direktverrechnung sorgt daf\u00fcr, dass Verantwortung und Finanzierung wieder zusammenpassen\u201c, so Mautz.<\/p>\n<p>Ludwigs Vorschlag setzt genau dort an: Die bisherigen Pauschalbetr\u00e4ge fallen weg, die entsprechenden Mittel werden nach Bev\u00f6lkerungszahl verteilt. Am Jahresende werden die tats\u00e4chlichen Kosten f\u00fcr Gastpatient*innen direkt zwischen den L\u00e4ndern verrechnet \u2013 jenes Land zahlt, in dem die Person wohnt, an jenes Land, das die Behandlung \u00fcbernommen hat.<\/p>\n<p>Sieben rasche Hebel f\u00fcr eine bessere Versorgung<\/p>\n<p>Mautz verweist darauf, dass Ludwig im Fr\u00fchjahr sieben modellunabh\u00e4ngige Ma\u00dfnahmen vorgelegt hat, die sich ohne lange Grundsatzdebatte umsetzen lie\u00dfen. Dazu z\u00e4hlt ein einheitlicher Leistungskatalog, der allen Menschen in \u00d6sterreich dasselbe Leistungsspektrum sichert \u2013 unabh\u00e4ngig von Wohnort und Einkommen. Erg\u00e4nzt wird das durch eine aktive Patient*innenlenkung nach dem Prinzip \u201edigital vor ambulant vor station\u00e4r&#8220;, die das st\u00e4ndige Hin- und Herschicken zwischen Hausarzt und Spitalsambulanz beenden soll.<\/p>\n<p>Auch beim Personal braucht es endlich gemeinsame Standards: Ein bundeseinheitliches Dienst- und Besoldungssystem w\u00fcrde laut Mautz den Abwerbewettbewerb zwischen den L\u00e4ndern eind\u00e4mmen und Pflegekr\u00e4ften wie \u00c4rzt*innen \u00fcberall dieselbe Wertsch\u00e4tzung sichern. Eine Neukodifizierung der Kassenvertr\u00e4ge soll zudem verl\u00e4ssliche Mindeststandards garantieren, etwa l\u00e4ngere \u00d6ffnungszeiten oder Angebote am Wochenende, wie es bei Prim\u00e4rversorgungszentren in Wien bereits funktioniert.<\/p>\n<p>Zwei weitere Hebel zielen auf Effizienz statt Symbolpolitik: Eine gemeinsame Einkaufsgemeinschaft f\u00fcr Medizinprodukte soll bessere Preise und verl\u00e4ssliche Versorgung sichern \u2013 ein Modell, das der Wiener Gesundheitsverbund w\u00e4hrend der Pandemie sogar f\u00fcr das gesamte Burgenland erfolgreich vorexerziert hat. Eine eHealth-Agentur wiederum soll doppelte Untersuchungen verhindern, etwa wenn dieselbe Bildgebung zweimal notwendig wird, weil Spital und niedergelassener Bereich nicht miteinander reden. Abgerundet wird das Paket durch den Ausbau der Dateninfrastruktur, mit dem sich fr\u00fchzeitig erkennen l\u00e4sst, wo im System der Schuh dr\u00fcckt.<\/p>\n<p>\u201eDas sind keine Wunschlisten, sondern Ma\u00dfnahmen, die morgen beginnen k\u00f6nnten. Sieben Hebel, mit denen wir den Menschen im Alltag sofort helfen \u2013 ohne auf die gro\u00dfe, jahrelange Strukturreform warten zu m\u00fcssen&#8220;, so Mautz.<\/p>\n<p>Wien zeigt, wie eine funktionierende Versorgung aussieht<\/p>\n<p>F\u00fcr die Gemeinder\u00e4tin ist der Vorsto\u00df auch deshalb glaubw\u00fcrdig, weil die Bundeshauptstadt in der Gesundheitsversorgung l\u00e4ngst liefert. Laut aktuellem Bericht der Bundes-Zielsteuerungskommission verbessert sich die niedergelassene kassen\u00e4rztliche Versorgung in Wien bereits im dritten Jahr in Folge. In sechs von acht \u00fcbrigen L\u00e4ndern geht die \u00c4rztedichte im niedergelassenen Bereich hingegen weiter zur\u00fcck. Nur K\u00e4rnten und Tirol konnten 2024 eine leichte Erholung verzeichnen \u2013 Wien bleibt aber mit Abstand die einzige Landeshauptstadt, die diesen Weg schon seit drei Jahren konsequent geht. \u201eAuff\u00e4llig ist, dass der deutliche R\u00fcckgang in den Daten ab 2020 sichtbar wird \u2013 kurz nach der unter Schwarz-Blau beschlossenen Kassenreform. Unsere Stadt hat sich diesem Abw\u00e4rtstrend konsequent widersetzt\u201c, so Mautz.<\/p>\n<p>M\u00f6glich macht das der konsequente Ausbau der Prim\u00e4rversorgung: Rund 80 regionale Gesundheitszentren gibt es mittlerweile, bis 2030 sollen es etwa 170 werden. Dazu kommen 3,3 Milliarden Euro f\u00fcr die Erneuerung der st\u00e4dtischen Spit\u00e4ler und mit 314 Spitals\u00e4rzt*innen pro 100.000 Einwohner*innen der bundesweit st\u00e4rkste \u00f6ffentliche Krankenhaus-Sektor. Bis zum Ende des Jahrzehnts bildet die Stadt zus\u00e4tzlich rund 16.000 Pflegekr\u00e4fte aus. \u201eWir in Wien investieren, statt nur zu verwalten \u2013 genau deshalb kommen so viele Menschen aus anderen Teilen \u00d6sterreichs zu uns, wenn sie gute medizinische Behandlung brauchen\u201c, betont die Gesundheitssprecherin.<\/p>\n<p>\u201eWir brauchen jetzt beides: L\u00f6sungen, die sofort f\u00fcr mehr Fairness sorgen, und den Mut, unser Gesundheitssystem langfristig neu aufzustellen. Die Direktverrechnung schafft kurzfristig Transparenz zwischen den Bundesl\u00e4ndern. Unser Ziel bleibt aber ein starkes \u00f6ffentlich finanziertes Gesundheitswesen, in dem Planung und Finanzierung besser zusammenspielen und die Patient*innen im Mittelpunkt stehen. Wien zeigt mit dem Ausbau der eigenen Versorgung, dass wir unseren Teil dazu beitragen\u201c, so Mautz abschlie\u00dfend. (Schluss) sh <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Die Wiener SP\u00d6-Gemeinder\u00e4tin Andrea Mautz, Vorsitzende des Gemeinderatsausschusses Soziales, Gesundheit und Sport, reagiert erfreut auf das heutige Interview&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":328021,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":"","_share_on_mastodon":"0"},"categories":[6],"tags":[26393,26395,46,42,124,6196,23253,44,26394,269,43,45,1121,182,877],"class_list":["post-328020","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","category-oesterreich","tag-apa","tag-apa-ots","tag-at","tag-austria","tag-gesundheit","tag-klub","tag-michael-ludwig","tag-oesterreich","tag-ots","tag-politik","tag-republic-of-austria","tag-republik-oesterreich","tag-spoe","tag-wien","tag-wirtschaft-und-finanzen"],"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@at\/117078015810012078","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/328020","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=328020"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/328020\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/media\/328021"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=328020"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=328020"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=328020"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}