{"id":32804,"date":"2026-03-08T14:13:08","date_gmt":"2026-03-08T14:13:08","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/32804\/"},"modified":"2026-03-08T14:13:08","modified_gmt":"2026-03-08T14:13:08","slug":"warum-europa-den-konflikt-mit-den-mullahs-scheut","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/32804\/","title":{"rendered":"Warum Europa den Konflikt mit den Mullahs scheut"},"content":{"rendered":"<p> 08.03.2026<\/p>\n<p>JERUSALEM 08.03.2026 (LS) \u2013 Die europ\u00e4ische Iranpolitik wird von vielen Kommentatoren als gepr\u00e4gt von Vorsicht, diplomatischen Illusionen und innenpolitischen Zw\u00e4ngen beschrieben. Statt einer klaren Konfrontation mit Teheran setzten viele europ\u00e4ische Staaten weiterhin auf Dialog und wirtschaftliche Beziehungen \u2013 selbst in Zeiten zunehmender Spannungen im Nahen Osten.<\/p>\n<p>Europ\u00e4ische L\u00e4nder und der Irankrieg<\/p>\n<p>Wenige Stunden nach Beginn der Angriffe auf den Iran erkl\u00e4rte der spanische sozialistische Premierminister Pedro S\u00e1nchez auf X: \u201eWir lehnen die einseitige Milit\u00e4raktion der Vereinigten Staaten und Israels ab.\u201c Der israelische Au\u00dfenminister Gideon Sa\u2019ar warf der spanischen Regierung daraufhin vor, \u201esich auf die Seite des Iran zu stellen\u201c.<\/p>\n<p>US-Pr\u00e4sident Donald Trump zeigte sich erbost \u00fcber die Weigerung des britischen Premierministers Keir Starmer, Amerika mit britischen Ressourcen zu unterst\u00fctzen. \u201eEr ist kein Churchill\u201c, so der Pr\u00e4sident.<\/p>\n<p>Frankreichs Emmanuel Macron \u00e4u\u00dferte sich besorgt \u00fcber eine \u201eEskalation\u201c im Iran und lie\u00df seinen Au\u00dfenminister China anrufen. Seine Besorgnis teilt auch die Pr\u00e4sidentin der Europ\u00e4ischen Kommission, Ursula von der Leyen, die sich \u201ezutiefst besorgt\u201c \u00fcber den Angriff zeigte und alle Parteien zu \u201egr\u00f6\u00dfter Zur\u00fcckhaltung\u201c aufforderte.<\/p>\n<p>Furcht vor Eskalation und wirtschaftlichen Folgen<\/p>\n<p>Europ\u00e4ische Regierungen wollen vor allem eine milit\u00e4rische oder politische Eskalation mit dem Iran vermeiden. Diese Haltung ist auch mit wirtschaftlichen Interessen verbunden. Viele europ\u00e4ische L\u00e4nder haben \u00fcber Jahre hinweg Handelsbeziehungen zum Iran aufgebaut und sind deshalb zur\u00fcckhaltend, wenn es um harte Ma\u00dfnahmen gegen das Regime geht. Der gr\u00f6\u00dfte Handelspartner Irans ist Deutschland, gefolgt von Italien.<\/p>\n<p>Diese Zur\u00fcckhaltung ist auch Teil einer politischen Kultur, die Konflikte m\u00f6glichst vermeiden m\u00f6chte. \u201eEuropa glaubt weiterhin, dass man mit den Mullahs reden kann\u201c, so der Kommentator Guilio Meotti. Doch diese Annahme habe sich wiederholt als Illusion erwiesen.<\/p>\n<p>Weiter erkl\u00e4rt er: \u201eStatt St\u00e4rke zu zeigen, hoffen viele europ\u00e4ische Politiker, dass Diplomatie allein das Problem l\u00f6sen kann.\u201c Diese Hoffnung sei jedoch angesichts der regionalen Politik Irans zunehmend schwer aufrechtzuerhalten.<\/p>\n<p>Innenpolitischer Druck in Europa<\/p>\n<p>Neben wirtschaftlichen Interessen sind auch innenpolitische Faktoren ein wichtiger Grund f\u00fcr Europas vorsichtige Haltung. In vielen europ\u00e4ischen L\u00e4ndern spielen gesellschaftliche Spannungen, Migration und politische Polarisierung eine gro\u00dfe Rolle. Europ\u00e4ische Regierungen wollen deshalb vermeiden, zus\u00e4tzliche Konflikte im Nahen Osten zu versch\u00e4rfen. \u201eViele europ\u00e4ische Politiker f\u00fcrchten die innenpolitischen Folgen eines offenen Konflikts mit Iran\u201c, argumentiert Meotti.<\/p>\n<p>Die politische Kultur Europas ist h\u00e4ufig st\u00e4rker auf Kompromiss und Verhandlungen ausgerichtet als auf milit\u00e4rische Abschreckung. Israel und die Vereinigten Staaten hingegen sind eher bereit, milit\u00e4rische oder wirtschaftliche Druckmittel einzusetzen.<\/p>\n<p>US-Senator Lindsey Graham \u00e4u\u00dferte sich sehr direkt: \u201eEs ist erb\u00e4rmlich, wie tief Westeuropa gesunken ist. An unsere europ\u00e4ischen Verb\u00fcndeten: Ihr seid erb\u00e4rmlich weich geworden und habt euren Enthusiasmus f\u00fcr die Bek\u00e4mpfung des B\u00f6sen verloren, offenbar solange es nicht direkt vor eurer Haust\u00fcr stattfindet. Was f\u00fcr eine Schande.\u201c<\/p>\n<p>Titelbild: Ministerpr\u00e4sident Benjamin Netanjahu mit US-Piloten. Foto: Maayan Toaf\/GPO<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"08.03.2026 JERUSALEM 08.03.2026 (LS) \u2013 Die europ\u00e4ische Iranpolitik wird von vielen Kommentatoren als gepr\u00e4gt von Vorsicht, diplomatischen Illusionen&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":32805,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[3],"tags":[2784,15146,1005,1784,575,4561,10186,76,75,15147,74,6323,532,15148,15149,1415,4698,1010,15150,11212,750,10928,15151,435,15152,12054,3048,14552,935,1787,6491,4876,15153,255],"class_list":{"0":"post-32804","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-europa","8":"tag-angriff","9":"tag-armee","10":"tag-aussenminister","11":"tag-diplomatie","12":"tag-donald-trump","13":"tag-emmanuel-macron","14":"tag-eskalation","15":"tag-eu","16":"tag-europa","17":"tag-europaeische-regierungen","18":"tag-europe","19":"tag-fokus-jerusalem","20":"tag-frankreich","21":"tag-furcht","22":"tag-gideon-saar","23":"tag-grossbritannien","24":"tag-handelsbeziehungen","25":"tag-iran","26":"tag-irankonflikt","27":"tag-irankrieg","28":"tag-israel","29":"tag-keir-starmer","30":"tag-lindsey-graham","31":"tag-militaer","32":"tag-mullahs","33":"tag-pedro-sanchez","34":"tag-politiker","35":"tag-premierminister","36":"tag-spanien","37":"tag-teheran","38":"tag-uk","39":"tag-ursula-von-der-leyen","40":"tag-us-praesident-donald-trump","41":"tag-wirtschaft"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@at\/116193971640207846","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/32804","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=32804"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/32804\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/media\/32805"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=32804"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=32804"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=32804"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}