{"id":328224,"date":"2026-08-11T22:36:21","date_gmt":"2026-08-11T22:36:21","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/328224\/"},"modified":"2026-08-11T22:36:21","modified_gmt":"2026-08-11T22:36:21","slug":"motorbootfahrer-wegen-fahrlaessiger-toetung-verurteilt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/328224\/","title":{"rendered":"Motorbootfahrer wegen fahrl\u00e4ssiger T\u00f6tung verurteilt"},"content":{"rendered":"<p>Bei einem Unfall am 11. Oktober 2025 im Bodensee vor Fu\u00dfach war das Motorboot eines damals 25-J\u00e4hrigen mit dem Segelboot eines deutschen Ehepaars zusammengesto\u00dfen. Die 57-j\u00e4hrige Frau aus dem Landkreis G\u00fcnzburg starb. Ihr Ehemann rettete sich ins Wasser und wurde schwer verletzt.<\/p>\n<p>Der heute 26-j\u00e4hrige Motorbootfahrer ist nun wegen grob fahrl\u00e4ssiger T\u00f6tung verurteilt worden. Das Landesgericht Feldkirch verh\u00e4ngte zw\u00f6lf Monate Haft, davon acht Monate bedingt. Das bedeutet, dass die Freiheitsstrafe insgesamt zw\u00f6lf Monate betr\u00e4gt, von denen vier Monate tats\u00e4chlich im Gef\u00e4ngnis verb\u00fc\u00dft werden m\u00fcssen. Die restlichen acht Monate sind zur Bew\u00e4hrung ausgesetzt. Au\u00dferdem muss der Mann 5.000 Euro an die Hinterbliebenen zahlen. Das Urteil ist noch nicht rechtskr\u00e4ftig. Der Angeklagte verzichtete auf Rechtsmittel, die Staatsanwaltschaft hat sich dazu noch nicht erkl\u00e4rt. <\/p>\n<p>Anklage lautete auf Mord mit bedingtem Vorsatz<\/p>\n<p>Die Anklage gegen den 26-J\u00e4hrigen lautete auf &#8222;Mord mit bedingtem Vorsatz&#8220;. In \u00d6sterreich kann jemand wegen Mordes verurteilt werden, auch wenn er den Tod eines Menschen nicht unbedingt wollte, ihn aber in Kauf genommen hat. Bedingter Vorsatz bedeutet: Jemand wei\u00df, dass sein Verhalten t\u00f6dlich enden kann, und sagt sich innerlich sinngem\u00e4\u00df: &#8222;Wird schon gutgehen \u2013 und wenn nicht, ist es eben so.&#8220; Er plant den Tod also nicht, ihm ist das Risiko aber klar, und er handelt trotzdem weiter.<\/p>\n<p>Bei fahrl\u00e4ssiger T\u00f6tung dagegen denkt der T\u00e4ter nicht ernsthaft daran, dass jemand sterben k\u00f6nnte, sondern ist &#8222;nur&#8220; unvorsichtig oder leichtsinnig.<\/p>\n<p>Angeklagter gab zu, dass er abgelenkt war<\/p>\n<p>In einem ersten Prozess hatte der Angeklagte noch erkl\u00e4rt, er habe den See st\u00e4ndig im Blick gehabt und das Segelboot trotzdem nicht gesehen. Vor den Geschworenen im Landesgericht Feldkirch \u00e4nderte er seine Darstellung. Er r\u00e4umte ein, abgelenkt gewesen zu sein. Er habe unter anderem mit dem Handy Fotos gemacht, einen Liegeplatz in Konstanz gesucht und sich mit seinen drei Freunden unterhalten. W\u00e4hrend der Kollision habe er sich umgedreht und den Seeraum nicht beobachtet.<\/p>\n<p>Der Staatsanwalt kam deshalb ebenfalls zu dem Schluss, dass grobe Fahrl\u00e4ssigkeit vorlag. &#8222;Ich bin nicht der \u00dcberzeugung, dass es ein Mord war&#8220;, sagte er laut dem \u00d6sterreichischen Rundfunk (ORF). Der Opferanwalt erkl\u00e4rte, der 26-J\u00e4hrige habe den See mindestens vier Minuten nicht im Blick gehabt. <\/p>\n<p>Gericht sieht grobe Fahrl\u00e4ssigkeit<\/p>\n<p>Der Richter wertete unter anderem den bisherigen ordentlichen Lebenswandel und das reum\u00fctige Gest\u00e4ndnis als mildernd. Auch eine psychologische Betreuung infolge der Tat wurde ber\u00fccksichtigt. Der ORF fasst das Ergebnis entsprechend zusammen: &#8222;Urteil: Bootsunfall war grob fahrl\u00e4ssige T\u00f6tung.&#8220; Die Mordanklage ist damit erledigt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Bei einem Unfall am 11. 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