{"id":328266,"date":"2026-08-11T22:59:10","date_gmt":"2026-08-11T22:59:10","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/328266\/"},"modified":"2026-08-11T22:59:10","modified_gmt":"2026-08-11T22:59:10","slug":"grosses-renaturierungsprojekt-so-wird-die-traun-in-linz-umgestaltet","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/328266\/","title":{"rendered":"Gro\u00dfes Renaturierungsprojekt: So wird die Traun in Linz umgestaltet"},"content":{"rendered":"<p> LINZ.\u00a0 Ab Oktober wird ein 1,2 Kilometer langer Abschnitt der Traun zwischen der Eisenbahnbr\u00fccke und der Ebelsberger Traunbr\u00fccke grundlegend umgestaltet. Das mehrere Millionen Euro teure Renaturierungsprojekt soll dem Fluss wieder mehr Platz geben und Lebensr\u00e4ume zur\u00fcckbringen. <\/p>\n<p>Wer heute von der Eisenbahnbr\u00fccke Richtung Ebelsberger Traunbr\u00fccke \u00fcber die Traun blickt, sieht einen Fluss, der \u00fcber Jahrzehnte stark vom Menschen gepr\u00e4gt wurde.<\/p>\n<p>Uferverbauungen, Regulierungen und Einbauten haben aus einem einst verzweigten Gew\u00e4ssersystem einen nahezu geradlinigen Fluss gemacht. Genau das soll sich nun \u00e4ndern.\u00a0<\/p>\n<p>Ab Oktober beginnt auf dem 1,2 Kilometer langen Abschnitt eines der bedeutendsten Renaturierungsprojekte Ober\u00f6sterreichs. Bis April 2027 soll die Traun dort wieder mehr Raum erhalten \u2013 mit positiven Folgen f\u00fcr Fische, Auw\u00e4lder und das Grundwasser.<\/p>\n<p>\u201eTraun ist massiv vom Menschen \u00fcberformt worden\u201c<\/p>\n<p>\u201eDie Traun ist in diesem Bereich massiv vom Menschen \u00fcberformt worden. Aus einem ehemals verzweigten Flusssystem entstand ein gerader Strich, der mit unterschiedlichsten Einbauten fixiert wurde. Wir wollen den Fluss wieder seine nat\u00fcrliche Dynamik zur\u00fcckgeben\u201c, sagt Projektleiter Torben Walter vom Land Ober\u00f6sterreich im Gespr\u00e4ch mit den TIPS.\u00a0<\/p>\n<p>Das Vorhaben ist Teil des EU-gef\u00f6rderten LIFE-Projekts \u201eIRIS\u201c, das vom Landwirtschaftsministerium initiiert wurde. Im Rahmen des Projekts werden in mehreren Bundesl\u00e4ndern Gew\u00e4sser \u00f6kologisch aufgewertet.<\/p>\n<p>Auch in Ober\u00f6sterreich laufen derzeit mehrere LIFE-IRIS-Projekte. Neben der Traun wird etwa zwischen Ottensheim und Wilhering die Donau renaturiert. Dort wird ein bestehender Nebenarm um rund 400 Meter verl\u00e4ngert, wodurch der Donau mehr Raum gegeben wird und sie sich wieder ihrem urspr\u00fcnglichen verzweigten Verlauf ann\u00e4hern kann.<\/p>\n<p>Vorarbeiten f\u00fcr das Projekt starteten 2019<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p>Grundlage f\u00fcr die Projekte ist die europ\u00e4ische Wasserrahmenrichtlinie, die die Mitgliedstaaten verpflichtet, Fl\u00fcsse und B\u00e4che wieder in einen guten \u00f6kologischen und morphologischen Zustand zu bringen.<\/p>\n<p>Die Untere Traun z\u00e4hlt deshalb im Nationalen Gew\u00e4sserbewirtschaftungsplan zu den priorit\u00e4ren Sanierungsgew\u00e4ssern \u00d6sterreichs. Die Vorarbeiten f\u00fcr das Projekt an der Unteren Traun begannen bereits 2019.<\/p>\n<p>Zun\u00e4chst wurde untersucht, welche Ma\u00dfnahmen dort m\u00f6glich und sinnvoll sind. Auf Basis dieses Gesamtkonzepts wird nun ein Teilbereich zwischen der Eisenbahnbr\u00fccke und der Ebelsberger Traunbr\u00fccke umgesetzt.\u00a0<\/p>\n<p>Gro\u00dfes Renaturierungsprojekt startet im Herbst<\/p>\n<p>Die Arbeiten ver\u00e4ndern den Fluss in diesem Abschnitt grundlegend. Auf der linken Uferseite werden \u2013 mit Ausnahme der Br\u00fcckenbereiche \u2013 s\u00e4mtliche Ufersicherungen entfernt.<\/p>\n<p>Au\u00dferdem wird die sogenannte Niederwasserregulierung zur\u00fcckgebaut, ein durchgehender Steinwurf in der Flussmitte, der die Traun bislang in Hauptstrom und Nebengerinne teilt. Diese Konstruktion bringt \u00f6kologische Probleme mit sich.<\/p>\n<p>\u201eBei h\u00f6herem Wasserstand gelangen Fische in die Niederwasserregulierung. Sinkt der Pegel wieder, bleiben sie dort oft eingeschlossen\u201c, erkl\u00e4rt Walter.<\/p>\n<p>Ein weiteres Problem sei laut ihm die starke Einengung des Flusses. Weil die Traun kaum Platz habe, grabe sie sich immer tiefer in ihr Flussbett ein. Dadurch sinke langfristig auch der Grundwasserspiegel.<\/p>\n<p>Um dieser Entwicklung entgegenzuwirken, wird die Flusssohle im Projektgebiet um rund zwei Meter angehoben. Daf\u00fcr werden Sedimente verwendet, die w\u00e4hrend der Bauarbeiten gewonnen werden.<\/p>\n<p>Antrag f\u00fcr gr\u00f6\u00dfere Trauninsel wurde abgelehnt<\/p>\n<p>Gleichzeitig erh\u00e4lt die Traun einen leicht geschwungenen Verlauf mit kleinen Inselbereichen, an denen sich die Str\u00f6mung teilt. Der im Gemeinderat eingebrachte Antrag der Partei Ahoi, im Zuge der Renaturierung eine gr\u00f6\u00dfere Trauninsel im Liner S\u00fcden zu schaffen, wurde mehrstimmig abgelehnt.<\/p>\n<p>Die Ufer werden im Zuge der Renaturierung kiesig und weich gestaltet, sodass sich der Fluss k\u00fcnftig wieder st\u00e4rker selbst entwickeln kann. Auf der rechten Seite bleibt die Ufersicherung aufgrund eines dort verlaufenden Kanals weitgehend erhalten, wird aber saniert und mit zus\u00e4tzlichen Strukturen versehen.<\/p>\n<p>Die Anhebung der Flusssohle stellt dabei keine Gefahr f\u00fcr den Hochwasserschutz dar. Weil der Traun k\u00fcnftig mehr als doppelt so viel Raum zur Verf\u00fcgung steht, bleibt der Hochwasserschutz gew\u00e4hrleistet. \u201eOhne den Nachweis, dass sich der Hochwasserschutz nicht verschlechtert, k\u00f6nnten wir das Projekt gar nicht umsetzen. Tendenziell verbessert er sich sogar um ein paar Zentimeter\u201c, sagt Walter.\u00a0<\/p>\n<p>Fluss soll sich k\u00fcnftig selbst entwickeln<\/p>\n<p>Langfristig soll sich der Fluss m\u00f6glichst selbst entwickeln k\u00f6nnen. Ziel sei ein \u00f6kologisch funktionierendes System, in das der Mensch m\u00f6glichst wenig eingreifen m\u00fcsse. \u201eVollst\u00e4ndig wird das wegen der beiden Br\u00fccken zwar nicht m\u00f6glich sein, dennoch erh\u00e4lt die Traun einen gro\u00dfen Teil ihrer nat\u00fcrlichen Dynamik zur\u00fcck\u201c, sagt Walter. Davon profitieren auch die Auw\u00e4lder.<\/p>\n<p>Derzeit sind sie vom Fluss weitgehend abgeschnitten und entwickeln sich zunehmend zu Hartholzbest\u00e4nden und langfristig sogar zu Forstw\u00e4ldern. K\u00fcnftig sollen wieder regelm\u00e4\u00dfig \u00dcberflutungen in den Wald gelangen und eine dynamische Weichholzaue mit Weiden und Pappeln entstehen lassen.<\/p>\n<p>S\u00e4mtliche Waldbereiche im Projektgebiet werden dauerhaft aus der Nutzung genommen, sodass sich der Wald nat\u00fcrlich entwickeln kann.<\/p>\n<p>Neuer Lebensraum f\u00fcr\u00a0Tier- und Pflanzenarten<\/p>\n<p>Damit entstehen auch neue Lebensr\u00e4ume f\u00fcr Arten, die auf Totholz angewiesen sind, etwa der Mittelspecht oder verschiedene Fledermausarten. Hoffnung gibt es au\u00dferdem f\u00fcr die Deutsche Tamariske, eine stark gef\u00e4hrdete Pflanzenart, sowie f\u00fcr wassergebundene Reptilien wie die \u00c4skulapnatter oder die Blindschleiche.<\/p>\n<p>\u201eWir k\u00f6nnen nicht versprechen, dass all diese Arten zur\u00fcckkehren werden\u201c, sagt Walter. \u201eAber wir schaffen die Voraussetzungen daf\u00fcr.\u201c\u00a0<\/p>\n<p>Projekt soll bis Fr\u00fchling 2027 abgeschlossen sein<\/p>\n<p>Der Zeitplan ist eng. Da sowohl Fisch- als auch Vogelschonzeiten eingehalten werden m\u00fcssen, finden s\u00e4mtliche Bauarbeiten im Winterhalbjahr statt. Auf der Baustelle werden neben einer \u00f6kologischen Bauaufsicht auch Spezialisten f\u00fcr die Kampfmittelbergung im Einsatz sein, da das Gebiet w\u00e4hrend des Zweiten Weltkriegs von Bedeutung war.<\/p>\n<p>Zudem sind Abstimmungen mit der Linz AG notwendig, die dort einen Kanal betreibt. F\u00fcr das Projekt investiert das Land mehrere Millionen Euro.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"LINZ.\u00a0 Ab Oktober wird ein 1,2 Kilometer langer Abschnitt der Traun zwischen der Eisenbahnbr\u00fccke und der Ebelsberger Traunbr\u00fccke&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":328267,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":"","_share_on_mastodon":"0"},"categories":[30],"tags":[46,42,2133,84771,84770,46602,184,2346,5317,44,1620,23180,1624,9841,84769],"class_list":["post-328266","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","category-linz","tag-at","tag-austria","tag-ebelsberg","tag-fauna","tag-flora","tag-fluss","tag-linz","tag-linz-land","tag-natur","tag-oesterreich","tag-reisen","tag-renaturierung","tag-tourismus","tag-traun","tag-traun-auen"],"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@at\/117079361338684257","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/328266","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=328266"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/328266\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/media\/328267"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=328266"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=328266"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=328266"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}