{"id":330075,"date":"2026-08-12T19:14:12","date_gmt":"2026-08-12T19:14:12","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/330075\/"},"modified":"2026-08-12T19:14:12","modified_gmt":"2026-08-12T19:14:12","slug":"raetsel-der-korona-ploetzlich-stockdunkel-finsternis-faellt-ueber-wien","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/330075\/","title":{"rendered":"R\u00e4tsel der Korona \u2013 Pl\u00f6tzlich stockdunkel \u2013 Finsternis f\u00e4llt \u00fcber Wien"},"content":{"rendered":"<p class=\"col-12 col-md-10 col-lg-8 gb-p raw mx-auto\">Am Mittwochabend wurde der Himmel \u00fcber \u00d6sterreich zum Schauplatz eines seltenen Spektakels: Der Mond schob sich vor die Sonne. W\u00e4hrend Teile Europas eine totale Sonnenfinsternis erlebten, war sie hierzulande nur partiell zu sehen \u2013 stark genug, um f\u00fcr Aufsehen zu sorgen.<\/p>\n<p class=\"col-12 col-md-10 col-lg-8 gb-p raw mx-auto\">Denn eine derart kr\u00e4ftige partielle Sonnenfinsternis war in \u00d6sterreich zuletzt am 11. August 1999 zu beobachten. Am 12. August 2026 begann das Ereignis hierzulande gegen 19.22 Uhr. Theoretisch dauerte es bis 21.07 Uhr, zu diesem Zeitpunkt war die Sonne in \u00d6sterreich aber l\u00e4ngst untergegangen.<\/p>\n<p>&#8222;Heute&#8220; auf Google als bevorzugte&amp;nbspQuelle festlegen<a href=\"https:\/\/www.google.com\/preferences\/source?q=heute.at\" rel=\"noopener noreferrer nofollow\" target=\"_blank\">Hinzuf\u00fcgen<\/a><\/p>\n<p class=\"col-12 col-md-10 col-lg-8 gb-p raw mx-auto\">F\u00fcr die Beobachtung blieb daher nur ein enges Zeitfenster. In Wien begann die Finsternis gegen 19.25 Uhr, das Maximum lag um 20.15 Uhr \u2013 bei einer Bedeckung von 86 Prozent, allerdings war die Sonne beim Maximum bereits untergegangen. In Bregenz und Innsbruck wurden beim Maximum um 20.18 Uhr rund 89 Prozent Bedeckung erreicht.<\/p>\n<p class=\"col-12 col-md-10 col-lg-8 gb-p raw mx-auto\">Auch in Salzburg, Linz, Klagenfurt, Lienz und Mallnitz verdunkelte sich die Sonne deutlich. Vielerorts fiel der H\u00f6hepunkt der Finsternis jedoch fast genau mit dem Sonnenuntergang zusammen.<\/p>\n<p>Bildstrecke: &#8222;Heute&#8220;-Leser bestaunen spektakul\u00e4re SonnenfinsternisForscher schalten ihre Ger\u00e4te ein<\/p>\n<p class=\"col-12 col-md-10 col-lg-8 gb-p raw mx-auto\">F\u00fcr die Wissenschaft ist eine Sonnenfinsternis weit mehr als ein Himmelsereignis. Laut ORF Wissen nutzen Forscherinnen und Forscher die Finsternis nicht nur, um die Sonne zu untersuchen, sondern auch, um die Erde besser zu verstehen.<\/p>\n<p class=\"col-12 col-md-10 col-lg-8 gb-p raw mx-auto\">Der Wiener Astronom G\u00fcnter Wuchterl von der Kuffner-Sternwarte erkl\u00e4rt dazu: &#8222;Die Sonne leuchtet durch unsere Atmosph\u00e4re durch, und das sehr stark. Und das kann man nutzen, um die Atmosph\u00e4re der Erde zu untersuchen.&#8220;<\/p>\n<p class=\"col-12 col-md-10 col-lg-8 gb-p raw mx-auto\">Die Abdeckung durch den Mond wirke dabei wie ein nat\u00fcrlicher Lichtschalter. &#8222;Wo habe ich denn schon die M\u00f6glichkeit, eine so starke Quelle einfach ab- und einzuschalten in so kurzer Zeit? Das ist fantastisch&#8220;, so Wuchterl.<\/p>\n<p>Fliegende Schatten am Boden<\/p>\n<p class=\"col-12 col-md-10 col-lg-8 gb-p raw mx-auto\">Besonders spannend sind f\u00fcr die Forschung die letzten Minuten der partiellen Phase. Wenn von der hellen Sonne nur noch ein schmaler Spalt \u00fcbrig ist, flimmert das Licht auf besondere Weise durch die Atmosph\u00e4re. Auf der Erde entstehen dabei sogenannte fliegende Schatten.<\/p>\n<p class=\"col-12 col-md-10 col-lg-8 gb-p raw mx-auto\">Der Astronom Franz Kerschbaum von der Universit\u00e4t Wien beschreibt das Ph\u00e4nomen so: &#8222;Und aus diesen fliegenden Schatten kann man die Turbulenz der Erdatmosph\u00e4re studieren.&#8220;<\/p>\n<p class=\"col-12 col-md-10 col-lg-8 gb-p raw mx-auto\">Gemeint ist: Das Licht zeigt, wie stark die Luft \u00fcber der Erde in Bewegung ist. Diese Turbulenzen beeinflussen, wie sich Luftschichten durchmischen. Sie spielen damit auch eine Rolle f\u00fcr Wettersysteme, Niederschlag und Gletscherschmelze.<\/p>\n<p>Drei Kameras in Spanien<\/p>\n<p class=\"col-12 col-md-10 col-lg-8 gb-p raw mx-auto\">Kerschbaum beobachtet das Spektakel nicht von \u00d6sterreich aus. Weil die Sonne hierzulande nicht vollst\u00e4ndig verdeckt wird, reist er in die Zone der totalen Finsternis. &#8222;Dazu muss man, wie auch ich, nach Spanien reisen \u2013 oder nach Island oder nach Gr\u00f6nland&#8220;, sagt der Astronom.<\/p>\n<p class=\"col-12 col-md-10 col-lg-8 gb-p raw mx-auto\">Dort setzt er gleich drei Kameras ein. Eine nimmt den gesamten Himmel auf und dokumentiert die Helligkeit w\u00e4hrend der Finsternis. Eine zweite ist auf die fliegenden Schatten gerichtet. Die dritte Kamera blickt mit gro\u00dfer Optik direkt in Richtung Sonnenumgebung und Korona.<\/p>\n<p>Auch GPS wird getestet<\/p>\n<p class=\"col-12 col-md-10 col-lg-8 gb-p raw mx-auto\">Nicht nur Astronomen interessieren sich f\u00fcr das Ereignis. Das Deutsche Zentrum f\u00fcr Luft- und Raumfahrt nutzt die Finsternis als nat\u00fcrliches Experiment in der Ionosph\u00e4re. Diese elektrisch geladene Schicht liegt zwischen 60 und 1.000 Kilometern H\u00f6he und beeinflusst Signale von GPS und Galileo.<\/p>\n<p class=\"col-12 col-md-10 col-lg-8 gb-p raw mx-auto\">Wenn das Sonnenlicht pl\u00f6tzlich schw\u00e4cher wird, ver\u00e4ndert sich die Elektronendichte in der Ionosph\u00e4re. Genau das wollen die Forschenden messen. Die Ergebnisse k\u00f6nnten dabei helfen, Navigationssysteme zuverl\u00e4ssiger zu machen.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.heute.at\/i\/ploetzlich-stockdunkel-finsternis-faellt-ueber-wien-120237085\/doc-1jvrjn1l30\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/aa130618-5f36-42d8-b3f7-7ef5615e4c0b.jpg\" class=\"lazy gallery-image\"  data- alt=\"Hunderte von Einwohnern und Touristen dr\u00e4ngen sich am sp\u00e4ten Nachmittag auf den steilen, grasbewachsenen H\u00e4ngen des historischen Krakus-H\u00fcgels (Kopiec Krakusa), um am 12. August 2026 in Krakau, Polen, eine Sonnenfinsternis zu beobachten.\"\/><\/a><\/p>\n<p> Hunderte von Einwohnern und Touristen dr\u00e4ngen sich am sp\u00e4ten Nachmittag auf den steilen, grasbewachsenen H\u00e4ngen des historischen Krakus-H\u00fcgels (Kopiec Krakusa), um am 12. August 2026 in Krakau, Polen, eine Sonnenfinsternis zu beobachten.<\/p>\n<p>IMAGO\/NurPhoto<\/p>\n<p>Generalprobe f\u00fcrs Weltall<\/p>\n<p class=\"col-12 col-md-10 col-lg-8 gb-p raw mx-auto\">Auch neue Technologien k\u00f6nnen w\u00e4hrend einer Sonnenfinsternis getestet werden. Sonnenexperte Daniel M\u00fcller von der Europ\u00e4ischen Weltraumagentur ESA erkl\u00e4rte gegen\u00fcber der dpa: &#8222;Bei solchen Ereignissen kann man besondere Experimente und Techniken testen, die man nicht einfach auf gut Gl\u00fcck auf einen Satelliten packen w\u00fcrde.&#8220;<\/p>\n<p class=\"col-12 col-md-10 col-lg-8 gb-p raw mx-auto\">Der Grund ist simpel: Weltraummissionen sind teuer. Eine Sonnenfinsternis bietet seltene Bedingungen, unter denen Instrumente auf der Erde gepr\u00fcft werden k\u00f6nnen, bevor sie sp\u00e4ter im All zum Einsatz kommen.<\/p>\n<p>Das R\u00e4tsel der Korona<\/p>\n<p class=\"col-12 col-md-10 col-lg-8 gb-p raw mx-auto\">Im Zentrum vieler Messungen steht aber weiterhin die Sonne selbst. Besonders wertvoll ist dabei die totale Finsternis. Nur wenn der Mond die Sonnenscheibe vollst\u00e4ndig verdeckt, wird die Korona sichtbar \u2013 die \u00e4u\u00dfere Atmosph\u00e4re der Sonne.<\/p>\n<p class=\"col-12 col-md-10 col-lg-8 gb-p raw mx-auto\">Ein Spezialflugzeug der NASA folgt dem Mondschatten, der mit rund 2.500 Kilometern pro Stunde \u00fcber die Erdoberfl\u00e4che zieht. An Bord ist eine Kamera, die pro Sekunde 20 hochaufgel\u00f6ste Bilder der Sonnenkorona liefert.<\/p>\n<p class=\"col-12 col-md-10 col-lg-8 gb-p raw mx-auto\">Parallel beobachtet der Solar Orbiter der ESA die Korona aus dem All. Da die Sonde die Finsternis aus einem anderen Winkel sieht, k\u00f6nnen dreidimensionale Bilder der Korona-Strukturen entstehen.<\/p>\n<p class=\"col-12 col-md-10 col-lg-8 gb-p raw mx-auto\">Das k\u00f6nnte helfen, eines der gro\u00dfen R\u00e4tsel der Sonnenphysik besser zu verstehen: Die Korona ist mehrere Millionen Grad hei\u00df, obwohl die Sonnenoberfl\u00e4che selbst nur rund 6.000 Grad misst. Warum das so ist, ist bis heute nicht vollst\u00e4ndig gekl\u00e4rt.<\/p>\n<p> {title &amp;&amp; {title} } red, {title &amp;&amp; {title} } 12.08.2026, 20:28<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Am Mittwochabend wurde der Himmel \u00fcber \u00d6sterreich zum Schauplatz eines seltenen Spektakels: Der Mond schob sich vor die&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":330076,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":"","_share_on_mastodon":"0"},"categories":[28],"tags":[58258,46,17732,42,16887,9866,85205,63654,23755,67332,44891,85204,7818,44,85202,44892,85203,181,182,100],"class_list":["post-330075","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","category-wien","tag-sonnenfinsternis-2026","tag-at","tag-atmosphaere","tag-austria","tag-dlr","tag-esa","tag-fliegende-schatten","tag-galileo","tag-gps","tag-ionosphaere","tag-korona","tag-mond-vor-sonne","tag-nasa","tag-oesterreich","tag-partielle-sonnenfinsternis-oesterreich","tag-sonnenfinsternis","tag-totale-sonnenfinsternis","tag-vienna","tag-wien","tag-wissenschaft"],"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@at\/117084138644859434","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/330075","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=330075"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/330075\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/media\/330076"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=330075"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=330075"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=330075"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}