{"id":330323,"date":"2026-08-12T22:06:24","date_gmt":"2026-08-12T22:06:24","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/330323\/"},"modified":"2026-08-12T22:06:24","modified_gmt":"2026-08-12T22:06:24","slug":"magdalenenflut-historische-hochwasser-in-europa-1342","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/330323\/","title":{"rendered":"Magdalenenflut: Historische Hochwasser in Europa 1342"},"content":{"rendered":"<p>Im Jahr 1342 um den Tag der Heiligen Maria Magdalena (22. Juli) traten die Donau, Moldau, Elbe, der Rhein, Main und weitere Fl\u00fcsse \u00fcber die Ufer und setzten Mitteleuropa unter Wasser. &#8222;Viele tausend Menschen starben in den Fluten&#8220;, so die Historikerin Andrea Kiss: &#8222;Dazu kamen zahlreiche Todesf\u00e4lle durch Hunger und Krankheiten.&#8220; Sie fand mit Kollegen heraus, dass jene Jahrtausendflut nicht alleine kam, sondern der verheerende H\u00f6hepunkt einer zweij\u00e4hrigen Hochwasserserie war.<\/p>\n<p>Ein Team um Andrea Kiss und G\u00fcnter Bl\u00f6schl vom Institut f\u00fcr Wasserbau und Ingenieurhydrologie der Technischen Universit\u00e4t (TU) Wien analysierte mehr als tausend Eintr\u00e4ge aus zeitgen\u00f6ssischen Quellen \u00fcber die &#8222;Magdalenenhochwasser&#8220; genannte Katastrophen und ihre Auswirkungen. &#8222;Wo historische Aufzeichnungen l\u00fcckenhaft sind, wurden moderne Hochwasser mit \u00e4hnlichen Bedingungen ausgew\u00e4hlt und Analogieschl\u00fcsse gezogen&#8220;, erkl\u00e4rt Bl\u00f6schl. Die Ergebnisse wurden im Fachmagazin &#8222;Nature&#8220; ver\u00f6ffentlicht.<\/p>\n<p>Perlenkette von Flutereignissen<\/p>\n<p>&#8222;Wir k\u00f6nnen Monat f\u00fcr Monat rekonstruieren, wann welche Gegenden Europas betroffen waren&#8220;, so Kiss in einer Aussendung der TU Wien: &#8222;Wie eine Perlenkette zieht sich eine Serie von insgesamt sechzehn miteinander zusammenh\u00e4ngenden Hochwasserereignissen um das Jahr 1342.&#8220; Sie forderten nicht nur viele Todesopfer, sondern richteten auch gro\u00dfen wirtschaftlichen Schaden an. So wurden laut Berichten fast alle Br\u00fccken in den betroffenen Regionen zerst\u00f6rt und somit die wichtigen Handelswege unterbrochen. Zum Beispiel die damalige Steinbr\u00fccke in Prag, wo jetzt die Karlsbr\u00fccke \u00fcber die Moldau f\u00fchrt.<\/p>\n<p>Diese H\u00e4ufung war kein Zufall, sondern wurde von mehreren Faktoren beg\u00fcnstigt, erkl\u00e4rt die Forscherin: Um 1340 und 1341 ereigneten sich ungew\u00f6hnlich viele Vulkanausbr\u00fcche. &#8222;Schwefelhaltige Aerosole in der Atmosph\u00e4re k\u00f6nnen zu einer Abk\u00fchlung f\u00fchren und gro\u00dfr\u00e4umige Zirkulationsmuster ver\u00e4ndern.&#8220; Au\u00dferdem war damals das arktische Meereis deutlich geschrumpft und die Sonnenaktivit\u00e4t recht niedrig. &#8222;Das Zusammenspiel dieser Faktoren k\u00f6nnte intensive Tiefdruckgebiete, langanhaltende Niederschl\u00e4ge und damit die ungew\u00f6hnliche Flutserie beg\u00fcnstigt haben&#8220;, sagte Kiss.<\/p>\n<p>Auch heute m\u00fcsse man damit rechnen, dass mehrere gro\u00dfe \u00dcberschwemmungen knapp nacheinander auftreten k\u00f6nnen, so die Forschenden: Man sollte f\u00fcr solche &#8222;Megaevents&#8220; vorsorgen, erkl\u00e4rte Bl\u00f6schl der APA. &#8222;Es dauert derzeit nach einem Hochwasser eine Zeit lang, bis man sich davon erholt hat.&#8220; Die Katastrophen-Ma\u00dfnahmen m\u00fcssten so gestaltet sein, dass sie auch in rascher Abfolge funktionieren.<\/p>\n<p>(S E R V I C E \u2013 https:\/\/dx.doi.org\/10.1038\/s41586-026-10888-8 )<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Im Jahr 1342 um den Tag der Heiligen Maria Magdalena (22. 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