{"id":33059,"date":"2026-03-08T17:43:08","date_gmt":"2026-03-08T17:43:08","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/33059\/"},"modified":"2026-03-08T17:43:08","modified_gmt":"2026-03-08T17:43:08","slug":"stromsystem-2040-e-wirtschaft-fordert-mehr-tempo-beim-ausbau-der-windkraft-leadersnet","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/33059\/","title":{"rendered":"Stromsystem 2040 &#8211; E-Wirtschaft fordert mehr Tempo beim Ausbau der Windkraft \u00bb Leadersnet"},"content":{"rendered":"<p>\n\t\t\t|\u00a0Tobias Seifried\u00a0\n\t\t<\/p>\n<p>\n\t\t|<br \/>\n\t\t\t\t\t08.03.2026\t\t\t<\/p>\n<p>In \u00d6sterreich verl\u00e4uft der Ausbau erneuerbarer Stromerzeugung je nach Technologie unterschiedlich schnell. Eine aktuelle Analyse zeigt Fortschritte bei PV und Wasserkraft, aber deutlichen Nachholbedarf im Hinblick auf Wind.<\/p>\n<p data-start=\"471\" data-end=\"995\">Energiekrise, Photovoltaik-Boom und steigende Systemkosten haben die Rahmenbedingungen der Stromversorgung in \u00d6sterreich in den vergangenen Jahren deutlich ver\u00e4ndert. Gleichzeitig bleiben die energie- und klimapolitischen Ziele f\u00fcr 2030 und 2040 aufrecht. Die Branchenvertretung Oesterreichs Energie hat daher den aktuellen Stand des Ausbaus erneuerbarer Stromerzeugung erhoben und gemeinsam mit dem Beratungsunternehmen Compass Lexecon untersucht, wie sich die Transformation des Energiesystems effizienter gestalten l\u00e4sst.<\/p>\n<p data-start=\"997\" data-end=\"1486\">Barbara Schmidt, Generalsekret\u00e4rin von Oesterreichs Energie, betonte am Freitag, dass ein hoher Anteil erneuerbarer Energie allein noch keine Garantie f\u00fcr niedrige Strompreise sei. &#8222;Die vergangenen Jahre haben uns etwas sehr klar vor Augen gef\u00fchrt: Ein Erneuerbaren-Anteil von 90 Prozent auf das Jahr betrachtet ist erfreulich \u2013 er sorgt aber nicht automatisch f\u00fcr niedrige Strompreise.&#8220; Entscheidend sei vielmehr, wann und wo Strom erzeugt werde und wie gut er ins System integriert werden k\u00f6nne.<\/p>\n<p data-start=\"1488\" data-end=\"1749\">Eine stundenweise Betrachtung der Stromversorgung verdeutlicht diese Unterschiede: Nur etwa jede f\u00fcnfte Stunde im Jahr werde der Strombedarf vollst\u00e4ndig aus erneuerbaren Quellen gedeckt. In der \u00fcbrigen Zeit seien Importe oder Strom aus Gaskraftwerken notwendig.<\/p>\n<p data-start=\"1488\" data-end=\"1749\">Appell zu Besonnenheit bei Markteingriffen<\/p>\n<p data-start=\"1799\" data-end=\"2123\">Mit Blick auf die milit\u00e4rische Eskalation im Nahen Osten rief Schmidt zu einem besonnenen Umgang mit m\u00f6glichen Markteingriffen auf. Ein Gro\u00dfteil der \u00f6sterreichischen Haushalte habe Jahresvertr\u00e4ge f\u00fcr Strom abgeschlossen, wodurch diese Kund:innen w\u00e4hrend der Vertragslaufzeit vor kurzfristigen Preisanstiegen gesch\u00fctzt seien.<\/p>\n<p data-start=\"2125\" data-end=\"2555\">Michael Strugl, Pr\u00e4sident von Oesterreichs Energie &amp; CEO Verbund AG, verweist zugleich auf die weiterhin hohe Abh\u00e4ngigkeit von Energieimporten. Gerade geopolitische Spannungen w\u00fcrden zeigen, wie wichtig der Ausbau heimischer Stromerzeugung sei. Exogene Schocks k\u00f6nnten sp\u00fcrbare Folgen f\u00fcr Unternehmen und Konsument:innen haben, weshalb der Ausbau nationaler Erzeugungskapazit\u00e4ten aus seiner Sicht eine zentrale strategische Ma\u00dfnahme darstelle.<\/p>\n<p data-start=\"2125\" data-end=\"2555\">Ausbauziele: Gemischte Bilanz<\/p>\n<p data-start=\"2592\" data-end=\"2887\">Das Erneuerbaren-Ausbau-Gesetz sieht bis 2030 eine zus\u00e4tzliche Stromerzeugung von 27 Terawattstunden aus erneuerbaren Quellen vor. Nach rund f\u00fcnf Jahren Laufzeit des Gesetzes und f\u00fcnf verbleibenden Jahren bis zum Zieljahr zeigt eine Analyse der bisherigen Entwicklungen ein differenziertes Bild.<\/p>\n<p data-start=\"2889\" data-end=\"3381\">Photovoltaik habe sich besonders dynamisch entwickelt. Mittlerweile sind Anlagen mit einer Gesamtleistung von rund zehn Gigawatt installiert \u2013 deutlich mehr als die Leistung der \u00f6sterreichischen Laufwasserkraftwerke mit etwa sechs Gigawatt. Dieser Ausbau wird zwar grunds\u00e4tzlich positiv bewertet, gehe jedoch auch mit steigenden Netztarifen einher. Aus Sicht der Branche sollte der weitere Ausbau st\u00e4rker koordiniert und besser in das Stromsystem integriert werden, um Systemkosten zu begrenzen.<\/p>\n<p data-start=\"3383\" data-end=\"3857\">Bei der Wasserkraft befinde sich \u00d6sterreich grunds\u00e4tzlich auf Kurs. Die Ausbauziele k\u00f6nnten erreicht werden, sofern geplante Projekte umgesetzt werden. Problematisch seien jedoch lange Projektlaufzeiten, wodurch ein Teil der Anlagen erst nach 2030 in Betrieb gehen d\u00fcrfte. Schnellere Genehmigungsverfahren k\u00f6nnten hier eine wichtige Beschleunigung bringen. Aufgrund ihrer stabilisierenden Wirkung gilt Wasserkraft weiterhin als zentraler Bestandteil des Energiesystems.<\/p>\n<p data-start=\"3859\" data-end=\"4337\">Der gr\u00f6\u00dfte Nachholbedarf bestehe laut Analyse bei der Windkraft. Der derzeitige Ausbau liege deutlich unter dem notwendigen Niveau. Sollte sich dieser Trend fortsetzen, k\u00f6nnte bis 2030 nur etwas mehr als die H\u00e4lfte des erforderlichen Zubaus realisiert werden. Dies h\u00e4tte nach Einsch\u00e4tzung der Branche Auswirkungen auf Versorgungssicherheit und Strompreise. Windkraft komme dabei eine besondere Rolle zu, da ihre Produktionsspitzen typischerweise in den Wintermonaten liegen.<\/p>\n<p data-start=\"3859\" data-end=\"4337\">Zielbild f\u00fcr das Energiesystem 2040<\/p>\n<p data-start=\"4380\" data-end=\"4734\">Vor diesem Hintergrund entwickelte Oesterreichs Energie gemeinsam mit Compass Lexecon ein Szenario f\u00fcr eine m\u00f6glichst effiziente Umsetzung der Energie- und Klimaziele bis 2040 (siehe Infobox). Im Vergleich zu bestehenden Planungen setzt dieses st\u00e4rker auf den Ausbau von Wind- und Wasserkraft sowie auf Anreize f\u00fcr systemdienliches Verhalten bei Erzeugung und Verbrauch.<\/p>\n<p data-start=\"4736\" data-end=\"4897\">Die Branche geht davon aus, dass der Strombedarf in \u00d6sterreich bis 2040 deutlich steigen wird \u2013 von derzeit rund 80 Terawattstunden auf etwa 120 Terawattstunden.<\/p>\n<p data-start=\"4899\" data-end=\"5193\">Anton Burger, Vice President bei Compass Lexecon, betont, dass die verschiedenen Technologien einander erg\u00e4nzten: &#8222;Es gibt keine guten und schlechten Erzeugungstechnologien \u2013 die Profile der unterschiedlichen Kraftwerke erg\u00e4nzen einander. Entscheidend ist ein effizienter und robuster Mix.&#8220;<\/p>\n<p data-start=\"5195\" data-end=\"5499\">Abschlie\u00dfend unterstrich Strugl, dass f\u00fcr die Transformation ein pragmatischer Ansatz notwendig sei. Es gehe nicht um Ideologie, sondern um Planbarkeit, Versorgungssicherheit und Leistbarkeit. Die Balance zwischen Nachhaltigkeit, Versorgungssicherheit und Wirtschaftlichkeit sei dabei entscheidend.<\/p>\n<p data-start=\"5195\" data-end=\"5499\"><a href=\"https:\/\/oesterreichsenergie.at\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener nofollow\">www.oesterreichsenergie.at<\/a><\/p>\n<p data-start=\"5195\" data-end=\"5499\"><a href=\"https:\/\/www.compasslexecon.com\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener nofollow\">www.compasslexecon.com<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"|\u00a0Tobias Seifried\u00a0 | 08.03.2026 In \u00d6sterreich verl\u00e4uft der Ausbau erneuerbarer Stromerzeugung je nach Technologie unterschiedlich schnell. 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