{"id":330747,"date":"2026-08-13T04:29:18","date_gmt":"2026-08-13T04:29:18","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/330747\/"},"modified":"2026-08-13T04:29:18","modified_gmt":"2026-08-13T04:29:18","slug":"fairer-onlinehandel-breites-buendnis-fordert-gleiche-regeln-fuer-alle","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/330747\/","title":{"rendered":"Fairer Onlinehandel: Breites B\u00fcndnis fordert gleiche Regeln f\u00fcr alle"},"content":{"rendered":"<p>Die Caritas der Erzdi\u00f6zese Wien, die Clean Clothes Campaign, FAIRTRADE \u00d6sterreich, GLOBAL 2000, der Handelsverband und S\u00fcdwind fordern die Bundesregierung auf, sich national und auf EU-Ebene f\u00fcr faire Wettbewerbsbedingungen im Onlinehandel einzusetzen. In einem gemeinsamen offenen Brief warnen die Organisationen vor einem zunehmenden Ungleichgewicht zwischen heimischen Unternehmen und gro\u00dfen internationalen Plattformen und Direktversendern.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend \u00f6sterreichische Betriebe umfassende Vorgaben zu Produktsicherheit, Konsument:innenschutz, Steuern, Umweltstandards und Arbeitsrechten erf\u00fcllen m\u00fcssen, gelangen Produkte aus Drittstaaten vielfach ohne ausreichende Kontrollen auf den europ\u00e4ischen Markt. Allein im Jahr 2025 wurden 5,9 Milliarden E-Commerce-Sendungen mit geringem Warenwert (unter 150 Euro) in die EU eingef\u00fchrt. Zoll- und Markt\u00fcberwachungsbeh\u00f6rden k\u00f6nnen jedoch nur einen Bruchteil dieser Paketflut kontrollieren.<\/p>\n<p>\u201eWir k\u00f6nnen nicht l\u00e4nger akzeptieren, dass ausgerechnet jene Unternehmen einen Wettbewerbsvorteil haben, die EU-Vorgaben zur Produktsicherheit, zu Steuern, Umwelt- und Arbeitsstandards umgehen. Wer Zugang zum europ\u00e4ischen Markt will, muss sich auch an die europ\u00e4ischen Regeln halten\u201c, betont Rainer Will, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer des Handelsverbands. Daf\u00fcr braucht es Ma\u00dfnahmen, um diese Verantwortung konsequent einzufordern.<\/p>\n<p>Das B\u00fcndnis fordert insbesondere:mehr personelle und technische Ressourcen f\u00fcr Zoll- und Markt\u00fcberwachungsbeh\u00f6rden, um wirksame Kontrollen zu erm\u00f6glichen und bestehende Schlupfl\u00f6cher zu schlie\u00dfeneinen rascheren Aufbau des geplanten europ\u00e4ischen Zolldatenzentrums, damit Beh\u00f6rden Sendungs- und Risikodaten EU-weit besser austauschen, verd\u00e4chtige Waren gezielter identifizieren und Kontrollen effizienter durchf\u00fchren k\u00f6nnendie geplante \u00dcberarbeitung der Markt\u00fcberwachungsverordnung und des neuen EU-Rechtsrahmens (\u201eNLF\u201c) im Rahmen des European Product Act als Chance nutzeneine klare Haftung von Online-Plattformen aus Drittstaaten: Werden Produkte ohne verantwortlichen Wirtschaftsakteur in der EU angeboten, sollen die Plattformen selbst Verantwortung \u00fcbernehmen \u2013 f\u00fcr rechtskonforme und sichere Produkte am europ\u00e4ischen Markt;wirksame und abschreckende Sanktionen bei wiederholten Rechtsverst\u00f6\u00dfen, bis hin zu tempor\u00e4ren Sperren als Ultima Ratio. Damit soll verhindert werden, dass Plattformen Verst\u00f6\u00dfe dauerhaft als kalkulierbares Gesch\u00e4ftsrisiko behandeln.<\/p>\n<p>\u201eFairer Handel braucht verbindliche Regeln, wirksame Kontrollen und gleiche Bedingungen f\u00fcr alle Marktteilnehmer:innen. Unternehmen, die Verantwortung entlang ihrer Lieferketten \u00fcbernehmen, d\u00fcrfen gegen\u00fcber jenen, die europ\u00e4ische Standards umgehen, nicht benachteiligt werden\u201c, sagt Hartwig Kirner, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer von FAIRTRADE \u00d6sterreich.<\/p>\n<p>Die unterzeichnenden Organisationen appellieren an die Bundesregierung, den Vollzug in \u00d6sterreich zu st\u00e4rken und sich auf EU-Ebene konsequent f\u00fcr Plattformverantwortung, Produktsicherheit, Menschenrechte, Umweltschutz und faire Wettbewerbsbedingungen einzusetzen.<\/p>\n<p>Weitere Zitate der unterzeichnenden Organisationen:<\/p>\n<p>Caritasdirektor Klaus Schwertner betont: \u201eEin fairer Markt darf weder die W\u00fcrde der Menschen noch den verantwortungsvollen Umgang mit unseren Ressourcen aushebeln. In unseren carla-Shops erleben wir t\u00e4glich, wie soziale Teilhabe erm\u00f6glicht, die Umwelt geschont und faire Arbeitspl\u00e4tze geschaffen werden k\u00f6nnen. Wenn internationale Plattformen sich ihrer sozialen, steuerlichen und \u00f6kologischen Verantwortung entziehen, geraten jene unter Druck, die nachhaltig und verantwortungsvoll wirtschaften. Deshalb braucht es verbindliche Regeln und gleiche Bedingungen f\u00fcr alle.\u201c<\/p>\n<p>\u201eTemu, Shein und Co. sind gigantische M\u00fcllmaschinen. Aggressive Werbung lockt uns in eine M\u00fcll-, Klima- und Ressourcenfalle. Unser Test letztes Jahr hat gezeigt, dass chinesische Ultra-Fast-Fashion eine Gefahr f\u00fcr die Umwelt und die Menschen ist. Die aus Plastikfasern bestehende Kleidung steckt voller Gift, ist kaum recycelbar und landet nach kurzem Tragen im M\u00fcll. Umweltstandards sch\u00fctzen uns und m\u00fcssen f\u00fcr alle gelten&#8220;, fordert Alexandra Strickner, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrerin der Umweltschutzorganisation GLOBAL 2000.<\/p>\n<p>\u201eMenschenrechte und Arbeitsstandards entlang globaler Lieferketten d\u00fcrfen keine Frage des Vertriebswegs sein &#8211; egal ob es um Kleidung, Elektronik oder andere Waren geht. Wir brauchen eine klare Plattformhaftung, damit Verantwortung f\u00fcr Menschenrechte entlang der Lieferkette nicht im rechtsfreien Raum verschwindet\u201c, sind sich S\u00fcdwind-Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer Konrad Rehling und Lena Gruber, Koordinatorin der Clean Clothes Kampagne \u00d6sterreich, einig.<\/p>\n<p><a target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer nofollow\" href=\"https:\/\/www.fairtrade.net\/at-de\/newsroom\/presse\/pressemitteilungen\/offener-brief-onlinehandel.html\">Hier geht es zum offenen Brief.<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Die Caritas der Erzdi\u00f6zese Wien, die Clean Clothes Campaign, FAIRTRADE \u00d6sterreich, GLOBAL 2000, der Handelsverband und S\u00fcdwind fordern&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":330748,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":"","_share_on_mastodon":"0"},"categories":[6],"tags":[26393,26395,46,42,37748,7132,1518,44,26394,43,45,6729,57342],"class_list":["post-330747","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","category-oesterreich","tag-apa","tag-apa-ots","tag-at","tag-austria","tag-entwicklungshilfe","tag-konsumgueter","tag-menschenrechte","tag-oesterreich","tag-ots","tag-republic-of-austria","tag-republik-oesterreich","tag-transport","tag-wettbewerbsdisziplin"],"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@at\/117086320377748943","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/330747","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=330747"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/330747\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/media\/330748"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=330747"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=330747"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=330747"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}