{"id":330793,"date":"2026-08-13T05:03:09","date_gmt":"2026-08-13T05:03:09","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/330793\/"},"modified":"2026-08-13T05:03:09","modified_gmt":"2026-08-13T05:03:09","slug":"phishing-wellen-cyberangriffe-auf-it-dienstleister-fuer-hotels","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/330793\/","title":{"rendered":"Phishing-Wellen: Cyberangriffe auf IT-Dienstleister f\u00fcr Hotels"},"content":{"rendered":"<p>              Phishing-Wellen: Cyberangriffe auf IT-Dienstleister f\u00fcr Hotels<\/p>\n<p>Mitten in der Ferienzeit h\u00e4ufen sich erfolgreiche Angriffe auf IT-Dienstleister der Hotelbranche. G\u00e4ste erhalten derzeit vermehrt t\u00e4uschend echt wirkende <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/thema\/Phishing\" rel=\"external noopener nofollow\" target=\"_blank\">Phishing-Nachrichten<\/a>, die sie zu Zahlungen oder zur Preisgabe von Kreditkartendaten dr\u00e4ngen. <\/p>\n<p>        Weiterlesen nach der Anzeige<\/p>\n<p>Einer der aktuellen F\u00e4lle betrifft den \u00f6sterreichischen IT-Dienstleister Seekda. Nach einem Phishing-Angriff informiert Seekda erste Betroffene \u00fcber ungew\u00f6hnliche Zugriffsmuster auf seine Systeme. Das genaue Ausma\u00df des Sicherheitsvorfalls sei bisher nicht abschlie\u00dfend ersichtlich. Seekda bietet Hotels Software f\u00fcr die Verwaltung von Buchungen, Vertriebskan\u00e4len und weiteren Hotelprozessen an.<\/p>\n<p>G\u00e4ste verschiedener Hotels erhalten indes t\u00e4uschend echt wirkende Nachrichten von unterschiedlichen Accounts der Kriminellen. Infolge einer Anfrage teilt Seekda in einer automatisierten Eingangsbest\u00e4tigung mit: \u201eAufgrund einer aktuellen Phishing-Welle ist unser Team derzeit ausschlie\u00dflich mit der Bearbeitung der betroffenen F\u00e4lle besch\u00e4ftigt. Wir bitten Sie daher, in dieser Zeit von anderen Anfragen abzusehen, damit wir uns auf die Sicherheitsvorf\u00e4lle konzentrieren k\u00f6nnen\u201c, um das Ticketaufkommen nicht weiter zu erh\u00f6hen. Bei betroffene Kunden melde sich das Unternehmen \u201eumgehend zur\u00fcck\u201c. Erste Hotels haben gegen\u00fcber heise online bereits best\u00e4tigt, vermehrt mit Phishing-Vorf\u00e4llen zu tun zu haben.<\/p>\n<p>Kriminelle nutzen aktuelle Reservierungsdaten <\/p>\n<p>Eine Hotelkundin wandte sich an ihr Hotel, nachdem sie per WhatsApp von einem vermeintlichen Booking.com-Mitarbeiter die Aufforderung erhalten hatte, sie solle ihre Buchung innerhalb von zw\u00f6lf Stunden best\u00e4tigen, obwohl der Aufenthalt bereits vollst\u00e4ndig bezahlt war. Zur angeblichen Best\u00e4tigung sollte sie \u00fcber einen Link erneut Kreditkartendaten einschlie\u00dflich des Kartenpr\u00fcfcodes CVV eingeben.<\/p>\n<p>      <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/imgs\/18\/5\/1\/4\/5\/8\/4\/4\/bild-786da75fe225f315.jpg\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><\/p>\n<p>  <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" alt=\"Phishing-Nachricht\" height=\"1258\" src=\"data:image\/svg+xml,%3Csvg xmlns='http:\/\/www.w3.org\/2000\/svg' width='696px' height='391px' viewBox='0 0 696 391'%3E%3Crect x='0' y='0' width='696' height='391' fill='%23f2f2f2'%3E%3C\/rect%3E%3C\/svg%3E\" style=\"aspect-ratio: 708 \/ 1258; object-fit: cover;\" width=\"708\"\/><\/p>\n<p>      <\/a><\/p>\n<p>Phishing-Nachricht \u00fcber WhatsApp<\/p>\n<p>Auff\u00e4llig ist, dass die Kriminellen nicht nur den Namen des gebuchten Hotels, sondern auch zutreffende An- und Abreisedaten kennen. Die Kriminellen drohen mit einer Stornierung, sofern die Kunden die Buchung nicht best\u00e4tigen. Auff\u00e4llig ist, dass sich die Formulierungen und die Account-Namen der verschiedenen Phishing-Nachrichten unterscheiden \u2013 trotz gleicher Ziele. Die Angreifer verwenden Domains, die einen Bezug zu Hotelreservierungen suggerieren, etwa bookcheckarrival-gueststayhotel.com. Ein Krimineller kontaktierte eine Kundin \u00fcber eine Telefonnummer mit der Vorwahl des Vereinigten K\u00f6nigreichs und nannte seinen Account\u201eTotal Acces\u201c, nutzt allerdings ein Bild, auf dem eine Frau zu sehen ist, die wie eine freundliche Hotelmitarbeiterin aussieht. Ein anderer Account mit indischer L\u00e4ndervorwahl nutzt den Namen \u201eBombae\u201c. <\/p>\n<p>Zwar wirken die Accounts selbst weniger authentisch, dass die T\u00e4ter offenbar individuelle Reisedaten kennen, erh\u00f6ht die Glaubw\u00fcrdigkeit der Betrugsversuche jedoch. Ob die Kriminellen dabei auf Buchungs- oder Kontaktdaten aus Systemen betroffener Hotels zugreifen konnten und welche Daten ihnen im Einzelnen vorliegen, ist bislang nicht gekl\u00e4rt.<\/p>\n<p>Wie viele Hotels betroffen sind, ist unklar<\/p>\n<p>        Weiterlesen nach der Anzeige<\/p>\n<p>Der Dienstleister teilte betroffenen Hotels mit, der Vorfall werde mit \u201eh\u00f6chster Priorit\u00e4t\u201c untersucht. Wie viele Hotels konkret betroffen sind, ist derzeit noch unklar. Ebenfalls offen ist, wann und auf welchem Weg die Angreifer Zugriff auf m\u00f6gliche Buchungs- und Kontaktdaten erhalten haben. Welche Daten genau betroffen sind und wie viele G\u00e4ste die Kriminellen bereits kontaktiert haben, ist ebenfalls nicht bekannt.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.dehoga-nordrhein.de\/brancheninfos\/presse\/presseinformationen\/news\/detail\/warnung-vermehrte-phishing-angriffe-auf-hotelgaeste\/\" rel=\"external noopener nofollow\" target=\"_blank\">Zeitgleich warnt auch der Hotel- und Gastst\u00e4ttenverband DEHOGA Nordrhein<\/a> vor vermehrten Phishing- und Betrugsversuchen gegen Hotelg\u00e4ste. Dem Verband zufolge erhalten Betroffene derzeit \u201et\u00e4uschend echt wirkende Nachrichten per WhatsApp, SMS oder E-Mail\u201c. Darin w\u00fcrden sie zu kurzfristigen Zahlungen, zur Eingabe von Zahlungs- oder Kreditkartendaten oder zur Best\u00e4tigung einer Buchung \u00fcber einen Link aufgefordert. Teilweise drohen die T\u00e4ter mit einer Stornierung. Besonders problematisch sei, dass die Nachrichten teils korrekte Buchungsdaten wie Namen, Hotel, Reisezeitraum oder Reservierungsdetails enthalten.<\/p>\n<p>Der Verband nennt als m\u00f6gliche Ursachen unterschiedliche Angriffsszenarien. Dazu z\u00e4hlen kompromittierte Konten einzelner Unterk\u00fcnfte, Sicherheitsvorf\u00e4lle bei Booking.com sowie m\u00f6gliche Kompromittierungen von Drittanbietersystemen. Dazu geh\u00f6ren etwa Property-Management-Systeme, Channel-Manager, CRM-Systeme und weitere Software, die Buchungsdaten verarbeitet.<\/p>\n<p>Auch ibelsa meldete Datenabfluss<\/p>\n<p>Ein weiterer Sicherheitsvorfall in der Branche wurde beim Hotelsoftwareanbieter ibelsa bekannt. <a href=\"https:\/\/www.ibelsa.com\/ibelsa-blog\/offizielle-meldung-sicherheitsvorfall\/\" rel=\"external noopener nofollow\" target=\"_blank\">Das Unternehmen erkl\u00e4rte<\/a>, am 25. Juli 2026 habe es einen nicht autorisierten Zugriff auf seine Systeme gegeben. Nach dem damaligen Ermittlungsstand seien personenbezogene Daten von Hotelgesch\u00e4ftspartnern sowie von deren G\u00e4sten abgeflossen. Zahlungsdaten seien nach Angaben von ibelsa hingegen nicht betroffen.<\/p>\n<p>ibelsa warnte ausdr\u00fccklich, die erlangten Daten k\u00f6nnten f\u00fcr betr\u00fcgerische Kontaktaufnahmen unter Bezug auf tats\u00e4chliche Buchungen genutzt werden. Das Unternehmen erkl\u00e4rte au\u00dferdem, den Vorfall dem Unabh\u00e4ngigen Datenschutzzentrum Saarland gemeldet und bei der saarl\u00e4ndischen Polizei Strafanzeige erstattet zu haben. <\/p>\n<p>Wiederkehrendes Problem in der Hotelbranche<\/p>\n<p>Die gesamte digitale Verarbeitungskette der Hotellerie ist f\u00fcr Kriminelle interessant \u2013 von Buchungsplattformen \u00fcber Schnittstellen und Hotelsoftware bis zu einzelnen Hotelkonten. Nicht jeder Phishing-Vorfall l\u00e4sst sich jedoch unmittelbar und zweifelsfrei einer bestimmten Ursache, einem kompromittierten Zugang oder einem einzelnen Dienstleister zuordnen. \u00c4hnliche Phishing-Wellen trafen zuvor auch <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/news\/Best-Western-Hotels-warnt-vor-Phishing-Attacken-11188923.html\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Best Western Hotels<\/a> sowie <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/news\/Best-Western-Hotels-Weltweite-Cyberangriffe-auf-touristische-Buchungssysteme-11205460.html\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">weitere touristische Buchungssysteme weltweit<\/a>.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.heise.de\/news\/Ungeklaerte-Phishing-Vorfaelle-rund-um-Booking-com-10439567.html\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Bereits im Juni 2025 wurde eine Serie von Phishing-Vorf\u00e4llen im Umfeld von Booking.com und Hotels in S\u00fcdtirol publik<\/a>. Dabei erhielten G\u00e4ste Nachrichten, die den Eindruck erweckten, sie stammten von ihrer Unterkunft oder aus dem Booking.com-Umfeld. Die Ursachen der Vorf\u00e4lle lie\u00dfen sich damals nicht eindeutig zuordnen.<\/p>\n<p>Betroffene und Dienstleister pr\u00fcften unter anderem kompromittierte Booking.com-Zug\u00e4nge, m\u00f6gliche Datenabfragen sowie Systeme technischer Partner. Ein zentraler unbefugter Zugriff auf ein Sammelkonto konnte nach damaligem Stand ausgeschlossen werden. Woher die Angreifer die verwendeten Gastadressen und Buchungsinformationen im Einzelfall hatten, blieb jedoch zun\u00e4chst offen. Auch Booking.com erkl\u00e4rte seinerzeit, einzelne Unterkunftspartner seien durch \u00fcberzeugende Phishing-Mails kompromittiert worden; dadurch h\u00e4tten Kriminelle teilweise Zugriff auf Konten der Unterk\u00fcnfte erhalten und sich gegen\u00fcber G\u00e4sten als Hotel ausgeben k\u00f6nnen. Im April 2026 r\u00e4umte Booking.com dann <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/news\/Booking-com-Unbefugte-Zugriffe-von-Kriminellen-entdeckt-11256689.html\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">unbefugte Fremdzugriffe auf Buchungsinformationen<\/a> ein und informierte betroffene Kunden mit neuen Sicherheits-PINs.<\/p>\n<p>G\u00e4ste sollten keine Zahlungslinks aus Nachrichten \u00f6ffnen<\/p>\n<p>G\u00e4ste sollten Aufforderungen zur erneuten Eingabe von Zahlungs- oder Kreditkartendaten grunds\u00e4tzlich kritisch pr\u00fcfen, insbesondere wenn die Buchung bereits bezahlt ist oder die Kontaktaufnahme \u00fcber einen bislang nicht genutzten Kanal wie WhatsApp erfolgt. Auch bei <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/news\/Phishing-Bluesky-die-AOKen-und-Verbraucherschuetzer-warnen-vor-Betruegern-11081526.html\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Booking, PayPal und anderen Plattformen<\/a> nutzen Betr\u00fcger dieselbe Methode: Sie versenden t\u00e4uschend echte Nachrichten mit echten Kundendaten, um an Zahlungsinformationen zu gelangen. Sie sollten keine Links aus unerwarteten Nachrichten \u00f6ffnen und keine Kreditkarten-, CVV- oder sonstigen Zahlungsdaten in Formulare eintragen, die \u00fcber solche Links erreichbar sind. Stattdessen sollten sie das Hotel ausschlie\u00dflich \u00fcber eine bekannte Telefonnummer oder die offizielle Website kontaktieren \u2013 nicht \u00fcber Kontaktdaten aus der Nachricht.<\/p>\n<p>Wer bereits Kartendaten eingegeben hat, sollte unverz\u00fcglich die kartenausgebende Bank kontaktieren, die Karte gegebenenfalls sperren lassen und die Ums\u00e4tze kontrollieren. Verd\u00e4chtige Nachrichten, Screenshots sowie Absenderadressen und Rufnummern sollten Betroffene sichern.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.datenschutz-mv.de\/datenschutz\/publikationen\/Cyberangriff_Hotel_DL\/\" rel=\"external noopener nofollow\" target=\"_blank\">Der Landesbeauftragte f\u00fcr Datenschutz und Informationsfreiheit Mecklenburg-Vorpommern<\/a>, Sebastian Schmidt, warnt ebenfalls vor Phishing nach einem Cyberangriff auf einen Anbieter von Hoteldatenbanken. Der Beh\u00f6rde zufolge gingen zuletzt vermehrt Datenpannenmeldungen von Hotels ein, die eine bundesweit verbreitete Buchungsdatenbank einsetzen. Nach dem dortigen Kenntnisstand flossen komplette Hoteldatenbanken ab, darunter Namen, Adressdaten und weitere buchungsrelevante Informationen von G\u00e4sten. Erste Phishing-Versuche mit diesen Daten seien bereits bekannt.<\/p>\n<p>G\u00e4ste sollten laut Schmidt niemals Geld aufgrund einer Nachricht \u00fcberweisen, deren Echtheit sie nicht zweifelsfrei pr\u00fcfen k\u00f6nnen. In der Regel liegen dem Hotel nach der Buchung bereits alle erforderlichen Daten vor. Wer bereits Daten an Dritte weitergegeben hat, kann sich unter anderem an seine Bank oder die Polizei wenden.<\/p>\n<p>Hotels als datenschutzrechtlich Verantwortliche m\u00fcssen den Vorfall zudem der zust\u00e4ndigen Aufsichtsbeh\u00f6rde melden und betroffene G\u00e4ste informieren. Die Datenschutzbeh\u00f6rde empfiehlt Betrieben au\u00dferdem, s\u00e4mtliche Passw\u00f6rter von Benutzerkonten rund um die betroffene Datenbank zu \u00e4ndern, angebundene Systeme und Protokolle auf ungew\u00f6hnliche Zugriffe zu pr\u00fcfen, Backups zu kontrollieren, Zwei-Faktor-Authentifizierung einzurichten und Mitarbeitende f\u00fcr Phishing zu sensibilisieren.<\/p>\n<p>        Lesen Sie auchMehr anzeigenWeniger anzeigen<\/p>\n<p>(<a class=\"redakteurskuerzel__link\" href=\"https:\/\/www.heise.de\/news\/mailto:mack@heise.de\" title=\"Marie-Claire Koch\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">mack<\/a>)<\/p>\n<p>\n      Dieser Link ist leider nicht mehr g\u00fcltig.\n    <\/p>\n<p>Links zu verschenkten Artikeln werden ung\u00fcltig,<br \/>\n      wenn diese \u00e4lter als 7\u00a0Tage sind oder zu oft aufgerufen wurden.\n    <\/p>\n<p>Sie ben\u00f6tigen ein heise+ Paket, um diesen Artikel zu lesen. 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