{"id":333542,"date":"2026-08-14T11:32:07","date_gmt":"2026-08-14T11:32:07","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/333542\/"},"modified":"2026-08-14T11:32:07","modified_gmt":"2026-08-14T11:32:07","slug":"weniger-allergien-bei-bauernhof-kindern-forscher-finden-ursache-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/333542\/","title":{"rendered":"Weniger Allergien bei Bauernhof-Kindern: Forscher finden Ursache"},"content":{"rendered":"<p>In Bayern hat etwa jedes vierte Kind Asthma, <a href=\"https:\/\/www.br.de\/nachrichten\/wissen\/pollenallergie-darum-verschaerft-der-klimawandel-heuschnupfen,VEJe7gr\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Heuschnupfen<\/a>, Neurodermitis oder eine andere Allergie. Doch die Kinder vom Hartlhof in Olching bei M\u00fcnchen haben damit kein Problem, ihre Mutter Sabine Hartl ist froh, dass niemand in der Familie \u00fcberempfindlich auf Pollen oder Tierhaare reagiert. Die Kinder sind oft im Kuhstall, f\u00fcttern Hasen und die Pferde der Familie. <\/p>\n<p>Wie dieser sogenannte Bauernhofeffekt vor Allergien sch\u00fctzt, erforschen Allergieexpertinnen und Epidemiologen in M\u00fcnchen seit Jahrzehnten. Jetzt konnte eine Forschungsgruppe des M\u00fcnchner Helmholtz-Instituts f\u00fcr Asthma- und Allergiepr\u00e4vention und der von Haunerschen Kinderklinik der LMU M\u00fcnchen <a href=\"https:\/\/evidence.nejm.org\/doi\/full\/10.1056\/EVIDoa2500271\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">erstmals zeigen<\/a> (externer Link), wieso das Risiko f\u00fcr Allergien sinkt, wenn Kinder auf Bauernh\u00f6fen aufwachsen und dabei im Kuhstall spielen oder helfen. <\/p>\n<p>Erfolgreiche Suche nach der &#8222;Nadel im Heuhaufen&#8220; gegen Allergien<\/p>\n<p>&#8222;Wir haben Staubproben aus dem Kuhstall untersucht, zun\u00e4chst auf DNA\u2011Spuren, und ermittelt, zu welchen Bakterien sie passen k\u00f6nnten. Danach haben wir schrittweise \u00fcberpr\u00fcft: Wenn wir einzelne Bakterien ausschlie\u00dfen, finden wir dann weiter den Bauernhofeffekt?&#8220; <\/p>\n<p>So erkl\u00e4rt Markus Ege vom Institut f\u00fcr Asthma- und Allergiepr\u00e4vention am Helmholtz-Zentrum M\u00fcnchen die Detektivarbeit des Teams. Mithilfe der Bioinformatik konnten die entscheidenden Bakterien-Spezies gefunden werden. Giulia Pagani hat die Modelle entwickelt und erkl\u00e4rt, warum das Ergebnis so \u00fcberraschend war: &#8222;Wir haben sehr wenige Bakterien identifiziert, die wir jetzt genau benennen k\u00f6nnen, und die, anders als erwartet, keine giftigen Bestandteile haben.&#8220;<\/p>\n<p>Viele Bakterien k\u00f6nnen durch solche Giftstoffe allergische Reaktionen ausl\u00f6sen. Darauf hatte sich bislang die Forschung konzentriert. &#8222;Das neue Ergebnis \u00e4ndert den Fokus&#8220;, erkl\u00e4rt Allergieexperte Ege. F\u00fcr die Entwicklung von k\u00fcnftigen Arzneistoffen f\u00fcr die Allergiepr\u00e4vention sind die Stoffwechselprodukte vielversprechend. Das sollen weitere Studien im Labor zeigen. <\/p>\n<p>\u00dcberraschendes Ergebnis: Bakterien der Kuh sind die Ursache<\/p>\n<p>F\u00fcr die neue Studien nutzte das Team Daten einer alten Studie. Vor rund zwanzig Jahren haben Allergieforscher in M\u00fcnchen und Europa bei \u00fcber 1.000 Schulkindern Nasenabstriche abgenommen. Bei 47 Kindern wurden Staubproben von Matratze und aus dem heimischen Kuhstall gesammelt. Die <a href=\"https:\/\/cordis.europa.eu\/project\/id\/211250\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Studie<\/a> (externer Link) zeigte damals: Kinder vom Hof hatten nur etwa halb so oft Heuschnupfen, Asthma und Neurodermitis wie Gleichaltrige aus der Stadt. <\/p>\n<p>Mit umfassenden Genanalysen, sogenannten &#8222;Metagenomics&#8220;, und Computermodellen gelang es dem Team, den Weg von der Kuh zum Mensch nachzuverfolgen: Im Darm der Kuh bilden zwei Arten von Bakterien Stoffwechselprodukte, die in die Stallluft gelangen. Beim Einatmen reagieren Immunrezeptoren der Lungenzellen. Sie verhindern eine Entz\u00fcndung der Atemwege, die bei  Allergien daf\u00fcr sorgt, dass die Schleimhaut anschwillt und Symptome wie Husten ausl\u00f6st. Die Studienergebnisse erkl\u00e4ren den Gro\u00dfteil des sch\u00fctzenden Bauernhofeffekts f\u00fcr Asthma und teilweise auch f\u00fcr Heuschnupfen und Neurodermitis.<\/p>\n<p>Pr\u00e4vention f\u00fcr allergisches Asthma in den ersten Lebensjahren sinnvoll<\/p>\n<p>Die individuelle Anf\u00e4lligkeit f\u00fcr Allergien  ist auch genetisch bedingt &#8211; aber ob und wie stark sich trotz Veranlagung Heuschnupfen oder Asthma  tats\u00e4chlich entwickeln, beeinflusst auch der Lebensstil. Beispielsweise tr\u00e4gt schon in der Schwangerschaft und fr\u00fchen Kindheit eine vielseitige gesunde Ern\u00e4hrung zu einer gesunden Darmflora bei.<\/p>\n<p>Viel drau\u00dfen sein, Bewegung und eine Ern\u00e4hrung mit viel Obst und Gem\u00fcse helfen, das Immunsystem von Anfang an zu st\u00e4rken. Denn f\u00fcr das Immunsystem und die Allergieneigung spielt das Mikrobiom eine Schl\u00fcsselrolle. Das ist die Vielzahl von Bakterien, Pilzen, Viren und anderen Mikroben, die Haut, Schleimh\u00e4ute und den Darm besiedeln. Wachsen Kinder in einer zu sauberen Umgebung auf, verhindert das eine gesunde Pr\u00e4gung des Immunsystems. Im Kuhstall kommen Kinder mit einer Vielzahl unterschiedlicher Mikroben in Kontakt. Gleichzeitig leben Kinder auch auf dem Land anders als fr\u00fcher, sind seltener im Stall und st\u00e4rker Luftschadstoffen und den l\u00e4ngeren Pollensaisons ausgesetzt. Deshalb braucht es neue Wege, um Allergien fr\u00fchzeitig vorzubeugen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"In Bayern hat etwa jedes vierte Kind Asthma, Heuschnupfen, Neurodermitis oder eine andere Allergie. 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