{"id":335271,"date":"2026-08-15T08:05:16","date_gmt":"2026-08-15T08:05:16","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/335271\/"},"modified":"2026-08-15T08:05:16","modified_gmt":"2026-08-15T08:05:16","slug":"serien-tipps-des-monats-guilty-pleasure-klar-aber-mit-gesellschaftlicher-relevanz","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/335271\/","title":{"rendered":"Serien-Tipps des Monats: \u201eGuilty pleasure\u201c, klar, aber mit gesellschaftlicher Relevanz"},"content":{"rendered":"<p>Die israelische Spionageserie \u201eTeheran\u201c erkl\u00e4rt erstaunlich aktuell, wie es im Iran zugeht, \u201eBombing of Pan Am 103\u201c rekonstruiert das Lockerbie-Desaster, \u201eYou &amp; Me\u201c erz\u00e4hlt tiefgr\u00fcndig von Trauer und Liebe. Unsere Streaming-Highlights des Monats.<\/p>\n<p>\u201eTeheran\u201c<\/p>\n<p class=\"is-first-paragraph\" data-external=\"Article.FirstParagraph\">Wer die Eskalation des Konflikts zwischen Israel und Iran besser verstehen m\u00f6chte, findet in der israelischen Spionageserie \u201eTeheran\u201c packendes Anschauungsmaterial. Vor allem die erste Staffel hat es in sich und kann sich mit gro\u00dfen US-Produktionen messen: Sie begleitet die junge Mossad-Agentin und Hackerin Tamar Rabinyan (Niv Sultan), die unter falscher Identit\u00e4t in die iranische Hauptstadt eingeschleust wird. Ihr Auftrag: die iranische Luftabwehr sabotieren und so einen israelischen Angriff auf eine Atomanlage erm\u00f6glichen. Als die Mission scheitert, beginnt ein nervenaufreibendes Katz-und-Maus-Spiel mit den Sicherheitskr\u00e4ften der Revolutionsgarde. Die Serie ist bereits im Sommer 2020 angelaufen, wirkt aber erstaunlich aktuell, weil sie viele Themen aufgreift und dramatisiert, die den realen Konflikt seit Jahren pr\u00e4gen: Geheimdienstoperationen, Cyberangriffe, das iranische Atomprogramm und die Lebensrealit\u00e4t einer Gesellschaft zwischen brutaler Unterdr\u00fcckung und Widerstand. Die Serie vermeidet simple Schwarz-Wei\u00df-Zeichnungen, wird dadurch zu einem \u201eGuilty Pleasure\u201c mit geopolitischer Relevanz. Heiko Zwirner<\/p>\n<p>Im Streaming auf Apple TV+<\/p>\n<p>\u201eThe Bombing of Pan Am 103\u201c<\/p>\n<p>Die Achtziger waren wohl das letzte Jahrzehnt der Unbefangenheit im Flugverkehr. Passagiere bis ans Gate begleiten? F\u00fcr Angeh\u00f6rige kein Problem. Fl\u00fcssigkeiten nur im 1-Liter-Beutel? Unbekannt. Am 21. Dezember 1988 endete diese Unbefangenheit abrupt. Pan-Am-Flug 103, auf dem Weg von London nach New York, explodierte \u00fcber dem schottischen Dorf Lockerbie. 270 Tote. Die sechsteilige BBC-Miniserie \u201eThe Bombing of Pan Am 103\u201c, nun auf Netflix, rekonstruiert die Ermittlungen. Autor Jonathan Lee setzt weder auf Action- noch auf Katastrophenbilder, sondern auf die m\u00fchsame Zusammenarbeit des schottischen Polizisten Ed McCusker (Connor Swindells) und des FBI-Agenten Dick Marquise (Patrick J. Adams). <\/p>\n<p>Zwei Beh\u00f6rden, zwei Mentalit\u00e4ten, ein Ziel: die Auftraggeber finden. Auff\u00e4llig ist, wie konsequent die Serie ihre Achtziger-\u00c4sthetik nicht als Nostalgie ausstellt, sondern als historische Oberfl\u00e4che nutzt. Kaltes Neonlicht in Flughafeng\u00e4ngen, schwere Wollm\u00e4ntel, Aktenordner, R\u00f6hrenmonitore. Eine analoge Welt kurz vor dem Kipppunkt. Das Setting macht sichtbar, wie anders Ermittlungen funktionierten, bevor globale Sicherheitsroutinen selbstverst\u00e4ndlich wurden. Ihre st\u00e4rksten Momente hat die Serie jedoch dort, wo sie sich von der Ermittlungsarbeit l\u00f6st. Wenn es menschlich wird. Das Durchhalten trotz einzelner L\u00e4ngen wird belohnt. Versprochen. Caroline B\u00f6rger<\/p>\n<p>Im Streaming auf Netflix<\/p>\n<p>\u201eYou &amp; Me\u201c<\/p>\n<p>Selten hat ein Beziehungsdrama so viel Tiefgang wie die britische Miniserie \u201eYou &amp; Me\u201c, die gerade in der Arte-Mediathek zu sehen ist: Ben (Harry Lawtey) und Jess (Sophia Brown) merken schon nach kurzer Zeit, dass die zuf\u00e4llige Begegnung in einem Londoner Doppeldecker der Beginn einer echten Beziehung sein k\u00f6nnte. Sie verlieben sich Hals \u00fcber Kopf, und als Jess mit Zwillingen schwanger wird, ist ihr Gl\u00fcck perfekt. Doch das Schicksal schl\u00e4gt direkt nach der Geburt der Kinder zu. Ein Auto f\u00e4hrt in das Taxi, mit dem die junge Mutter nach der Entlassung aus dem Krankenhaus gemeinsam mit den Neugeborenen nach Hause f\u00e4hrt. Das kleine M\u00e4dchen und der Junge \u00fcberleben. Jess stirbt. Ben, der als Journalist arbeitet, k\u00e4mpft sich mithilfe seiner Mutter als alleinerziehender Vater durchs Leben. Die Kinder geben ihm viel. Die Wunde aber, die der schwere Verlust geschlagen hat, kann \u00fcber viele Jahre nicht heilen. Bis er bei einem Interview der Schauspielerin Emma (Jessica Barden) begegnet, die ihre eigene tragische Geschichte hat. \u201eYou &amp; Me\u201c erz\u00e4hlt einf\u00fchlsam von Trauer und Neuanfang, von Zweifeln, Schuldgef\u00fchlen und der Frage, ob es auch nach einem tiefen Schmerz eine neue Chance auf Gl\u00fcck geben kann. Claudia Becker<\/p>\n<p>Streamen in der Arte-Mediathek<\/p>\n<p>\u201eFive Bedrooms\u201c <\/p>\n<p>Eine WG der besonderen Art: Am feucht-fr\u00f6hlich-verzweifelten Single-Tisch auf einer Hochzeit entsteht die Idee, zu f\u00fcnft gemeinsam ein Haus zu kaufen \u2013 f\u00fcr jeden Einzelnen die Chance, endlich Immobilienbesitzer zu werden. Handwerker Ben lebt gerade in einem Wohnwagen, Hotshot-Anw\u00e4ltin Liz musste nach ihrer Scheidung aus dem ehelichen Haus ausziehen, ihr bester Freund Harry, ein Arzt, wohnt noch bei seiner Mutter, Maklerin Ainsley in einer Granny Unit im Garten ihrer Vermieterin. Und ihr Kollege und On-off-Geliebter Lachlan wurde gerade von seiner Frau rausgeschmissen. Aus der Idee wird tats\u00e4chlich ein Plan, der in die Tat umgesetzt wird, und aus den f\u00fcnf eigenwilligen Singles wird, teilweise etwas widerstrebend, eine Gemeinschaft von Freunden. Lachlan fliegt schnell raus, und statt ihm zieht Ainsleys Vermieterin ein, die herbe Heather, Altenpflegerin, die nach rund 25 Jahren Ehe einfach m\u00fcde ist \u2013 ihres Mannes und ihrer erwachsenen, immer noch zu Hause lebenden S\u00f6hne. Was erst einmal nach etwas holzschnittartiger Charakterzeichnung klingt \u2013 muskul\u00f6ser Handwerker, zickige Karrierefrau, schwuler Arzt \u2013, entfaltet schnell mehr Tiefe und Facettenreichtum. Die australische Serie hat viel Witz, W\u00e4rme und Charme und eignet sich hervorragend zum Binge-Watching. Annemarie Ballschmiter<\/p>\n<p>Streamen in der Arte-Mediathek<\/p>\n<p>In unserem Newsletter, der jeden Freitag erscheint, bekommen Sie die Tipps als allererstes. Hier geht\u2019s zur Anmeldung:<\/p>\n<p>ball, cb, clb, hz<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Die israelische Spionageserie \u201eTeheran\u201c erkl\u00e4rt erstaunlich aktuell, wie es im Iran zugeht, \u201eBombing of Pan Am 103\u201c rekonstruiert&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":335272,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":"","_share_on_mastodon":"0"},"categories":[25],"tags":[4638,11168,46,42,147,86297,835,44,4463,156,155,210,148],"class_list":["post-335271","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","category-serien","tag-amazon","tag-arte","tag-at","tag-austria","tag-entertainment","tag-fernsehserien-ks","tag-netflix","tag-oesterreich","tag-parkraum-inbox","tag-serien","tag-series","tag-texttospeech","tag-unterhaltung"],"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@at\/117098494385328919","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/335271","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=335271"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/335271\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/media\/335272"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=335271"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=335271"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=335271"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}