{"id":33650,"date":"2026-03-09T01:23:10","date_gmt":"2026-03-09T01:23:10","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/33650\/"},"modified":"2026-03-09T01:23:10","modified_gmt":"2026-03-09T01:23:10","slug":"magdeburg-neue-ausstellung-zu-grace-weaver-in-der-tradition-von-picasso-und-matisse","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/33650\/","title":{"rendered":"Magdeburg: Neue Ausstellung zu Grace Weaver in der Tradition von Picasso und Matisse"},"content":{"rendered":"<p class=\"text\">\nBunte Blumenstr\u00e4u\u00dfe und eigenwillige Frauenfiguren hat die K\u00fcnstlerin Grace Weaver auf riesige Leinw\u00e4nde gebracht. So ist man allein durch die schiere Gr\u00f6\u00dfe \u00fcberw\u00e4ltigt, wenn man die R\u00e4ume im Kunstmuseum Magdeburg durchschreitet, zudem die bis zu vier Meter breiten Gem\u00e4lde eine eher unerwartete fig\u00fcrliche Malerei zeigen: ohne Details oder Hintergrund, vielmehr gepr\u00e4gt durch Linien und einen malerischen Gestus.\n<\/p>\n<p class=\"text\">\nF\u00fcr Museumsleiterin Annegret Laabs\u00a0zeigen die Blumenstr\u00e4u\u00dfe den Beginn von Grace Weavers Auseinandersetzung mit einer neuen Art und Weise der Malerei. Auf den Bildern sei nichts zu sehen au\u00dfer das Wesentliche: &#8222;Genau das ist, was sie an der Malerei interessiert, dieser Knackpunkt: Was muss ich alles weglassen und was brauche ich, um zu erkennen, dass es doch mit einer gro\u00dfen Emotion gemalt ist?&#8220;\n<\/p>\n<p><a name=\"I\">I<\/a>n Tradition von Picasso und Matisse<\/p>\n<p class=\"text\">\nNoch deutlicher wird das bei den Frauenfiguren, die die US-Amerikanerin mit wenigen Pinselstrichen als Konturen auf die Leinwand bringt. Mit den weichen Rundungen und den verdrehten K\u00f6pfen oder Gesichtern erinnern sie an Pablo Picasso und Henry Matisse, sind aber in ihrer Art ganz anders \u2013 allein durch die Gr\u00f6\u00dfe und Arbeitsweise, sagt Laabs. Weaver schaffe es, Merkmale der Arbeiten dieser Meister durch Malerei ins gro\u00dfe Format zu \u00fcbertragen: &#8222;Nicht abzumalen, nicht nah zu bleiben an dem, was da ist, sondern eine ganz neue Entwicklung zu zeigen, einen neuen Schwung.&#8220;\n<\/p>\n<p class=\"text\">\nStatt mit Tusche auf Papier bringt Weaver mit riesigen Pinseln in weiten Schw\u00fcngen Acrylfarbe auf die \u00fcberlebensgro\u00dfen Leinw\u00e4nde. Eine Arbeitsweise, die nicht nur Kraft braucht, sondern vor allem Konzentration und Vorbereitung. Denn sie muss genau wissen, wie die Figur aussehen soll. Korrekturen sind kaum m\u00f6glich. &#8222;Sie geht mit diesem Pinsel in gro\u00dfen Schw\u00fcngen vom Kopf \u00fcber den Hals, \u00fcber die Schultern bis in die Taille, bis zum Ges\u00e4\u00df ihrer Figuren&#8220;, beschreibt die Museumsleiterin Weavers Arbeitsprozess. &#8222;Man merkt, dass die Bilder in ihrem Kopf sind.&#8220;\n<\/p>\n<p><a name=\"F\">F<\/a>rauenbilder gepr\u00e4gt durch den Female Gaze<\/p>\n<p class=\"text\">\nUm dieses Vorstellungsverm\u00f6gen zu erreichen, hat Weaver immer wieder den weiblichen K\u00f6rper studiert. Sie zeichne viel, mache Naturstudien und besuche die Antikensammlungen der Museen, erz\u00e4hlt sie selbst in einem Video. Gerade die Gesten der Frauen, die sich \u00fcber die Jahrhunderte tradiert haben, seien f\u00fcr sie faszinierend: &#8222;Ich schaue mir archaische griechische Skulpturen an und sehe diese Gesten, eine Frau, die trauert, mit den H\u00e4nden auf der Brust oder am Kopf&#8220;, erkl\u00e4rt die K\u00fcnstlerin. &#8222;Das sind Gesten, die wir auch heute noch nutzen.&#8220;\n<\/p>\n<p class=\"text\">Wir bekommen nur so viel, dass wir unsere eigenen Gedanken spielen lassen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Annegret Laabs<br \/>\nKunstmuseum Magdeburg<\/p>\n<p class=\"text\">\nDie Frauenfiguren, die die 38-J\u00e4hrige auf die Leinwand bringt, sind jedoch anders konnotiert. Denn obwohl sie immer einen besonderen, zentralen Platz in der Kunstgeschichte eingenommen haben, waren Frauenfiguren auch immer vom m\u00e4nnlichen Blick dominiert. Die meisten Darstellungen von Frauen in der Geschichte der Menschheit seien wohl von M\u00e4nnern geschaffen, so Weaver: &#8222;Es gibt also einen sehr voyeuristischen Blick auf die Figur, der interessant ist. Aber ich glaube, dass ich etwas anderes beitragen kann, weil ich eine empathische Verbindung zu der Frauenfigur habe.&#8220;\n<\/p>\n<p class=\"text\">\nEine empathische Verbindung, in der Museumsleiterin Laabs sowohl das Wesentliche als auch das Neue in Weavers Malerei sieht: &#8222;Das Neue an den Werken von Grace Weaver ist tats\u00e4chlich die \u00dcberf\u00fchrung der Malerei in die Zeichnung und die der Zeichnung in die Malerei.&#8220;\n<\/p>\n<p class=\"text\">\nDamit schaffe die K\u00fcnstlerin eine v\u00f6llig neue Idee der Fig\u00fcrlichkeit in die Malerei des 21. Jahrhunderts. &#8222;Wir kriegen nicht etwas vorgegeben bis ins letzte Detail, sondern bekommen nur so viel, dass wir unsere eigenen Gedanken spielen lassen k\u00f6nnen.&#8220; Das mache Weavers Arbeiten gro\u00dfartig.\n<\/p>\n<p><a name=\"M\">M<\/a>useum in Magdeburg sichert sich Weavers Ausstellung<\/p>\n<p class=\"text\">\nSo war es sicher clever, die bisher eher unbekannte K\u00fcnstlerin einzuladen, ihre Werke im Kunstmuseum zu zeigen. Denn wenn sich erst die gro\u00dfen Museen f\u00fcr sie interessieren \u2013 und das St\u00e4del in Frankfurt hat bereits ein Bild angekauft \u2013 wird Magdeburg kaum mehr eine Chance haben, sie auszustellen. Und Grace Weaver wei\u00df es zu sch\u00e4tzen \u2013 denn immer wieder zeigen sich auch und gerade die internationalen K\u00fcnstler fasziniert von den Ausstellungsr\u00e4umen im ehemaligen Kloster. Dort passen die Sujets, also die Madonnen, nat\u00fcrlich ganz besonders gut.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Bunte Blumenstr\u00e4u\u00dfe und eigenwillige Frauenfiguren hat die K\u00fcnstlerin Grace Weaver auf riesige Leinw\u00e4nde gebracht. 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